Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung 3
Einleitung 4
1 Eine Fremdsprache lernen 5
2 Der Fremdsprachenunterricht 7
2.1 Lernumgebung 7
2.1.1 Das Klassenzimmer als Prozess 7
2.1.2 Frontalunterricht und Gruppenarbeit 8
2.1.3 Bilingualer Unterricht 9
2.2 Methodik 10
2.2.1 Reime, Spiele, Singen, Geschichten 10
2.2.2 Grammatik und Lexik 11
2.2.3 Einsatz von modernen Medien 11
3 Empirische Studien 12
3.1 EELT und dessen Einflüsse 12
3.1.1 EELT 12
3.1.2 Die Hypothesen zu EELT 13
3.1.3 Methode 13
3.1.4 Ergebnisse 14
3.1.5 Diskussion 17
3.2 Einfluss des monolingualen und immersiven Unterrichts
auf Schulleistungen 18
3.2.1 Methode 18
3.2.2 Ergebnisse 19
3.2.3 Diskussion 20
4 Fazit 21
Literatur 23
Anhang 24
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Zusammenfassung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der effektiven Gestaltung von Fremdsprachenunterricht in der Grundschule. Es wird ein kurzer Überblick über drei Fremdsprachenerwerbstheorien gegeben. Dann wird auf die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule eingegangen, wobei sowohl die Lernumgebung im Klassenzimmer thematisiert wird, als auch verschiedene Methoden der Vermittlung von Fremdsprachen. Im letzten Teil werden zwei empirische Studien dargestellt. Die erste Studie kommt aus den Niederlanden und handelt vom frühen Englischunterricht, also Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse der Grundschule und zeigt, dass dieser effektiv ist und keinen negativen Einfluss auf die Sprachkenntnisse in Niederländisch hat. Die zweite Studie kommt aus Deutschland und zeigt, dass immersiver Unterricht in englischer Sprache keinen negativen Effekt auf das Fach Deutsch hat und im Fach Mathematik sogar zu besseren Ergebnissen führt als dies bei Schülern der Fall ist, welche keinen Fremdsprachenunterricht hatten und alle Fächer auf Deutsch unterrichtet wurden.
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Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Fremdsprachenunterricht in der Schule, speziell der Grundschule effektiv gestaltet werden kann. Gerade in der heutigen globalisierten Welt wird es immer wichtiger möglichst viele Sprachen zu lernen bzw. zu beherrschen, da in vielen beruflichen Bereichen über die Landesgrenzen hinaus agiert wird. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie die Menschen bzw. schon Kinder am Besten auf die Zukunft in einer global ausgerichteten Welt vorbereitet werden können.
Da Sprache in all ihren Ausprägungen, sowohl in gesprochener, als auch in geschriebener Form, die Grundvoraussetzung für Kommunikation darstellt, ist es von großer Bedeutung diese effektiv zu lehren. Die pädagogische Psychologie setzt sich neben anderen Fragestellungen auch damit auseinander, wie effektiver Fremdsprachenunterricht aussehen könnte.
Auf verschiedene, ausgewählte Erkenntnisse und Konzepte soll in dieser Arbeit eingegangen werden. Dazu wird im ersten Teil ein grober Überblick über die drei Hauptgruppen der Fremdsprachenerwerbstheorien gegeben. Im zweiten Teil wird es dann um den Fremdsprachenunterricht in der Grundschule gehen. Es wird dabei sowohl auf die Lernumgebung, im Sinne des Klassenzimmers und der Ausrichtung des Unterrichts, also Frontalunterricht, Gruppenarbeit und bilingualer Unterricht eingegangen werden, als auch auf die methodischen Aspekte des Lehrens in der Grundschule.
Der dritte Teil der Arbeit wird sich dann mit zwei empirischen Studien beschäftigen. Die erste Studie beschäftigt sich mit einem Projekt welches den Namen „early English language teaching“ (EELT) trägt, was so viel bedeutet wie, früher Englischunterricht. Die Studie untersucht die Effektivität von EELT und den Einfluss des frühen Englischunterrichts auf die Landessprache, sowohl von Muttersprachlern als auch von nicht- Muttersprachlern.
Die zweite Studie untersucht die Schulleistungen am Ende des ersten Schuljahres in Deutsch und Mathematik von Schülern welche entweder immersiv d.h. alle Fächer werden in der Fremdsprache unterrichtet, bis auf das Fach Deutsch, oder monolingual d.h. die Schüler haben keinen Fremdsprachenunterricht, unterrichtet wurden.
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Den letzten Teil stellt das Fazit dar, in dem die wesentlichen Erkenntnisse nochmals zusammengefasst werden.
1 Eine Fremdsprache lernen
Dieser Teil der Arbeit wird sich mit dem Thema beschäftigen, wie Menschen eine Fremdsprache lernen. Da das Erlernen einer Fremdsprache nicht im Fokus dieser Arbeit steht, sondern das effektive Vermitteln dieser, werden die Ausführungen relativ kurz und überblicksartig und ohne Anspruch auf Vollständigkeit sein. Es ist meines Erachtens jedoch wichtig, diesen Teil zu thematisieren, da so besser verstanden werden kann, warum bestimmte Techniken des Fremdsprachenvermittelns bzw. - unterrichtsexistieren und wie sie sich begründen lassen. Um es gleich vorweg zu nehmen, gibt es bis heute keine Spracherwerbstheorie die allgemein anerkannt ist, weder zur Mutter- noch zur Fremdsprache. Nichts desto trotz sollen hier einige ausgewählte Theorien dargestellt werden. Grundsätzlich kann man die Theorien des Spracherwerbs in drei Gruppen unterteilen. Die Gruppe der Behavioristen, welche durch Skinner geprägt sind, die Gruppe der Nativisten, welche vor allem durch Chomsky Bedeutung erlangt haben und die Gruppe derer, welche versuchen die Beiden genannten Strömungen zu vereinen und auch Beiträge aus anderen Wissenschaften versuchen zu integrieren, welche häufig als interaktionistische oder auch konvergente Ansätze bezeichnet werden (vgl. Oksaar, 2003). In dieser Arbeit wird das Hauptaugenmerk auf der letzten Gruppe, dem interaktionistischen Ansatz liegen.
William Stern hat in seiner „Psychologie der frühen Kindheit“ (1914, zit. n. Oksaar, 2003) die Konvergenztheorie dargestellt. Diese besagt, dass auch die Sprachentwicklung ein Produkt aus den „äußeren Entwicklungsbedingungen“, in Form der Sprache, welche in der Umgebung des Kindes gesprochen wird und den „inneren Angelegenheiten“, den „Sprachbedürfnissen und -fähigkeiten“ (Stern, 1967, zit. n. Oksaar, 2003, S.87) ist. Dabei hebt Stern (1967) hervor, dass es nicht um die Frage geht, was von außen und was von innen kommt, da dies stets ein Zusammenspiel von äußeren Bedingungen und inneren Voraussetzungen ist, sondern das es um die Frage geht, welche Anteile das eine oder andere hat. Er vereint somit die beiden Strömungen Behaviorismus und Nativismus. Der Behaviorismus geht davon aus, dass Sprache durch Reiz-Reaktions Lernen und
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Verstärkung entsteht und legt somit sein Hauptaugenmerk auf, um es in Sterns Worten zu beschreiben, die „äußeren Entwicklungsbedingungen. Der Nativismus hingegen, geht davon aus, dass jeder Mensch von Geburt an mit einer Universalgrammatik ausgestattet ist, welche nur noch ausdifferenziert werden muss. Somit stellt dieser Ansatz die eher „inneren Angelegenheiten“ dar (vgl. Oksaar, 2003, 83ff).
Die interaktionistischen Ansätze, gehen davon aus, das Sprache „das Resultat der Interaktion zwischen der sprachlichen Umgebung des Lerners und seinen mentalen Fähigkeiten“ (Oksaar, 2003. S. 88) ist. Somit wird durch den Austausch mit der Umwelt das Erlernen einer Sprache gefördert.
Eine oft diskutierte Frage ist, ob es ein optimales Alter gibt, eine Fremdsprache zu lernen. Auch hierzu gibt es wieder konträre Aussagen. So gibt es diejenigen, welche davon ausgehen, dass erst eine Sprache, die Muttersprache, beherrscht werden muss, bevor eine zweite Sprache gelernt werden sollte und auf der andreren Seite diejenigen, welche davon ausgehen, dass Kinder bereits im Vorschulalter eine Fremdsprache lernen sollten, da in dieser Zeit das Gehirn besonders hohe Plastizität habe, welche für den Spracherwerb förderlich sei (Oksaar, 2003). In diesem Sinne geht H.H. Stern (1967, zit. n. Oksaar, 2003) davon aus, dass jüngere Schulkinder bessere imitative Fähigkeiten haben, flexibler sind, spontaner und weniger Hemmungen in der Kommunikation haben, als Erwachsene. Ein abschließendes Urteil lässt sich jedoch nicht abgeben, da die Methoden oft nicht vergleichbar sind und Einflüsse, wie die Herkunft der Kinder, die Lernbedingungen usw. nicht oder nur schwer kontrollierbar sind (Oksaar, 2003). Nichtsdestoweniger gibt es Hinweise dafür, dass eine Zweitsprache von jüngeren Kindern schneller und besser gelernt werden kann. So gilt es als gesichert, dass sich die besten Möglichkeiten für die richtige Aussprache im Alter von 1 bis 10 Jahren bieten (Asher & Garcia, 1969; Fathman, 1975, zit. n. Oksaar, 2003).
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2 Der Fremdsprachenunterricht
In vielen Bundesländern Deutschlands beginnt der Fremdsprachenunterricht bereits in der Grundschule. Ein Beispiel stellt Baden-Württemberg dar, wo ab der ersten Klasse eine Fremdsprache unterrichtet wird. Die Lernziele bestehen darin, den Schülern „Elementare Kommunikationsfähigkeiten“ (Sarter, 2006) zu vermitteln. Diese bestehen zum einen aus der Rezeption d.h. „angefangen mit situativem Hörverständnis, über die Herausbildung zielsprachenspezifischer
Hördiskriminierungsfähigkeit [d.h. die Fähigkeit unterscheiden zu können, wann ein Wort aufhört und das nächste anfängt], hin zum Hörverstehen, das weitestgehend auf visuelle Unterstützung verzichten kann“ (Sarter, 2006, S. 36), zum Anderen aber auch in dem reproduzierenden Teil, also der Aussprache bzw. überhaupt im Sprechen der Sprache auf basalem Niveau.
Im Gegensatz zum vorangegangenen Kapitel, welches sich mit der Theorie des Spracherwerbs beschäftigt hat, geht es in diesem Kapitel um die praktische und effektive Vermittlung einer Fremdsprache d.h. um Techniken, welche im Fremdsprachenunterricht verwendet werden und sich bewährt haben.
2.1 Lernumgebung
Unter Lernumgebung werden in dieser Arbeit die äußeren Lernbedingungen des Fremdsprachenunterrichts verstanden, als auch der Rahmen in welchem der Unterricht stattfindet. Es wird sowohl auf das Konzept des Klassenzimmers als Ort der erst durch die Lerner und Lehrer entsteh eingegangen, als auch auf den Rahmen in dem der Unterricht stattfindet d.h. Frontalunterricht vs. Gruppenarbeit und die Technik des bilingualen Unterrichts. Im Gegensatz zu dem darauffolgenden Kapitel-Methodik- in dem es um die eigentliche Vermittlung von den Inhalten gehen wird, befindet sich die Lernumgebung eine Hierarchieebene darüber.
2.1.1 Das Klassenzimmer als Prozess
Im Normalfall findet Fremdsprachenunterricht im Klassenzimmer statt. In dieses Klassenzimmer kommen Schüler, die oft in ganz vielen Hinsichten unterschiedlich sind. So hat jeder eine andere Lern- bzw. Lehrbiographie, ist unterschiedlich motiviert und begabt, hat eine individuelle Persönlichkeiten usw. Trotzdem sollen all diese Schüler zusammen etwas von dem Lehrenden lernen. Um diesen Spagat zu meistern, sollte das Klassenzimmer nicht als ein Ort gesehen werden, welcher von
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Arbeit zitieren:
Julian Böck, 2011, Fremdsprachenunterricht effektiv gestalten, München, GRIN Verlag GmbH
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