

Götz Bachmann und Andreas Wittel tun es ihm gleich indem sie, wenngleich bezogen auf „Medienethnographien“ (ebd. S. 183) auf Einsatz und Ziel der Methode wie deren Verortung im Mediendiskurs eingehen. Genannte Autoren beschreiben das Feld der Ethnographie als methodisch vielfältiges Forschungsfeld welches das Ziel habe ein „verstehendes Gesamtbild einer Kultur zu entwerfen“ (ebd. S. 184). Hauptanwendungen seien neben der teilnehmenden Beobachtung vor allem Gespräche mit den Forschungssubjekten, die jedoch nicht die Medien selbst sondern deren Kontextualität und Vorortung in sozialen Situationen sowie die sich daraus generierenden Veränderungen zum Gegenstand haben (vgl. ebd. S. 186f). Bachmann und Wittel führen drei methodische Stränge, ebenso unter Nennung namhafter Vertreter und Erhebungen des Feldes, an, indem sie erstens die „ethnography proper“ (ebd. S. 190) beschreiben, bei welcher Forscher längere Zeit als teilnehmende Beobachter fungieren, zweitens die „akkumulierten ethnographischen Miniaturen“, unter welchen gehäufte Kurzaufenthalte von ein bis zwei Stunden verstanden werden, neben drittens den „virtuellen Ethnographien“, die als qualitative Internetforschung im virtuellen Raum beschrieben werden können (vgl. ebd. S. 190f).
In unserem Zusammenhang interessiert vor allem die Fokussierung auf die private Mediennutzung, auf welche die Autoren im Weiteren eingehen und die sie als das häufigste Anwendungsfeld der „akkumulierten ethnographischen Forschung“ herausstellen (vgl. ebd. S. 198). Als spannendes Untersuchungsfeld erkennen die Autoren die neuen Kommunikationsmedien, durch welche sich Produktions- und Rezeptionsebenen zu nicht mehr trennbaren Feldern entwickelt haben, die hauptsächlich durch kontextuelle Nutzungen und soziale Aspekte geprägt würden. Zum Ende ihres Beitrags fokussieren die Autoren die Stärken der ethnographischen Forschung die sie in der „Kombination der Beobachtung von menschlichem Handeln, der eigenen Erfahrung, […] der Teilhabe […] sowie der Nachfrage von Bedeutungen, subjektiven Sichtweisen und Hintergründen“ (ebd. S. 207) sehen.
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In Bezug auf meinen eigene Erhebung für den Bereich Mediendomestizierung möchte ich ein thematisch strukturiertes Interview im Kontext eines verstehend narrativen Paradigmas durchführen, für welches in Bezug auf Merton, Fiske und Kendall, welche von (Heinze 2004 S. 155) genannt werden, die wichtigsten Kriterien sind:
1. „das Interview soll maximale Reichweite haben“ (ebd.). Das heißt Ziel der Befragung ist es, der Person möglichst viel Platz einzuräumen sich selbst auszudrücken. (vgl. ebd.) Das ist eines der zentralen Kennzeichen eines offenen Interviews, da nur durch uneingeschränkte Aussagefreiheit die „subjektive Lebenswelt“ (Habermas 1981: S. 182) der Inquirierten zugänglich wird.
2. Ein weiteres Kriterium ist die „Spezifität“ (Heinze 2004. S. 155). Um diese Forderung zu erfüllen soll versucht werden Äußerungen zu spezifizieren, was über genaues Nachfragen erreicht werden kann. (vgl. ebd.) Hierbei geht es hauptsächlich darum von allgemeinen Floskeln hin zu Begründungen zu gelangen, um im Interpretationsprozess die subjektiven Sinnstrukturen erschließbar zu machen.
3. Eben genanntes Kriterium schließt ein Weiteres mit ein: die Tiefe, mit welcher vor allem kognitive, affektive und wertbezogene Äußerungen erschlossen werden sollen (vgl. ebd.). Hierbei kommen die Kompetenzen des Interviewers zum Tragen, da dieser situativ den narrativen Gehalt einer Äußerung erkennen muss, um zu entscheiden wann genauere Nachfragen nötig sind.
4. Im Weiteren muss das Kriterium der Neutralität genannt werden, unter welcher verstanden wird, dass der Forscher möglichst unvoreingenommen in die Interviewsituation gehen solle. Somit soll die Interviewerin möglichst ihre eigene soziale Situiertheit, ferner die eigene Lebensumgebung und Beziehungen, welche als wert- und normdeterminierende Instanzen prägen wie wir die Welt sehen, nicht in den qualitativen Forschungsprozess eingebracht werden sollen, da dies intervenierend auf die Befragten wirken kann.
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Arbeit zitieren:
MMag. Catrin Neumayer, 2011, Methodik eines qualitativen Forschungsprozesses, München, GRIN Verlag GmbH
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