Storyboard (deutsch: Der Ablaufplan)
Ein Storyboard ist ein ablauforientiertes Entwurfs- und Planungsdokument im Produktionsprozess eines Animationsfilms. Es visualisiert erstmals die Inhalte und Handlungsverläufe eines Drehbuchs, welche in eine gezeichnete lineare Bildfolge 1 übersetzt werden und liefert kamera- und produktionstechnische Gestaltungsideen für die spätere Umsetzung. Es geht darum Bildwinkel, Kameraperspektiven, Figuren und andere Details so gut wie möglich darzustellen 2 , damit es dem Produktionsteam als Planungshilfe und Kommunikationsmittel dienen kann. Das Storyboard ist ein wichtiger Bestandteil des Produktionsprozesses und macht verbindliche Vorgaben für die Realisierung eines Films. 3
Entstehung
Anfang der 30er Jahre wurde das Storyboard, wie wir es heute kennen, in den Disney Studios von dem Autor Webb Smith entwickelt. Er präsentierte Skizzen eines Filmes auf einer Wandtafel, um sie dann mit seinen Kollegen zu diskutieren. Nach und nach verbreitete sich das Storyboard immer weiter und setzte sich schließlich in der Filmproduktion so durch, dass es heute fest zur Produktion eines Animationsfilms dazugehört. 4
Aufbau
Es gibt kein verbindliches Standardformat für Storyboards. Je nach Film können verschiedene Kategorien in einem Storyboard verwendet werden. Nach und nach haben sich jedoch einige Konventionen zur Gestaltung und zum Aufbau durchgesetzt. Das wichtigste Kriterium bei der Anfertigung eines Storyboards ist, dass es selbsterklärend und gut strukturiert ist. Es sollte sich außerdem gut reproduzieren lassen, da es nach Anfertigung kopiert und an viele Mitarbeiter im Produktionsteam und weitergegeben wird. 5
1 Vgl. URL: http://www.teachsam.de/deutsch/film/film_storyboard_1.htm (22.06.2009).
2 Vgl. URL: http://www.inf.fh-flensburg.de/hoefs/digital_video/1b_Storyboard_dig/storyboard.pdf
(22.06.2009).
3 Vgl. URL: http://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/inhalte/storyboard (22.06.2009).
4 Vgl. Giuseppe Christiano: Storyboard Design. Grundlagen, Übungen und Techniken: Ein Kurs für
Illustratoren, Regisseure, Produzenten und Drehbuchautoren. München 2008, S. 8.
5 Vgl. URL: http://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/inhalte/storyboard/gestaltung
(22.06.2009).
Man verwendet für ein Storyboard meist eine Formvorlage, welche die verschiedenen Elemente schon in einzelne Kästen unterteilt und man diese nur noch mit Inhalt füllen muss. So bekommt das Storyboard am Ende ein einheitliches und strukturiertes Erscheinungs-Bild.
Das wichtigste Element einer Storyboard-Seite ist das Einzelbild. Dieses wird in Skizzenform visualisiert und zeigt die Handlung, die in einer Bild-Einstellung geschehen soll. Bewegungen der einzelnen Figuren, Kameraschwenks oder Bildwinkel-Wechsel werden dabei durch Pfeile kenntlich gemacht. So wird der Nachteil, dass man im Gegensatz zum Drehbuch, Bewegungen nur eingeschränkt visualisieren kann, ausgeglichen. 6 Zudem besitzen Storyboards in der Regel einen Titel, eine laufende Seiten-Nummerierung, Informationen zu Dialogen, Figuren, Drehorten, Effekten, Musik und Angaben zum genauen Timing der Sequenzen. 7
Umsetzung
Ein Storyboard kann man auf verschiedene Weisen anfertigen. Zum einen per Hand mit Bleistift und Papier oder mit einer speziellen Storyboard Software am Computer. Bei der Variante per Hand kann man entschieden, ob man die einzelnen Rahmen auf jeder Storyboard-Seite einzeln aufmalen oder sich vorher am Computer eine Vorlage zu entwerfen will und diese dann ausdruckt. 8 Egal für was man sich entscheidet, wenn man per Hand zeichnet kann man seine Ideen und Kreativität freier umsetzen. Die andere Variante ist das Arbeiten mit einer Software (z.B. ‚Adobe Premiere’, ‚Directors NotePad’, ‚Poser’ etc.), welche besonders ungeübten Zeichnern die Arbeit erleichtert. 9 Das Programm ‚Poser’ zum Beispiel bietet dem Nutzer die Möglichkeit vorgefertigte Figuren in das Storyboard einzufügen und dabei individuell per Klick die Kleidung, den Ausdruck, die Pose oder die Frisur zu verändern. Hintergründe können eingefügt werden und Ansichten aus verschiedenen Blickwinkeln sind möglich. Damit kann der Storyboard-Zeichner ohne viel Aufwand und große Zeichenkenntnisse in kürzerer Zeit ein Storyboard umsetzen. 10
6 Vgl. URL: http://www.inf.fh-flensburg.de/hoefs/digital_video/1b_Storyboard_dig/storyboard.pdf
(22.06.2009), S. 8.
7 Vgl. Christiano: Storyboard Design, S. 24.
8 Vgl. ebd. S. 38.
9 Vgl. URL: http://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/inhalte/storyboard/umsetzung
(22.06.2009).
10 Vgl. URL: http://www.inf.fh-flensburg.de/hoefs/digital_video/1b_Storyboard_dig/storyboard.pdf
(22.06.2009), S. 9.
Arbeit zitieren:
Sabine Wipperfürth, 2009, Storyboard - Ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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