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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Theoretischer Ansatz
2.1 Die veränderte Beurteilung von Direktinvestitionen im Lauf der Zeit 3
2.2 Katalysatoreffekt durch forward- und backward-linkages 5
2.2.1 Angebot und Nachfrage 5
2.2.2 Effekte durch den Zutritt multinationaler Unternehmen 9
3. Empirische Analyse
3.1 Die Unternehmen 13
3.2 Determinanten von Linkages 14
3.2.1 Determinanten des industriellen Sektors 14
3.2.2 Firmeninterne Determinanten 15
3.2.3 Determinanten des Gastlandes 16
3.3 Ergebnisse 16
4. Schlussbetrachtung 17
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1. Einleitung
Die Armut in den Entwicklungsländern dieser Welt hat ihren Ursprung in der Unterentwicklung der heimischen Wirtschaft. Für diesen Zustand gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Hemmer sieht die Unterentwicklung als Folge unzureichender Kapitalbildung. 1 Der Einsatz von Kapital steigert die Arbeitsproduktivität, dadurch die Produktion, die Kapitalakkumulation und somit das Wachstum der gesamten Wirtschaft. Dabei teilt er Kapital in Sach- und Humankapital und verweist ausdrücklich auf die Relevanz des Humankapitals. Auch Borensztein, De Gregorio und Lee (1998) kommen in ihrer Studie, in der 69 Entwicklungsländer mit industrialisierten Staaten verglichen werden, zu dem Schluss, dass Investitionen zwar einen erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum tragen können, aber nur wenn ein ausreichender Bestand an Humankapital zur Verfügung steht. 2
In dieser Arbeit soll es aber vorrangig um Sachkapital gehen und dabei insbesondere ausländische Direktinvestitionen als Möglichkeit der Kapitalbildung in unterentwickelten Ländern vorstellen. Es wird untersucht, wie sich der Eintritt von multinational operierenden Unternehmen auf Entwicklungsländer auswirkt. Vor allem gilt das Interesse der Wohlfahrtssituation in diesen Ländern. Auch die Reaktion der heimischen Firmen auf die Anwesenheit von multinationalen Unternehmen wird untersucht.
Im theoretischen Teil wird ein Modell vorgestellt, welches sich mit den Verknüpfungen multinationaler Unternehmen mit der heimischen Wirtschaft beschäftigt. Diese Verknüpfungen entstehen durch die ausländischen Direktinvestitionen. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der empirischen Untersuchung dieser Verknüpfungen.
2. Theoretischer Ansatz
2.1 Die veränderte Beurteilung von Direktinvestitionen im Lauf der Zeit
Die starke Zunahme ausländischer Direktinvestitionen in letzter Zeit macht es immer wichtiger zu verstehen, welche Wirkungen diese entfalten und unter welchen Umständen sie volkswirtschaftlich wünschenswert sind. 3
Früher war die allgemeine Meinung, diese Art der Investitionen wäre schlecht für die betroffenen Länder. Besonders zum Ausdruck kam dies in der Neoimperialismus- 1 Hemmer,Wirtschaftsprobleme der Entwicklungsländer, Teil D Kap III
2 Borensztein, E. / De Gregorio, J. / Lee, J-W., How does foreign direct investment affect economic growth?, Journal of International Economics 45 (1998), S. 115-135
3 Für die folgenden Ausführungen vgl. Hemmer, H.R. Wirtschaftsprobleme der Enticklungsländer, Teil F Kap. III S.244 ff.
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Theorie von Baran. 4 Er ging davon aus, dass bereits die Besiedlungstaktik der Europäer dazu führte, dass sich die Welt derart in arme und reiche Länder aufteilte, wie noch heute zu beobachten ist. Überall dort, wo Kolonien in relativ kulturfreien Räumen entstanden sind, finden wir heute relativ reiche Länder, in denen die westliche Kultur etabliert wurde (Nordamerika, Australien, Neuseeland) 5 . Dort jedoch, wo es bereits vor der Kolonisierung durch die Europäer Kulturen gab, kam es zur reinen Ausbeutung. Laut Baran setzt sich dies bis heute fort. Die vollständigen Exporte der dort ansässigen Unternehmen verhindern die Kapitalbildung der heimischen Bevölkerung und somit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.
Dass diese Argumentation zu kurz gegriffen war, hat sich heute im Allgemeinen durchgesetzt. Man ist zu dem Schluss gelangt, dass sich Direktinvestitionen multinationaler Unternehmen durchaus positiv auf die Entwicklung der heimischen Wirtschaft auswirken. Haddad und Harrison (1992) untersuchen in ihrer Studie die Effekte ausländischer Direktinvestitionen in Marokko. 6 Dazu beobachteten sie die produzierende Wirtschaft in den Jahren 1985-1989 und legten besonderes Augenmerk auf den Vergleich der Produktivitäten zwischen multinationalen und heimischen Firmen. Sie stellten fest, dass in den Wirtschaftsbereichen in denen heimische und ausländische Firmen kooperierten, die Effizienz enorm gesteigert wurde. Das Effizienzwachstum in heimischen Unternehmen war sogar höher als bei ausländischen Firmen.
Auch De Gregorio (1992) stellte unter anderem fest, dass Investitionen generell einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Gastländer haben. 7 Er untersuchte 12 Latein-Amerikanische Länder im Zeitraum von 1950-1985. Laut seiner Studie sind ausländische Direktinvestitionen dabei effektiver als heimische. Der Grad der positiven Übertragungseffekte hängt im Besonderen von der Einbettung der ausländischen Unternehmen in die heimische Wirtschaft ab. Je größer die Verknüpfung zu heimischen Vorlieferanten etwa, desto größer die Entwicklungsimpulse auf das entsprechende Land. Man spricht hier von den Vorwärts- oder Rückwärtsverbindungen (forward- oder backward-Linkages). Die Unterscheidung
4 Vgl. Baran, P.A., The Political Economy of Growth, deutsche Übersetzung: Politische Ökonomie des wirtschaftlichen Wachstums.
5 Vgl. Baran S. 236
6 Haddad, M. / Harrison A. Spillovers and direct foreign investment, Journal of Development Economics 42, 1993, S.51-74
7 De Gregorio, J., Economic growth in Latin America, Journal of Development Economics 39, 1992, S.59-84
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geschieht über die Richtung, in denen die Effekte wirken. So werden diejenigen Impulse, die multinationale Unternehmen (MNU) durch ihre Produktion auf die Zuliefererwirtschaft ausüben als backward-Linkage bezeichnet. Die dadurch entstehenden Produktivitätsverbesserungen wiederum führen unter Umständen zu Preissenkungen, von denen die heimische produzierende Industrie profitiert (forward-linkage-Effekt).
James R. Markusen und Anthony J. Venables haben ein Modell entwickelt, welches sich mit diesen Effekten auseinandersetzt. 8 Dieses wird im Folgenden vorgestellt.
2.2 Katalysatoreffekt auf Grund von forward- und backward-linkages In dem Modell werden zwei Industriezweige in einem Entwicklungsland betrachtet, die Produktionen von Zwischen- und Konsumgütern. Es wird unvollkommener Wettbewerb unterstellt, ebenso wie steigende Skalenerträge in der Zwischengüterindustrie. Es gibt heimische, multinationale und ausländische Unternehmen. Die einzelnen Unternehmen einer Gruppe gelten als identisch, ausser dass Ihre Produkte keine perfekten Substitute darstellen. In der c-Industrie werden die Konsumgüter produziert, in der i-Industrie die Zwischenerzeugnisse. Die MNU können Zwischenprodukte weder importieren noch selbst produzieren. Es gibt also nur heimische Produzenten im i-Sektor. In der c-Industrie kommen dagegen alle drei Arten von Unternehmen vor: Heimische und multinationale Firmen, die ihre Produkte auch im Entwicklungsland herstellen und ausländische, die lediglich importieren.
2.2.1 Angebot und Nachfrage:
Zunächst wird die i-Industrie betrachtet. Es wird ein Preisindex für das aggregierte Gut konstruiert, der gleichzeitig die Kostenfunktion des Unternehmens darstellt.
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“Foreign direct investment as a catalyst for industrial development”, European Economic Review 43
(1999) 335-356
Quote paper:
Thomas Abels, 2003, Ausländische Direktinvestitionen und wirtschaftliche Entwicklung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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