

ein genaues Maß zu sein. Eine Geldreform realisierte schließlich, dass der Nominalwert der Metallmenge entspricht, sodass das Geld ein genaues Maß darstellen konnte, 1577 schließlich wurde beschlossen, dass alle Metalle dem Gold untergeordnet wurden (vgl. Foucault 1974, S.216). Es kam zu einer Hortung der Goldmünzen - Gold galt als Reichtum - es erschien den Menschen wertvoller als die Waren, die es bezeichnete - sodass weniger wertvolles Geld im Umlauf war und die Leute das Gold in den Münzen durch andere Metalle ersetzten. Dies führte zu einer Krise, zur Teuerung von Waren, schließlich sind Münzen, die wertlosere Metalle als Gold enthalten auch weniger wert. Das Geld selbst hat einen Preis, es verweist auf eine Menge Metall und auf Waren, sein Wert schwankt je nach Seltenheit des in ihm enthaltenen Metalls (vgl. ebd., S.217).
Im 17. Jahrhundert hatte das Gold nun die Funktion der Tauschbarkeit inne, folglich galt es als Maß für Waren und Preise. Jeder Rohstoff wurde münzbar, das Geld repräsentiert einen Reichtum. „Reichtümer entfalten sich als Gegenstände der Bedürfnisse und der Wünsche. Sie teilen sich und treten gegenseitig an ihre Stelle durch das Spiel der Münzstücke, die sie bezeichnen; und die reziproken Beziehungen des Geldes und des Reichtums stellen sich in Form der Zirkulation und des Warentausches her“ (ebd., S.221). Gold und Silber als Tauschmittel haben keinen anderen Zweck als ebendiesen, daher sind sie besonders geeignet, sie haben keinen Wert außer dem der Ware, die sie repräsentieren. Einzig die Tatsache, dass Gold Geld ist, macht es als wertvoll, zudem hat es die Eigenschaft, stabil und unvergänglich zu sein, es lässt sich prägen und in kleinen Mengen dosieren, sodass sein Wert einfach zu verändern ist. Der Wert des Geldes kommt nun also nicht mehr vom Metall, sondern einzig von der Ware, die es bezeichnet. Der Wert eines Güters wird zu dieser Zeit durch Vergleiche mit anderen Waren hergestellt, sodass sich ein Preis bildet. „Es ist eine arbiträre Beziehung, weil es nicht der immanente Wert des Metalls ist, der den Dingen den Preis gibt. Jeder Gegenstand, selbst einer ohne Preis, kann als Geld dienen, aber er muss noch besondere Fähigkeiten der Repräsentation und der Analyse besitzen, die gestatten, zwischen den Reichtümern Gleichheits- oder Unterschiedsbeziehungen herzustellen“ (ebd., S.223). Reichtümer, deren Werte durch das Geld repräsentiert werden, haben die Eigenschaft, nützlich, notwendig, selten oder freudebringend zu sein (vgl. ebd., S.222). Gold und Silber selbst gelten damals wie heute als kostbar, ungleich verteilt und rar, diese Merkmale machen es begehrenswert und ihren Einsatz als Zahlungsmittel im Tauschprozess sinnvoll und nachvollziehbar. Geld kommt im Zirkulations- und Tauschprozess die Rolle der Vertretung zu, auf der einen Seite wird Geld eingenommen, auf der anderen Seite wird es ausgegeben, in Waren eingetauscht.
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Im 17. Jahrhunderts kommt es zu einer Finanzkrise, die noch ins nächste Jahrhundert hineinreicht: Es ist nicht genügend gemünztes Metall verfügbar, der „Handel geht zurück, Preise verfallen, es bestehen Schwierigkeiten bei der Schuldentilgung, Renten und Steuern können nicht bezahlt werden, der Boden verliert an Wert“ (Foucault 1974, S.228), es kommt schließlich zu Abwertungen. In der Folge wird vorher verstecktes Metall in Umlauf gebracht um Boden aufzuwerten, Handel anzukurbeln und Preise zu erhöhen. Das Geld wird zum Pfand: „Gold und Silber sind nach allgemeiner Übereinkunft das Pfand, das Äquivalent oder das gemeinsame Maß all dessen, was den Menschen zum Gebrauch dient“ (ebd., S.229), es bildet einen bestimmten Preis und gelangt zum Geber zurück. „Aber es heißt auch, daß es genau das wert ist, wofür man es gibt, weil es seinerseits gegen genau die gleiche Menge oder ihr Äquivalent ausgetauscht werden kann. Das Geld kann stets das in die Hände seines Besitzers zurückbringen, was er gegen es eintauscht […]“ (ebd., S.230). Der Preis einer Ware ist nun also abhängig vom Wert ebendieser, gleichzeitig ist der Warenwert Preisschwankungen unterworfen. „Als Pfand bezeichnet das Geld einen bestimmten (aktuellen oder nicht aktuellen) Reichtum: es stellt dessen Preis fest“ (ebd., S.232). Der Wert der Ware wird hier zwischen Angebot und Nachfrage gebildet: Ein Warenüberschuss kann zum Tausch angeboten werden, dabei wird der Wert der Ware nach jeweiligem Nutzen für den Tauschpartner bestimmt. „Also als Ware ist das Geld nicht das Zeichen, sondern das gemeinsame Maß der anderen Waren“ (ebd., S.231). Die Beziehung zwischen Geld und Ware ist von ihrer zum jeweiligen Zeitpunkt des Tausches verfügbaren Menge abhängig, so beschreibt es das Mengengsetz: Eine im Vergleich zur Ware geringe Geldmenge bedeutet also einen hohen Wert dieser, niedrige Preise sind die Folge. Umgekehrt bedeutet eine hohe Geldmenge eine Abwertung des Geldwertes, so geschehen beispielsweise bei der Entdeckung Indiens, infolgedessen das Gold- und Silberaufkommen sich weltweit verzehnfacht hat (vgl. ebd., S.232).
Dieses tauschwertbasierte System ist mit Verlusten verbunden, da stets etwas abgegeben wird um etwas anderes zu bekommen, mit dem wiederum agiert werden kann. Geld als Pfand birgt einerseits den Vorteil, dass mit Zeitgewinn operiert werden kann: Ich habe mehr Zeit, Geld einzunehmen; zudem kann Geld für vieles hergegeben werden, es bedeutet also auch ein Gewinn an Möglichkeiten. Der Besitz von Waren bedeutet demgegenüber eine erhebliche Einschränkung der Möglichkeiten ihrer Verwendung. Die Zirkulationsgeschwindigkeit des Geldes ist von Angebot und Nachfrage, je schneller das Geld zirkuliert, desto mehr Reichtümer repräsentiert es dabei. Diese Geschwindigkeit hat jedoch zwei Grenzen: Einerseits „eine unendlich schnelle Geschwindigkeit, die eines unmittelbaren Tausches, wo
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das Geld keine Rolle spielen würde, und eine unendlich langsame Geschwindigkeit, wo jedes Reichtumselement seine geldliche Entsprechung hätte“ (Foucault 1974, S.234). Bestimmt wird die Zirkulationsgeschwindigkeit durch jährliche Ernten. Zu Zeiten des Merkantilismus setzten die Menschen auf einen erhöhten Außenhandel, sodass ein Bargeldüberschuss entstehen kann - damit das Land nicht verarmt. Ein Staat, der sich erhält, benötigt also eine ausreichende, zirkulierende Geldmenge, diese ist abhängig von Warenmenge im Tauschsystem, der Metallmenge und dem „Rhythmus, in dem die Zahlungen vollzogen werden“ (ebd., S.235). Staaten, in denen wenig Geld im Umlauf ist, kennzeichnen sich durch vergleichsweise kleine Preise und sind daher anziehend für Investoren anderer Staaten. Folglich nimmt die Geldmenge in diesen Ländern zu, sie werden reicher, können sich beispielsweise eine Flotte leisten. Das Mehr an Geld führt jedoch auch zur Teuerung, zu höheren Preisen, sodass die Leute beginnen, im billigeren Ausland zu kaufen. Resultat ist eine Verarmung des Staates durch einen Mangel an Metall im Inland. Was hier beschrieben wird, ist ein endloser Kreislauf, der zur Erhöhung der Armut in einigen Ländern führt: Die Bevölkerung geht ins Ausland, wo sie höhere Löhne erwartet, das Elend armer Länder nimmt zu. Produziert wird im Ausland, hier wächst die Bevölkerung an, somit auch die Geldmengeein Land mit wenig Bargeld ist schwächer als ein Land mit einer Bargeldzunahme (vgl. ebd., S.236ff).
Grundsätzlich gilt im Warentausch, dass der Tauschpartner den Wert einer Ware anerkennen muss, für einen Warentausch ist es zudem notwendig, dass ein Überfluss besteht - ich werde nur etwas eintauschen, wenn ich es selbst nicht zum Überleben brauche: Handel wird nur durch den Überfluss, durch das Opfern bestimmter Grüter für den Tausch, möglich. Der Wert einer Ware bildet sich also über den Aspekt der Verzichtbarkeit. Der Wert repräsentiert die Nützlichkeit einer Ware, er wird zum Verbrauchs- und Gebrauchswert. Ziel des Warentausches ist es also, einen Überfluss so umzuverteilen, dass woanders ein Mangel beseitigt wird. „Wert sein heißt für das klassische Denken zunächst, ein Ding wert sein, in einem Tauschprozeß an die Stelle dieses Dings treten können. Das Geld ist nur erfunden worden, die Preise sind nur festgelegt worden und ändern sich nur, insoweit dieser Warentausch besteht“ (ebd., S.240).
Ein Handel von Waren ist immer auch mit einer Wertsubstraktion verbunden, denn Herstellung, Transport und Lagerung beispielsweise sind Kostenfaktoren, „es kostet einen bestimmten Verbrauch von Gütern, damit die Güter selbst in Reichtum verwandelt werden“ (ebd., S.242). Der Wertsubstraktion kommt insbesondere seit der Industrialisierung eine bedeutende Rolle zu, denn die Menschen leben nicht mehr in einer Substitutionswirtschaft,
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Arbeit zitieren:
Hanna Ruehle, 2011, Zu Foucaults "Die Ordnung der Dinge", München, GRIN Verlag GmbH
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