Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Von der Theorie zur Praxis- am Beispiel Dortmunder Studierender 4
2.1. Hypothesenbildung 5
2.2. Das Vorgehen 5
3. Die Entstehung des Fragebogens 6
3.1. Fragenauswahl und Aufbau 7
3.2. Auswertung Berichterstattung 10
4. Fazit 12
5. Literatur 14
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1. Einleitung
Erhebungsinstrumente gibt es viele in der quantitativen Forschung. Mithilfe von Befragungen, Beobachtungen, Experimenten oder einer Inhaltsanalyse können Forschungsfragen- und Hypothese beantwortet werden. Nach Friedrichs gilt es in einem Forschungsprozess drei Zusammenhangsbereiche zu unterscheiden: Den Entdeckungs-, Begründungs- und den Verwertungszusammenhang (vgl. Raithel 2008, S.27). Während ersterer sich damit befasst, was erforscht werden soll, bezieht sich der Begründungszusammenhang darauf, wie etwas erforscht wird, also mit welcher Methode. Literatur wird herangezogen um zu prüfen, ob es zur Thematik bereits Erkenntnisse gibt und ob zuvor aufgestellte Theorien hinzugezogen werden können. Ziel ist es, aufgestellte Hypothesen zu prüfen. Im dritten Teil wird schließlich die Frage beantwortet, zu welchem Zweck die Studie durchgeführt werden soll, letztendlich werden die Befunde in einen Bericht zusammengefasst und als Publikation herausgegeben (vgl. ebd., S.27).
Das hier Dargestellte ist zweifelsfrei nur ein kleiner Ausschnitt davon, welche Schritte und Zusammenhänge es in einem Forschungsprozess zu beachten und abzuarbeiten gilt. Daher möchte ich im Folgenden den Forschungsprozess mittels standardisiertem Fragebogen näher beschreiben. Der standardisierte Fragebogen dient insbesondere dazu, Einstellungen und Meinungen, Überzeugungen, Eigenschaften und Verhaltensweisen des Befragten bezüglich eines Sachverhaltes darzustellen (vgl. ebd., S.65). Im folgenden Beispiel sollen sich Studenten der Universität und der Fachhochschule Dortmund äußern, wie zufrieden sie mit der Lehre an ihrer jeweiligen Einrichtung sind.
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2. Von der Theorie zur Praxis- am Beispiel Dortmunder Studierender
Die mir vorliegende Untersuchung ist ein Teil des Forschungsprojektes „zum Studierverhalten in den neuen und alten Bundesländern“ (Kirchhoff/ Kuhnt/ Lipp/ Schlawin 2008, S.9). Während es im ersten Teil dieser Studie darum ging, Dortmunder Studierende in Bezug auf ihre Studiensituation und Studienstrategien, sowie hinsichtlich fachkultureller Unterschiede mit Dresdner Studenten zu vergleichen, geht es im mir vorliegenden Teil um einen Vergleich zwischen Dortmunder Studenten der Fachhochschule und der Universität hinsichtlich Geschlechterdifferenz, sozialer Rekrutierung und fachkultureller Unterschiede dreier Studiengänge (vgl. ebd, S.9). Zu diesem Zweck wurden Studierende der Studiengänge Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften und Maschinenbau 1 mittels einer postalischen Befragung gebeten, bestimmte Angaben über sich zu machen (vgl. Kirchhoff/ Kuhnt/ Lipp/ Schlawin 2008, S.16). Diese Fragebogenuntersuchung wurde im Sommersemester 1995 durchgeführt, per Zufall wurden 4570 Studierende ausgewählt und angeschrieben (vgl. ebd., S.9).
Nach Popper besteht ein Forschungsprozess aus sieben Phasen: In der ersten Phase gilt es das Problem zu formulieren und Untersuchungsziel sowie Forschungsfrage klar und eindeutig festzulegen, bevor es im zweiten Schritt darum geht, Theorien und Hypothesen zu bilden. Die Konzeptualisierungsphase bildet den dritten Teil der Untersuchung. Hier werden Begriffe der Hypothesen definiert, es wird weiter das Erhebungsinstrument bestimmt, außerdem werden Forschungsdesign und Stichprobe festgelegt, und schließlich wird ein Pretest durchgeführt. Des Weiteren werden in dieser Phase Theorien und Hypothesen auf Intersubjektivität, Reliabilität und Validität hin geprüft. Es soll hier darum gehen, ob die bisherigen Schritte auch für andere Wissenschaftler nachvollziehbar sind, ob das Messgerät zuverlässig ist und ob es auch den Sachverhalt misst, den es zu messen vorgibt 2 . Im nächsten Schritt geht es darum, die Praxisphase vorzubereiten und schließlich Daten zu erheben. Interviewer müssen gegebenenfalls rekrutiert werden, zudem geht es um Terminplanung, um das Einholen von Genehmigungen und der Einwilligung der Teilnehmenden bzw. der Erziehungsberechtigten dieser(vgl. Raithel 2008, S.27ff). Die fünfte Phase des Forschungsprozesses befasst sich schließlich mit der Datenaufbereitung, die Daten gilt es festzuhalten, zu strukturieren und zu codieren, damit schließlich eine Datenanalyse mithilfe eines computergestützten
1 Diese Studiengänge wurden ausgewählt, da sie sich fachkulturell laut ihrer Studien- und Prüfungsordnungen
stark voneinander unterscheiden, jedoch große Ähnlichkeiten zwischen FH und Uni aufweisen (vgl. Kirchhoff/
Kuhnt/ Lipp/ Schlawin 2008, S.15).
2 Nähere Erläuterungen dazu in: Raithel 2008, S.44- 49.
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Statistikprogrammes durchgeführt werden kann. Diese Daten werden auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft, bevor sie dann im nächsten Schritt analysiert werden. Die letzte Phase gilt schließlich dem Forschungsbericht und der Publikation der erlangten Erkenntnisse, die Daten werden nun mit den aufgestellten Hypothesen und Fragestellungen konfrontiert (vgl. ebd., S.30).
2.1. Hypothesenbildung
Zu Beginn des Forschungsprozesses steht nach Popper die Forschungsfrage; und damit die Formulierung des Problems. Hier gilt es erst einmal zu bestimmen, über wen etwas erforscht werden soll bzw. wer den Fragebogen ausfüllen soll. Da es in diesem Fall um einen Vergleich zwischen Studierenden der Universität und der Fachhochschule geht, ist es naheliegend, die Studenten zu bitten, den Fragebogen auszufüllen. Die Forscher möchten hier etwas über die Zufriedenheit der Studenten mit der Lehre an ihrer Hochschule in Erfahrung bringen und zudem studiengangspezifische Informationen bekommen (vgl. Kirchhoff/ Kuhnt/ Lipp/ Schlawin 2008, S.9). Eine der aufgestellten Hypothesen lautet schließlich: „Fachhochschul-Studierende seien mit der Qualität der Lehre zufriedener als Uni- Studierende“ (Kirchhoff/ Kuhnt/ Lipp/ Schlawin 2008, S.15). Der Fragebogen selbst wurde in vier Themenbereiche gegliedert: Hochschulzugang und Studienentscheidung, Studiensituation- und alltag, zukünftige berufliche Erwartungen und sozialdemografische Daten. Es wurden auch bereits bekannte Fragen aus anderen Studien übernommen, zum einen um die Ergebnisse vergleichbarer zu machen und zum anderen um Fehler zu vermeiden und Zeit einzusparen, letztendlich ging ein 14- seitiger Fragebogen ins Feld (vgl. ebd., S.19).
2.2. Das Vorgehen
Da aus zeitlichen und finanziellen Aspekten nicht jeder der Studierenden befragt werden konnte, wurde jeder zweite Student per Zufall aus der Adressenkartei der jeweiligen Hochschule 3 ausgewählt und angeschrieben, so war die Gruppe der Befragten recht heterogen und die Stichprobe damit repräsentativ für die Gesamtgruppe der Studenten der jeweiligen Studiengänge (vgl. ebd., S.15). Hätte die Befragung in den Seminarräumen stattgefunden und nicht postalisch, so wäre das Prinzip des Zufalls gebrochen worden, da diese Veranstaltung
3 Die Anonymität der Studenten wurde dadurch gewährleistet, dass die Forscher keinen Zugang zur
Adressenverwaltung hatten- Versandtaschen mit Rücksendeumschlägen wurden von der Hochschulverwaltung
adressiert und die zurückgesendeten Fragebögen wurden beim Pförtner abgegeben. Näheres hierzu in Kirchhoff/
Kuhnt/ Lipp/ Schlawin 2008, S. 16f.
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Arbeit zitieren:
Hanna Ruehle, 2010, Darstellung eines Forschungsprozesses: Die Fragebogenerhebung am Beispiel der Zufriedenheit Dortmunder Studierender, München, GRIN Verlag GmbH
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