Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
1.1 Auswahl des Themas 4
1.2 Vorgehensweise 4
2 Der „schlesische“ Protestantismus am Beispiel der Stadt
Schweidnitz /Świdnica und der dort beheimateten Friedenskirche 5
2.1 Die Stadt Schweidnitz/Świdnica 6
2.2 Der „schlesische“ Protestantismus 7
2.3 Die Rekatholisierungspolitik der Habsburger 8
3
Die Friedenskirche in Schweidnitz/Świdnica 10
3.1 Die Bedeutung der Friedenskirche zur damaligen Zeit 12
3.2 Die Bedeutung der Friedenskirche in der heutigen Zeit 13
4 Schlussfolgerung 11
5 Literaturverzeichnis 16
6 Anhang 18
3
3
1 Einleitung
1.1 Auswahl des Themas
Im Rahmen meines Lehramtsstudiums an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist im Fach Geschichte eine Exkursion nach „Schlesien“ geplant. Zur Vorbereitung besuche ich zwei Seminare, in denen die SeminarteilnehmerInnen die verschiedenen Stationen unserer Exkursion im Vorfeld kennenlernen, und einen Einblick in die Geschichte „Schlesiens“ erhalten. In einer dieser Veranstaltungen durfte ich ein Referat über die Stadt Schweidnitz/Świdnica in „Schlesien“ haltenunter anderem darüber, wie sich der Protestantismus dort ausbreiten konnte, vor dem Hintergrund, dass Polen heute eines der katholischsten Länder Europas ist. Während der Vorbereitung und Informationssammlung für dieses Referat erhielt ich viele neue Erkenntnisse zu den Geschehnissen in „Schlesien“ zur damaligen Zeit, und fand, nachdem ich mich intensiv damit beschäftigt hatte und die Zusammenhänge klarer wurden, Gefallen an diesem Thema. Da ich durch die Recherche zu diesem Thema für das Referat bereits eine Menge an Informationen gesammelt habe, und mich außerdem im Laufe der Vorbereitung tatsächlich für die Geschehnisse begeistern konnte, möchte ich mich im Rahmen dieser Hausarbeit noch intensiver mit dem „schlesischen“ Protestantismus und seiner Entstehung auseinandersetzen und weiteren Fragen dazu auf den Grund gehen.
1.2 Vorgehensweise
Der erste Teil der Arbeit wird sich damit beschäftigen, wie und unter welchen Voraussetzungen der Protestantismus sich in der historischen Region Schlesien, besonders in der Stadt Schweidnitz/Świdnica, ausbreiten konnte. Weiterhin geht es darum, was die Habsburger, unter deren Herrschaft „Schlesien“ von 1526 bis 1740 stand, unternommen haben, um den Protestantismus aus der Region zu vertreiben, und die Menschen wieder zum katholischen Glauben zurück zu führen.
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Im Anschluss daran steht die Frage nach der Bedeutung der Friedenskirche in Schweidnitz/Świdnica zur damaligen und zur heutigen Zeit. Der letzte Teil meiner Arbeit wird eine in eigene Worte gefasste Schlussfolgerung aus den Antworten und Erkenntnissen sein, die ich im Laufe der Recherche und der Bearbeitung meiner Fragestellung gewonnen habe.
Mir ist bekannt, dass Schweidnitz nicht mehr der gebräuchliche Name dieser Stadt ist, sondern dass sie heute eine polnische Stadt ist, und deshalb Świdnica heißt. Aus Gründen der Einfachheit habe ich mich dennoch entschieden, im Folgenden, die Überschriften ausgenommen, die Stadt nur Schweidnitz zu nennen. Gleiches gilt für die Städtenamen Jauer/Jawor und Glogau/Głogów.
2 Der „schlesische“ Protestantismus am Beispiel der Stadt Schweidnitz/Świdnica und der dort beheimateten Friedenskirche
In kaum einer anderen Region hatte sich nach dem Anschlag der 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg durch Martin Luther der Protestantismus so schnell ausbreiten können wie in „Schlesien“. Besonders die Stadt Schweidnitz war unglaublich schnell nahezu vollkommen reformiert. Hierfür gibt es Gründe und Ursachen, die ich im Folgenden genauer untersuchen werde. Aber der Protestantismus wurde nicht überall mit offenen Armen empfangen: Es gab Gegner - allen voran die Habsburger, die über Generationen hinweg eine beispiellose Rekatholisierungspolitik in „Schlesien“ betrieben haben. Wie diese von statten ging, mit welchen Gegenmaßnahmen die Anhänger Luthers zu kämpfen hatten, welche Steine ihnen in den Weg gelegt wurden, und wie es schließlich doch dazu kam, dass der Protestantismus sich bis ins 20. Jahrhundert in dieser Region etablieren konnte, darauf werde ich im Laufe der nächsten Seiten eingehen. Dass es Erinnerungsorte gibt für den Anteil, den „Schlesien“ und vor allem Schweidnitz an der Geschichte der Reformation haben, wird deutlich durch die Friedenskirchen, derer es in „Schlesien“ neben der Kirche in Schweidnitz noch zwei weitere in Glogau und in Jauer gibt.
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2.1 Die Stadt Schweidnitz/Świdnica
Die Stadt Schweidnitz liegt im Südwesten Polens in der Woiwodschaft Niederschlesien. Sie wurde im Jahr 1243 gegründet, hat heute circa 60.000 Einwohner, und ist etwa 60 Kilometer von Breslau, dem heutigen Wrocław, entfernt. Die Stadt liegt am Fuße des Eulengebirges der Sudeten direkt an der Handelsstraße, was sich bereits in frühester Zeit positiv auf die Entwicklung des Handwerks und des Handels in der Stadt auswirkte. Schweidnitz war nach Breslau der wichtigste Handelsplatz „Schlesiens“, und das Haupthandelsgut war das Bier, welches in der Stadt durch eine große Menge an Hopfen selbst gebraut werden konnte. 1
Die Stadt fiel 1392 als immediates Erbfürstentum an die böhmische Krone, nachdem die Piasten, eine große polnische Herrscherdynastie, ausgestorben waren. Schweidnitz galt ab 1512 endgültig als „zweite Hauptstadt der freien Städte“ 2 dieses Recht war der Stadt in den vorherigen Jahren immer wieder an- und aberkannt worden. Die Stadt wählte ihre Räte selbst in einer freien Ratswahl, und war so von den Fürsten weitgehend unabhängig. 3
Schweidnitz ist Heimat einer der drei Friedenskirchen, der Kirche “zur Heiligen Dreifaltigkeit“. Sie wurde im Jahr 2001 zusammen mit der Friedenskirche in Jauer in die Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO aufgenommen. 4 Der Stadt Schweidnitz wurde außerdem die besondere Ehre zuteil, dass das Schweidnitzer Stadtwappen als „Zeichen besonderer Anerkennung für dieses einst machtvolle Zentrum der frühen Reformation“ 5 in eines der Fenster der Schlosskirche zu Wittenberg eingesetzt wurde. In diesem Fenster kann man die Stadtwappen der ersten reformierten Städte sehen.
1 Vgl. http://www.republikasilesia.com/Schweidnitz/allgemein.htm
2 So: Deventer, Jörg: Gegenreformation in Schlesien. Die habsburgische Rekatholisierungspolitik in Glogau und Schweidnitz 1526-1707, Köln 2003, S. 35
3 Vgl. Deventer: Gegenreformation in Schlesien, S. 33
4 Vgl. Caspary, Hans: Die schlesischen Friedenskirchen in Schweidnitz und Jauer. Ein deutschpolnisches Kulturerbe, Potsdam 2005, S. 8
5 So: Nowotny, Sobiesław: Auf den Spuren des schlesischen Protestantismus am Beispiel der Friedenskirche in Schweidnitz/Świdnica, in: Czapłiński, Marek; Hahn, Hans-Joachim; Weger, Tobias (Hg.): Schlesische Erinnerungsorte. Gedächtnis und Identität einer mittelalterlichen Region, Görlitz 2005, S. 59-77, S. 63 6
Arbeit zitieren:
Nina Folle, 2011, Der 'schlesische' Protestantismus am Beispiel der Stadt Schweidnitz und der dort beheimateten Friedenskirche, München, GRIN Verlag GmbH
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