Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Hauptteil 5
2.1 Was sind Straßennamen? 5
2.2 Rechtschreibungen der Straßennamen 6
2.3 Straßennamen im Mittelalter in Freiburg 7
2.4 Die Epoche der Kriege 10
2.5 Straßennamen von 18.- bis Anfang des 20. Jh. in Freiburg 12
2.6 Straßennamen während der Weimarerrepublik in Freiburg 15
2.7 Straßennamen Freiburgs während dem Nationalsozialismus 18
2.8 Straßennamen von 1945 bis heute in Freiburg 22
3 Schluss 24
3.1 Fazit 24
4 Anhang 25
4.1 Literaturverzeichnis 25
4.2 Internetquellen 26
4.3 Abbildungsverzeichnis 27
2
1 Einleitung
In den Namen von Straßen und Plätzen spiegelt sich die Geschichte einer Stadt wider. In Straßennamen finden sich bedeutende Persönlichkeiten, welche die Geschichte der Stadt geprägt haben. Aber, auch alte Flurbezeichnungen, die mit der Zeit aus dem Bewusstsein verschwunden wären, werden in Straßennamen wach gehalten. Die Wahl eines Namens für eine Straße, sollte mehr sein als eine zukünftige Adresse. Der Straßenname prägt auch den Charakter einer Straße und ist ein Stück Identifikation mit dem Namensgeber. 1 In Freiburg entscheidet seit langem der Gemeinderat über Straßenbenennungen. Der Maßstab nach welchem die Straßen ihren Namen bekamen hat sich im Lauf der Zeit immer wieder verändert. Heute hat jeder die Möglichkeit, formlos beim Stadtarchiv einen Namensvorschlag einzureichen. Jedoch sollte die vorgeschlagene Person einen Bezug zu Freiburg habe, sie sollte staatlicher Verfolgung zum Opfer gefallen sein und die vorgeschlagene Person, sollte vorzugsweise weiblichen Geschlechts sein. Denn nur zwanzig Prozent aller Straßen in Freiburg tragen den Namen einer Frau. Ohne die neuen Stadtteile Rieselfeld und Vauban wären es sogar drei Prozent.
Die Namensgebung im Mittelalter und früherer Neuzeit folgte anderen Kriterien. Bereits im Mittelalter existierten Straßennamen in der Stadt, die sich überwiegend auf die Topographie, bezogen. Namen wie Gerberau, Fischerau, Holzmarkt und die Salzstraße, die bis heute in Freiburg existieren, erinnern uns daran. In späteren Jahrhunderten wurden in Deutschland Straßen nach Personen benannt. Vorzugsweise nach Monarchen welche die Deutsche Geschichte geprägt haben. Mit zunehmender Zeit, spiegelte sich auch aber die Stadtgeschichte in den Straßennamen wider.
Zur Zeit des Nationalsozialismus kam es zu großen Umbenennungskampagnen im Bereich der Straßennamen in Deutschland. Die meisten Straßen wurden nach nationalistischen Märtyrern, Politikern und Wegbereitern umbenannt. Auch in Freiburg wurden etliche Straßen umbenannt. Zwar wurden nach dem zweiten Weltkrieg die meisten Straßen von der französischen Militärregierung umbenannt,
1 Vgl. Kalchthaler, Peter: Freiburger Wege. Straßennamen mit Geschichte. Band 1. Aufl. 1.
Freiburg: Rombach 1998. S. 8
3
jedoch sind einige Straßennamen erhalten geblieben. Das so genannte Heldenviertel, mit seinem Straßennamen aus dem Jahr 1934, ist bis heute in Freiburg politisch umstritten.
Noch immer sind Straßennamen in Deutschland, aber auch in Freiburg im Fluss. Bekamen noch in den Stadtteilen Weingarten und Landwasser, in den siebziger Jahren, die Straßen planmäßige Namen nach Ortschaften, Gewannbezeichnungen, Tieren und Pflanzen. So setzt man in den jüngsten Stadtteilen Rieselfeld und Vauban auf Benennung von Straßen und Plätzen nach berühmten Frauenpersönlichkeiten aus Literatur, Kunst und Geschichte. Das Thema der Straßenbenennung lässt sich auch sehr gut in den Schulunterricht übertragen. Sowohl im Fach Deutsch, unter dem Aspekt der Orthographie, als auch im Fach Geschichte. Speziell hier, kann der Lehrer auf die lokale Geschichte der Stadt, oder des Ortes eingehen, in welchem seine Schüler wohnen. Dadurch kann eine größere Bindung, aber auch eine Identifikation mit der Stadt, oder dem Ort, erfolgen.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Geschichte, der Straßennamen der Stadt Freiburg. Auch werden allgemeine Vergleiche zur Straßennamensgebung in Deutschland gezogen. Dem Rezipienten soll aufgezeigt werden, wie sich die Straßennamen in Freiburg mit dem Lauf der Geschichte verändert haben. Jede Epoche hatte ihre Kriterien und Vorlieben, bei der Vergabe von Straßennamen. Am Anfang, aber soll auch geklärt werden was man unter dem Begriff „Straßenname“ versteht und wie der Begriff des „Straßennamens“ wissenschaftlich definiert wird.
Speziell setzt sich diese Hausarbeit mit der Thematik der Vergabe von Straßennamen in Freiburg nach den geschichtlich-politischen Einflüssen. Hier spielt die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus eine tragende Rolle. Im weiteren Verlauf wird hingewiesen, wie sich die Vergabe der Straßennamen ab dem Jahr 1945 in Freiburg entwickelt hat.
4
2 Hauptteil
2.1 Was sind Straßennamen?
Als Straßenname bezeichnet man den Namen einer Straße in einer Stadt, den diese zur Unterscheidung von anderen Straßen trägt. 2 Diese Definition klärt allgemein die Bedeutung des Straßennamens. Unter anderem haben auch Straßennamen eine identifizierende, spezifizierende und differenzierende Funktion. 3 Koß selber wählt einen Überbegriff für Haus, Straßen-, Viertels- und Flurnamen, die „Mikrotoponymie“ (Kleinobjektnamen). 4 Hier spielt das menschliche Bedürfnis nach Orientierung eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zur „Mikrotoponymie“ spricht man von den „Makortoponymen“ (Großobjektnamen). Unter diesem Begriff sind die Bezeichnungen der Örtlichkeits-, Raum-, Bergs-, Gewässer- und Siedlungsnamen zu verstehen.
Straßennamen dienen vor allem der Orientierung in einer Stadt. Jedoch wurden erst ab dem 12. Jh. innerhalb geschlossener Ortschaften Straßennamen vergeben. Straßenschilder, wie wir sie heute kennen, wurden erst im 18. Jh. angebracht. Davor ist es üblich gewesen, Häuser Namen zu geben, die das ausübende Gewerbe, oder die Zugehörigkeit der im Haus lebenden Personen darstellte. Mit dem Aufkommen der Straßennamen im Mittelalter, spricht man hier von „Hodonymen“ (aus dem griechischen hodos- Weg). Daraus leitet sich die heutige Lehre der Straßennamen „Hodonymie“ ab. 5 Nach dieser Definition lässt sich behaupten dass Straßennamen innerhalb geschlossener Siedlungen, als Namen für Straßen, Gassen und Plätze dienen. Durch Vergabe vom Straßennamen innerhalb einer geschlossenen Ortschaft sollte eine ausreichende Orientierungsmöglichkeit sichergestellt werden.
2 Duden Online
Vgl. URL:
http://www.duden.de/suche/index.php?suchwort=stra%DFenname&suchbereich=mixed
#inhalte (18.01.2011)
3 Vgl. Koß, Gerhard. Namensforschung. Eine Einführung in die Onomastik. 3., aktualisierte Aufl.
Tübingen: Niemeyer 2002. S. 151
4 Vgl. Koß, Gerhard. Namensforschung. Eine Einführung in die Onomastik. 3., aktualisierte Aufl.
Tübingen: Niemeyer 2002. S. 147
5 Vgl. Brendler, Andrea; Brendler, Silvio; Hellfritzsch, Volkmar. Namenarten und ihre
Erforschung. Ein Lehrbuch für das Studium der Onomastik, anlässlich des 70. Geburtstages von
Karlheinz Hengst. Hamburg: Baar 2004. S. 495
5
2.2 Rechtschreibungen der Straßennamen
Mit der Rechtschreibung der Straßennamen beschäftigte man sich ab dem Anfang des 20. Jh.. Es wurden Versuche unternommen die Rechtschreibung der Straßennamen einheitlich zu regeln. Als erstes wurde 1910 die einheitliche Rechtschreibung der zusammengesetzten Ortsnamen eingeführt. Das Königreich Preußen diente dabei als voranschreitendes Vorbild. Erst Ende des Jahres erreichte diese Regelung auch Freiburg. Davor wurden Straßennamen mit der Ortsbezeichnung zusammen geschrieben. Als Beispiele sind hier zu nennen: „Adelhauserstrasse“, „Baslerstrasse“, „Gundelfingerstrasse“, „Emmendinger- strasse“, usw.Nach der neuen Rechtschreibung wurden diese dann Groß und auseinander geschrieben, ohne einen Bindestrich (Gundelfinger Strasse). Diese einheitliche Rechtschreibung der Ortsnamen bei Straßenbezeichnungen konnte sich bis heute durchsetzten. Auch ging man dabei über Straßennamen die aus drei Namen, oder einfachen Wörtern bestanden, z.B. „Maria-Theresiastrasse“, „Karl Günterstrasse“, „de Weerthstrasse“, mit Bindestrichen zu trennen und auch Groß zu schreiben (De-Weerth-Strasse). Auch diese Rechtschreibung der Straßennamen existiert noch und gilt bis heute. 6
Selbst die Nationalsozialisten setzten sich mit der einheitlichen Rechtschreibung der Straßennamen auseinander. So erschien 1934 ein Artikel im „Alemanne“ 7 , der sich mit der Rechtschreibung der Straßennamen beschäftigte. Außer den ersten zwei Regeln, die bereits dargestellt wurden werden noch drei weitere erwähnt, welche bis heute ihre Gültigkeit haben. Setzt sich der Straßennamen aus dem Grundwort Straße, Gasse, Weg, Platz, Ring, Markt, usw. und mit einem Substantiv, oder Personennamen zusammen, so werden diese zusammen geschrieben. (Hauptstraße). Steht vor der Bezeichnung Straße ein Adjektiv, so werden beide getrennt, ohne Bindestrich und Groß geschrieben. (Lange Straße, Alter Markt, Breiter Weg). Des Weiteren werden alle Straßennamen bestehend aus einem Grundwort, Verhältniswort und Eigenschaftswort auseinander, ohne Bindestrich und Groß geschrieben. (Beim Steinernen Kreuz, Am Langen Weg).
6 Vgl. Stadtarchiv Freiburg. C4 XII/29/1. Straßen, Wege und Plätze (Allgemeines,
Bebauungspläne, Festsetzung der Straßen und Baufluchten…)
7 Vgl. Alemanne. Nr. 246. 6. September 1934
6
2.3 Straßennamen im Mittelalter in Freiburg
Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt wurde, entstanden Straßennamen ab dem Mittelalter in Deutschland. Dies hängt unmittelbar mit der Gründung von Städten zusammen. Im Spätmittelalter kam es zu einem Überangebot der landwirtschaftlichen Produkte und einem großen Mangel an Arbeitskräften in den Städten. Die Auslöser waren Pestwellen die über Europa hereinbrachen und die Bevölkerung in den neu gegründeten Städten dahinrafften. Die Landflucht war die Folge dieser Ereignisse. Auch der Slogan „Stadtluft macht frei“ begünstigte den unaufhaltsamen Aufstieg der Städte. Leibeigene die sich ein Jahr und ein Tag in einer Stadt aufhielten, wurden von ihren Diensten gegenüber ihrer Dienstherren befreiet. Die Bevölkerungszahlen nahmen in den Städten drastisch zu, neue Häuser, Kanalisation, Wasserversorgung und auch neue Straßen mussten gebaut werden. Um sich in einer immer größeren Stadt orientieren zu können, fingen die Menschen an, den Gassen in ihrer Stadt Namen zu geben. Der Begriff „Straße“ taucht erst später im 18. Jh. auf. Bei der Vergabe von Straßennamen im Mittelalter spielt die Topologie eine wichtige Rolle. Die Menschen orientierten sich dabei an Handwerkszünften (Gerbergasse, Schustergasse), Bevölkerungsgruppen, (Judengasse, Hugenottengasse), Gebäuden (Klostergasse), oder der jeweiligen Funktion (Wassergasse) der damaligen Straße.
Ähnliche Verhältnisse lassen sich auch in Freiburg nachweisen. Noch heute gibt es in Freiburg Straßennamen wie Münzgasse, Augustinergasse, oder die Salzstraße, die an die Zeit des Mittelalters erinnern. Zu Beginn des 12. Jh. wird Freiburg, von Konrad von Zähringen das Marktrecht verliehen. Der Markt und die neue Stadt, werden in der Nähe von wichtigen Handelswegen errichtet. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Siedlung in der Nähe der heutigen Salzstraße und Kaiser- Joseph- Straße errichtet worden. Die Verleihung des Marktrechts an Freiburg, gilt auch bis heute, als das offizielle Gründungsdatum. Jedoch wird Freiburg Urkundlich bereits viel früher erwähnt. Die heutigen Stadtteile Wiehre, Herdern und Zähringen werden in der Wildbann Urkunde Heinrich II aus dem Jahr 1008 namentlich erwähnt. Gestützt auf die Wildbann Urkunde, konnten die genannten Stadtteile, im Jahr 2008 ihr tausendjähriges Bestehen feiern. Auch in den so genannten Marbacher Annalen, einer mittelalterlichen Chronik aus dem 12.
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Haris Imamovic, 2011, Straßennamen im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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