haben kann. Descartes zeigt damit zumindest, dass es theoretisch möglich ist, dass Seele und Körper unabhängig von einander existieren und sie somit unterschied-lichen Seiensbereichen angehören können. Auf Basis dieses Arguments allein ist es aber nicht vernünftig an einem dualistischen Menschenbild festzuhalten. Denn nur weil man sich vorstellen kann, dass Körper und Seele von einander getrennt werden können, heißt dass noch nicht, dass das in Wirklichkeit auch der Fall ist. Beispielsweise könnte man sich Materie als immer weiter teilbar vorstellen. Dennoch scheint die Physik zu zeigen, dass es Elementarteilchen gibt, die nicht mehr teilbar sind und aus denen alle Gegenstände zusammengesetzt sind. Aus Vorstellung allein, lässt sich noch nicht auf wirkliches Sein schließen. Ein weiteres Argument Descartes stammt aus der von ihm vorgenommenen Abgrenzung des Menschen von der Tierwelt. Der Körper ist für ihn eine mechanistische Maschine, 5 die man nachbauen könnte, würde man über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen. Einen solchen Körper teilen sich sowohl Mensch als auch Tier. Dennoch sieht Descartes große Unterschiede in den Fähigkeiten von Menschen und Tieren. Während selbst Taubstumme Menschen ein Zeichensystem entwickeln können, mit dem es ihnen möglich ist sinnvoll zu kommunizieren und selbst Verrückte sich verständlich machen können, bleiben Tieren solche Möglichkeiten verwehrt. Sie verfügen zwar über die entsprechenden Organe, sind aber dennoch nicht fähig, Sprache und Vernunft zu gebrauchen. Daher muss es einen nichtkörperlichen Unterschied zwischen Tieren und Menschen geben. Dieser ist die Seele, über die nur Menschen verfügen. 6 Moderne Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass z.B. Graupapageien und Schimpansen über linguistische Fähigkeiten verfügen, wenn auch im deutlich geringerem Maße als Menschen. 7 Außerdem ist es kaum möglich, die Nichtexistenz von Intelligenz bei Tieren zu beweisen. Immerhin könnten intellektuelle Fähigkeiten in Zusammenhängen auftauchen, die man bisher immer außer acht gelassen hat. Folglich muss Descartes' Schlussfolgerung als sehr zweifelhaft gelten. Es treten noch weitere Probleme für Descartes auf. Eines der interessantesten, mit dem aber auch jede anderen dualistischen Sicht umgehen
5 Vgl. Descartes, Discours de la méthode, 91 und 93.
6 Vgl. Ibid. 93-97.
7 Vgl. Allen 2006, Kap. 4.1.
2
Arbeit zitieren:
Jan Hoppe, 2009, Descartes' Leib-Seele-Dualismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Philosophie - Philosophie der Neuzeit (ca. 1350 - 1600): neuer Titel erschienen: Descartes' Leib-Seele-Dualismus
Jan Hoppe hat einen neuen Text hochgeladen
Die Erkenntnis des Menschenwesens nach Leib, Seele und Geist
Über frühe Erdzustände. Zehn V...
Rudolf Steiner
Das Leib-Seele-Problem in der Phänomenologie
Cathrin Nielsen, Michael Steinmann, Frank Töpfer
Die Bibel-Diät für Leib & Seele
Gesund fasten und abnehmen mit...
Franziskus von Ritter-Groenesteyn
0 Kommentare