

und Grenzen durchzusetzen. Außerdem stellen sie angepasste Erwartungen an ihre Kinder. Und gerade bei Jugendlichen erlauben sie in angemessener Weise eigene Meinungen zu bilden. 2 Warum funktioniert dieser Erziehungsstil besser als beispielsweise der autoritäre? Weil, so Steinberg, er eher einen emotionalen Kontext als einen Katalog an Praktiken beschreibt. Nicht unbedingt das was Eltern tun, sondern das Klima in dem sie es tun ist entscheidend. Dazu nennt Steinberg drei Dinge die den Erfolg von autoritativer Erziehung ausmachen: 1. Durch enge und persönliche Beziehung und Fürsorge zu den Kindern werden diese empfänglich für den Einfluss der Eltern. 2. Durch die Verknüpfung von Unterstützung mit struktureller Lenkung entwickelt das Kind selbst-regulierende Fähigkeiten und Verantwortung. 3. Außerdem fördert der rege sprachliche Austausch in autoritativen Familien soziale und kognitive Kompetenzen. Gerade die Verbindung von autoritativen Elementen mit dem warmen emotionalen Kontext macht den Unterschied, und auch den Erfolg, zu anderen Stilen aus. 3 Aber Eltern sind nicht die einzigen, die Einfluss auf ihre Kinder nehmen. Gerade Gleichaltrige und Freunde können die Erziehung entweder fördern oder unterminieren. So zitiert Steinberg eine Studie, nach der Kinder afro-amerikanischer Eltern trotz deren autoritativen Stils, keine signifikant besseren Schulleistungen erbringen. Das liegt, so Steinbergs Erklärung, an den Gleichaltrigen des gleichen ethnokulturellen Hintergrunds, die stark negativ zu akademischen Leistungen eingestellt sind. Andererseits konnte aber auch beobachtet werden, dass Freundschaften zwischen Kinder aus autoritativen Elternhäusern sich gegenseitig in den positiven Effekten verstärken. 4 Diese Synergie können Eltern nutzen, indem sie bestimmte Freundschaften unterstützen.
Steinbergs Ansatz ist mutig und bestimmt. Gerade dadurch bekommt man Antworten, wo man sonst eher ein schwammiges und wenig überzeugendes Hin und Her erwartet. Gerade auch seine Ausgewogenheit und seine mitfühlende Haltung sprechen für ihn. Kritisch se-
2 Vgl. ibid., 7-‐8.
3 Vgl. ibid., 9-‐10
4 Vgl. ibid., 14.
Arbeit zitieren:
Jan Hoppe, 2011, Autoritative Erziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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