der Oktavenklang wirklich ist.
Die Wirkursache ist „das Bewegende“ oder „der erste Anstoß“. In Aristoteles' Beispielen sind unter anderem der zeugende Vater Ursache des Kindes und, allgemeiner, das „Bewirkende“ Ursache „dessen, was bewirkt wird“. 6 Alles sind Ursprünge der Veränderung und geben an, womit oder wodurch etwas ausgelöst wurde.
Als letztes bleibt noch die Zweckursache zu besprechen. Diese auf Menschen anzuwenden ist kein Problem. 7 Denn Menschen tun Dinge meist mit einem „Wofür?“ im Hinterkopf (oder auch bewusst mit einem Ziel). Sie gehen spazieren um ihre Gesundheit zu erhalten. 8 Wesentlich komplexere Begründungen muss man heranziehen, wenn man Zweckursachen auf unbelebte Dinge anwenden will. 9
Nach Hügli und Lübcke kann man alle Ursachen in dem Bau eines Hauses finden. Wirkursache sei die Leistung der Arbeiter. Die Baumaterialien die Stoffursache. Die Charakteristik des Hauses als Haus die Formursache und der Wunsch des Bauenden nach einem eigenen Haus die Zweckursache. 10 Wie in der bisherigen Erklärung deutlich geworden ist, sind einige der Ursachen nicht gerade einleuchtend. Craemer-Ruegenberg diskutiert daher die genaue Rolle von Form- und Zweckursache in der Erklärung von Gegenständen und ähnlichem. Die Formursache lässt sich nach ihr im künstlerischem Bereich mit der Idee des Künstlers von seinem noch zu schaffendem Kunstwerk vergleichen. Die Idee (die Form einer Statue, dass was eine Statue ausmacht) wird den Künstler (in diesem Fall den Bildhauer) bei bei der Bearbeitung des Kunstwerks leiten. Die Formursache ist damit etwas wie das Gestaltungsmuster eines formgebenden Prozesses. 11 Am ehesten ist das noch auf organische Prozesse zu übertragen. Heranwachsende Tiere und Pflanzen steuern auf eine bestimmte Endgestalt zu. Aber da der Künstler fehlt muss das Gestaltungsmuster mit der Wirkursache zusammenfallen. 12 Aber nicht nur Form- und Wirkursache übernehmen sehr ähnliche Aufgaben bei der
6 Vgl. ibid., 194b29-32.
7 Vgl. Craemer-Ruegenberg 1980, 44.
8 Vgl. Aristoteles 1987, 194b32-35.
9 Vgl. Craemer-Ruegenberg 1980, 44.
10 Vgl. Hügli & Lübcke 2005. 58.
11 Vgl. Craemer-Ruegenberg 1980, 46.
12 Vgl. ibid., 47.
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Arbeit zitieren:
Jan Hoppe, 2009, Aristoteles' Ursachenlehre, München, GRIN Verlag GmbH
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