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Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung im europäischen Ländervergleich und daraus resultierende Möglichkeiten zur Erzielung internationaler Steuerarbitrage

Title: Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung im europäischen Ländervergleich und daraus resultierende Möglichkeiten zur Erzielung internationaler Steuerarbitrage

Diploma Thesis , 2010 , 176 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Philipp Adam (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Die Europäische Union ist trotz der angestoßenen Harmonisierungs-bestrebungen des Steuerrechts noch weit von einer binnenmarktgerechten Besteuerung entfernt. So existiert im Status quo ein Spannungsverhältnis zw. der zunehmenden Internationalisierung unternehmerischer Wirtschaftstätigkeit und der durch das völkerrechtliche Souveränitätsprinzip gestützten Gestaltungsfreiheit innerstaatlicher Steuergesetzgebungen: „Business goes global, taxes stay local“. Diese Diskrepanz hat sowohl auf der Ebene multinational tätiger Unternehmen als auch auf der Staatenebene verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten und demnach einen Handlungsbedarf zur Folge.

Vorstehendes hat für multinationale Unternehmen dazu geführt, dass sich die internationale Unternehmens- und damit auch Steuerplanung zu einem wichtigen Aspekt und zur gängigen Praxis entwickelt hat. Dementsprechend versucht jedes steuerpflichtige Unternehmen mittels einer „aggressiven Steuerplanung“, seinen relativen Steuerbarwert zu minimieren oder seine KSQ zu optimieren und damit letztendlich die Bezahlung von „Dummensteuern“ zu vermeiden. Hierzu stehen dem Steuerpflichtigen bzw. Steuerplaner eine Vielzahl legaler Möglichkeiten zur Verfügung, mit Hilfe derer er die Struktur seiner Geschäftstätigkeiten i. S. einer möglichst geringen Steuerlast gestalten kann. Dazu zählt insbes. die künstliche Verlagerung von Buchgewinnen in Niedrigsteuerländer, mit der das internationale Steuersatzgefälle zwischen den Staaten ausgenutzt werden kann. Ein bedeutendes Instrument, diese gewünschte Verschiebung zur Nutzung der internationalen Steuerarbitrage herbeizuführen, ist die Abschöpfung der Gewinne aus Hochsteuergebietskörperschaften mittels alternativer, steuersensitiver Finanzierungsentscheidungen. Die Mutmaßung, dass multinational agierende Unternehmen von diesem Kunstgriff, ihre Kapitalstruktur nach den jeweiligen, diversen Steuersystemen auszurichten, tatsächlich Gebrauch nehmen, konnte in der jüngeren Vergangenheit auch empirisch belegt werden. Es darf allerdings nicht darüber hinweggesehen werden, dass steuerlich motivierte Überlegungen i. d. R. nur eine vieler Determinanten bei der Bestimmung der Kapitalstruktur sind und unter diesen nicht generell der dominierende Bezugspunkt sein müssen...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.1.1 Situationsanalyse auf Ebene multinational tätiger Unternehmen

1.1.2 Situationsanalyse auf Ebene der europäischen Staaten

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

1.2.1 Untersuchungsziel

1.2.2 Gang der Untersuchung

2 Grundlagen der Untersuchung

2.1 Definition und Abgrenzung elementarer Begriffe

2.1.1 Gesellschafter-Fremdfinanzierung vs. Unterkapitalisierung

2.1.2 Aggressive Steuerplanung vs. Steuerhinterziehung

2.1.3 Der homo oeconomicus neoclassicus als Untersuchungsprämisse

2.2 Steuerliche Attraktivität der Unterkapitalisierung

2.2.1 Finanzierungsfreiheit

2.2.2 Fehlende Finanzierungsneutralität

2.2.3 Internationales Steuersatzgefälle

2.2.4 Niedrigsteuerland vs. Steueroase

3 Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung in den EU-Mitgliedstaaten

3.1 Hintergrund und geschichtliche Entwicklung

3.2 Überblick der gegenwärtigen Regelungen

3.2.1 EU-Mitgliedstaaten ohne Unterkapitalisierungsvorschriften

3.2.2 EU-Mitgliedstaaten mit allgemeinen steuerlichen Unterkapitalisierungsregeln

3.2.2.1 Irland

3.2.2.2 Luxemburg

3.2.2.3 Österreich

3.2.3 EU-Mitgliedstaaten mit spezialgesetzlichen steuerlichen Unterkapitalisierungsregeln

3.3 Systematisierung der spezialgesetzl. Unterkapitalisierungsregeln

3.3.1 Tatbestandskonzepte

3.3.1.1 Verschuldungsgrad

3.3.1.1.1 Die Niederlande als Vertreter des globalen Verschuldungsgrads

3.3.1.1.2 Polen als Vertreter des einheitlich-individuellen Verschuldungsgrads

3.3.1.1.3 Portugal als Vertreter des individuellen Verschuldungsgrads

3.3.1.2 Ergebnisgrenze

3.3.1.2.1 Bulgarien

3.3.1.2.2 Dänemark

3.3.1.2.3 Deutschland

3.3.1.2.4 Frankreich

3.3.1.2.5 Italien

3.3.1.3 Aktivagrenze

3.3.1.3.1 Einfache Aktivagrenze

3.3.1.3.2 Differenzierte Aktivagrenze

3.3.1.3.3 Die Sonderform der Standardverzinsung des Aktivvermögens am Bsp. Dänemark

3.3.1.4 Verrechnungspreise

3.3.2 Rechtsfolgenkonzepte

4 Internationale Steuerarbitrage

4.1 Begriffsdefinition

4.2 Faktorenanalyse innerhalb der EU

4.2.1 Höhe der kombinierten Ertragsteuersätze

4.2.1.1 Fallgestaltung 1: Deutsche Muttergesellschaft mit zyprischer Tochtergesellschaft

4.2.1.2 Fallgestaltung 2: Zyprische Muttergesellschaft mit deutscher Tochtergesellschaft (unschädliche Fremdfinanzierung)

4.2.2 Freiheitsgrade der Unterkapitalisierungsregeln

4.2.2.1 Sachlicher Anwendungsbereich

4.2.2.1.1 Verschuldungsgrad

4.2.2.1.2 Ergebnisgrenze

4.2.2.2 Persönlicher Anwendungsbereich

4.2.3 Vermeidung potentieller Doppelbesteuerung

4.2.3.1.1 Fallgestaltung 3: Deutsche Muttergesellschaft mit britischer Tochtergesellschaft

4.2.3.1.2 Fallgestaltung 4: Zyprische Muttergesellschaft mit deutscher Tochtergesellschaft (schädliche Fremdfinanzierung)

4.2.4 Rechtsunsicherheit durch dynamische Gesetzgebungsprozesse

4.3 Zusammenführung der Einzelfaktoren

4.4 Der Steuerstandort Deutschland

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung innerhalb der EU-Mitgliedstaaten und deren Auswirkungen auf die Möglichkeiten zur Erzielung internationaler Steuerarbitrage. Dabei wird analysiert, wie multinationale Unternehmen durch die Ausnutzung divergierender Steuersysteme und Kapitalstrukturen ihre Steuerlast optimieren können.

  • Analyse des Spannungsverhältnisses zwischen nationalem Steuerrecht und internationaler Unternehmenstätigkeit.
  • Systematisierung und Vergleich der nationalen Unterkapitalisierungsvorschriften in den EU-Staaten.
  • Untersuchung der Anreizstrukturen für aggressive Steuerplanung und internationale Steuerarbitrage.
  • Bewertung der Standortattraktivität Deutschlands im Kontext der europäischen Steuergesetzgebung.
  • Diskussion der Auswirkungen auf die Rechtsunsicherheit und potenzielle Doppelbesteuerungsrisiken für Konzerne.

Auszug aus dem Buch

3.3.1.1 Verschuldungsgrad

Mit dem Tatbestandskonzept des Verschuldungsgrads V legt der jeweilige Gesetzgeber ein zulässiges Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital (debt-to-equity-ratio) fest.306 Wird diese Nichtbeanstandungsgrenze307 überschritten, greift im Grundsatz der Anwendungsbereich der Zinsabzugsbeschränkung.308

Synonym zum Verschuldungsgrad werden, teilweise auch in der deutschsprachigen Fachliteratur, die englischen Begriffe des safe haven309 bzw. des safe harbour310 verwendet. Diese Bezeichnungen stellen jedoch i. e. S. eine Sonderfallgestaltung der Verschuldungsgradkonzeption dar und sollen aussagen, dass das steuerpflichtige Unternehmen im Falle einer Überschreitung der zulässigen Relation von Fremd- zu Eigenkapital nicht zwangsläufig in den Anwendungsbereich der Zinsabzugsbeschränkung fällt. Umgangen werden kann die Verwehrung des Zinsabzugs, insofern der safe haven eine tatsächliche Nichtbeanstandungsgrenze darstellt, durch den Nachweis der Fremdüblichkeit.311 In der vorliegenden Arbeit sollen die Begriffe des Verschuldungsgrads und des safe haven (safe harbour) deckungsgleich verwendet werden, auch wenn nicht zwingend jedes Modell des Verschuldungsgrads als safe haven ausgestaltet ist.312

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der internationalen Steuerplanung ein und erläutert die Beweggründe multinationaler Unternehmen sowie das Spannungsfeld zu den europäischen Staaten.

2 Grundlagen der Untersuchung: Hier werden die zentralen steuerlichen Fachbegriffe definiert und die Anreizwirkungen der Unterkapitalisierung im Rahmen der Kapitalstrukturentscheidungen theoretisch fundiert.

3 Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung in den EU-Mitgliedstaaten: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und systematisiert die verschiedenen nationalen Regelungskonzepte, unterteilt in Verschuldungsgrade, Ergebnisgrenzen, Aktivagrenzen und Verrechnungspreisregeln.

4 Internationale Steuerarbitrage: Hier werden die Faktoren für Steuerarbitrage innerhalb der EU detailliert analysiert und konkrete Fallgestaltungen zur Vorteilhaftigkeit oder zu Risiken der Fremdfinanzierung untersucht.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung europäischer Steuerregelungen im Kontext des Staatenwettbewerbs.

Schlüsselwörter

Gesellschafter-Fremdfinanzierung, Unterkapitalisierung, internationale Steuerarbitrage, Zinsschranke, EU-Steuerrecht, Steuerwettbewerb, Kapitalstruktur, Unternehmensbesteuerung, Steuerplanung, Doppelbesteuerung, Verschuldungsgrad, Ergebnisgrenze, Aktivagrenze, Gewinnverlagerung, Standortattraktivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit den verschiedenen nationalen Regelungen der EU-Mitgliedstaaten zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung und den daraus resultierenden Möglichkeiten für internationale Steuerarbitrage.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Analyse von Unterkapitalisierungsvorschriften (wie Zinsschranken), der Steuerwettbewerb zwischen den EU-Staaten, die Auswirkungen auf die Kapitalstruktur von Konzernen und die damit verbundene internationale Steuerplanung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine systematische Dar- und Gegenüberstellung der Entwicklung und der aktuellen Anwendung von Unterkapitalisierungsregeln in den 27 EU-Staaten, um Handlungsempfehlungen für die steueroptimale Kapitalstruktur von Unternehmen abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Regelungsanalyse der verschiedenen EU-Steuergesetzgebungen sowie einer vergleichenden Faktorenanalyse unter Einbeziehung ökonomischer Kennzahlen und Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Systematisierung der spezialgesetzlichen Unterkapitalisierungsregeln (Tatbestandskonzepte und Rechtsfolgen) sowie eine anschließende Faktorenanalyse zur internationalen Steuerarbitrage, illustriert durch verschiedene Fallkonstellationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gesellschafter-Fremdfinanzierung, Unterkapitalisierung, internationale Steuerarbitrage, Zinsschranke, Unternehmensbesteuerung und Kapitalstruktur.

Wie wirkt sich die deutsche Zinsschranke auf die Steuerlast aus?

Die deutsche Zinsschranke beschränkt den Zinsabzug auf 30 % des steuerlichen EBITDA, was bei Überschreitung zu einer Nichtabzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen führt und damit die effektive Steuerbelastung des Unternehmens signifikant erhöhen kann.

Wie beurteilt der Autor die Gefahr der Doppelbesteuerung in der EU?

Die Arbeit identifiziert eine erhebliche Gefahr der Doppelbesteuerung in einer Vielzahl zwischenstaatlicher Relationen, die aus unkoordinierten nationalen Auslegungen der Zinsqualifikation resultiert, was die Nutzung von Fremdfinanzierung in vielen Fällen riskant macht.

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Details

Title
Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung im europäischen Ländervergleich und daraus resultierende Möglichkeiten zur Erzielung internationaler Steuerarbitrage
College
University of Freiburg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre)
Grade
1,7
Author
Philipp Adam (Author)
Publication Year
2010
Pages
176
Catalog Number
V176248
ISBN (eBook)
9783640973736
ISBN (Book)
9783640973255
Language
German
Tags
Europa Europäische Union Steuerharmonisierung Zinsschranke Gesellschafter-Fremdfinanzierung Steuerarbitrage Internationale Steuerarbitrage Souveränitätsprinzip Steuergesetzgebung Dummensteuern Multinationale Unternehmen MNU Kapitalstruktur Fremdfinanzierung Steuerberatung Steueroptimierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Adam (Author), 2010, Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung im europäischen Ländervergleich und daraus resultierende Möglichkeiten zur Erzielung internationaler Steuerarbitrage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176248
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