Hannah Arendt - Totalitäre Organisation
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Außenwelt 4
3. Sympathisierende 5
4. Partei 6
5. Elitegruppen 7
6. Führer und engste Umgebung 8
7. Unterschiede zu autoritärer Organisation 9
8. Fazit 10
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Hannah Arendt - Totalitäre Organisation
1. Einleitung
Die Geschehnisse und Fiktionen aus der Zeit des Dritten Reiches und der Sowjetunion waren mit ihren Auswirkungen bis heute Gegenstand vieler Untersuchungen. Auch wie es dazu kommen konnte ist eine oft gestellte Frage, der sowohl psychologisch wie soziologisch nachgegangen wurde. In ‚Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft’ geht Hannah Arendt dieser Frage nach, wie ein solches Regime und eine solche Volksbewegung zustande kommen können. Dabei geht sie weniger den Mythen, Ideologien und Fiktionen dieser Zeit nach, als dem Aufbau der Machtstrukturen und den ihr innewohnenden Zwecken. Denn schnell stellt sich heraus, dass die Ideologie einer solchen Bewegung höchstens eine sekundäre Rolle spielt. Das eigentlich wichtige ist in der Organisation selbst versteckt, das und was ihr Zweck schließlich ist, versucht Hannah Arendt menschlich wie sozial nachvollziehbar darzulegen. Wenn man eine Organisation betrachtet, muss sie zunächst einmal eine Aufgabe haben, um gegründet zu werden. Die grundlegende Aufgabe totalitärer Organisation sieht Hannah Arendt darin „...die zentrale ideologische Fiktion ..., um die das Lügengespinst der Propaganda jeweils neu gewoben wird, in die Wirklichkeit umzusetzen und in der noch nicht totalitären Welt Menschen so zu organisieren, daß sie sich nach den Gesetzen dieser fiktiven Wirklichkeit bewegen“ (S. 538; Die folgenden Verweise auf Seitenzahlen beziehen sich auf Hannah Arendt, 2006). Es geht also darum, eine möglicherweise wechselnde, auf jeden Fall von ihrem Wahrheitsgehalt unabhängige und verschieden ausgeprägte Fiktion wahr zu machen. Wie sich das Instrument, diese Organisation zu Umsetzung nun zusammensetzt, soll hier kurz und deshalb vereinfacht aufgeteilt werden (Fig.1). In der Mitte stehen die Einteilungen, links davon was von oben nach unten geleistet wird, rechts davon was von unten der jeweils höheren Gruppe entgegengebracht wird. (Fig.1)
Diese Gruppierungen und ihre Dynamiken werden in den weiteren Kapiteln beschrieben, um schließlich einen Überblick über die Gesamtdynamik zu geben.
2. Außenwelt
Das Verhältnis von totalitärer Bewegung zur nicht totalitären Außenwelt ist gekennzeichnet von einer Grenze, die ein klares Drinnen und Draußen schafft. Am einfachsten ist sie aus sicht der totalitären Bewegung wohl mit einem „wer nicht für mich ist, ist wider mich“(S. 563) zu beschreiben. Dadurch wird für die totalitäre Bewegung die Vielfalt und Komplexität der Gesellschaft ausgeblendet, die vielen Enttäuschten oder Überforderten unter den Bürgern sowieso zuviel ist. Da Hannah Arendt in ihrer Analyse viel vom Menschen mit seinen Neigungen ausgeht, nimmt sie natürlich die Lebensbedingungen der Menschen damals in ihre Analyse auf. Im Vordergrund steht dabei die Armut und Angst der Menschen in einem durch den Versailler Vertrag unselbständigen Land, weniger Antisemitismus oder andere Inhalte der späteren Pro-paganda. Auf den Antisemitismus in diesem Zusammenhang und auch schon in seiner Entstehung geht Hannah Arendt im Buch über totalitäre Herrschaft in einem eigenen Kapitel ein, wobei sie hervorhebt, dass es irgendeine andere Gruppe auch hätte treffen können.
Die Außenwelt stellt sich für die totalitäre Bewegung größtenteils aus Kommunisten, Kapitalisten und Intellektuellen dar. Warum der Kommunismus als ebenfalls totalitär ausgerichtetes System zum Feindbild wurde, darauf gehe ich zum Ende hin ein, wenn einige andere Motive vorgearbeitet sind.
Wenn man davon ausgeht, dass die Bewegung hauptsächlich aus Menschen be-stand, die unter der Armut und Unklarheit über die Vorgänge in der Krise der Weimarer Republik litten, ist verständlich, dass sie auf diejenigen um sie herum, die wohlhabend und erfolgreich waren, wütend waren. Davor, sich mit ihnen, ihrer Komplexität und der vielschichtigen Gesellschaft auseinandersetzen zu müssen, schützte eine einfache Zusammenfassung, die in ein für oder wider die Bewegung teilt. Damit müssen sich Mitglieder der Bewegung nicht mehr groß damit befassen, was die anderen sind, sondern können dazu übergehen sich ihnen gegenüber zu verhalten, 4 Hannah Arendt - Totalitäre Organisation
Arbeit zitieren:
Wanja von der Felsen, 2007, Hannah Arendt - Totalitäre Organisation, München, GRIN Verlag GmbH
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