Inhalt
Die Macht der bewegten Bilder 3
Definitionen. 4
Das Phasenmodell 5
Die Vision 5
Die Vorreiter von Plasma- und LCD- TV (Die technische Umsetzung) 6
Die technische Erprobung 7
Der Aufstieg der Flimmerkiste 9
Das Wohnzimmer. 10
Zeitmanagement 11
Die soziale Komponente. 12
Prestige und Design. 13
Ausblick in die Zukunft 15
Literatur. 17
Internetquellen: 17
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Die Macht der bewegten Bilder
„Mein Eindruck ist, übertriebener Fernsehkonsum drängt vielfach den unmittelbaren Umgang der Menschen miteinander zurück. Wir alle haben selbst miterlebt, wie sehr dieses Medium unser Leben verändert hat - das politische Leben, das Leben jedes einzelnen, das Leben von Familien.“
1978 ging Altbundeskanzler Helmut Schmidt mit diesen Worten an die Öffentlichkeit. Mit seinem „Plädoyer für einen fernsehfreien Tag“ warb er um einen gemäßigten TV-Konsum. Man bedenke nochmals das Jahr dieser Ansprache: 1978! Seit gerade mal 24 Jahren gab es in Deutschland wieder Fernsehen. Nicht einmal ein viertel Jahrhundert hat es gedauert, bis ein Kanzler vor diesem Medium an sich warnt. Und genau dieser Umstand macht diese Sache so interessant. Dass ein führender Politiker oder Adliger vor Teilen eines Mediums warnt oder sie sogar verbietet, ist weit verbreitet in der Geschichte. Man denke nur an die Bücherverbrennungen der Nazis, die Skepsis gegenüber der freien Presse seitens der Staatenführer, die Angst vor Piratensendern durch die Britische Krone 1 .
Aber dass vor einem kompletten Medium gewarnt wurde, ist wahrlich selten und das, obwohl Schmidt offensichtlich sehr wohl klar war, worum es sich beim Fernsehen handelt:
„Das Fernsehen ist ein sehr attraktives und bestimmendes. Medium. Das Gerät steht im Wohnzimmer, und es genügt ein Knopfdruck, um es einzuschalten. Es ist schwer, sich dieser Anziehungskraft zu entziehen und einen Schritt zu anderen Formen der Kommunikation zu machen.“ 2
Worum es Schmidt aber vor allem ging, war die lange tägliche Sehdauer, welche werktags über zwei Stunden lag und am Wochenende sogar bei über drei Stunden 3 .
1978 sprach man gerne von sogenannten „Vielsehern“, also Menschen, die mehr als 3h/d fernsahen 4 .
Da stellen sich die Fragen, wie es dazu gekommen ist und wie sich die Situation heute 5 und in Zukunft darstellt, kurz: Wie hat das Fernsehen den
1 Vgl. Piratensender, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Piratensender#Gro.C3.9Fbritannien (Stand: 25.03.10)
2 Schmidt, Helmut, Plädoyer für einen fernsehfreien Tag“, in: DIE ZEIT, 26.05.1978 Nr. 22.
3 Ebenda, Kapitel 2: Das Fernsehen tritt an die Stelle einer unmittelbaren Kommunikation
4 Buß, Michael, Die Vielseher. fernseh-‐Zuschauerforschung in Deutschland. Theorie - Praxis - Ergebnisse, Schriftenreihe Media Perspektiven, Berg, Klaus, Kiefer, Marie-‐Luise (Hrsg.), Frankfurt am Main 1985, S. 111.
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Alltag der Menschen verändert? Das sind die Fragen, welche diese Arbeit zu beantworten versucht.
Im Vordergrund steht dabei die Frage nach der Veränderung des Alltags, um das aufzeigen zu können, ist es aber nötig, zuvor die Geschichte des Fernsehens kurz darzulegen. Die Arbeit ist daher so gegliedert, dass zu Beginn grundlegende Begriffe definiert werden. Im Anschluss wird kurz die frühe Geschichte des Fernsehens erläutert, frühe Geschichte meint hier die Zeit vor der Wiederaufnahme des Sendebetriebs nach dem zweiten Weltkrieg. Bis hierhin dient der Text der Einleitung, Grundlagenvermittlung und historischen Einbettung. Darauf folgend gilt es einen Eindruck davon zu vermitteln, wie das Fernsehen die deutsche Nachkriegszeit beeinflusst hat, was konkret Sachen meint wie Sendervielfalt, Teilnehmerzahlen, Einschaltquoten, Sehdauer und Verweildauer 6 , technische Neuerungen, Fernsehkultur und Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuen.
Abschließen wird die Arbeit mit einem kurzen Fazit zur aktuellen Situation und dem Versuch, eine mögliche zukünftige Entwicklung zu skizzieren.
Definitionen
Der Versuch „Fernsehen“ zu definieren endet in einer kaum überschaubaren Anzahl von Definitionen, die zwar alle in etwa dasselbe meinen, sich aber immer in irgendeinem Punkt unterscheiden. Hier einmal zwei der gängigen Definitionsversuche.
„Fernsehen (TV) ist Bewegtbildübertragung mit Ton von einem Sender zu vielen Empfängern, also Broadcast. Die Übertragung ist unidirektional und hat keinen Rückkanal, zumindest nicht beim analogen Fernsehen.“ 7
„Als Fernsehen (auch kurz "TV", vom griechisch-lateinischen Kunstwort Television) bezeichnet man zunächst ein Massenmedium, das zentral konzipierte und produzierte audiovisuelle Sendungen unidirektional und synchron an ein disperses Massenpublikum vermittelt.“ 8
5 Man bedenke, dass 1978 noch kein Privatfernsehen existierte und die Sender noch nicht 24h/d auf Sendung waren.
6 Es ist ein Unterschied ob jemand vor dem Fernseher verweilt oder aktiv zusieht, zum „verweilen“ zählt auch das einfach „laufenlassen“ des Geräts während man selbst etwas anderes tut.
7 TV, in: ITWissen. Das große Online-‐Lexikon für Informationstechnologie, unter: http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Fernsehen-‐TV-‐television.html (Stand: 1.3.10)
8 Fernsehen, in: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehen (Stand: 1.3.10) 4
Diese beiden eher technischen Definitionen sollen nur exemplarisch für eine Vielzahl anderer Definitionen stehen, für diese Arbeit ist es aber nötig „Fernsehen“ viel weiter zu fassen. Es ist daher dienlich, sich an Raymond Williams zu halten. Er definiert Fernsehen als „technology and cultural form“ 9 , was bedeutet, dass die technische Entwicklung, die kulturellen Dimension und die sozialen Funktion von Fernsehen näher beleuchtet werden müssen.
Das Phasenmodell
Nach Hickethier hat das Fernsehen drei Phasen durchlaufen 10 :
1. Phase der Vision und technischen Umsetzung
2. Phase der Erprobung
3. Phase des Wiederaufbaus des Fernsehen und damit der Aufstieg zum Massenmedium
Diese drei Phasen sollen im Folgenden erläutert werden, die erste und zweite Phase nur kurz, sie dienen lediglich der Heranführung an die Thematik und helfen bei der historischen Einordnung. Besonderes Augenmerk richtet sich auf Phase Drei, aber dazu später mehr.
Die Vision
Die Erfindung des Fernsehens darf man sich nicht als homogenen Prozess vorstellen, viel eher haben hier eine ganze Reihe von Menschen in verschieden Richtungen gewirkt und schließlich ist nach vielen Experimenten, Zufällen und Patenten dann das entstanden, was wir heute mehr oder weniger als Fernsehen verstehen.
Aber zurück zum Anfang: Der Wunsch, in die Ferne zu sehen, ist so alt wie die Menschheit selbst. So findet man dieses Vorstellung etwa bei dem Märchen vom Meerhäschen der Gebrüder Grimm oder bei der 598. Nacht(Erzählung)
9 Hickethier, Knut, Geschichte des deutschen Fernsehens, Weimar 1998. S. 2.
10 Ebenda, S.6. 5
Arbeit zitieren:
Philipp Berner, 2010, Die Geschichte des Fernsehens, München, GRIN Verlag GmbH
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