Inhalt
1. 3-Phasen-Modell des Schriftspracherwerbs nach Uta Frith. 4
1.1. Logographische Phase. 4
1.2. Alphabetische Phase. 4
1.3. Orthographische Phase. 5
2. Entwicklungsmodelle 6
2.1. Schreibentwicklungstabelle nach Valtin. 6
2.2. Stufenmodell der Rechtschreibentwicklung von Scheerer-Neumann. 8
2.3. Vergleich der Schreibentwicklungstabelle und dem Stufenmodell 11
3. Beobachtungskalender 13
4. Chancen und Grenzen der Modelle. 14
Literaturverzeichnis. 16
2
Zum Schreibprozess - wie entwickelt sich das Schreiben?
Einleitung
In dieser Hausarbeit geht es um die Frage:
„Zum Schreibprozess - wie entwickelt sich das Schreiben?“
Mich interessierte die Frage des Schreiprozesses im Hinblick auf die Förderung in der Schule. Es überraschte mich, dass es verschiedene Modelle gibt, die den Prozess beschreiben, obwohl jedes Kind annähernd die gleiche Entwicklung beschreitet. Zudem fragte ich mich, in wieweit der schulische Alltag mit solchen Entwicklungsmodellen unterstützt werden kann.
Ich gehe genauer auf die Frage ein, wie sich das Schreiben entwickelt. Das Augenmerk liegt dabei auf den Phasen, die das Kind in seinem Erwerbsprozess durchläuft, welche in Modellen zusammengefasst werden. Ich erläutere, in wieweit diese Erkenntnisse für Lehrer interessant sein können und wie sie eine individuelle Förderung ermöglichen. Es werden verschiedene Modelle vorgestellt. Als Grundlage dient das „3-Phasen-Modell“ von Uta Frith. Als Vertiefung dieses Modells folgen die Schreibentwicklungstabelle von Valtin und das Stufenmodell von Gerheid Scheerer-Neumann.
Als konkretes Anwendungsbeispiel stelle ich einen Beobachtungskalender vor. Mit diesem können Lehrer die Schreibentwicklung der Kinder festhalten und so das Kind präzise und individuell fördern.
Das Ziel dieser schriftlichen Ausarbeitung ist es, die Chancen sowie die Grenzen eines solchen Modells aufzuzeigen.
3
1. 3PhasenModell des Schriftspracherwerbs nach Uta Frith
Das Modell von Uta Frith besteht aus drei Phasen, die aufeinander aufbauen. Sie stellen den Schriftspracherwerb des Kindes dar. Zu beachten ist, dass die verschiedenen Stufen des Schriftspracherwerbs ein Prozess sind, der nicht abrupt endet, sondern fließend verläuft. Jedes Kind entwickelt das Schreiben anders und unterschiedlich schnell.
1.1. Logographische Phase
In der ersten Phase, der logographischen Phase erkennt das Kind die Wörter anhand von herausstechender Merkmalen. Es speichert das Wort-Bild ab und arbeitet rein visuell. Das Kind sammelt diese Erfahrungen im Alltag. Beispielsweise geht ein Kind mit seiner Mutter immer in einem bestimmten Supermarkt einkaufen. Es prägt sich das Logo ein, „etwa von Firmen oder Reklamen (z. B. „McDonalds“)“ und [verbindet es] mit Inhalten“ 1 . Dieses gespeicherte Bild kann es zu Hause aus seinem Gedächtnis nachmalen. Der visuelle Eindruck kann getäuscht werden, wenn zwei unterschiedliche Unternehmen dieselben Farben in ihrem Schriftzug verwenden (beispielsweise „Aldi“ und „Ikea“). Hier wird das Kind davon ausgehen, dass auf den Schildern dasselbe steht. In dieser Phase können die Kinder noch nicht lesen. Allerdings haben sie die kommunikative Funktion von Sprache bereits erkannt.
1.2. Alphabetische Phase
Dem Kind wird in der alphabetischen Phase bewusst, dass die geschriebenen Wörter aus einzelnen Zeichen bestehen. Diese Zeichen sind Buchstaben, die Phonemen zugeordnet werden.
Die in der ersten Phase verwendete Strategie (Erkennen von Wörtern anhand von Merkmalen) tritt vollkommen in den Hintergrund. Das Kind erkennt die Wörter ausschließlich durch die Rekonstruktion von Graphem-Phonem-Verbindungen. „Lesen und Schreiben sind bei dieser Strategie durch sequentielle Kleinschrittigkeit gesprägt, denn das Gliedern eines gehörten Wortes in seine Phoneme verlangt eine äußerst detaillierte Analyse.“ 2
Das Herzstück des Schriftspracherwerbs ist die Erkenntnis der Verbindung zwischen Laut
1 Eva-Maria Kirschhock, S. 26
2 Eva-Maria Kirschhock, S. 27
4
und Buchstabe - diese entsteht in der zweiten Phase.
1.3. Orthographische Phase
Die letzte Phase ist die orthographische Phase. Das Kind verbindet beide Phasen und erkennt so direkt die Wörter. Es nimmt größere Einheiten, Silben und Morpheme, innerhalb eines Wortes wahr. Dadurch wird das Lesetempo gesteigert, da bekannte Wörter nicht neu gelesen werden müssen.
In dieser Phase kann eine Übergeneralisierung vorkommen. Bekannte Rechtschreibregeln werden auch da angewandt, wo das Kind diese Regeln meint zu erkennen. Zum Beispiel wird - obwohl das Kind vorher die Wörter richtig schrieb - dann „Menschen“ zu „Mennschen“ oder „Foto“ zu „Fotho“.
Hier ist ein Fortschritt in der Aneignung und Erkennung von Prinzipien unserer Sprache erkennbar.
Auch Erwachsene befinden sich in der orthographischen Phase und lernen neu dazu. Beim erlernen von schwierigen Wörtern, zum Beispiel chemischen Verbindungen, ließt der Erwachsene erst einmal stockend. 3 Er befindet sich somit in der alphabetischen Phase, bis er diese Wörter ein paar mal gelesen hat. Damit befindet er sich erneut in der orthographischen Phase.
3 Vlg. Eva-Maria Hirschhock, S. 28
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Arbeit zitieren:
Barbara Conrady, 2009, Zum Schreibprozess - wie entwickelt sich das Schreiben?, München, GRIN Verlag GmbH
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