Inhaltsangabe
Seite
I. Einleitung 3
II. Das Wortfeld von „Arbeit“ im Mittelalter 4
a.) Arbeit und seine allgemeine Definition und Bedeutung 4
III. Arbeit und Klerus 6
IV. Arbeit und Ritter 7
V. Arbeit und niedrige Stände 7
a.) Arbeit auf dem Land 8
b.) Arbeit in der Stadt 8
VI. Zur geschlechtsspezifischen Differenzierung von Arbeit 9
VII. Frauenwerk und Männerarbeit 10
VIII. Darlegung der Männer-und Frauenarbeit im Bauwesen
und Weinbau 11
IX. Materielle Entlohnung für Männer-und Frauenarbeit 12
X. Schlussbemerkung 13
XI. Literaturverzeichnis 14
I. Einleitung
Arbeit ist in unserer heutigen Gesellschaft ein wichtiges und aktuelles Thema. Die steigende Arbeitslosigkeit zeigt die Bedeutung und die Identifizierung der Arbeit für und mit den Menschen enorm auf. Mit dem Wegfall von Arbeit steigen die Menschen oft in untere soziale Schichten ab, werden öfters krank und können sogar ihre Lebenslust verlieren 1 .
Um dem entgegen zu wirken wurden sogar Arbeitsplätze gegen niedrige Entlohnung geschaffen. Jedoch stoßen diese Tätigkeiten auf großen Widerstand, da sie als minderwertig beurteilt werden. Die materielle Entlohnung für erbrachte Leistung scheint ebenfalls eine große Rolle zu spielen. Daraus ergeben sich neue Konflikte in Bezug auf die vorherrschende ungleiche Bezahlung derselben Arbeit bei unterschiedlichem Geschlecht. Umgangssprachlich wird sogar noch von typischen Männer-und Frauenarbeiten gesprochen. Meist wird der Vergleich zum Mittelalter herangezogen. Doch stammen unsere Arbeitsvorstellungen wirklich aus dem Mittelalter? Haben sie dort ihre Ursprünge? Und wenn ja, warum haben sie sich so entwickelt und eingeprägt? Hatte es einen Grund? Können wir vielleicht, wenn wir die Gründe und die Anfänge kennen, die Arbeitssichtweisen besser verstehen und dadurch gezielter verändern?
In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Arbeitsvorstellungen in den verschiedenen sozialen Ständen im Mittelalter untersuchen und die Entwicklung vom Verständnis des Arbeitsbegriffes aufzeigen. Die Ständeeinteilung entnehme ich aus der Geschichtsschreibung. Die erste Schicht ist die Schicht der Kleriker, die zweite Schicht ist der Adel, wobei ich speziell auf das Rittertum eingehen werde und die dritte Schicht beinhaltet alle andere niederen Schichten, wobei ich mich hauptsächlich auf die Bauern und Handwerker beziehen werde. Des Weiteren werde ich die geschlechtsspezifische Teilung der Arbeitsvorstellungen darlegen, sofern es welche gibt. Die Entlohnung als Maßstab
1 http://www.sueddeutsche.de/kultur/soziale-schieflage-in-deutschland-sozialer-abstieg-heisst-jetzt-
exklusion-1.201047?page=1
3
für den Wert der Arbeit werde ich dabei ebenfalls in den verschiedenen Ständen sowie in der geschlechtsspezifischen Darstellung untersuchen.
II. Das Wortfeld von „Arbeit“ im Mittelalter
Das Wortzeichen ´Arbeit` kommt in allen germanischen Sprachen vor und bedeutet soviel wie Mühsal, Beschwernis. Es steht im Verwandtschaftsverhältnis zu dem altkirchenslavisch ´rabota` (Knechtschaft) und aus dem armenischen ´arbaneak` (Diener) 2 .
Im Althochdeutschen wird Arbeit von ´arabeiti` abgeleitet und bedeutet soviel wie ´leiden` und hat eine passive Grundbedeutung. Im Mittelhochdeutschen behält das Wort trotz seiner Neuschreibung zuerst seine negative Grundbedeutung. 3 Jedoch wird die passive Bedeutung im Laufe der Zeit in ein aktive verwandelt. Es kommt zu einer religiösen Aktivierung der Arbeit. Dadurch erhält das Wort mit der zeit eine positivere Bedeutung. Im 13. Jahrhundert wandelt sich die Bedeutung in ´schaffen` um.
a.) Arbeit und seine allgemeine Definition und Bedeutung
Es gibt keine mittelalterliche Definition von Arbeit, der Begriff ist eher vielschichtig zu betrachten.
Am Anfang hatte Arbeit zwei wichtige Bedeutungskomponente; die Körperlichkeit der Tätigkeit und die mit Mühe verbundene niedere Qualität. Dies ergab sich aus einem kirchlichen Kontext heraus.
Der Mensch wird von Anfang an als Arbeiter erschaffen. Seine ursprüngliche Aufgabe besteht darin Gottes Garten, das Paradies in Ordnung zu halten. Diese Arbeit wird noch als positiv bewertet. Nach dem Sündenfall wird der Mensch vertrieben und
2 Vgl. Haubrichts (2006), S. 93
3 Vgl. Haubrichts (2006), S. 100 ff
4
muss zur Strafe unter Mühsal seinen eigenen Garten bearbeiten um zu überleben. 4 Jetzt wird die Arbeit negativ besetzt.
Der Ertrag der Arbeit wird als gerechter Lohn angesehen bzw. die Arbeit dient als Befreiung von der alten Schuld..
Ab-und Aufwertung von Arbeit trägt im Mittelalter keinen Widerspruch in sich. Dies gehörte mit dem christlichen Heilverständnis zusammen. Nicht die Arbeit war die Strafe sondern die Qual, die mit der Arbeit verbunden war. Durch das Bewältigen der Qual gelang man zu Heil 5 .
Arbeit galt entweder als gewährtes Privileg, wenn man sich weit genug vom Sündenfall entfernt hat und die Arbeit nicht mehr mit der ursprünglichen Qual behaftet war oder als Strafe Gottes, wenn sie noch die ursprüngliche Qual besaß. Dadurch definierte die Arbeit bzw. Nicht-Arbeit und dessen Verständnis die sozialen Struktur der Gesellschaft. Gott stattet einzelne Menschen mit berufsspezifischen besonders bäuerlichen oder handwerklichen Weisheiten oder geistigen Fähigkeiten aus 6 . Daher ist von Geburt an bestimmt, was man wird oder was man ist. Das Nicht-Arbeiten ist dementsprechend negativ behaftet, da Nichts Tun vom Seelenheil ablenkt und zu schlechten Gedanken sowie zur Verödung der Gesellschaft auch im wirtschaftlichen Sinne führt.
Der wirtschaftliche Aspekt könnte auch ein weiterer Grund sein, weswegen der Arbeitsbegriff positive als auch negative Bewertung enthält. Um das Nicht-Arbeiten zu verhindern musste der Arbeitsbegriff bzw. dessen Bedeutung eine positive Komponente erhalten. Nicht-Arbeiten ist jedoch nicht mit Muße oder Erholung zu verwechseln. Schon der Mensch im Mittelalter war sich bewusst, dass ununterbrochene Arbeit auch zu Stumpfsinn und körperlichen Krankheiten führen kann. Arbeit und Ruhepausen müssen ausgeglichen sein 7 . Der Ansatz, dass Arbeit einen positiven Zweck erfüllt entwickelt sich bis in die heutige Zeit weiter.
4 Vgl. Lang (2006), S. 36
5 Vgl. Lang (2006), S. 39 ff
6 Vgl. Lang (2006), S. 41
7 Vgl. Lang (2006), S. 42
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Arbeit zitieren:
Nicole Lenz, 2010, Arbeit im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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