Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Kritische Diskurse zu Sprachlernprogrammen 4
3. Sprachlernprogramme und ihre Bewertung 6
3.1 Sprachlernprogramm: Definition und Begriffsabgrenzung 6
3.2 Zur Bewertung von Sprachlernprogrammen 7
3.3 Typen von Lernsoftware 9
3.3.1 Tutorielle Programme 9
3.3.2 Trainings- und Übungsprogramme 10
3.3.3 Simulationsprogramme 10
3.3.4 Problemlösungsprogramme 11
4. Analyse: Fallbeispiel „Intensivkurs Deutsch“ von digital publishing 12
4.1 Produktbeschreibung 12
4.2 Stärken 13
4.3 Schwächen 20
4.4 Schlussfolgerungen für das Lernen mit diesem Programm 23
5. Fazit 24
6. Literaturverzeichnis 26
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1. Einleitung
Sprachprogramme genießen große Beliebtheit bei Selbstlernen von Sprachen. Wie gut man durch ein Sprachprogramm eine Sprache vermittelt bekommen, darüber wird intensiv diskutiert. Gleichzeitig werden IT-Unternehmen dazu angehalten, weitere und bessere Sprachlernprogramme zu schreiben und auf den Markt zu bringen. Eine der bekanntesten Unternehmen ist digital publishing. In dieser Arbeit werde ich die Lernsoftware „Intensivkurs Deutsch“ von digital publishing anhand einiger Leitfragen auf unterschiedliche Aspekte hin untersuchen. Dabei werde ich der Frage nachgehen, wie gut sich Sprachlernprogramme eignen, eine Sprache zu erwerben. Hierzu werde ich mir die Stärken und Schwächen des Programms anschauen, meine eigenen Erfahrungen hinzuziehen, und nach den theoretischen Grundlagen erstellten Methoden auf die Tauglichkeit von Lernsoftware hin analysieren. Meine methodische Vorgehensweise wird dabei so aussehen, dass ich Leitfragen benutzen werde, wie sie von Katja Nandoff (2004: 95) vorgeschlagen wurden. Die Diskussionen zu Sprachlernprogrammen werde ich ebenfalls thematisieren Anschließend werde ich versuchen den Begriff der Lernsoftware und Lernsoftwaretypen zu definieren. Darauf folgend wird das Sprachlernprogramm Intensivkurs Deutsch analysiert. Hierbei werden dann die Stärken und Schwächen der Lernsoftware herausgearbeitet. Schließlich werde ich die Ergebnisse meiner Analyse im Fazit zusammenfassen und versuchen, die eingangs gestellte Frage „Wie gut sich Sprachlernprogramme eignen, um eine Sprach zu erwerben?“, zu beantworten.
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2. Kritische Diskurse zu Sprachlernprogrammen
Sprachlernsoftware spielt im heutigen Sprachentraining einerseits eine zunehmende Rolle, wird andererseits aber auch häufig kritisiert. Der Grund hierfür liegt nach Einschätzung von Bax und Taalas darin, dass sich eine schleichende „Normalisierung“ der Integration neuer Medien, insbesondere von Sprachlernsoftware, im Sprachenunterricht eingependelt habe (Bax 2003, Taalas 2005). Ylönen konstatiert, dass die Verfechtung dieser Normalisierung durchaus berechtigt sei,
[…], weil neue Medien in der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft tatsächlich allgegenwärtig
sind, sei es in der Freizeit oder im Beruf, und unsere Kommunikations- und Arbeitsgepflogenheiten
gravierend verändert haben. Nur im Sprachenunterricht scheinen neue Medien noch immer eher als
Zusatzmaterialen eingesetzt zu werden, um Abwechslung in den Unterricht zu bringen und die Lerner zu
motivieren oder zu stimulieren. (Ynölen 2008: 27)
Die Studie von Haavisto (2008) zeigt, dass finnische Gymnasiallehrer das Internet und neue Medien noch immer nur selten im Deutschunterricht einsetzen und wenn, dann nur zum recherchieren landeskundlicher Informationen, als Nachschlagewerk sowie zur Nutzung didaktisierter Lern- und Übungsprogramme. Rüschoff bemerkt: „Die Kritik an solchen Programmen bezieht sich vor allem auf ihre partikularistische und atomistische Ausrichtung, die eine ganzheitliche, handlungsorientierte Arbeit mit der Zielsprache verhindert“ (Rüschoff /Wolff 1999: 69). Sprachlernprogramme kommen nur als zusätzliche Lernelemente zum Einsatz und würden den traditionellen Sprachlernweg über klassischen Sprachunterricht nicht ersetzen können, so die Studie. Trotz der fortgeschrittenen Technologie, wie z.B. die Weiterentwicklung von Audio- und Videodateien, sei es nicht möglich, die Besonderheiten mündlicher Kommunikation in spezifischen Handlungszusammenhängen zu rekonstruieren. Spontane und improvisierte Dialoge würden sich nicht programmieren lassen können. Fandrych (2008: 25) bemerkt, dass der Grund für das Fehlen von ganzheitlichen, handlungsorientierten Ansätzen in Sprachlernsoftware auch daran liege, dass Textsortenforschung und Textlinguistik noch nicht umfassend im Fremdsprachenunterricht angekommen sei. Im Diskurs über Sprachlernsoftware wendet Reuter (1997: 114) ein, dass die Autoren von Sprachlehrbüchern und Sprachlernsoftware sich von althergebrachten, klassischen Strukturen des Fremdsprachenunterrichts nur schwer lösen können und ihre Programme nicht zugunsten einer sprachlichen Interaktion in der digitalen Welt schreiben würden. Darin liege nach Ansicht von Ynölen (2008) der Grund dafür, dass sich Sprachlernsoftware nicht etablieren würden, obwohl sie nützliche wie spielerische Elemente aufweisen, die die Lerner zur Beschäftigung mit der Zielsprache stimulieren können (Edutainment). Solche Programme würden die Lerner nicht auf die interaktive Wirklichkeit in der Zielsprache ausreichend vorbereiten.
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(Fremd-)Sprachlich interagieren zu können setzt nicht nur den nötigen Wortschatz und Strukturwissen über
die Zielsprache voraus, sondern vor allem die Kenntnis der gemeinsam vereinbarten Spielregeln bestimmter
Handlungszusammenhänge der Zielkultur. Verständigung und erfolgreiche Interaktion sind immer auch
von der individuellen und gruppengebundenen Wahrnehmung und Interpretation der
Kommunikationsereignisse sowie vom Interesse der Beteiligten abhängig. (Schiller 2003: 61) Trotz der einschlägigen Kritikpunkte sehen die Diskutanten eine gute Entwicklungsmöglichkeit für Sprachlernsoftware, sowohl im privaten Gebrauch für Selbstlerner, wie auch als (Zusatz-) Lernmaterial im Sprachunterricht. Die Entwicklung von Sprachlernsoftware sollte, so Roche (2008: 61), theoriegeleitet sein und sich am Bedarf der jeweiligen Zielgruppe orientieren. Diese Theoriebindung und die Orientierung an den jeweiligen, spezifischen Zielgruppen seien noch nicht in den Sprachlernprogrammen hinreichend berücksichtigt.
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3. Sprachlernprogramme und ihre Bewertung
Dieser Abschnitt befasst sich mit dem Begriff ‚Sprach-‘ bzw. ‚Lernsoftware, um die Mehrdeutigkeit der Termini ‚Software‘ und ‚Programm‘ darzustellen, als Basis zur Analyse von Sprachlernprogrammen. Im Anschluss werden die verschiedenen Kriterien zur Beurteilung von Sprachlernprogrammen diskutiert. Am Ende dieses Abschnittes werden dann die verschiedenen Typen von Sprachlernprogrammen herausgearbeitet.
3.1 Sprachlernprogramm: Definition und Begriffsabgrenzung
Unter dem Begriff „Lernsoftware“ versteht Baumgartner Programme, die für spezielle Lernzwecke entwickelt und programmiert wurden (z.B. ein Sprachlernprogramm). Damit zusammen wurde eine bestimmte Aufgabenform realisiert (z.B. Lückentexte), das einen ganz bestimmten Lerninhalt zum Gegenstand hat und sich auf eine mehr oder weniger klar definierte Zielgruppe ausrichtet. Lernsoftware sind Programme für den Computer, mit deren Hilfe Lernende sich eigenständig oder in einer Gruppe (Fremdsprachenunterricht in einer Klasse/ in einem Kurs) mit einem bestimmten Lernstoff vertraut machen können.
In einer Lernsoftware ist der hauptsächliche Verwendungszweck des Programmes von den Autoren und
Softwareentwicklern bereits weitgehend festgelegt worden: Allgemeine Informationsvermittlung, Tutorials
(wie z.B. ein Sprachlernprogramm), Übungsprogramme (wie z.B. Maschinschreibsoftware) uvm.
(Baumgartner 1995: 244)
Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Begriff Lernsoftware aus zwei Bestandteilen besteht, nämlich Lernen und Software. Unter Software versteht man alle in der sogenannten Maschinensprache geschriebenen Programme, die in einem Computer installiert werden und dieser mit der Software bestimmte, definierte, programmierte Anweisungen ausführt. Wenn dem Begriff Software das Präfix „Lern“ vorangestellt wird, so impliziert der Begriff nur Software, womit der „User“ etwas lernen kann, in unserem Fall Sprachen. Eine Ausdifferenzierung des Begriffs Lernsoftware lässt sich mit den Kategorien „authentisch“, „adaptiv“ und „didaktisch“ bewerkstelligen. In den folgenden Abschnitten werden wir uns noch eingehender und mit Beispielen an die Begrifflichkeiten nähern. Hier sei angemerkt, dass im allgemeinen unter authentischer Software Programme gemeint sind, die nur einen Anwendungsinhalt aufweisen, aber für Selbstlernzwecke ungeeignet sind und erst unter professioneller Aufsicht Lerneffekte erzielen lassen. Zum Beispiel das Programm MS Excel. Hierbei handelt es sich um ein Anwendungsprogramm, ein Lerner könnte hier nicht das Rechnen lernen, dies kann nur effektiv in einer Unterrichtsatmosphäre unter der Aufsicht eines Lehrers geschehen.
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Adaptierte Programme hingegen sind Programme, die speziell für ganz bestimmte Zwecke geschrieben wurden. Ausgehend vom Wort „adaptiv“ (d.h. angepasst, sich anpassen), passen sich die Programme den Zwecken der Anwender an, bzw. sind speziell dafür vorgesehene Programme.
Didaktisierte Programme wiederum sind Programme, die eine klar definierte didaktische Methode verwenden, um den Anwendern einen ganz bestimmten Inhalt zu vermitteln. Von dem ersten Aufruf des Programms an sind Lern- und/oder Übungseinheiten implementiert, die? den Lernern (und in diesem Fall nicht mehr als einfach nur als „User“, „Anwender“ zu nennen) eine vorweg definierten Inhalt zu vermitteln.
Da verschiedene Arten und Typen von Lernsoftware für die verschiedensten Zwecke existieren, wollen wir Kriterien und Analysemethoden herausarbeiten, um schließlich selbst Lernsoftware und insbesondere Sprachlernprogramme angemessen bewerten zu können.
3.2 Zur Bewertung von Sprachlernprogrammen
Der Softwareanalyse ist in den letzten zwei Jahrzehnten eine deutlich größere Bedeutung und Aufmerksamkeit zugekommen, insbesondere aufgrund der stark zugenommenen Bedeutung von Computern und (neuen) digitalen Medien. Damit zusammen wurden viele mögliche Kriterien zur Softwareanalyse entwickelt. Es gibt zahlreiche Anforderungskataloge und Kriterienraster, die für die Bewertung von Lernsoftware herangezogen werden können (vgl. Thomé 1988: 26). [Es, G.O.] soll nochmals betont werden, dass sich die vergleichenden Evaluationen zur Effektivität von
Lernsoftware bisher immer nur auf die Effizienz eines konkreten Programms bezogen. Eine
Verallgemeinerung der Ergebnisse, die Anhand einer konkreten Software gewonnen wurden, ist nicht
zulässig, denn es gibt Unterrichtssoftware der verschiedenen inhaltlichen Gestaltungsarten und Formen,
und das Unterrichtsgeschehen ist je nach Einzelstudie ein völlig anderes. (Thomé 1988: 46)
Lernsoftware sollte daran gemessen werden, ob sie ihren Zielen entsprechend technisch, didaktisch und lerntheoretisch aufbereitet wurde. Daneben ist auch auf die Aktualität der verwendeten Materialien und Informationen zu achten, z.B. neue Rechtschreibung u.ä. (vgl. Nandorf 2004: 95ff).
Zur Bewertung von Sprachlernsoftware sind nach Nandorf (vgl. ebd.: 96) folgende Fragen zu berücksichtigen, um „die technisch-methodischen, inhaltlichen und fremdsprachendidaktischen Aspekte“ zu analysieren: Welches didaktisch- methodische Konzept wird zugrunde gelegt? Welche lerntheoretischen Konzepte stehen hinter den Lernprogrammen? Welche Möglichkeiten
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Arbeit zitieren:
Gülden Olgun, 2010, Analyse von Sprachlernprogrammen am Beispiel des "Intensivkurs Deutsch" von Digital Publishing, München, GRIN Verlag GmbH
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