Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Fußballweltmeisterschaft und Medien 4
2.1. Geschichte der Fußballberichterstattung durch das Medium „Fernsehen“ 4
2.2. Ein Fest für die nationalen und internationalen Medien 5
2.2.1. Internationaler Medienerfolg 6
2.3. Beeinflussung des gesellschaftlichen Interesse an den Weltmeisterschaften 7
3. Fankultur während der Fußballweltmeisterschaft 8
3.1. Definition „Fan“ und „Fankultur“ 8
3.2. Entstehung des „Public Viewing“ 9
3.3. Nationalfarben und Patriotismus 10
3.3.1 Konjunkturelle Auswirkungen der WM 11
4. Schlussteil 12
5. Literaturverzeichnis 13
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Einleitung
Peter Berger und Thomas Luckmann entwickelten ein Buch über„ Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“. Die alle vier Jahre stattfindenden Fußballweltmeisterschaften sind im weitesten Sinne eine solche Konstruktion und lösen seit Jahren ein weltweites Interesse aus. Spätestens mit der Weltmeisterschaft (WM) im eigenen Land 2006, ist aus dem Sportevent ein gesellschaftliches Großereignis geworden. Überall herrschte eine lockere, enthusiastische Partystimmung, die beinahe jeden in ihren Bann zog. Vor allem die landesweiten Medienanstalten entfachten einen solchen „Hype“ rund um das runde Leder, dass man sich ernsthaft zu fragen beginnt: Was ist das Geheimnis eines Sports, der ganze Volksgruppen in Bewegung setzt? In dieser Arbeit möchte ich nicht darauf eingehen, warum das Spiel sich einer solchen Beliebtheit erfreut, das würde den Umfang einer etwa zehnseitigen Ausarbeitung sprengen. Stattdessen will ich versuchen herauszufinden, wie ein punktuelles Ereignis ein dermaßen großes Volks-und Medieninteresse hervorrufen kann. Sportereignisse gab es schließlich immer schon. Ist es der gestiegene Einfluss der Medien durch Innovationen wie Fernsehübertragungen? Liegt es an der Gesellschaft selbst, die eine national völlig neue Fankultur entwickelt hat? Wahrscheinlich werden beide Faktoren sich gegenseitig ergänzen, aber genau das möchte ich am Ende bestätigen können oder eben nicht. Das für Sportübertragungen wahrscheinlich wichtigste Medium ist das Fernsehen. Daher werde ich darauf eingehen, wie sich die Fußballübertragungen zu Meilensteinen in der Mediengeschichte entwickelt haben und außerdem einen Überblick darüber geben, wie sich die WM 2006 kommerziell auf die Medienanstalten ausgewirkt hat. Wie ist es möglich, eine solche „Fußball Dauerpräsenz“ zu kreieren? Einhergehend mit der Dauerbeschallung durch TV, Radio und Co., entwickelte sich meiner Ansicht nach eine völlig neue Fankultur, die nicht nur Subgruppen umfasste, sondern plötzlich ein ganzes Land. Daher wird sich der zweite Teil der Arbeit damit beschäftigen, wie die Fans zusammen das größte Fest seit der Wiedervereinigung feierten und ob sich dieser neue Patriotismus auf die Gesellschaft ausgewirkt hat. Beenden werde ich die Arbeit mit einem kurzen Überblick darüber, welche konjunkturellen Folgen die WM 2006 in Deutschland hatte und welches Fazit sich letztendlich ziehen lässt. Inspiriert, diese Arbeit zu verfassen, haben mich meine eigenen Erfahrungen, denn auch ich wurde als Nicht-Fan vom WM-Hype 2006/2010 erfasst.
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2. Fußballweltmeisterschaft und Medien
Nicht nur die Fans erwarten weltweit mit Spannung die alle vier Jahre stattfindende Suche nach dem neuen Fußballweltmeister. Vor allem die Medien entfachen einen wahren „Medienhype“, wenn es darum geht, die euphorische Partystimmung im gesamten Land weiter anzuheizen. Uneigennützig geschieht das selbstverständlich nicht, einmal abgesehen vom Internationalen Fußball-Weltverband (FIFA), sind die Rundfunkanstalten die größten wirtschaftlichen Gewinner des Großereignisses. Im Folgenden soll daher erläutert werden, wie sich vor allem das Medium „Fernsehen“ im Zusammenhang mit den vorangegangenen Fußballweltmeisterschaften entwickelt hat, wie die Medienkultur finanziell von der landesweiten Fußballfaszination profitierte und wie die Übertragungen eine gesamte Volksgesellschaft beeinflussten.
2.1. Geschichte der Fußballberichterstattung durch das Medium „Fernsehen“
Fußball, und damit der beliebteste Volkssport in Deutschland, stammt ursprünglich aus England. Schon 1920 erfreute er sich deutschlandweit einer so ausgeprägten Beliebtheit, dass sich neben einer „überaus diversifizierten Sportpresse“ (Herzog 2002, S. 67) auch Kino und Hörfunk anschickten, Fußballspiele zu verarbeiten. Ab 1936 wurden die ersten sportlichen Liveübertragungen im Fernsehen gesendet, 1954 kam es dann zum „eigentlichen Höhepunkt aus fernsehtechnischer und sportlicher Sicht“ (Herzog 2002, S. 234), nämlich die Übertragung der Fußballweltmeisterschaft aus der Schweiz. Schon vor über 50 Jahren fesselte das Großereignis die Menschen vor den wenigen TV-Geräten, die damals zur Verfügung standen. Alle anderen griffen auf Radio- und Kinozusammenfassungen zurück. Trotzdem gilt das Fußballereignis als „Meilenstein für den Durchbruch des neuen Massenmediums“ (Herzog 2002, S. 234). Innovativ war auch die Einführung des Farbfernsehens, wodurch die Zuschauer 1967 ihre Idole nun ebenfalls in Farbe erleben konnten. Doch nicht nur das Zuhause wurde nach und nach von dem Medium Fernsehen ergriffen, auch die Stadien wurden daraufhin ausgerichtet erbaut, dass eine „perfekte Inszenierung und Dramaturgie bei der Übertragung des Fußballereignisses“ (Herzog 2002, S. 236) gewährleistet wurde. Pioniere waren hierbei 1978 die Argentinier, die die Weltmeisterschaft ausrichteten und so völlig neue Kamerapositionen und
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Arbeit zitieren:
Manuela Drews, 2010, Die Fußballweltmeisterschaft - ein gesellschaftliches Großereignis für Fans und Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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