II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen von SEPA 2
2.1 Entwicklung des Auslandszahlungsverkehrs in Europa 2
2.2 Zielsetzung, Instrumente und aktuelle Herausforderungen 5
3. Auswirkungen auf das deutsche Bankensystem 7
3.1 Erhöhung von Markttransparenz und Wettbewerb 7
3.2 Einfluss auf das Ergebnis der Kreditinstitute 10
4. SEPA-Strategien ausgewählter deutscher Banken 13
4.1 Die Deutsche Bank als globale Transaktionsbank 13
4.2 Die WestLB als regionaler Premiumanbieter 14
5. Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis 17
Anhang 21
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ausgewählte Meilensteine auf dem Weg zur SEPA
Abbildung 2: Die SEPA-Instrumente im Überblick
Abbildung 3: Der SEPA-Raum und die teilnehmenden Staaten (Stand 06/2011)
Abbildung 4: SEPA: Erwartete Belastungen und Verhältnis zu Einsparpotentialen
IV
Abkürzungsverzeichnis
AGB .................................................................................... Allgemeine Geschäftsbedingungen BdB ....................................................................................... Bundesverband deutscher Banken BMJ ........................................................................................... Bundesministeriums der Justiz BVR .................................. Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken DSGV ......................................................................... Deutscher Sparkassen- und Giroverband DZ Bank ...................................................................... Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank EBA .................................................................................................. Euro Banking Association EFMA ........................................ European Financial Management and Marketing Association
EG ..................................................................................................... Europäische Gemeinschaft EPC ................................................................................................ European Payments Council EU ................................................................................................................. Europäische Union EU-PreisVO ............................................................................................... EU-Preisverordnung EWR ........................................................................................... Europäischer Wirtschaftsraum EZB ..................................................................................................... Europäische Zentralbank IBAN ................................................................................ International Bank Account Number ISO .................................................................... International Organization for Standardization IT ................................................................................................................ Informationstechnik PSD ................................................................................................. Payment Services Directive RBS ....................................................................................................... Royal Bank of Scotland SCF ...................................................................................................... SEPA Cards Framework SCT .......................................................................................................... SEPA Credit Transfer SDD .............................................................................................................. SEPA Direct Debit SECA ...................................................................................................... Single Euro Cash Area SEPA .............................................................................................. Single Euro Payments Area VÖB ........................................................... Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands WestLB ........................................................................ Westdeutsche Landesbank Girozentrale WGZ Bank ............................................................ Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank ZV .................................................................................................................... Zahlungsverkehr
1
1. Einleitung
Im Euroraum werden arbeitstäglich mehr als 210 Millionen Zahlungsverkehrs-Transaktionen getätigt. 1 Zugleich ist der Markt für unbare Zahlungen in Europa auch nach der Währungsunion stark fragmentiert. Zu den etwa 25 verschiedenen nationalen Zahlungsverkehrssystemen kommen noch einmal doppelt so viele Zahlungsformate. 2 Das Ergebnis dieser Koexistenz und der mangelnden Interoperabilität sind höhere Kosten für Anbieter und Nutzer. 3 Die Gesamtaufwendungen für Zahlungen innerhalb des Eurosystems wurden 2007 auf drei Prozent des Bruttosozialproduktes des europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) taxiert. 4 Folglich hat die Europäische Kommission die Integration des Zahlungsverkehrsmarktes als notwendigen Schritt für die Vollendung des EU-Binnenmarktes identifiziert. 5
Die Einführung der SEPA-Überweisung im Januar 2008 war gleichzeitig der Beginn des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraumes (kurz SEPA, für "Single Euro Payments Area"). 6 Dieser harmonisiert die Zahlungsformate, -instrumente und technischen Standards für auf Euro lautende Zahlungen in Europa. Er soll als Katalysator für Wettbewerb und Innovationen in den beteiligten Volkswirtschaften wirken. Als zentraler Baustein auf dem Weg zu einem integrierten Zahlungsverkehrsmarkt ist die SEPA gleichzeitig ein komplexes Großprojekt mit unzähligen Akteuren aus verschiedenen Nationen und mit unterschiedlichsten Interessen. Hinzu kommen erhebliche Umstellungskosten und Anlaufverluste bei kaum zu prognostizierenden Ergebnisbeiträgen für die Kreditinstitute. 7 Insofern birgt das "Jahrhundertprojekt" 8 SEPA für den Bankensektor neben Chancen vor allem erhebliche Herausforderungen.
Das Ziel der Arbeit ist es daher sowohl einen Überblick über den aktuellen Stand der Migration zu erarbeiten als auch deren Auswirkungen auf die deutsche Bankenbranche zu analysieren. Ferner sollen mögliche Strategien als Reaktion auf den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum an konkreten Beispielen betrachtet werden.
1 Vgl. Deutsche Bundesbank (2011a), S. 2.
2 Vgl. Steinbach/Syrbe (2008), S. 74.
3 Vgl. Europäische Kommission (2005), S. 5.
4 Vgl. Brandt/Knopf (2007), S. 56.
5 Vgl. Europäische Zentralbank (2011b), S. 3.
6 Vgl. Flommer (2010), S. 606.
7 Vgl. Deutsche Bundesbank (2011b), S. 3.
8 Bundesverband deutscher Banken (2011), S. 13.
2
Um zu einem Ergebnis zu gelangen, gliedert sich die Arbeit in drei Teile. In Kapitel 2 werden zunächst die theoretischen Hintergründe kurz erläutert. Neben einer Einführung in die Entwicklung des Auslandszahlungsverkehrs wird auf die Ziele, Instrumente und aktuellen Her-ausforderungen des einheitlichen Zahlungsverkehrsraumes eingegangen. Die Auswirkungen auf das deutsche Bankensystem werden im 3. Kapitel analysiert. An dieser Stelle werden sowohl die Bedeutung der SEPA für den Markt der Zahlungsverkehrsdienstleistungen als auch die Folgen für die Geschäftsergebnisse der Kreditinstitute thematisiert. Im darauf folgenden
4. Kapitel stehen schließlich mögliche Ansatzpunkte zum erfolgreichen Umgang mit den herausgearbeiteten Änderungen im Mittelpunkt.
2. Theoretische Grundlagen von SEPA
Um das gemeinsame Ziel, die Harmonisierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs (ZV) in Europa, zu erreichen, arbeiten die europäische Bankenbranche - seit 2002 zu diesem Zweck zusammengeschlossen im European Payments Council (EPC) - die Europäische Zentralbank (EZB), die nationalen Notenbanken und die EU-Kommission zusammen. 9 Im Zuge dessen hat sich die Kreditwirtschaft im Rahmen der Selbstregulierung verpflichtet, europaweit effiziente und einheitliche Zahlungsverfahren anzubieten. 10 Gesetzgeber und Notenbanken stehen hingegen vorrangig in der Pflicht, die notwendigen (rechtlichen) Rahmenbedingungen zu schaffen. 11 Nichtsdestotrotz bleibt SEPA ein primär politisch gewolltes Projekt. 12 Die Hintergründe dieser Konstellation und die Entwicklung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums bis zum Status quo sollen im folgenden Unterkapitel skizziert werden.
2.1 Entwicklung des Auslandszahlungsverkehrs in Europa
Im Jahr 2000 verpflichteten sich die EU-Regierungsvertreter in der "Lissabon-Agenda" dazu, die Europäische Union (EU) bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten Markt der Welt zu entwickeln. 13 Diese Vision sollte über einen einheitlichen Binnenmarkt sowie integrierte Finanzmärkte erreicht werden. 14 Im selben Jahr, in dem das Euro-Bargeld eingeführt wurde, gab die europäische Bankenbranche ihr Weißbuch mit der Überschrift "Euroland: Our Single Pay-
9 Vgl.Dippel et al. (2008), S. 1.
10 Vgl. Flommer (2010), S. 606.
11 Vgl. Deutsche Bundesbank (2011a), S. 2.
12 Vgl. Martin (2009), S. 40.
13 Vgl. Brandt/Knopf (2007), S. 60.
14 Vgl. Dippel et al. (2008), S. 2.
3
ment Area!" heraus. 15 In diesem bekannte sie sich zur Harmonisierung des EU-Zahlungsverkehrsmarktes. 16 Wenige Monate zuvor hatte die Europäische Kommission mit der so genannten "EU-Preisverordnung" (EU-PreisVO) den Druck auf die Kreditwirtschaft erhöht. 17 Für grenzüberschreitende Transaktionen bis zu einem bestimmten Betrag durfte nun nur noch das für entsprechende nationale Zahlungen übliche Entgelt berechnet werden. Darüber hinaus wurden die Gebühren für Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen reguliert. 18
Zwei Jahre nach dem offiziellen Start des SEPA-Projektes veröffentlichte das EPC im Jahre 2004 die "SEPA-Roadmap", im Rahmen derer die Erreichung einer für einen rentablen Betrieb der zu implementierenden Systeme kritischen Masse frühestens für 2010 avisiert wurde. 19 Weiterhin wurden die durch die jeweiligen nationalen Bankensysteme zu leistenden Arbeitsschritte abgegrenzt. Für Deutschland übernahm das vom Zentralen Kreditausschuss
15
Vgl. Europäische Zentralbank (2011b), S. 2.
16 Vgl. Lammer/Pammer (2006), S. 143 f.
17 Die EU-Verordnung Nr. 2560/2001 wurde im Dezember 2001 verabschiedet und trat im Juli 2002 in Kraft.
18 Vgl. Steinbach/Syrbe (2008), S. 77.
19 Vgl. Flommer (2010), S. 606.
Arbeit zitieren:
Stefan Walther, 2011, Der Einfluss von SEPA auf das deutsche Bankensystem, München, GRIN Verlag GmbH
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