Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Rumänien im historischen Kontext bis 1866 4
3. Rumänien unter Carol I. (1866-1914) 5
4. Rumänien und der Dreibund
4.1. Rumäniens Rolle im Dreibund 9
4.2. Entfremdung vom Dreibund 10
5. Rumänien und der Balkan
5.1. Rumäniens Position auf dem Balkan 11
5.2. Die Balkankriege 1912/13 12
6. Fazit 14
Literaturverzeichnis 16
Internetverzeichnis 17
Anhang 18
1
1. Einleitung
Diese Arbeit wird sich mit der Geschichte Rumäniens im Zeitalter des Imperialismus auseinandersetzen. Das Hauptaugenmerk wird dabei die innen- und außenpolitische Entwicklung des Landes unter dem Hohenzoller Carol I. sein. „Die Rumänen bilden innerhalb des slawischen Osteuropa eine romanische Volks- undSprachinsel. Sie sind auf ihre lateinische Abstammung, Romanität und Zugehörigkeit zur west- und südwesteuropäischen Romania, vor allem auf ihre „Verwandtschaft“ mit den Franzosen sehr stolz. Das Romanitätsbewusstsein gehört zum festen Bestandteil ihrer nationalen Identität.“ 1 Der Name Rumänien soll auf die Herrschaft der Römer hinweisen. 2
Aus diesem Grund soll zuerst auf die rumänische Geschichte bis zum Jahre 1866, dem Jahr in dem Karl von Hohenzollern-Sigmaringen zum Fürsten ernannt wurde, eingegangen werden. Durch sein Engagement wurde Rumänien unabhängig. Die Rumänen wählten Karl 1881 schließlich zum König Carol I., zum ersten König Rumäniens.
Der zweite Teil wird sich mit der innenpolitischen Situation in Rumänien während der Herrschaft Carols befassen. Hierbei sollen vor allem die neue Verfassung, die Anerkennung Rumäniens und auf die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich thematisiert werden. Aber auch die Beziehungen Rumäniens, besonders zu Österreich-Ungarn und Russland, sollen beleuchtet werden. Des Weiteren soll innenpolitische Situation Rumäniens im Allgemeinen betrachtet werden, welche von Modernisierung und wirtschaftlichem Aufschwung geprägt, aber andererseits von bäuerlicher Verelendung betroffen war. Außerdem soll kurz auf die finanzielle Abhängigkeit Rumäniens hingewiesen werden.
Der Dreibund findet im dritten Teil seine Erwähnung. Es soll die Rolle Rumäniens in diesem geheimen Bündnis analysiert werden und auch die spätere Abwendung von diesem Bündnis erklärbar machen, welche sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges zeigt.
Der Vierte Teil wird sich mit der Problematik auf dem Balkan befassen. Dabei soll besonders auf die Interessen Rumäniens eingegangen werden. Vor allem müssen die
1 Kroner, Michael: Die Hohenzollern als Könige von Rumänien. Lebensbilder von vier Monarchen 1866-2004, Heilbronn 2004, S. 7.
2 Vgl. Klein, Horst G./Göring, Katja: Rumänische Landeskunde, Tübingen 1995, S. 48.
2
beiden Balkankriege aufgeführt werden, und die Frage geklärt werden, welche Absichten und welche Vorteile sich Rumänien durch einen Kriegseintritt versprach. Am Ende dieser Arbeit wird ein kurzes Fazit stehen und die Arbeit zum Abschluss bringen.
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2. Rumänien im historischen Kontext bis 1866
Die erste bekannte Besiedlung des rumänischen Gebietes 3 erfolgte bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. durch die Geten und Dakier. Seit dem Jahr 106 stand dieses Gebiet unter der Herrschaft der Römer, da Trajan eine gewaltsame Eingliederung in das Römische Reich vorantrieb. Seine romanischen Wurzeln erhielt Rumänien somit bereits zu Zeiten der Besatzung durch die Römer. Heute spiegelt sich dies schon im Namen „România“ wider. 4 Zudem betrachten sich die Rumänen als direkte Nachfolger der Dakier. 5 Während der Völkerwanderung wurde Rumänien auch von vielen verschiedenen Stämmen durchwandert, wie beispielsweise von den Goten oder Slawen. 6 Zum Ende des 7. Jahrhunderts war auch das Oströmische Reich durch die Eroberungen der Slawen auseinander gebrochen. Diese Slawen ließen sich im ganzen rumänischen Gebiet nieder, bevor dort die Magyaren (Ungarn) eindrangen. Die Ungarn nahmen um 1000 fast den ganzen Karpatenraum für sich in Besitz. In der Zeit zwischen 1000 und 1241 versuchten aber auch verschiedene Turkvölker, wie beispielsweise die Tartaren, Fuß in der Region zu fassen. Im Jahr 1241 kam es in der Region Moldau zu einem großen Einfall der Mongolen, welche für etwa 100 Jahre über dieses Territorium wachten. Die ungarische Führungsschicht war der andauernden Bedrohung aus dem Osten ausgeliefert. Die ungarische Árpárden-Dynastie jedoch drohte auszusterben, was praktisch zur faktischen Autonomie im 13. und 14. Jahrhundert führte. 7
In der Folgezeit gründeten sich die drei Fürstentümer Walachei, Moldau und Siebenbürgen, welche um 1600 kurzzeitig unter Mihai Viteazul, welcher auch unter dem Namen Michael der Tapfere bekannt ist, erfolgte. Sein erstes paneuropäisches Staatswesen wird als Wegbereiter des modernen Rumänien gesehen. Zum Ende des 18. Jahrhundert verschlechterte sich die Situation in den Fürstentümern Walachei und Moldau, da diese noch immer unter türkischer Herrschaft standen. Zudem erfolgte eine stärkere Bindung Siebenbürgens an Österreich-Ungarn, da 1716 der Banat und 1775 die Bukowina von Österreich-Ungarn annektiert wurden. Nationale Bestrebungen Rumäniens waren zu dieser Zeit kaum durchführbar. Somit befand sich Rumänien im Spannungsfeld zwischen Österreich-Ungarn und dem
3 Eine Karte des rumänischen Gebietes mit den historischen Regionen ist im Anhang zu finden.
4 Vgl. Kunze, Thomas/Walbe-Kunze, Ute: Rumänien. Geographie und Geschichte, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung, Pforzheim 2002, S. 18f.
5 Vgl. Kroner: Die Hohenzollern als Könige von Rumänien, S. 7.
6 Vgl. Kunze/Walbe-Kunze: Rumänien, S. 19f.
7 Vgl. Hagenberg-Miliu, Ebba: Rumänien, 4. Auflage, Bramsche 2003, S. 19ff.
4
Osmanischen Reich. Im Jahre 1812 besetzte zudem Russland Bessarabien, als Entschädigung für Russland, da diese bereits seit Peter dem Großen eine Beschützerrolle gegenüber Rumänien vor den Türken eingenommen hatten. 8 Die nationale Bewegung, welche die Gründung eines Nationalstaates zum Ziel hatte, war ein europäisches Phänomen dieser Zeit und auch in Rumänien existent. 9 Unter Alexander Cuzas Führung erfolgte 1859 die Vereinigung der Fürstentümer Walachei und Moldau. Bukarest wurde zur alleinigen Hauptstadt ernannt und das Gebiet erhielt 1861 seinen neuen Namen, „Rumänien“. Cuza schuf ferner eine neue Verwaltungs- und Rechtsordnung nach französischem Vorbild, machte die Klöster zum Eigentum des Staates und führte weitgehende liberale Reformen durch. Zwar verhalf ihm 1864 ein Staatsstreich zu den Mitteln für eine Agrarreform, aber diese Reform scheiterte bald am Widerspruch der Bojaren, radikaler Liberaler und Konservativen. Im Jahre 1866 organisierten Cuzas Gegner einen Gegenputsch, um einem fremden Fürsten an die Macht zu verhelfen, welcher das Land nach Außen repräsentieren konnte und auch international anerkannt war. 10 Die Wahl fiel folglich auf den Prinzen Karl aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen, der am 10. Mai 1866 vom rumänischen Parlament zum konstitutionellen Fürsten Carol I. proklamiert wurde. 11 Karl war zum Zeitpunkt seiner Wahl gerade einmal 27 Jahre alt und diente als Leutnant in der preußischen Armee. 12
3. Rumänien unter Carol I. (1866-1914)
Der wesentliche Grund für die Entscheidung für Carol I. war die Unterstützung durch Bismarck und Napoleon III., mit der eine internationale Garantie für die außenpolitische Sicherheit verbunden wurde. Diese Sicherheit hatte oberste Priorität, da Rumänien noch immer unter türkischer Oberherrschaft stand. 13 Des Weiteren sollten so auch innere Machtkämpfe beseitigt werden, um den Staat zu festigen. Mit der Einsetzung Carols erfolgte auch die Einführung einer neuen Verfassung für den rumänischen Staat. Vorbildwirkung hatte dafür die belgische Verfassung, welche
8 Vgl. Klein/Göring: Rumänische Landeskunde, S. 70ff.
9 Vgl. Völkl, Ekkehard: Rumänien. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, Regensburg 1995, S. 28.
10 Vgl. Klein/Göring: Rumänische Landeskunde, S. 75.
11 Vgl. Bulei, Ion: Kurze Geschichte Rumäniens, Bukarest 1998, S. 85.
12 Vgl. Kroner: Die Hohenzollern als Könige von Rumänien, S. 15.
13 Vgl. Klein/Göring: Rumänische Landeskunde, S. 75f.
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Arbeit zitieren:
Katja Schaffrath, 2009, Rumänien im Zeitalter des Imperialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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