Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 3
II. Imperien - eine Definition 3
III. Vortrag „Imperien - Ungeliebte Kinder der
Geschichtsdidaktik von Prof. Dr. Raimund Schulz. 4
IV. Imperien in den Geschichtsbüchern der Haupt-und
Realschule von Klasse 5 - 10 7
V. Zusammenfassung Schlusswort 11
VI. Bibliographie 13
I Einleitung
Imperien sind in der Geschichtsschreibung allgegenwärtig. Zu nennen wären allen voran das persische Imperium, das Heilige Römische Reich, das englische Empire und ebenso aktuelle Imperien, die diesen Begriff jedoch für sich selbst ablehnen wie beispielsweise die USA. Der Begriff „Imperium“ muss jedoch erst einmal geklärt werden, bevor er benutzt werden kann, und dies soll in der vorliegenden Arbeit geschehen. Des Weiteren wird auf den Vortrag von Raimund Schulz aufgebaut, der im Rahmen des „Imperien“- Kolloquiums an der Universität Hildesheim über Imperien als „die ungeliebten Kinder der Geschichtsdidaktik“ referierte. Im Anschluss an die Besprechung des Vortrages folgt eine Untersuchung der Geschichtsbücher für Haupt- und Realschule, da Schulz sich in seinem Vortrag nur auf das gymnasiale Curriculum bezog. Was bleibt also für Haupt- und Realschulen? Es wurde das verbreitete Lehrwerk „DenkMal“ für die Klassenstufen 5 - 10 genutzt, um diese Frage zu beantworten.
Auf die Untersuchung folgt das Fazit, in welchem zusammenfassend gesagt werden soll, inwiefern Imperien in der heutigen Geschichtsdidaktik wirklich vorkommen oder in welchem Maße sie von den Lehrkräften ignoriert werden (müssen), um den Zeitplan einhalten zu können.
II Imperien - eine Definition
In unterschiedlicher Literatur finden sich verschiedene Definitionen des Begriffs „Imperium“. Diese reichen von der Beschreibung eines „kooperativen Staatswesens mit regionalen und [...] lokalen Autonomien wie dem Heiligen Römischen Reich“ 1 bis zum chinesischen Imperium „mit seiner Tradition von Zentralverwaltung und nach gesamtstaatlichen Regeln ausgebildeter Bürokratie“ 2 . Es gibt verschiedenste Kriterien, die für die Bezeichnung eines Reiches oder eines Staatswesens als „Imperium“ zwingend gegeben sein müssen. Einmal zu nennen ist hier die Herrschaft über mehrere Völker und eine gewisse „Größe“ des herrschenden Staates. Über genauere Zahlen ist man sich natürlich nicht einig (beispielsweise existieren große Differenzen betreffend die territorialen Größe zwischen dem Heiligen Römischen Reich und dem Russländischen Imperium) 3 . Gehört zu der Definition auch dazu, dass das Land oder der Staat den Titel „Imperium“ selbst annimmt? Was ist dann mit denjenigen Staaten, die sich selbst „Res Publica“ nannten, was mit der UdSSR, den USA oder dem Deutschen Reich?
Münkler konturiert Imperien wie folgt: Sie grenzen sich erstens von einem Flächenstaat ab indem
1 Hans-Heinrich Nolte, Imperien, Schwalbach 2008, S. 5
2 Ebd.
3 Ebd.
3
letzterer durch eine „scharfe Linie“ 4 , das Imperium an seinen Rändern jedoch durch „Abstufungen der Macht“ 5 definiert sind; zweitens seien Imperien durch direkte Herrschaft anstelle von Hegemonialherrschaft im Rahmen des Hegemonialstaates zu definieren. Drittens grenzt er den Begriff „Imperien“ noch von dem Begriff „Imperialismus“ ab, indem er erklärt, beim „Imperium“ ohne „Imperialismus“ fehle die sogenannte „grand strategy“ 6 , d.h. der Plan zur Imperiumsgründung. Gegenüber Großreichen werden Imperien durch ihre zeitliche und räumliche Ausdehnung abgegrenzt - Frankreich und das wilhelminische Deutschland sind demnach „Failed Empires“ . 7
Münkler fasst diese Aspekte sehr gut zusammen, weshalb ich seinen Text an dieser Stelle zusammenfassend zitieren möchte:
„Imperien sind mehr als große Staaten; sie bewegen sich in einer ihnen eigenen Welt. Staaten sind in eine Ordnung eingebunden, die sie gemeinsam mit anderen Staaten geschaffen haben und über die sie daher nicht allein verfügen. Imperien dagegen verstehen sich als Schöpfer und Garanten einer Ordnung, die letztlich von ihnen abhängt und die sie gegen den Einbruch des Chaos, der für sie eine stete Bedrohung darstellt, verteidigen müssen.“ 8
III Vortrag „Imperien - ungeliebte Kinder der Geschichtsdidaktik von
Raimund Schulz
Obwohl von großer Bedeutung in der Geschichtsschreibung und in der Lage, das Geschichtsbild einer ganzen Epoche transportieren zu können, gelten Imperien in der Geschichtsdidaktik als „ungeliebte Kinder“. Sie finden und fanden kaum Einzug in den Unterrichtsinhalt, waren dank ihres großen Umfanges didaktisch schlecht aufbereitet und wurden deshalb gerne „fallen gelassen“. Es scheint weder Lehrkräften noch Institutionen, die sich mit Bildungsplänen beschäftigen, die Wichtigkeit und Bedeutung von Imperien für die Geschichtsschreibung bewusst zu sein. Mit Beginn der Geschichtsdidaktik wurde eine kultur- und menschengeprägte Geschichte vermittelt, welche versuchte, den „guten, bemühten Menschen“ darzustellen. Schon hier findet sich der Gegensatz zu den Inhalten, welche bei Imperien vermittelt werden müssten: Das Sehnen des Menschen nach Krieg und Herrschaft bei gleichzeitiger Beleuchtung der negativen Aspekte. Außerdem entstünde ein Konflikt dadurch, dass bei Imperien eher Strukturen, weniger einzelne
4 Herfried Münkler,Imperien, Berlin 2005, S. 18
5 Ebd.
6 Ebd.
7 Ebd., S. 23
8 Ebd., S. 2
4
Arbeit zitieren:
Svenja Strohmeier, 2011, Imperien - Ungeliebte Kinder der Geschichtsdidaktik?, München, GRIN Verlag GmbH
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