III
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis VI
Symbolverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis. IX
Abbildungsverzeichnis X
1. Einleitung 1
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Aufbau und Struktur der Arbeit 2
2. Definitionen/Begriffliche Grundlagen 3
2.1 Personalwirtschaft 3
2.2 Controlling 3
2.3 Personalcontrolling 5
2.4 Demografie 5
3. Personalcontrolling 5
3.1 Ziele und Facetten des Personalmanagements 5
3.1.1 Ziele 5
3.1.2 Facetten/Aufgaben 6
3.2 Formen und Methoden des Personalcontrollings 7
3.2.1 Operatives Personalcontrolling 7
3.2.2 Strategisches Personalcontrolling 7
3.2.3 Quantitativ orientiertes Personalcontrolling 8
3.2.4 Qualitativ orientiertes Personalcontrolling 9
3.3 Aufgabenfelder des Personalcontrollings 10
3.3.1 Personalbeschaffung 10
IV
3.3.2 Personaleinsatz 12
3.3.3 Personalerhaltung 13
3.3.4 Personalentwicklung 15
3.3.5 Personalfreisetzung 17
3.4 Ausgewählte Instrumente des quantitativen Personalcontrollings 20
3.4.1 Personalkosten(struktur)analyse 20
3.4.2 Kennzahlensysteme 22
3.4.3 Humanvermögensrechnung/Human Ressource Accounting 23
3.5 Ausgewählte Instrumente des qualitativen Personalcontrollings 26
3.5.1 Mitarbeiterbefragung 26
3.5.2 Personalbeurteilung 27
3.5.3 Personal-Portfolio 28
4. Demografischer Wandel. 31
4.1 Demografischer Wandel in der Bundesrepublik Deutschland 31
4.2 Daten und Fakten zum demografischen Wandel in der BRD 32
4.3 Aufbau und Struktur der deutschen Bevölkerung heute und in Zukunft 33
4.4 Demografische Entwicklungen im internationalen Vergleich 37
4.5 Implikationen des demografischen Wandels für die Unternehmen 39
5. Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Personalmanagement von Un-
ternehmen 40
5.1 Alternde Belegschaften 40
5.2 War for Talents - Fachkräftemangel 43
5.3 Potenzialfaktor Mitarbeiter - Mitarbeiter als wichtigste Ressource 46
6. Ausgewählte Personalmanagementstrategien zur Bewältigung des demografischen
Wandels 48
6.1 Personalpolitische Strategien 48
6.1.1 Retention Management 48
V
6.1.2 Rekrutierung von Mitarbeitern/Nachwuchskräften 50
6.1.3 Verlängerung der Beschäftigungsdauer 54
6.2 Wissensmanagement 55
6.2.1 Rahmenbedingungen für ein wissens- und demografieorientiertes Perso-
nalmanagement 56
6.2.2 Demografieorientierte Strategien zum Wissenserwerb, zur Wis-
sens (ver)teilung, -nutzung und -bewahrung 58
6.3 Personalcontrolling 60
6.3.1 Personalmarketingcontrolling 60
6.3.2 Personalbeschaffungscontrolling 62
6.3.3 Personaleinsatzcontrolling 64
6.3.4 Personalerhaltungscontrolling 66
6.3.5 Personalentwicklungscontrolling 67
6.3.6 Personalfreisetzungscontrolling 71
6.4 Breiterer Controlling-Instrumenteneinsatz in Unternehmen 73
6.4.1 SWOT-Analyse 73
6.4.2 Target Costing 75
7. Voraussetzungen zur Bewältigung des demografischen Wandels 79
7.1 Leistungsbereitschaft 79
7.2 Beschäftigungsfähigkeit 80
7.2.1 Gesundheit 81
7.2.2 Qualifikation 81
7.3 Unternehmens- und Führungskultur 82
7.3.1 Anforderungen an Führungskräfte 84
7.3.2 Ausrichtung der Führungskultur auf die älteren Mitarbeiter 86
8. Zusammenfassung/Ausblick 87
Literaturverzeichnis 90
VI
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung BRD Bundesrepublik Deutschland bzw. beziehungsweise ca. circa d. h. das heißt DGFP Deutsche Gesellschaft für Personalführung DINK Double income, no kids et al. et alli EU Europäische Union e. V. eingetragener Verein f. folgende ff. fort folgende ggf. gegebenenfalls HRA Human Resource Accounting i. d. R. in der Regel IW Institut der deutschen Wirtschaft KMU Kleine- und mittelständische Unternehmen MINT Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik Nr. Nummer OECD Organization for Economic Co-Operation and Development OEEC Organization for European Economic Cooperation o. g. oben genannte S. Seite s. g. so genannte u. a. unter anderem usw. und so weiter USA United States of America Vgl. vergleiche WHO World Health Organization
VII
z. B. zum Beispiel z. T. zum Teil
VIII
Symbolverzeichnis € Euro = gleich & kaufmännisches und * multiplizieren % Prozent im Hundert
IX
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Gegenüberstellung idealtypischer Merkmale des strategischen und
operativen Personalcontrollings 8
Tabelle 2: Vor- und Nachteile interner Beschaffungswege 11
Tabelle 3: Vor- und Nachteile externer Beschaffungswege 12
Tabelle 4: Lohngerechtigkeit und Indikatoren zur Messung 14
Tabelle 5: Beeinflussbarkeit der Personalkosten 21
Tabelle 6: Personal-Kennzahlen-System 23
Tabelle 7: Übersicht ausgewählter Varianten der 12. koordinierten Bevölkerungsvo-
rausberechnung 34
Tabelle 8: Bevölkerungsentwicklung in ausgewählten Länder 38
Tabelle 9: Instrumente der intern und extern orientierten Personalrekrutierung 51
X
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Messgrößen bei der Steuerung im Personalmanagement
Abbildung 2: Personalentwicklungsmaßnahmen
Abbildung 3: Interne und externe Personalfreistellung
Abbildung 4: Aufteilung der Personalkosten
Abbildung 5: Personal-Controlling mit Kennzahlen.
Abbildung 6: Formen der Personalbeurteilung
Abbildung 7: Personalportfolio nach Odiorne
Abbildung 8: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Abbildung 9: Bevölkerung nach Altersgruppen
Abbildung 10: Entwicklung der Weltbevölkerung nach Kontinenten, 1500 bis 2150
Abbildung 11: Rahmenbedingungen und Strategien des wissensorientierten Personal-
managements zur Begegnung des demografischen Wandels
Abbildung 12: Erweiterte SWOT-Analyse demografischer Wandel
Abbildung 13: Grundsätzliches Vorgehen des Target Costing im Vergleich zur klassi-
schen Methode
Abbildung 14: Festlegung, Entstehung und Beeinflussbarkeit der Kosten im Produktle-
benszyklus
Abbildung 15: Zielkostendiagramm
1
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung
„Kinder kriegen die Leute sowieso“, hat Konrad Adenauer damals beteuert. Heute würde der erste Kanzler der Bundesrepublik wohl ein anderes seiner berühmten Zitate ersuchen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ Denn mit seiner Beurteilung lag Adenauer fundamental daneben. Schon seit einiger Zeit bekommen die Deutschen essentiell weniger Nachwuchs als noch in den Wirtschaftswunder-Jahren. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Die Folge: Die heimische Bevölkerung schrumpft und altert zugleich. 1
Das Thema des demographischen Wandels ist gegenwärtiger denn je. Kaum vergeht eine Woche ohne Berichterstattung in den Medien. Es finden regelmäßige Kongresse statt und etliche nationale und internationale Institutionen haben diese Materie schon längst auf der Tagesordnung. Die Veröffentlichungen zum demografischen Wandel sind nicht mehr zu überschauen. Der demografische Wandel wird häufig als Gefahr des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fundaments der Gesellschaft gesehen und seine denkbaren Folgen bereiten vielen Menschen große Sorgen. 2 Die demografische Entwicklung wird erhebliche Auswirkungen auf das Personalmanagement in Organisationen, Verwaltungen und in den Unternehmen haben. Deshalb wird zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit ebenso über das ausreichend verfügbare qualifizierte Personal definiert werden und nicht nur über das Preis-Leistungs-Verhältnis und die innovativen Produkte. Viele Unternehmen und Organisationen, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (kurz: KMU), haben den Handlungsbedarf noch nicht erkannt. Ein Problem, dem sich KMU in naher Zukunft stellen müssen. Denn zwischen der Konzeption personalpolitischer Maßnahmen und deren Eintritt können mindestens fünf Jahre vergehen. Seit 2010 bestehen aufgrund der Entwicklung der Geburten- und Sterberaten und des damit verbundenen Alterungsprozesses der Belegschaften Verknappungsprobleme bei qualifizierten Fachkräften. 3 Durch die Globalisierung agieren die Unternehmen heute in einer Welt, die von Dynamik und Veränderung geprägt ist. Sie stehen vor der Herausforderung, gut qualifizierte, kreative und innovative, flexible und mobile, leistungsfähige und leistungsbereite Mitarbeiter zu beschäftigen und vor
1 Vgl. http://www.goethe.de/ges/soz/dos/dos/age/dgw/de138236.htm, Abruf am 06.01.2010.
2 Vgl. Brandenburg, Domschke (2007), S. 13.
3 Vgl. Flato, Reinbold-Scheible (2008), S. 7.
2
allem zu binden. 4 Diese Aufgabe wird nicht leicht. Denn verbunden mit der Globalisierung wurden in den letzten zwei Jahrzehnten verstärkt Rationalisierungen im Personalbereich getätigt. Ältere Mitarbeiter wurden als Last empfunden und bewertet. Aus heutiger Sicht ein Fehler. Bei entsprechender Qualifikation werden sie in wenigen Jahren eine gesuchte Zielgruppe sein. In Zukunft wird die Personalgewinnung und -bindung sowie der Erhalt der Arbeitsfähigkeit bis zum Renteneintritt eine große Herausforderung der Unternehmen sein. 5
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, dem Leser die Relevanz der Thematik näher zu bringen und vor allem auf die Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Personalcontrolling von Unternehmen hinzuweisen. Des Weiteren sollen dem Leser Personalmanagementstrategien und Voraussetzungen zur Bewältigung des demografischen Wandels dargelegt werden.
1.3 Aufbau und Struktur der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil werden die Grundlagen zu den beiden Hauptthemen Personalcontrolling/Personalmanagement und dem demografischen Wandel erläutert. Der zweite Abschnitt befasst sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels und mit den dadurch notwendigen Personalmanagementstrategien sowie den Voraussetzungen um den demografischen Wandel zu bewältigen. Im Kapitel 2 werden dem Leser zunächst die Begriffe Personalwirtschaft, Controlling, Personalcontrolling und Demografie erklärt. Anschließend erfolgt im Kapitel 3 die Betrachtung des Personalcontrollings. Im ersten Schritt werden die Ziele und Facetten des Personalmanagements dargestellt. Danach richtet sich der Fokus auf die Formen und Methoden des Personalcontrollings. Folgend werden die Aufgabenfelder des Personalcontrollings charakterisiert. Ebenso werden ausgewählte Instrumente des quantitativen und qualitativen Personalcontrollings beschrieben. Nach diesen Ausführungen wird im Kapitel 4 auf den demografischen Wandel eingegangen. Hier werden die Punkte demografischer Wandel in der BRD, die Daten und Fakten zum demografischen Wandel, den
4 Vgl. Brandenburg, Domschke (2007), S. 14.
5 Vgl. Flato, Reinbold-Scheible (2008), S. 7.
3
Aufbau und die Struktur der deutschen Bevölkerung heute und in Zukunft, die Entwicklungen im internationalen Vergleich sowie die Implikationen des demografischen Wandels für die Unternehmen abgearbeitet. Im Kapitel 5 werden die Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Personalmanagement von Unternehmen beschrieben. Daraus lassen sich Personalmanagementstrategien ableiten, die im Kapitel 6 charakterisiert werden. Im Einzelnen wird auf die personalpolitischen Strategien, Wissensmanagement, Personalcontrolling und auf einen breiteren Controlling-Instrumenteneinsatz in Unternehmen eingegangen. Das Kapitel 7 befasst sich mit den Voraussetzungen zur Bewältigung des demografischen Wandels und geht auf die Themen Leistungsbereitschaft, Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmens- und Führungskultur ein. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung und ein Ausblick.
2. Definitionen/Begriffliche Grundlagen
2.1 Personalwirtschaft
Die Personalwirtschaft ist auf die Planung, Steuerung und Kontrolle der Ressource Personal als strategischer Wettbewerbs- und Erfolgsfaktor ausgerichtet. 6 Es stellt damit eine umfassende Funktion dar, die in allen Organisationen auftritt und insbesondere die Bereitstellung sowie den zielorientierten Einsatz von in Abhängigkeit der Beschäftigung stehenden Personen umfasst. 7 In der deutschsprachigen Literatur wird oft auch von Personalwesen oder Personalmanagement anstelle von Personalwirtschaft gesprochen. 8
2.2 Controlling
In der Literatur finden sich diverse Definitionsansätze des Controllings. Reichmann sieht Controlling als Informationsversorgungssystem eines Unternehmens. Basis für die Informationsgewinnung, -aufbereitung, und -verwertung ist i. d. R. das Rechnungswesen sowie externe Quellen. 9 Er definiert es als „die zielbezogene Unterstützung von Führungsaufgaben, die der systemgestützten Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung zur Planerstellung, Koordination und Kontrolle dient, es ist eine rechnungswesen- und vorsystemgestützte Systematik zur Verbesserung der Entscheidungs-
6 Vgl. Piazza (2010),S. 117; Scholz (2000), S. 1 f.
7 Vgl. Piazza (2010), S. 117.
8 An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass die Begriffe „Personalwirtschaft“,
„Personalwesen“ und „Personalmanagement“ in dieser Arbeit gleichbedeutend, im Sinne von Synony-
menverwendet werden.
9 Vgl. Eschenbach, Siller (2009), S. 49.
4
fähigkeit auf allen Führungsstufen der Unternehmung.“ 10 Eine andere Controlling-Konzeption geht vom Modell des kybernetischen Regelkreises aus und versteht das Controlling als Regelmechanismus und Abfolge von Planung und Kontrolle. Zu diesem Regelkreis gehören auch Informationen, so dass in diesem Konzept die Informations-versorgung, ähnlich wie es Reichmann definiert, mit inbegriffen ist. 11 Ziegenbein grenzt das Controlling als die „Bereitstellung von Methoden (Techniken, Instrumenten, Modelle, Denkmuster) und Informationen für arbeitsteilig ablaufende Planungs- und Kontrollprozesse sowie die funktionsübergreifende Koordination (Abstimmung) dieser Prozesse“ 12 ab. Horváths Definition des Controllings ist ein Führungssubsystem, „das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd er-gebniszielorientiert koordiniert und so die Adaption und Koordination des Gesamtsys- temsunterstützt.“ 13 Die systembildende Koordination dient der Planung, dem Aufbau und der Betreuung eines Systems zur Abstimmung zwischen Planungs-, Kontroll- und Informationsversorgungsystem. Die systemkoppelnde Koordination bedeutet die Integration eines Systemgefüges. Das Controlling soll dementsprechend auch die unterschiedlichen Führungs- und Schnittstellenfunktionen koordinieren, um Bereichsziele und Unternehmensziele in Einklang zu bringen. 14 Weber und Schäffer postulieren ein rationalitätsorientiertes Konzept. Das Ziel ist daher die Sicherstellung der zweckrationalen Führung, also einer effizienten und effektiven Führung. 15 Aus Emotionen, bestimmten Werthaltungen oder aus traditionellen Motiven getroffene Entscheidungen, sollen dabei ausgeschlossen werden. 16 „Rationalität misst sich dabei an einer effizienten Mit- telverwendung beigegebenen Zwecken.“ 17 Zur Sicherstellung liefert dabei das Controlling das Fach- und Methodenwissen in Form von entsprechenden Instrumenten sowie die Unternehmensdaten für den Führungsprozess. 18
10 Reichmann (2006), S. 13.
11 Vgl. Eschenbach, Siller (2009), S. 51.
12 Ziegenbein (2004), S. 23.
13 Horvath (2009), S. 125.
14 Vgl. Eschenbach, Siller (2009), S. 52.
15 Vgl. Weber, Schäffer (2008), S. 43.
16 Vgl. Eschenbach, Siller (2009), S. 53.
17 Weber, Schäffer (2008), S. 44.
18 Vgl. Holland-Letz (2008), S. 10.
5
2.3 Personalcontrolling
Unter Personalcontrolling wird ein planungsgestütztes, integratives Evaluationsdenken und -rechnen zur Bewertung von Entscheidungen zum Personalmanagement und insbesondere zu deren ökonomischen und sozialen Folgen verstanden. 19 Dabei stehen die organisationsinterne Service- und Beratungsfunktion sowie das Steuerungsinstrument im Vordergrund. Das Ziel ist es, eine optimale Wertschöpfung der menschlichen Ressource zu erreichen. 20
2.4 Demografie
Die Demografie befasst sich mit der Beschreibung von Verteilung, Größe, Struktur und Veränderung von Populationen, wobei Mortalität, Fertilität und Migration die zentralen Einflussgrößen demografischer Analysen sind. 21 Der Begriff demografischer Wandel bezieht sich aus personalwirtschaftlicher Perspektive in erster Linie auf die tatsächlichen Entwicklungen am Arbeitsmarkt, welche die Arbeitsmarktforschung 22 unternehmensspezifisch analysiert und vor allem für die Personalbeschaffung und -planung zielgerecht aufbereitet. Das passiert vor dem Hintergrund, die Diskrepanzen zwischen vorhersehbarer Unternehmensentwicklung und globaler Entwicklung zu analysieren und angemessene Strategien zur Bewältigung dieser Missverhältnisse zu formulieren. 23
3. Personalcontrolling
3.1 Ziele und Facetten des Personalmanagements
3.1.1 Ziele
Die Einhaltung der personalwirtschaftlichen Ziele ist nicht nur die Aufgabe der Personalabteilung, sondern auch der Unternehmensleitung. Die Führungskräfte in den unterschiedlichen Abteilungen und der Betriebsrat sollten diese Ziele ebenfalls verfolgen.
19 Vgl. Wunderer, Schlagenhaufer (1994), S. 17.
20 Vgl. Wunderer (1989), S. 244; Wunderer (1992), S. 959.
21 Vgl. Dinkel (1989), S. 1 ff; Wunderer, Dick (2007) S. 38.
22 Vgl. Berthel (1995), S. 175 ff.
23 Vgl. Fröhlich, Gieffers (1989), S. 21.
6
Die Ziele des Personalmanagements können in wirtschaftliche und soziale Ziele unterteilt werden. 24
Die wirtschaftlichen Ziele dienen der Versorgung des Unternehmens mit bestgeeigneten Mitarbeitern unter Berücksichtigung des ökonomischen Prinzips. Zu den wirtschaftlichen Zielen gehört unter anderem der optimale Einsatz des Faktors menschliche Arbeit und die bestmögliche Kombination mit den restlichen Einsatzfaktoren. Des Weiteren ist die Minimierung der Kosten aller Einsatzfaktoren und die Gewinnmaximierung nach dem ökonomischen Prinzip ein wirtschaftliches Ziel. Die Steigerung der menschlichen Arbeitsleistung und die Nutzung der Kreativität und Erfahrung gehören ebenso zu diesen Zielen. Leider stehen sich die wirtschaftlichen und die sozialen Ziele teilweise konträr gegenüber. 25
Die Bedürfnisse, Interessen und Erwartungen, aber auch die Forderungen der Mitarbeiter spiegeln die sozialen Ziele wieder. Diese sollen zu einer Verbesserung materieller und immaterieller Arbeitsbedingungen führen. Die sozialen Ziele stehen in einem direkten Zusammenhang mit der personal- und sozialpolitischen Gestaltung in Unternehmen. Zu diesen Zielen zählen die Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung, Entlohnungsformen, Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutzmaßnahmen und Mitbestimmung sowie Personalführung und Personalentwicklung. 26
3.1.2 Facetten/Aufgaben
Die Aufgabengebiete des Personalmanagements sind vielseitig. Diese werden nachfolgend genannt und unter Punkt 3.3 ausführlicher beschrieben. Zu den zahlreichen Aufgaben des Personalmanagements gehören die Personalplanung, Personalbeschaffung, Personaleinsatz, Personalführung und Personalentlohnung. Ebenso zählen die Personalentwicklung, Personalfreisetzung, Personalverwaltung, Personalpolitik sowie Personal-organisation und das Personalcontrolling zu den Aufgabenbereichen des Personalmanagements. 27 Grundsätzlich kann das Personalcontrolling in eine operative und strategische Dimension unterteilt werden. Des Weiteren sei der Unterscheidungsansatz zwi- 24 Vgl. Olfert (2006),S. 25.
25 Vgl. Olfert (2006), S. 26.
26 Vgl. Huber (2010), S. 11; Olfert (2006), S. 26.
27 Vgl. Olfert (2006), S. 27 ff.
7
schen quantitativem und qualitativem Personalcontrolling genannt. 28 Diese Ansätze und Dimensionen werden im folgenden Abschnitt vorgestellt.
3.2 Formen und Methoden des Personalcontrollings
3.2.1 Operatives Personalcontrolling
Das operative Personalcontrolling befasst sich im quantitativen Bereich vor allem mit Kosten- und Wirtschaftlichkeitsgrößen. Im qualitativen Bereich geht es hauptsächlich um die Qualität und Wirksamkeit von Prozessen, Strukturen, Verhaltens- und Denkmustern sowie von Führung und Personalmanagement. 29 Die Tabelle 1 verdeutlicht idealtypische Merkmalsunterschiede zwischen dem operativen und strategischen Personalcontrolling. Diese sollen sich in der Praxis ergänzen. Für die Unternehmen sind nicht die Begriffe und deren Ausprägungen, sondern konkrete Aufgaben und Aktivitäten sowie der Einsatz von Instrumenten von praktischer Bedeutung. 30
3.2.2 Strategisches Personalcontrolling
Ein bedeutendes Kriterium für die strategische Orientierung von Unternehmen ist die Zukunftsausrichtung. Durch den stetigen Wandel in den Unternehmen und der Gesellschaft werden immer neue Herausforderungen an die Zukunfts- und Anpassungsfähigkeit der Unternehmen gestellt. Das Personalcontrolling, welches früher auf einem vergangenheits- und gegenwartsbezogenen Berichtswesen aufgebaut gewesen ist, musste ergänzt werden, um eine qualitative und antizipative Steuerungsfunktion für die Unternehmen erfüllen zu können. Es muss exakt mit den Zielen und Inhalten des Unternehmenscontrollings in Einklang gebracht werden. Hier setzen die wesentlichen Aufgabeninhalte des strategischen Personalcontrollings an. 31 Die Aufgaben des strategischen Personalcontrollings konzentrieren sich auf die Programm- und Zielevaluation. Es geht dabei um die Evaluation der Personalstrategie innerhalb der Unternehmensstrategie und die Evaluation der Umsetzung von Strategien in konkreten Maßnahmen und Instrumenten. 32 Der Arbeitskreis Personalcontrolling der Deutschen Gesellschaft für Personalfüh-
28 Vgl. Wunderer,Schlagenhaufer (1994), S. 16.
29 Vgl. Wunderer, Jaritz (2007), S. 18.
30 Vgl. Zdrowomyslaw (2007), S. 51 f.
31 Vgl. Zdrowomyslaw (2007), S. 52.
32 Vgl. Wunderer, Schlagenhaufer (1994), S. 16; Wunderer, Jaritz (2007), S. 18.
8
rung e.V. (kurz: DGFP e.V.) leitet folgende Definition aus den Merkmalen einer Strate- gieab: „Strategisches Personalcontrolling ist eine Unterstützungsfunktion des strategischen Personalmanagements. Diese Unterstützungsfunktion besteht in der Beteiligung an den Aktivitäten zur Steuerung des Aufbaus und der Nutzung von Humanressourcen als Erfolgspotenzial zur Sicherung der Erreichung der Unternehmensziele.“ 33
Tabelle 1: Gegenüberstellung idealtypischer Merkmale des strategischen und operativen
In der Praxis zeigt sich, dass das operative Personalcontrolling wesentlich verbreiteter ist als das strategische Personalcontrolling. 34
3.2.3 Quantitativ orientiertes Personalcontrolling
Das quantitative Personalcontrolling ist ein tendenziell operativ orientiertes Controlling. Im Fokus steht die Nutzung der ökonomischen Faktoren Arbeit, Betriebsmittel und Werkstoffe. Charakteristisch für diese Controlling-Art ist das Wirkungskettendenken
33 DGFP e.V. (2001), S. 21.
34 Vgl. Wunderer, Jaritz (2007), S. 18; Zdrowomyslaw (2007), S. 52.
9
(Beschaffung-Fertigung-Absatz). Es wird eine kurzfristige Gewinnmaximierung angestrebt, demnach ein quantitatives Wachstum. Das quantitative Personalcontrolling ist ein Kennzahlen-Controlling, welches weitgehend materiell orientiert ist und die Steuerung des Gewinns fokussiert. 35
3.2.4 Qualitativ orientiertes Personalcontrolling
Das qualitative Personalcontrolling ist ein tendenziell strategisch ausgerichtetes Controlling. Der Einsatz menschlicher und ökonomischer Potenziale steht im Vordergrund. Im Kontext mit dieser Controlling-Art werden daher Begriffe wie Leitbild, Motivation oder Kreativität genannt. Das qualitative Personalcontrolling wird von einem Wirkungsnetzdenken (Umwelt-Unternehmen-Mensch) dominiert. Mithilfe eines qualitativen Wachstums soll die langfristige Zukunft der Unternehmung gesichert werden. Das qualitative Personalcontrolling ist dementsprechend ein Leitbild-Controlling, das immateriell und materiell orientiert ist. Im Gegensatz zum quantitativen Personalcontrolling, das weitgehend quantitative und damit verhältnismäßig leicht messbare Größen verwendet, agiert das qualitative Personalcontrolling mit qualitativen Daten, die nicht immer eindeutig quantifizierbar sind und deren Zuordnung unter Umständen Schwierigkeiten bereitet. Daher befasst sich das qualitative Personalcontrolling vermehrt mit der Potenzialsteuerung. 36
Die qualitative Steuerung scheint in der Personalmanagementpraxis leicht zu dominieren, auch wenn in einigen Unternehmen überwiegend quantitative Steuerungselemente verwendet werden, wie in Abbildung 1 zu sehen ist. Viele Unternehmen verwenden jedoch eine ausgewogene Steuerung. 37 Wie bereits unter Punkt 3.1.2 erwähnt, wird im nächsten Abschnitt dieser Arbeit auf die Aufgabenfelder des Personalcontrollings eingegangen.
35 Vgl. Mayer (1993), S. 44; Prasch (1990), S. 505; Wunderer, Jaritz (2007), S. 17.
36 Vgl. Mayer (1993), S. 44; Prasch (1990), S. 505; Wunderer, Jaritz (2007), S. 17.
37 Vgl. Wunderer, Jaritz (2007), S. 17.
10
Abbildung 1: Messgrößen bei der Steuerung im Personalmanagement (Quelle: entnommen aus Wunderer, Jaritz (2007), S. 18.)
3.3 Aufgabenfelder des Personalcontrollings
3.3.1 Personalbeschaffung
Eine der wichtigsten personalwirtschaftlichen Aufgaben ist die Personalbeschaffung auf dem unternehmensinternen oder -externen Arbeitsmarkt. Durch die Beschaffung von Personal wird die Ressource bereitgestellt, ohne die kein Unternehmen erfolgreich arbeiten kann. Die Qualität der Personalbeschaffung trägt erheblich zum Ergebnis dieser Arbeit bei. Allerdings steht die Qualität der Beschaffung im Zusammenhang mit der Erforschung, Erschließung und Nutzung des externen Arbeitsmarkts eines Unternehmens, vom erfolgreichen Aufbau qualifizierter Personalpotenziale auf dem internen Arbeitsmarkt, von der Bewerberauswahl sowie der Einarbeitung und Zuweisung der akzeptierten Bewerber in vakante Stellen. 38
Die Aufgabe der Personalbeschaffung ist es, die Gewinnung des erforderlichen Personals nach Zahl und Qualifikation zu dem benötigten Termin so vorzubereiten, dass sich Personalbedarf und -bestand jeweils decken. 39 Besteht eine Differenz zwischen Perso-nalbestand und Personalbedarf in zeitlicher, örtlicher, quantitativer oder qualitativer Hinsicht, müssen Veränderungsmaßnahmen ergriffen werden. 40 Die Personalbeschaffung kann über interne oder externe Beschaffungswege erfolgen. Zu den internen Be-
38 Vgl. Drumm (2008),S. 275.
39 Vgl. Olfert (2006), S. 101.
40 Vgl. Scholz (2000), S. 383.
11
schaffungswegen zählen die innerbetriebliche Stellenausschreibung, Personalentwicklung, Versetzung, Mehrarbeit sowie Urlaubsverschiebung. 41 Die Vor- und Nachteile dieser Beschaffungsart werden in der folgenden Tabelle 2 verdeutlicht.
Als externe Beschaffungswege sollen öffentliche Arbeitsvermittlung, private Arbeitsvermittlung, Personalberater, Stellenanzeigen, Arbeitnehmerüberlassung und sonstige Beschaffungswege unterschieden werden. 42 Die nachstehende Tabelle 3 veranschaulicht die Vor- und Nachteile dieser Art der Personalbeschaffung.
41 Vgl. Olfert (2006), S. 106 f.
42 Vgl. Olfert (2006), S. 113.
12
3.3.2 Personaleinsatz
Der Personaleinsatz befasst sich mit der Zuordnung von Arbeitsaufgaben zu Mitarbeitern. Das Ziel ist eine möglichst genaue Deckung zwischen Anforderungs- und Qualifikationsprofil sowie des kurzfristigen Personalbedarfs in einem Unternehmensbereich. 43 Dieses Ziel findet völlige Übereinstimmung mit dem Ziel der Bewerberauswahl bei interner Personalbeschaffung und weitgehende Kongruenz der Ziele bei externer Beschaffung. Bei internen Versetzungsproblemen verschwindet diese Identität nur scheinbar. Hier sind die bereits bekannten Fähigkeitsvektoren mit den Anforderungsvektoren zu vergleichen. Daraus resultieren die Zuweisungskriterien der Eignung, der Sozialverträglichkeit und der positiven motivationalen Effekte. 44 Der Personaleinsatz kann unter zwei Aspekten wahrgenommen werden. Zeitpunktbezogen ist der Personaleinsatz als qualitative, quantitative und zeitliche Zuordnung zu verstehen. Diese wird im Rahmen der Personaleinsatzplanung vorbereitet. Wird der Personaleinsatz zeitraumbezogen betrachtet, beginnt er nach der Personalbeschaffung i. d. R. mit der Probezeit und endet am letzten Tag der Anwesenheit des Mitarbeiters im Unter-
43 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/72029/personaleinsatz-v5.html, Abrufam 25.02.2011.
44 Vgl. Drumm (2008), S. 310.
13
nehmen. 45 Der Mitarbeiter stellt dem Unternehmen seine Arbeitskraft zur Verfügung und erbringt eine Leistung. Im Folgenden wird auf die Begriffe Arbeit und Leistung kurz eingegangen.
Die Tätigkeit eines Menschen, die der Erfüllung einer Aufgabe dient, wird als Arbeit bezeichnet. Im ergonomischen Sinne kann sie als Summe von Energie und Informationen definiert werden, die bei der Ausführung von Arbeitsaufgaben durch den Menschen umgesetzt bzw. verarbeitet werden. Sie umfasst sowohl die geistige als auch die physische/körperliche Arbeit. 46
Aus der menschlichen Arbeit resultiert das bewertete Ergebnis, die Leistung. Sie umfasst die benötigte Zeit zur Erledigung einer Aufgabe sowie die Qualität und die Quantität der Ergebnisse. Die Leistung eines Arbeitnehmers unterscheidet sich im Hinblick auf ihre qualitativen und quantitativen Elemente erheblich. Die qualitativen Elemente werden tendenziell stärker, je höher der einzelne Arbeitsplatz hierarchisch angesiedelt ist. Die Leistung wird durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst. Dazu zählen die inneren Leistungsfaktoren wie z. B. die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft des Mitarbeiters. Eine große Rolle spielen ebenso die äußeren Leistungsfaktoren. Zu nennen sind die Arbeits-, die Gruppen-, die Unternehmens- und die Umfeldsituation. 47 Im nächsten Punkt wird die Personalerhaltung näher beschrieben.
3.3.3 Personalerhaltung
Unter Personalerhaltung versteht man die Maßnahmen/Instrumente, die erforderlich sind, um das existente Personal an die Unternehmung zu binden und zu verhindern, dass es zu Austrittserscheinungen kommt. Es macht keinen Sinn, für diese Kennzahl einen Wert „Null“ zu hinterlegen, da es zu einem natürlichen und rechtlich bedingten Aus- scheidender Mitarbeiter durch z. B. Pensionierung oder Tod kommt. Es geht vielmehr darum, die Kündigungen der Mitarbeiter in einem bestimmten, geringen Umfang zu halten. 48 Die Maßnahmen Entlohnung, Erfolgsbeteiligung, Altersversorgung und sonstige Sozialleistungen kommen zur Personalerhaltung zum Einsatz. Im kommenden Teil
45 Vgl. Olfert (2006), S. 173 f.
46 Vgl. Olfert (2006), S. 174.
47 Vgl. Olfert (2006), S. 175 f.
48 Vgl. Hentze, Graf (2005), S. 3.
Arbeit zitieren:
David Henneke, 2011, Personalcontrolling vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, München, GRIN Verlag GmbH
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