Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 3
2. Das synoptische Problem. 3
3. Die Zweiquellentheorie. 4
3.1. Inhalt 4
3.2. Argumente für die Zweiquellentheorie. 4
3.3. Argumente gegen die Zweiquellentheorie 6
4. Fazit 7
5. Literaturverzeichnis 8
2
Einleitung
Wenn man sich intensiver mit dem Neuen Testament der Bibel beschäftigt, fällt auf, dass sich die vier Evangelien in ihrem Textsinn nicht verschieden sind. Die ersten drei Evangelien ähneln sich sogar so stark, dass sie in ihrem Wortlaut teilweise nicht zu unterscheiden sind. Die biblisch- kritische Exegese beschäftigt sich mit diesem Phänomen und formuliert folgende Frage:
„Wie erklärt sich die große literarische Verwandtschaft der synoptischen Evangelien untereinander, und worauf lassen sich die trotz der so weitgehenden Übereinstimmung vorhandenen Differenzen zurückführen?“ 1
Ausgehend von dieser Frage, werde ich im Folgendem zunächst erläutern, welche die synoptischen Evangelien sind und was das sogenannte synoptische Problem beinhaltet. Da es mehrere Thesen gibt, die versuchen auf die oben gestellte Frage Antwort zu geben, stütze ich mich nur auf eine spezielle Theorie, die ich als die Sinnvollste ansehe. Am Ende wird deutlich, aus welchen Gründen ich diese Hypothese für die Ergiebigste gegenüber den Restlichen halte. Jedoch werden neben vielen Begründungen für die These auch Argumente gegen sie geäußert. Diese werde ich gegenüberstellen und kurz einen weiteren Ansatzpunkt aufstellen, der die sogenannte Zweiquellentheorie erweitern könnte.
2. Das synoptische Problem
Die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas werden auch als synoptische Evangelien bezeichnet, weil sie sich an manchen Stellen im Wortlaut, Aufbau und Inhalt kaum voneinander unterscheiden. Somit können sie nebeneinander gestellt werden. Solch eine Gegenüberstellung wird als „’Synopse’ (Zusammenschau)“ 2 bezeichnet. Aufgrund abweichender Formulierungen gehört das Evangelium des Johannes nicht zu den synoptischen Evangelien. Aus diesem Grund wird es hier nicht behandelt. Wenn die synoptischen Evangelien gegenübergestellt werden, fällt auf, dass manche Abschnitte bei allen wörtlich übereinstimmen, diverse Passagen des Mt bzw. des Lk jeweils nur Gemeinsamkeiten mit dem Mk aufweisen und bei anderen ist keine Kongruenz zu entdecken. Aus dieser Beobachtung ergibt sich das sogenannte „synoptische Problem“. 3 In
1 K.- M. BULL, Bibelkunde des Neuen Testaments, 14.
2 Ebd., 13.
3 Ebd., 14.
3
der Forschung gibt es verschiedene Ansätze, die versuchen diesem Problem zu begegnen. Beispielsweise werden eine Traditionshypothese, Fragmentenhypothese, Urevangeliumshypothese und Benutzungshypothesen definiert. 4 Einen weiteren Lösungsversuch bietet die Zweiquellentheorie, 5 auf die ich mich ausschließlich beziehen werde, weil dies sonst den Umfang dieser Arbeit übersteigen würde.
3. Die Zweiquellentheorie
3.1. Inhalt
Christian Hermann Weisse 6 wird als Wegbereiter der Zweiquellentheorie angesehen. Im Jahre 1838 erläuterte er seine These, dass das Mt und Lk anhand zweier Quellen ent-standen ist. 7 Genauer gesagt beinhaltet die Zweiquellentheorie, dass die Verfasser des Mt und des Lk unabhängig voneinander das Evangelium nach Markus als Fundament nutzten. Diese Auffälligkeit wird als „Mk- Priorität“ 8 bezeichnet. Zudem sollen sie eine weitere gemeinsame Vorlage genutzt haben. Sie wird als Logienquelle Q bezeichnet, da sie „überwiegend aus Spruchgut (Logien [...] [und] Gleichnisse Jesu [...]) besteht.“ 9 Die Logienquelle ist eine „hypothetische Quelle, die aus dem Vergleich der Stoffe bei Mt und Lk rekonstruiert werden muss.“ 10 Jedoch weisen das Mt und das Lk Inhalte vor, die sie nicht gemeinsam haben und die nicht im Mk zu finden sind. Diese Quelle wird als Sondergut bezeichnet. 11 Die Theorie beinhaltet zudem, dass das Mk das Älteste der drei Synopsen ist. 12
3.2. Argumente für die Zweiquellentheorie
Sowohl die Anzahl der Perikopen, die Sprache, als auch größtenteils der Ablauf der Geschehnisse der synoptischen Evangelien sprechen dafür, dass die Verfasser vom Mt und Lk das Evangelium nach Markus als gemeinsame Quelle nutzten. Es finden sich nahezu alle Bibelstellen des Mk auch im Mt und Lk, außer Mk 4,26- 29 und Mk 8,22- 26. 13 Zusätzlich sind Abschnitte des Lk bzw. Mt vorhanden, die im Wortlaut des Mk identisch
4 Vgl. I. BROER, Einleitung in das Neue Testament, 43.
5 Vgl. K.- M., BULL, Bibelkunde des Neuen Testaments, 13-14.
6 Christian Hermann Weisse war ein protestantischer Theologe und Philosoph, der von 1801 bis 1866 lebte. (vgl. K.- G.,WESSELING, Weise.)
7 Vgl. U. BAUER, Das synoptische Problem, 55.
8 L. BORMANN, Bibelkunde, 168.
9 M. GIELEN, Zweiquellentheorie, 1514.
10 M. EBNER, Die synoptische Frage, 75.
11 vgl. M. GIELEN, Zweiquellentheorie, 1513- 1514.
12 vgl. K.- M. BULL, Bibelkunde des Neuen Testaments, 14.
13 Vgl. S. SCHREIBER, Begleiter durch das Neue Testament, 36.
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Arbeit zitieren:
Elisabeth Esch, 2011, Zweiquellentheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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