Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Was sind neue Medien und was ist das Neue an ihnen? 3
3. Medienpädagogik für 0-6 Jährige - Inhalt, Ziel und Zweck 4
4. Das neue Medium Computer im Kindergarten 8
5. Ausblick und Zusammenfassung 15
6. Literaturverzeichnis 19
7. Internetverzeichnis 20
1. Einleitung
Kinder wachsen heutzutage von Geburt an mit Medien auf und sogar Säuglinge wenden sich Reizquellen mit Leucht- und Geräuscheffekten zu. Vom ersten Lebenstag an sind Kinder also bereits von Medien umgeben und hatten in der Regel bis spätestens zum Schuleintritt Kontakt
zur gesamten Medienwelt 1 . Dabei sind ihnen Medien nicht nur zu Hause und/oder unter elterlicher Kontrolle, sondern auch in der sozialen Umwelt, wie z.B. durch Geschwister, Freunde, Verwandte oder in Kindergarten und Schule begegnet. Sie begegnen Medien nicht nur bei der morgendlichen Radiosendung, sondern auch beim Hören von Musik, Ansehen von Büchern, Hörspielen am Nachmittag oder Fernsehabenden. Es gibt sogar Eltern, die ihren dreijährigen Kindern einen Computer kaufen, um sie so früh wie möglich mit den Grundlagen für eine
spätere Berufstätigkeit vertraut zu machen 2 und ihnen damit den Weg für ein lebenslanges globales Lernen ermöglichen 3 . Somit sind kindliche Lebenswelten heute immer auch in hohem Maße Medienwelten. Mit dieser Tatsache müssen sich Eltern, pädagogisch arbeitendes Personal, Gesellschaft und Politik abfinden 4 , denn Medien sind allgegenwärtig 5 . Dadurch, dass die öffentlichen Räume als immer gefährlicher angesehen werden (bspw. durch den Straßenverkehr) und es für viele Kinder nicht mehr genug Möglichkeiten gibt, unmittelbar sinnliche Erfahrungen bei der selbstständigen Eroberung des sozialen Nahraums zu erleben 6 , bieten - laut dem Erziehungswissenschaftler Dieter Baacke - Kinder- oder besser Medienzimmer, gerade kleinen Kindern viele Gelegenheiten mit Medien zusammenzutreffen,
jedoch nicht aus Langeweile, sondern um die Neugier auf Welterfahrungen zu befriedigen 7 . Somit spinnen Medienwelten Kinder mit jedem Lebensjahr mehr in ihr Netz ein. Vor diesem Hintergrund muss Medienpädagogik bzw. Medienerziehung zukünftig eine Rolle auch in der pädagogischen Arbeit im Kindergarten spielen, damit sich die Kinder so früh wie möglich eine gewisse Medienkompetenz aneignen können, denn die heutige Medienwelt ist auch eine große Müllhalde, die die Persönlichkeitsentwicklung und Ausformung der Kinder erheblich behindern kann, so die Medienpädagogin Helga Theunert 8 . Dabei kommt es nicht unbedingt auf den direkten Umgang mit den verschiedenen Medien im Kindergarten an, auch die Ge- 1 Theunert,„Alltagsbegleiter von Anfang an…“, S. 10
2 vgl. Bundeszentrale für politische Aufklärung, „Über Medien reden - Eine Broschüre für Eltern“, S. 2f
3 Krey, ,,Kritische Analyse zum Einsatz neuer Medien im Elementarbereich“
4 Nolting, „Computer, CD´s, Bücher und Co.“, S. 7
5 Baacke, „Die 0-5 Jährigen“, S. 350
6 Neuß, „Medienbildung und Bildung im Kindergarten“, S. 489
7 Baacke, „Die 0-5 jährigen“, S. 356f
8 vgl. Theunert, „Alltagsbegleiter von Anfang an…“, S. 11
spräche oder eine Reflektion der Medienerfahrungen mit den Kindern sind hilfreich, um die Kinder kompetent für die Medienwelt zu machen.
Diese Arbeit möchte allgemein einen Überblick über aktuelle medienpädagogische Veränderungen in den Kindergärten geben, sich an diesen Veränderungen anlehnen, sich im Speziellen mit neuen Medien und im Konkreten mit dem Einsatz von Computern in Kindergärten als zusätzliches Spiel- und vor allem Lerninstrument beschäftigen, da Computer aus unserem Alltag (bspw. Bank, Supermarktkasse, Parkautomat, privater PC in jeder zweiten Familie) nicht mehr wegzudenken sind und auch von den Kleinsten immer selbstverständlicher benutzt
werden 9 . Es ist an der Zeit sich umzustellen, allein aus dem Grund, dass Kinder mit multimedialen Erfahrungen in die Kindergärten gehen und man diese in der pädagogischen Arbeit nicht ausblenden sollte. Kindergärten sollten oder haben den Anspruch 10 , sich an Interessen und am Wohl der Kinder zu orientieren, und somit kann eine Auseinandersetzung mit den Medien nicht einfach ausgelassen werden. Der Psychologe Hans Eirich schreibt diesbezüglich, dass die Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit mit elektronischen Medien zunehmend auch für Kindertagesstätten zum Qualitätsmerkmal wird 11 .
Im ersten Teil der Arbeit werde ich skizzenhaft darstellen, was neue Medien sind und was man unter Medienpädagogik verstehen kann. Dies soll den besseren Einstieg in das Thema ermöglichen, sowie den allgemeinen Rahmen abstecken, auf dem die Arbeit fußt. Im zweiten Teil der Arbeit werde ich mich mit neuen Medien im Kindergarten beschäftigen, mich dabei allerdings auf den Computer beschränken und sowohl theoretische Überlegungen, wie auch praktische Erfahrungen im Umgang mit dem Computer im Kindergarten darstellen. Eine umfassendere Auseinandersetzung mit allen neuen Medien im Kindergarten, kann an dieser Stelle nicht durchgeführt werden, da dies den Umfang der Arbeit übersteigen würde. Der Leser möge mir dies nachsehen. Außerdem soll gezeigt werden, welche Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Computer im Kindertagesstätten gelten sollten und wie diese am sinnvollsten umzusetzen sind.
Im Schlussteil der Arbeit werde ich den Versuch unternehmen zu beschreiben, wie eine gelungene medienpädagogische/-erzieherische Arbeit mit neuen Medien im Kindergarten aussehen kann.
9 Blank-Mathieu, „Medienerziehung im Kindergarten“
10 vgl. Palme, „Computer im Kindergarten“
11 Eirich, „Pädagogische Arbeit mit elektronischen Medien im Kindergarten“
2. Was sind neue Medien und was ist das Neue an ihnen?
Medien sind ganz allgemein als Mittler zu verstehen 12 , die der Kommunikation zwischen Menschen und ihrer Umwelt dienen. Zur Gruppe der (alten) Medien gehören alle analogen Medien, wie bspw. Bücher, Kassetten, Radio, Schallplatten, und Fernseher.
Als neue Medien können alle computer- und netzwerkgestützten Medien bezeichnet werden 13 . Demnach kann man zu neuen Medien den Computer und das Internet, aber auch den Gameboy, das Handy, die CD, die DVD, die BluRay, die eMail usw. zählen. Neue Medien, so der Pädagoge Werner Sesnik, sind die sich ständig erneuernden und immer wieder neuen Me-
dien 14 . Doch was ist nun das Neue an den neuen Medien?
Zunächst einmal sind sie nicht mehr passive Instrumente, sondern aktive Automaten, die der Zwischenschaltung zwischenmenschlicher Kommunikation dienen. Außerdem sind sie digital, in ihrer Darstellungsform willkürlich und vernetzen die weltweite Kommunikation unabhän-
gig von Raum und Zeit 15 . Der Mensch tritt also in Interaktion mit einem vernetzten und digitalen Medium - somit auch in Interaktion mit anderen Menschen - zum Zwecke der Informa-
tionsbeschaffung weltweit bzw. um u.a. Daten zu speichern oder zu transportieren 16 . Weiterhin neu ist, dass der Informationsträger selbst aktiv sein kann, die gespeicherten Informatio-
nen, zumindest theoretisch anwenden kann und somit selbst Wissensträger und Agent ist 17 . Zudem können Informationsträger nun auch interaktiv sein, und da er selbst Agent ist, mit anderen Agenten interagieren. Durch die Vernetzung bisher isolierter Informationsobjekte entstehen neue Informationsobjekte, was u.a. einen erheblichen Daten- und Informationszuwachs mit sich bringt. Eine weitere markante Neuerung der neuen Medien ist, dass sie als aktive Informationsträger multimedial sein können, also textliche, visuelle/optische, akustische und kinetische Informationen aufnehmen, speichern, übertragen und wiedergeben bzw.
diese be- und verarbeiten können 18 .
12 Herzig, „Schule und digitale Medien“, S. 499
13 Krey, ,,Kritische Analyse zum Einsatz neuer Medien im Elementarbereich“
14 Sesnik, „Verhältnis von Allgemeiner Didaktik und Mediendidaktik“, S. 44
15 Ebenda.
16 vgl. Universität Koblenz, „Medien in der Grundschule“
17 Stähler, „Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie“, S. 106, zitiert nach Schmid, „Wissensmedien“, 2001
18 Ebenda., S. 106, zitiert nach Schmid, „Was bedeutet Informationsgesellschaft?“, 1999
3. Medienpädagogik für 0-6 Jährige - Inhalt, Ziel und Zweck
Im folgenden Abschnitt möchte ich einen groben allgemeinen Überblick über Medienpädagogik und vor allem Medienpädagogik, die sich an 0-6 Jährige richtet, geben. Dabei wird jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, da eine ausgiebige Betrachtung der Medienpädagogik den Umfang dieser Arbeit übersteigen würde.
Medienpädagogische Ansätze und Diskussionen wurden bereits 1949 von Martin Keilhacker
entscheidend begleitet und mitentwickelt 19 . Medienpädagogik selbst etablierte sich allerdings erst in den siebziger Jahren, aufgrund des maßgeblich von Dieter Baacke 1973 geführten Dis-
kurses über Medienkompetenz 20 . Heutzutage ist Medienpädagogik eine vollständig, eigenständige und anerkannte Teildisziplin der Erziehungswissenschaft, die als wichtigste Aufgabe die Erziehung der Kinder und Jugendlichen zur Kritikfähigkeit hat, so Bernd Schorb. Außer-
dem soll sie helfen, Kinder für ein souveränes und selbstständiges Leben zu befähigen 21 , indem sie sich u.a. wachsam gegenüber der Übermacht der Medien verhalten und jeweilige Einfärbungen selbiger kritisch entgegentreten 22 . Außerdem soll den Kindern vermittelt und bewusst gemacht werden, dass es sich lediglich um medial konstruierte Wirklichkeiten handelt und dass Medien meist nur Ausschnitte spezifischer Lebenswelten darstellen, die bspw. wiederum politisch, wirtschaftlich oder vom jeweiligen Journalisten eingefärbt sein können. Dies soll Kinder in die Lage versetzen, sich nicht durch oder von den Medien manipulieren zu las-
sen 23 .
Da die elektronischen Medien (Computer, TV, Video, DVD usw.) die Leitmedien heutiger Kinder und Jugendlicher darstellen, ist es auch Aufgabe der Medienpädagogik präventivd.h. Kinder einen kritischen und verantwortungsvollen Medienumgang beizubringen - zu handeln und dies auch zur Aufgabe der institutionellen Kinderbetreuung zu machen. Kindertagestätten sollen es Kindern ermöglichen, den Umgang mit dem Computer zu erlernen und
so u.a. Chancengleichheit herstellen 24 , denn nicht jedes Kind kann zu Hause einen Computer zum Inventar zählen.
19 Schorb, „Die medienpädagogische Position von Martin Keilhacker“, S. 51
20 Moser, „Medien und Reformpädagogik“, S. 15
21 Theunert, „Aktuelle Herausforderungen für die Medienpädagogik“, S. 24
22 Schorb, „Die medienpädagogische Position von Martin Keilhacker“, S. 58; Bundeszentrale für politische Bildung, „Über Medien reden“, S. 57
23 vgl. Blank-Mathieu, „Medienerziehung im Kindergarten“
24 Eirich, „Pädagogische Arbeit mit elektronischen Medien im Kindergarten“, zitiert nach Beschluss der Jugendministerkonferenz, „Kind, Jugend, Gesellschaft“, 1996
Arbeit zitieren:
Daniel Rahn, 2011, Neue Medien im Kindergarten, München, GRIN Verlag GmbH
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