Inhaltsverzeichnis Seite
1. Vorwort 3
2. Die Anfänge der Kirche 3
3. Das Urchristentum im Judentum 4
4. Wichtige Gruppierungen im Urchristentum 6
5. Träger der frühchristlichen Mission 7
6. Günstige und ungünstige Bedingungen für die Ausbreitung 8
Literaturverzeichnis 10
2
1. Vorwort
Das Christentum ist unter den großen Religionen der Welt mit Abstand die größte. Fast zweieinhalb Milliarden Menschen sind bekennende Christen. Als Christ gilt in aller Regel, wer die Taufe empfangen hat und sich zum gekreuzigten Juden Jesus von Nazareth in Person des Christus bekennt. Der Begriff Christentum bezeichnet nach heutigen Maßstäben die Gesamtheit aller konfessionell gebundenen Kirchen und religiösen Gruppierungen, Gemeinschaften und Bewegungen, die sich auf Jesus von Nazareth und die ihm nach seinem Kreuzestod von seinen „Jüngern“ bzw. Anhängern entgegengebrachte Verehrung zurückführen lassen. 1 So klar und einfach der Christentumsbegriff in seiner Anfänglichkeit zu scheinen vermag, so vielschichtig und komplex ist das mit ihm verbundene religionsgeschichtliche Phänomen, welches seine Verwurzelung in einer fast zweitausendjährigen Überlieferungsgeschichte des frommen Glaubens an Jesus Christus als den von Gott gesandten Erlöser der sündigen Menschheit hat. Denn kaum war der historische Jesus von Nazareth gekreuzigt, entbrannte ein Streit innerhalb der jungen Gemeinden, welche Lebensformen und Glaubenshaltungen für die Menschen angemessen seien, die sich zum Gekreuzigten bekannten. Die gesammelten und überlieferten Texte des Neuen Testaments der Bibel - die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, diverse Briefe und die Johannesoffenbarung - stellen ganz unterschiedliche theologische Entwürfe dar und spiegeln gleichzeitig die harten Konflikte und Auseinandersetzungen über rechten Glauben und rechte Lebensführung der Gläubigen wider. Dadurch ist diese große Vielfalt von christlich religiösen Erfahrungen keineswegs ein Phänomen moderner Zeiten, sondern prägte schon früh die Genese und Anfänge von christlichen Gemeinden und damit auch die der Kirche des antiken Zeitalters. 2
2. Die Anfänge der Kirche
Die christliche Kirche gründete sich in ihren Anfängen auf kleinere Gruppen von Verwandten, Freunden und Anhängern des historisch belegbaren Jesus von Nazareth, welche sich nach dessen Kreuzestod im Jahre 33 n. Chr. in der Region um Galiläa und Jerusalem neu formierten bzw. weiterbestanden.
1 Vgl. Graf, Friedrich Wilhelm/Wiegandt, Klaus (Hrsg.): Die Anfänge des Christentums, Frankfurt am Main 2008, S. 11.
2 Vgl. ebenda, S. 11-13.
3
Dass die Gruppierungen und Gemeinden, die schon vor dem Tod des Jesus von Nazareth am Kreuz existierten, sich nicht aufgrund der traurigen Erfahrung durch die Hinrichtung auflösten, sondern ihr Gemeinschaftsleben durch dieses Erlebnis sogar intensivierten und starke propagandistische Aktivitäten folgen ließen, hatte einen ungewöhnlichen Grund, über den die von ihnen hinterlassenen Zeugnisse des Neuen Testaments Auskunft geben: Die aufkommende Resignation und Angst, verursacht durch das Ableben und des damit verbundenen Scheiterns ihres Rabbi (Mk 14,27f; Lk 24,20f), schlug nun zunehmend und unerwartet in eine neue Anfangsbegeisterung um. So wurden zum Beispiel neue Erfahrungen von Begegnungen der Anhängerschaft mit Jesus im Neuen Testament bezeugt, ebenso die Aussage über die Auferstehung von den Toten (Mk 16,1-8; Mt 28,1-20; Lk 24,1-53; 1 Kor 15,3-8). Aufgrund spärlicher Quelleninformationen sind detailliertere Einzelheiten über das Verhalten der Anhängerschaft Jesu aus damaliger Zeit nicht rekonstruierbar. 3
Im Fokus steht dabei nicht eine historische Berichterstattung, sondern eher das Ablegen eines Zeugnisses des Glaubens im Dienste der Verkündigung und zur Erbauung für die jeweiligen Gemeinden. Das, was die Evangelien an Historizität anbieten, ist weitestgehend erforschte Geschichte, wobei der verkündende Jesus unlösbar mit dem verkündenden Christus vermischt ist. Aufgrunddessen lässt sich auch eine lückenlose Biographie des Jesus von Nazareth nicht rekonstruieren. 4
Geographische Angaben im Neuen Testament bezeugen hingegen, dass es sich beim Urchristentum nicht von Anfang an um eine Urgemeinde handelte, die als zentraler Mittelpunkt betrachtet werden darf, sondern eher um eine Vielzahl von kleinen, lokal verstreuten Gemeindegruppierungen; Teile ihrer Jesuserzählungen sind in die Evangelien eingegangen. Ein deutliches Zeugnis dafür stellt die Ostererzählung dar, die von Erscheinungen des auferstandenen Jesus berichtet (Mk 14,28; 16,7). 5
3. Das Urchristentum im Judentum
Die Jesusgemeinschaft in Jerusalem hatte von Anfang an eine besondere Stellung. Durch das gemeinsame Wirken der Urapostel unter der Führung des Simon Petrus waren sie le- 3 Vgl. Brox,Norbert: Kirchengeschichte des Altertums, Düsseldorf 3 2008, S. 9.
4 Vgl. Frank, Karl Suso: Lehrbuch der Alten Geschichte, Paderborn 2 1997, S 45.
5 Vgl. Brox, Norbert: Kirchengeschichte des Altertums, S. 10. Solche Ortsangaben in der Osterüberlieferung, wie z.B. Jerusalem, gelten als Hinweis für die frühe Existenz einer Jesusgemeinschaft, die ihre Erinnerungen in Textform aufbewahrt hat.
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Arbeit zitieren:
Kjell Ostenrath, 2010, Die Anfänge der Kirche und die Ausbreitung des Christentums, München, GRIN Verlag GmbH
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