Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Aktuelle Befunde und Zahlen 4
3. Aktuelle Debatten über die Ursachen des 5
Underachivements der Jungen
3.1 Die Bedeutung biologischer Unterschiede 6
3.2 Die Bedeutung des Frauenüberschusses im Lehrerberuf 9
3.3 Die Bedeutung der Koedukation 11
4. Resümee 13
5. Literaturverzeichnis 15
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1 Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Geschlechtertypische Aspekte in Erziehung und Entwicklung von Kindern im Schulalter“, habe ich die vorliegende Seminararbeit zu dem Thema “Underachivment 1 von Jungen in der Schule“ verfasst.
Meine Wahl ist auf das Thema „Underachivment von Jungen in der Schule“ gefallen, da ich es besonders interessant finde, wie viele verschiedene und vor allem kontroverse Meinungen es über die Entstehung des Bildungsunterschiedes zwischen Jungen und Mädchen in der Schule gibt.
Weiter interessiert mich, hinter welchen der Erklärungsansätze fundierte Ergebnisse stehen und welche somit auch als wissenschaftlich begründet gelten.
Dies ist meiner Ansicht nach von großer Bedeutung, damit die Jungen aber auch die Mädchen nicht durch falsche Berichterstattungen vorschnell in Schubladen oder anders gesagt in Stereotypen 2 geschoben werden. Daher habe ich die Seminararbeit dazu genutzt mir ein differenziertes Bild über die aktuelle Bildungs- sowie Diskurslage zu dem genannten Thema zu machen.
Während der Recherche habe ich mich mit verschiedenen Standpunkten auseinandergesetzt, um die Frage diskutieren zu können, ob und warum Jungen überhaupt als Bildungsverlierer des deutschen Bildungssystems bezeichnet werden.
Der erste Teil der Seminararbeit behandelt die derzeitige Leistungssituation der Jungen und Mädchen in der Schule und stellt die frappierendsten Unterschiede anhand von Studienergebnissen dar. Im zweiten Teil habe ich mich mit unterschiedlichen Erklärungshypothesen beschäftigt, die die möglichen Ursachen des Leistungsunterschiedes betrachten.
1 Besteht zwischen der Intelligenz und der tatsächlichen Leistung einer Person eine auffallende Differenz, spricht man von Underachivment (vgl. Wolf, 2011, S. 1).
2 Stereotypen sind verallgemeinerte Annahmen über die Eigenschaften einer Personengruppe (vgl. Alfermann, 1996, S. 9).
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Zum Schluss der Seminararbeit werde ich die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen. 2 Aktuelle Befunde und Zahlen
Deutschland liegt mit seinen Schülerinnen und Schülern im internationalen Bildungsvergleich nur im Mittelfeld. Diesen Befund hat die Pisa - Studie im Jahr 2000 hervorgebracht und damit eine kontroverse Debatte in den Medien eröffnet. Aber nicht nur im internationalen Vergleich, sondern auch zwischen den Geschlechtern gibt es laut Pisa Differenzen in den Bereichen der Lesekompetenz, der mathematischen sowie der naturwissenschaftlichen Kompetenz (vgl. Klieme et al. 2009, S. 16). Aus der Pisa - Studie 2009 geht hervor, dass die Jungen im Lesen und die Mädchen im mathematischen Bereich die deutlich geringeren Kompetenzen erzielen (vgl. ebd.).
Im derzeitigen Bildungsdiskurs sind jedoch vor allem die Jungen als Bildungsverlierer im Gespräch, was wohl daran liegt, dass neben den oben genannten Pisa - Ergebnissen noch andere Fakten die Öffentlichkeit erreichten, die die schulischen Leistungen der Jungen in ein schlechtes Licht rücken.
So heißt es, die Mädchen haben die Jungen in ihren Schulleistungen längst überholt. Dies wird wohl daran festgemacht, dass die Mädchen zum einen die Mehrheit an den Gymnasien bilden und zum anderen mehr Jungen an Haupt- und Sonderschulen unterrichtet werden (vgl. Rohrmann, 2008, S. 13). Jungen müssen zudem häufiger eine Klasse wiederholen, schreiben insgesamt die schlechteren Zensuren und verlassen die Schule mit schlechteren Abschlüssen (vgl. ebd.). In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass im Jahr 2001 64 Prozent der Sonderschüler und 56 Prozent der Hauptschüler Jungen waren. Dies macht mehr als die Hälfte aus. Dazu kommt, dass der Jungenanteil an den Haupt- und Sonderschulen seit den 1970er Jahren um 4 Prozent gestiegen ist. Somit lässt sich festhalten, dass der Jungenanteil an Haupt-und Sonderschulen kontinuierlich zugenommen hat.
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Der Jungenanteil an den Gymnasien ist in den Jahren dagegen um 10 Prozent zurückgegangen (vgl. Budde, 2008, S. 9). Zusammengefasst heißt dies, dass Jungen momentan seltener höher qualifizierende und Mädchen seltener geringer qualifizierende Bildungseinrichtungen besuchen. Somit scheinen die Mädchen im allgemein bildenden System besser qualifiziert zu sein als die Jungen (vgl. Kampshoff, 2007, S. 35).
Aufgrund der eben vorgestellten Situation, stellen sich mir nun die folgenden Fragen:
1. Reichen diese Ergebnisse wirklich aus, um Jungen in der Öffentlichkeit als die großen Bildungsverlierer darzustellen und sie somit dem Druck auszusetzen bessere Leistungen zu erbringen? 2. Wie kommt es, dass sich die Lage der Jungen überhaupt in diese Richtung verändert hat und warum ist der Jungenanteil an den geringer qualifizierten Schulformen angestiegen? Diese Fragen möchte ich nun im weiteren Verlauf näher betrachten. 3 Aktuelle Debatten über die Ursache des Underachivments der Jungen
Zur aktuellen Diskussion warum Jungen schlechter in der Schule sind als Mädchen gibt es verschiedene Meinungen, von denen mir einige plausibel und andere wiederum fragwürdig erscheinen.
Um dies deutlich zu machen, möchte ich im weiteren Verlauf genauer auf einzelne Erklärungsansätze eingehen und diese diskutieren. Dabei werde ich mich vor allem auf die drei folgenden Ansätze konzentrieren, da ich der Meinung bin, dass diese einen besonders großen Stellenwert in der Debatte um die Bildungsverlierer des deutschen Bildungssystems einnehmen.
Zuerst werde ich den Ansatz, dass Jungen beim Lernen genetisch benachteiligt sind, in den Blick nehmen. Anschließend möchte ich darauf eingehen, was das Fehlen der
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Arbeit zitieren:
Denise Jung, 2010, Underachievement von Jungen in der Schule - Sind Jungen die Verlierer des deutschen Bildungssystems?, München, GRIN Verlag GmbH
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