Inhalt
1.0 Einleitung 7
2.0 Ödipuskomplex 8
3.0 Berüchtigt
3.1 Frau: Alicia Hubermann 10
3.2 Sohn: Alexander Sebastian 15
3.3 Mutter: Mrs. Sebastian 16
4.0 Die Vögel
4.1 Frau: Melanie Daniels 18
4.2 Sohn: Mitch Brenner 24
4.3 Mutter: Lydia Brenner 26
5.0 Vergleich von Berüchtigt und Die Vögel
5.1 Frau: Alicia und Melanie 30
5.2 Sohn: Alexander und Sebastian 31
5.3 Mutter: Mrs. Sebastian und Lydia 32
6.0 Fazit 34
7.0 Quellenangabe 39
Eidesstaatliche Erklärung 41
Sequenzprotokoll Berüchtigt 43
Sequenzprotokoll Die Vögel 91
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2.0 Ödipuskomplex
2.0 Ödipuskomplex
Zunächst, zum besseren Verständnis, eine Erläuterung des Instanzmodells von Freund.
Es beschreibt ein Denkmodell, bei dem die Seele jedes Menschen aus drei Teilen besteht: Dem Es, dem Ich und dem Über-Ich.
Das Es ist von Geburt an vorhanden und in ihm steckt die gesamte psychische Energie. Das Es ist der gesamte unbewusste und irrationale Teil, der Triebe beinhaltet und immer nach sofortiger Triebbefriedigung strebt. Sein Ziel ist der Lustgewinn. Das Ich ist der bewusste und rationale Teil, der die handelnden und steuernden Funktionen, also Wahrnehmung, Denken und das Gedächtnis übernimmt und repräsentativ für die Außenwelt steht. Das Ich strebt zwar auch nach Befriedigung und Lust, jedoch nur dann, wenn es der Psyche eines Menschen nicht schadet. Es schützt den Menschen vor sich selbst. Seine Aufgabe ist es also, die Triebe des Es und die Wünsche vom Über-Ich abzuwägen.
Das Über-Ich ist etwas Ähnliches wie eine innere Zensur. Es steuert unser Gewissen unsere Vorstellungen von Normen, Werten, Moral, Verboten und Traditionen. In ihm werden Ideal-vorstellungen geprägt, die durch Erziehung und Identifikation entstehen. Freund beschreibt das Über-Ich als „Anwalt der Innenwelt, des Es“ (Freud 1976, S. 264).
Der Ödipuskomplex wurde von Freund nach der Geschichte des Ödipus, einem Wesen aus der griechischen Mythologie, benannt. Ödipus ist der Sohn von Laios und Iokaste. Die Eltern bekommen vor der Geburt von einem Orakel prophezeit, dass sie, sofern sie ein Kind zeugen sollten, dieses seinen Vater töten und die Mutter zur Frau nehmen wird. Iokaste bekam dennoch einen Sohn und zum Schutz setzte sie ihn aus. Durch einen Streit, mit scheinbar unbekannten Männern, ausgelöst, ergreift Ödipus später das Messer und tötet tatsächlich unwissend seinen Vater. Später löste er das Rätsel der Sphinx und befreit damit Theben. Zum Dank erhält er den Thron von Theben und die Schwester des Kreon, Iokaste, zur Frau. Damit erfüllt sich auch diese Voraussagung und Ödipus heiratet unwissentlich seine Mutter.
Der Ödipuskomplex beschreibt eine Entwicklung in der phallischen Phase eines jeden Kindes im Alter zwischen 3 und 6 Jahren.
Er beschreibt eine Zuwendung beziehungsweise eine Objektbesetzung des gegengeschlechtlichen Elternteils und eine Rivalität zum konkurrierenden Elternteil, im Fall eines männlichen Kindes, also dem Vater gegenüber. Vom Es geht der Trieb der sexuellen Strebungen aus, der an die Mutter gerichtet ist. Der Vater stört die Beziehung zur Mutter und muss nach der Sage von Ödipus vernichtet werden, damit er, der Sohn dessen Stelle einnehmen kann. Gleiches gilt für weibliche Kinder, jedoch streben diese nach Zuwendung des Vaters und betrachten die Mutter als Rivalin.
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3.0 Berüchtigt
3.0 Berüchtigt
3.1 Frau: Alicia Hubermann
Nach Donald Sponto ist eines der beiden Hauptthemen von Berüchtigt
Alicia Hubermann, gespielt von Ingrid Bergmann, tritt auf, als ein reiches junges Mädchen, dass gerne Alkohol trinkt und Partys feiert. Bei ihrem ersten Auftritt erfährt der Zuschauer, dass ihr Vater, John Hubermann, wegen Landesverrates zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Sie hat also ihre einzige Bezugsperson verloren, denn ihre Mutter spielt keine Rolle in ihrem Leben. Sie schmeißt nach der Verurteilung eine Party, bei der viel getrunken wird, und sie von Männern Komplimente bekommt. Mit dem Durst nach Alkohol vermittelt sie vielmehr den Durst nach wahrer Liebe. So fragt sie einen Mann, der auf ihrer Party anwesend ist:
Der Mann weicht der Frage aus, indem er ihr ein Kompliment macht. Alicia bemerkt es, kommentiert es aber mit dem Satz „Auf das Kompliment muss ich sofort was trinken“ (Vgl. Szene 5.0). Sie ertränkt sozusagen das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Sie trinkt den ganzen Abend über viel Alkohol, sie hat schließlich ihren Vater verloren und die Liebe zu ihm. Er hat sie im Stich gelassen, indem er sich auf illegale Geschäfte eingelassen hat und dafür ins Gefängnis gewandert ist. Seine Geschäfte waren ihm wichtiger als Alicia selbst.
Auch später, wenn die meisten Gäste gegangen sind, oder betrunken auf der Couch liegen und Alicia sich mit Devlin, gespielt von Cary Grant, unterhält, wird ihre Sehnsucht nach Liebe deutlich. Sie steht offensichtlich auf ein sehr romantisches Lied und auf die Frage von Devlin, warum sie genau dieses Lied so gerne möge, antwortet sie: „Es ist so schön schmalzig.“ (Vgl. Szene 6.0). Ein Ausdruck ihrer Sehnsucht nach einer schmalzig, schönen Liebesbeziehung, die sie permanent sucht. Während dieser Szene trägt sie ein schwarzweiß gestreiftes Shirt, was bei Hitchcock immer für ein Zeichen von Zerrissenheit steht. Sie bittet Devlin, den sie erst an diesem Abend kennen gelernt hat, mit ihr sofort zum Picknick zu fahren und macht kein Geheimnis daraus, dass er ihr gefällt. Alicia ist keine Frau, die sich unterwirft, und nimmt sich, was ihr gefällt. Ihr Vater war offensichtlich ein reicher Mann und Alicia hat schon immer das bekommen, was sie wollte. Sie hält gerne die Zügel in der Hand und bestimmt den Weg - sie besteht darauf selbst zu fahren, sodass Devlin auf dem Beifahrersitz ihres Cabrios Platz nehmen muss. Sie lässt sich nicht gerne etwas sagen und das Leben scheint für Alicia ein Spiel zu sein. Sie riskiert es scheinbar permanent. Der Zuschauer erfährt, dass sie schon mal wegen Trunkenheit am Steuer angehalten wurde und riskiert es ein
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3.0 Berüchtigt
nicht mehr die Last zu tragen einen kriminellen Vater zu haben. Sie beschreibt, dass sie sich fühlt, als ob ihr und nicht ihrem Vater etwas zugestoßen sei. Jedoch ist ihr, trotz des Todes nichts Negatives, sondern etwas Positives zugestoßen. Sie kann aufatmen. Alicia verliebt sich, nachdem sie verstanden hat, dass Devlin gute Absichten hat, in ihn, sowie er sich in sie. Dafür versucht sie sogar ihre alten Gewohnheiten abzulegen, z.B. das Trinken. Als Devlin ihr jedoch klar macht, dass er nicht an sie glaubt, fängt sie tatsächlich wieder an zu trinken und gibt ihm damit recht. Sie ertränkt wieder einmal die Sehnsucht nach Liebe im Alkohol. Der Alkohol betäubt ihre Gefühle, den Schmerz. Sie glaubt, es nicht wert zu sein, geliebt zu werden. Ihre kriminelle Familie, ihr Hang zum Alkohol und ihre andauernden Liebschaften zerstören ihr Selbstwertgefühl. Wobei ihr Vater die entscheidende Rolle spielt. Er hat ihr nicht genug Liebe entgegengebracht, Alicia hat ihre Sehnsucht in Alkohol ertränkt und sucht fortwährend nach einem Ersatz. Nach jemandem, der sie bedingungslos liebt. Sie glaubt aber nicht, dass man jemanden mit ihren Lastern lieben kann und sehnt sich deshalb danach, ein unschuldiges Kind zu sein: „Ich mach mich über mich selbst lustig, weil ich so tue, als ob ich ein nettes, unverdorbenes Kind wäre, mit einem Herzen voll Gänseblümchen und Butterblumen.“ (Vgl. Szene 10.0).
Später, wenn Alicia und Devlin spazieren gehen, bezeichnet sie sich selbst als ein böses Mädchen, das es nicht wert ist, geliebt zu werden:
Doch Devlin küsst sie in genau diesem Moment. Er erkennt in Alicia etwas, dass sie selbst nicht sieht. Devlin ist aber zu sehr ein Agent, um sich der Liebe hinzugeben und verhält sich deshalb, trotz seiner aufrichtigen Liebe zu Alicia, distanziert zu ihr. Szene 11 ist nicht nur eine der bis dahin längsten Kussszenen, nach Francois Tuffaut, sondern auch eine sehr aussagekräftige Szene. Alicias Sehnsucht nach Liebe könnte nicht besser dargestellt werden. Sie klebt an Devlin und weicht ihm keinen Schritt zur Seite, selbst dann nicht, wenn er telefoniert. Sie hält ihn bei sich, aus Angst, er könnte sie doch nur wieder verlassen. Devlins Distanziertheit, die er als Pflichtbewusstsein rechtfertig, wird hier deutlicher als in jeder anderen Szene. Der Dialog der beiden tut sein übriges. Alicia schlägt vor, nicht auszugehen, sondern selbst zu kochen. Dabei hasst sie kochen. Sie will die Hausfrau und liebende Frau eines Mannes sein, ein normales Leben führen, für ihn kochen und für ihn sorgen. Sie fleht und bettelt ihn an, ihr nur einmal zu sagen, dass er sie wirklich liebt. Sie kann es nun mal nicht glauben, dass jemand sie nicht nur wegen ihres Äußeren, sondern sie als Person liebt. Devlin jedoch bleibt distanziert, lässt Alicia nicht spüren, wie sehr er sie liebt, und treibt sie so in die Arme eines anderen, in die von Alexander Sebastian. Der Zuschauer merkt sehr wohl die intensive Zuneigung zu Alicia. Als Devlin von der Botschaft erfährt, dass Alicia sich an einen anderen Mann ran manchen soll, versucht er, die Botschaft umzustimmen. Er
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3.0 Berüchtigt
unternimmt nur einen mageren Versuch, die Liaison zu verhindern, sodass Alicia und die Botschaft sich dazu entschließen auf die Hochzeit einzugehen. Während dem Gespräch wird jedoch in den Gesichtern von Alicia und Devlin abermals deutlich, dass keiner der beiden damit einverstanden ist. In Alicias Gesicht erkennt der Zuschauer die Sehnsucht nach Erlösung. Devlin soll die Hochzeit verhindern und dazu stehen, dass er sie nicht an einen anderen Mann verlieren will. In seinem Gesicht dagegen zeichnet sich Schmerz ab. Es tut ihm weh, dass Alicia scheinbar so kaltherzig ist und tatsächlich einen anderen Mann heiraten will, den sie nicht liebt. Dadurch wird die Stimmung zwischen beiden noch eisiger. Da Devlin Alicia nicht gerettet hat, sieht sie keinen Grund dafür, es nicht zu tun. Ihre letzte Hoffnung auf Erlösung ist gestorben.
Alicia zieht nach der Hochzeitsreise in das Haus der Sebastians. Einige Türen sind verschlossen, sie bittet um die Schlüssel, die die Mutter von Alexander seit Beginn an verwahrt. Es entsteht ein Machtkampf zwischen Alicia und der Mutter. Alicia will lediglich die Schlüssel um das Haus durchsuchen zu können. Sie ist sich ihrer Wirkung auf Alexander und ihrer Schönheit bewusst und lässt ihren Charme spielen, um an die Schlüssel zu kommen. Alicia ist es gewohnt, zu bekommen, was sie will. Das Einzige, was sie nicht bekommt, ist wahre Liebe. Alexander bewundert sie auch nur wegen ihrer Schönheit und ihrem Charme, nicht aber wegen ihrer Person, was dazu führt, dass Alicia in der Ehe nicht glücklich werden kann. Sie kehrt immer wieder zu dem Mann zurück, von dem sie das Gefühl hat, wirklich geliebt zu werden. Das Einzige was ihr fehlt, ist die Gewissheit, die ihr Devlin aber aufgrund seines Polizeigehirns, wie Alicia es bezeichnet, nicht geben kann. Bei ihren Zusammentreffen, bei denen Alicia Bericht abgeben soll, stichelt er immer wieder. Er nennt sie bewusst Mrs. Sebastian, spricht aber nie aus, was er denkt oder fühlt. Selbst auf der Party, bei dem sie gemeinsam in den Keller eindringen, fast erwischt werden und sich küssen, inszeniert Delvin diesen Kuss nur des Jobs wegen. Alicia genießt seine Anwesenheit und sucht dauernd Nähe und Liebe, die er ihr aber nicht gibt. Bei ihrem letzten Treffen ist Alicia krank, gibt aber vor einen Kater zu haben. Sie ist gekränkt, weil Devlin nach Spanien geht, sie verlässt und es ihr noch nicht Mal selbst sagt. Sie erfährt es von der Botschaft. Sie fühlt sich verstoßen und verlassen. Den einzigen Mann, außer ihrem Vater, den sie je wirklich geliebt hat, verlässt sie. Es ist also egal, ob sie nun wieder trinkt, er hat sie ja sowieso schon aufgegeben und Mitleid, weil sie krank ist, will sie nicht. Durch ihre Aussage, dass sie einen Kater hat, will die ihm eine Retourkutsche verpassen. Er verlässt sie, glaubt nicht mehr an ihre Liebe (so denkt Alicia zumindest) und sie will ihm vermitteln, dass sie dadurch auch nicht mehr an die Liebe glaubt, daran, dass sich eine Frau ändern kann, und behauptet also, dass sie wieder trinkt und Devlin glaubt ihr vorerst. Er wird jedoch stutzig, als sie zu dem nächsten vereinbarten Treffen nicht auftaucht und sich auch die nächsten Tage nicht meldet. Alicia ist eine zuverlässige Frau. Sie erledigt ihren Job tadellos und hat alle Abmachungen bis dahin eingehalten. Auch ihre Aussage, dass sie nicht mehr trinken würde, hat sie eingehalten, Devlin hat es nur nicht bemerkt bis zu diesem Zeitpunkt. Er vermutet, dass sie krank ist, macht sich Sorgen und besucht sie. Er erfährt von ihr, dass sie mit Arsen vergiftet wurde und kein Telefon hatte, um sich zu melden. In diesem Augenblick sterben beide einen symbolischen Tod und können dadurch endlich ein Paar werden. Alicia durch das Arsen und Devlin dadurch, dass er öffent-
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3.0 Berüchtigt
früh verlassen. Er musste somit die Objektbesetzung seiner Mutter nicht aufgeben, sondern konnte stattdessen die Rolle des Vaters einnehmen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn er seine Mutter ähnlich behandelt wie eine Ehefrau. Zusammen suchen sie eine Lösung für das Problem und stehen es gemeinsam durch. Er hat Angst, dass seine Geschäftspartner mitbekommen könnten, dass er eine amerikanische Spionin geheiratet hat und ihn töten würden. Deshalb stimmt er seiner Mutter zu, wenn diese vorschlägt, Alicia zu vergiften. Er vertraut seiner Mutter, nachdem er die rosarote Brille abgesetzt hat und tut, was sie sagt.
3.3 Mutter: Mrs. Sebastian
Mrs. Sebastian (Madame Konstantin) ist die Mutter von Alexander und wohnt bei ihm. Sie erscheint zum ersten Mal in der Sequenz … wenn Alicia zum Dinner vorbei kommt. Ihre Rolle wird dem Zuschauer von der ersten Minute an bewusst. Sie kommt eine Wendeltreppe hinunter und ist Herrin des Hauses. Die begutachtet Alicia und merkt an, dass sie sehr hübsch sei. Mrs. Sebastian fühlt ihr auf den Zahn und fragt Alicia, warum sie nicht für ihren Vater ausgesagt hat. Sie ist von Anfang an nicht mit der Liebe von Alexander zu Alicia ein-verstanden und hegt Misstrauen. Sie macht, zumindest vor Alexander, auch kein Geheimnis darum. Beim Pferderennen wird deutlich, dass sie eifersüchtig auf Alicia ist. Sie hat ihr ihren Sohn geraubt. Alicia verbringt mehr Zeit mit ihm und die Mutter leidet darunter. Dadurch, dass Alexander den Ödipuskomplex nicht überwunden und die Rolle des Vaters, bzw. ihres Ehemanns eingenommen hat, geht es ihr nicht unbedingt um ihren Sohn, sondern vielmehr um ihren Mann.
Es ist eine Rivalität zwischen zwei Frauen und nicht zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter. Das wird noch mal deutlich, als Alexander die Schlüssel für die Schränke verlangt. Sie sieht ihre Rolle als Hausherrin bedroht und möchte nicht das Zepter aus der Hand geben. Schon als die beiden von der Verlobungsreise zurückkamen, zeigte die Mutter ihre Eifersucht dadurch, dass sie es nicht für nötig hielt, die beiden zu empfangen, obwohl sie über deren Ankunft Bescheid wusste. Sie entzieht ihrem Sohn die Aufmerksamkeit, die er sonst immer von ihr bekommen hat, weil dieser sich für eine andere Frau als seine Mutter entschieden hat. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sie sich offensichtlich freut, als Ale-xander ihr in ihrem Schlafzimmer erzählt, dass Alicia ihn nur ausgenutzt hat und er sie los werden will. Mrs. Sebastian hat ab diesem Zeitpunkt ihren Sohn wieder für sich alleine und zudem recht behalten, was das Misstrauen Alicia gegenüber betrifft. Sie hat nicht nur wieder ihre Position als Hausherrin wieder, sondern auch die Macht über ihren Sohn, die sie so gleich ausnutzt. Sie schreibt ihm vor, nachdem er bewiesen hat, im Falle von Alicia nicht klaren Kopf zu bewahren, was nun zu ist. Sie will Alicia vollends beseitigen, um ihren Sohn vor dem Tod und ihre eigene Ehre zu bewahren, als auch ihre Rivalin endgültig aus dem Weg zu räumen und sich an ihr zu rächen. Sie genießt es sichtlich, Alicia leiden zu sehen und ihren Sohn für sich zu haben. Sie macht sich dabei aber immer viel daraus, was man über sie denkt und gibt vor anderen die fürsorgliche Schwiegermutter, die sich um Alicia sorgt. Auch am Ende, wenn alles verloren scheint und ihre Intrige aufgeflogen ist, tut sie alles Mögliche, damit so wenig Leute wie möglich mitbekommen, wie grausam sie in Wirklichkeit ist.
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4.0 Die Vögel
4.0 Die Vögel
4.1 Melanie Daniels
Die Hauptrolle des Films, Melanie Daniels, wir gespielt von Tippi Hedren. Sie spielt eine junge Frau aus San Francisco, deren Vater viel Geld hat und sie aus jedem Schlamassel irgendwie wieder raus holt. Sie arbeitet nicht, weil sie es muss, sondern weil ihr sonst langweilig wird. Sie weiß, welche Wirkung sie auf Männer hat, und setzt sie bewusst ein. In den ersten Szenen vor der Tierhandlung trägt sie ein rabenschwarzes Kleid, eine Handtasche und schwarze Pumps, wie eine Krähe mit scharfen Krallen. Ihre Haare sind ordentlich zu einer Hochsteckfrisur frisiert. Ihr wird hinterher gepfiffen. Sie lächelt selbstbewusst zurück. Es scheint nichts Besonderes für sie zu sein, dass sie Aufmerksamkeit für ihr Äußeres bekommt. Sie weiß mit der Situation umzugehen und vergisst es sogleich wieder.
In der Tierhandlung selbst erfährt sie, dass der Vogel, den sie bestellt hatte, noch nicht da ist. Sie diskutiert freundlich, aber bestimmt mit der Vogelhändlerin. Melanie scheint es nicht gewohnt zu sein, auf etwas warten zu müssen. Sie bekommt immer, was sie will. Als Mitch die Tierhandlung betritt und Melanie denken lässt, er hielte sie für die Verkäuferin, macht Melanie keine Anstalten die Situation aufzuklären. Sie geht gerne auf das Spiel ein und mimt die Verkäuferin. Sie sucht den Spaß in ihrem Leben und das auch gerne auf Kosten anderer. Als er den ihr entflohenen Vogel mit seinem Hut wieder einfängt und in den Käfig setzt, kommentiert er es mit den Worten: „Ich tue Sie wieder in Ihren goldenen Käfig, Melanie Daniels.“ (Vgl. Szene 5.2) Hitchcock selbst sagt zu dieser Aussage:
Mitch stellt sie bloß, indem er ihr zu verstehen gibt, dass er sie vom Gericht kennt und weiß, dass sie nicht die Verkäuferin ist. Melanie wird trotzig wie ein kleines Kind. Für sie war alles ein Spiel, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken und Mitch hat ihr das Spiel verdorben. Sie lässt es aber nicht auf sich sitzen und versucht ihn über sein Autokennzeichen ausfindig zu machen. Die Redaktion der Zeitung ihres Vaters soll ihr dabei behilflich sein. Während sie mit der Redaktion telefoniert, spielt sie mit der Telefonschnur. Sie wickelt den Kollegen ihres Vaters mit ihrem Charme um den Finger.
Sie besorgt die Sperlingspapageien, auch Liebesvögel genannt, die Mitch für seine Schwester haben wollte und fährt in einen Ort namens Bodega Bay, wo Mitch die Wochenenden verbringen soll. Ihre Fahrt dorthin verdeutlicht noch einmal ihre Sicht auf die Dinge. Der Umgang mit dem Auto ist mechanisch und kalt und steht stellvertretend für all die anderen Dinge in Melanies Leben. Ihre Kleidung hat sich von rabenschwarz zu einem Outfit in sanftem grün und beigem Pelzmantel verwandet. Sie schlüpft also von der Rolle als Stadtmädchen in die Rolle eines Mädchens mit romantischer Mission. Sie betritt in Bodega Bay das
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4.0 Die Vögel
ohne Konsequenzen bleiben wird.
Sie muss sich, wie auch schon in der Vogelhandlung von Mitch helfen lassen, der sie in ein Restaurant bringt, wo er ihre Wunden mit Peroxid abtupft. Melanie, eine Wasserstoffblondine, scheint, als ob sie daraus neue Kraft zu ziehen scheint. Sie kehrt zurück zu ihrer oberflächlichen Art.
Als Mitchs Mutter das Restaurant betritt, gibt er vor, Melanie schon zum Essen eingeladen zu haben. Melanie passt das im ersten Moment gar nicht. Es passt ihr nicht, dass über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Sonst bestimmt sie die Spielregeln. Sie reagiert wieder trotzig wie ein Kind. Nicht nur, weil er über ihren Kopf hinweg entscheidet, sondern auch, weil ihre kleine Lüge, sie würde eine Freundin hier übers Wochenende besuchen, aufgeflogen ist. Sie kann sich aber nicht wehren und willigt ein.
Melanie ist gezwungen sich eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen und fragt bei Annie an. Die untersuchende Unterhaltung, was Melanie mit Mitch zu tun hat, geht weiter. Der Zuschauer bekommt mit, dass Annie selbst an Mitch interessiert ist bzw. war und deshalb wissen will, was eine hübsche Frau, wie Melanie, bei der Familie Brenner sucht. Es tauchen Vögel am Himmel auf und Annie bemerkt: „Die scheinen auch niemals zu Ruhe zu kommen.“ (Vgl. Szene 13.1) Ein Anzeichen dafür, dass die Vögel nicht zum ersten Mal in Bodega Bay aufzutauchen scheinen. Vielmehr, dass Annie mit der Aussage gar nicht die Vögel, sondern, wie man im Laufe des Films erfährt, die Mutter von Mitch Brenner zu meinen scheint.
Szene 14.0 beginnt damit, dass Cathy, die kleine Schwester von Mitch, beim Anblick von Melanie, sich von der Familie, die als geschlossenes Trio (Mutter, Sohn, Tochter) auftritt trennt und sofort auf sie zu rennt und umarmt. Sie hat Melanie sofort ins Herz geschlossen und Melanie ist von dort an ihre Bezugsperson. Melanie hat in diesem Augenblick der Mutter ihre Rolle abgenommen. Der Eindringling hat sich das Kind zu eigen gemacht und hat die Absicht auch den Sohn in Anspruch zu nehmen.
Bei einem Gespräch zwischen Mitch und seiner Mutter kommt raus, dass Melanie wohl einmal nackt in einem Brunnen in Rom baden gegangen sein soll. Als Mitch Melanie darauf anspricht, reagiert sie abermals beleidigt, sie verliert ihre Fassade, als er sie zu erziehen versucht, indem er ihr beibringen will, dass lügen kurze Beine haben. Sie behauptet, dass sie in den Brunnen gestoßen wurde und die Zeitung das nur so hingestellt hat, weil sie die Konkurrenz ihres Vaters seien. Sie sucht wieder die Hilfe bei ihrem Vater wie ein kleines Kind, das nicht weiter weiß und zu ihren Eltern rennt, damit diese das Problem für sie lösen können. Sie hat ihre Beherrschung verloren und rauscht in ihrem Auto davon und fährt zum Haus von Annie.
Bei einem erneuten Gespräch zwischen Annie und Melanie werden die Vermutungen bestätigt. Annie war einmal an Melanies Stelle. Vor vier Jahren, kurz, nachdem Mitchs Vater gestorben war. Sie kommt ebenfalls aus San Francisco und hatte Interesse an Mitch, aber die Mutter von Mitch, hat die Beziehung zerstört und um bei ihm in der Nähe sein zu können, sei sie nach Bodega Bay gezogen. Melanie und Annie teilen denselben Geschmack, was Männer angeht und dasselbe Leid in Bezug auf Lydia. Melanie allerdings ist es gewohnt zu
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4.0 Die Vögel
men. Ab diesem Zeitpunkt trägt Melanie keine Ohrringe und Halskette mehr. Ein Symbol dafür, dass sie ihre Oberflächlichkeit abgelegt hat.
Oben in Lydias Schlafzimmer, bietet sie ihr an, Cathy von der Schule ab zu holen. Sie übernimmt Verantwortung und die Mutterrolle, der Lydia im Moment nicht nachgehen kann. Melanie fährt zur Schule, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Es folgt der nächste Vogelangriff, als die Kinder die Schule verlassen. Es ist ein Wettlauf zwischen Füßen und Flügeln. Melanie, die immer noch ihre Handtasche mit sich trägt, flüchtet mit Cathy und ein paar Kindern in ein Auto bzw. wieder einmal in den goldenen Käfig. Ihre Frisur ist zerstört und sie blutet wieder am Kopf.
Der Schutz des Autos nützt ihr nichts, da sie nicht fliehen kann. Sie hat keine Autoschlüssel um wegzufahren. Diesmal springt der Motor, im Vergleich zum Anfang im Boot, gar nicht mehr an. Sie hat die Kontrolle vollends verloren und muss sich dem Problem, den Vögeln bzw. dem Prozess des erwachsen werden, stellen.
Durch Hupen verschwinden die Vögel letztendlich und Melanie geht in das Restaurant, um ihren Vater anzurufen. Ein Zeichen der Verzweiflung. Melanie weiß wieder einmal nicht weiter und sucht Rat bei ihrem Vater. Doch der weiß diesmal auch nicht, wie er ihr helfen soll. Andere Gäste des Restaurants mischen sich in das Gespräch ein und streiten sich über die Ursache der Vogelangriffe. Theorien über eine Verschwörung der Vögel gegen die Menschen werden diskutiert. Ein Penner zitiert die Bibel und schreit mehrmals: „Das ist das Ende Welt.“ (Vgl. Szene 23.0). Die Ornithologin, Mrs. Bundy, hält die Angriffe nicht für möglich. Sie fragt schließlich: „Ich bitte Sie, wenn es das gäbe, wären wir alle verloren. Wie sollten wir uns wohl gegen sie wehren.“ (Vgl. Szene 23.0).
Es ist tatsächlich fraglich, wie sie sich wehren sollten. Wenn die Vögel weiterhin angreifen und sich zu größeren Massen formieren, würde das den sicheren Tod für alle bedeuten. Mitten in der Diskussion hört Melanie vor allen anderen einen erneuten Möwenschrei. Sie greifen erneut an, als die Gäste raus stürmen, um einem attackierten Mann zu helfen. Melanie flüchtet in eine Telefonzelle. Der bis dahin engste Käfig, in den sich Melanie begibt. Durch Großaufnahmen wird dem Zuschauer und die Angst, die Melanie verspürt bewusst. Die Möwen fangen an auf die Scheiben der Telefonzelle zu hacken und zerstören so den scheinbar sicheren Käfig um Melanie herum. Mitch rettet Melanie aus ihrem Käfig. Übersetzt würde das bedeuten, dass Mitch durch seine Erziehung, Melanie vor den Vögeln, beschützt. Ohne Mitch wäre Melanie aus der Telefonzelle nicht rausgekommen. Er bringt sie zurück ins Restaurant, wo sie von einer Mutter als die Schuldige beschimpft wird:
Melanie reagiert mit einer Backpfeife. Dadurch wird der Bann gebrochen, die Bewohner
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4.0 Die Vögel
4.2 Sohn: Mitch Brenner
Mitch Brenner ist ein sympathischer und umgänglicher Rechtsanwalt aus San Francisco, der die Wochenenden in Bodega Bay bei seiner Mutter und seiner Schwester verbringt. Seine Rolle als Rechtsanwalt sorgt dafür, dass ihm die Streiche von Melanie Daniels ein Dorn im Auge sind. Er versucht sie, ihr fortwährend auszutreiben. Schon ihr erstes Treffen fängt damit an, dass er ihr einen Streich spielt, um ihr zu verdeutlichen, wie man sich dabei als Leittragender fühlt. Und mit dem Satz: „Zurück in den goldenen Käfig, Melanie Daniels“ (Vgl. Szene 5.2) beginnt seine Rolle als Erzieher für Melanie, die in ihm ein Abenteuer sieht.
Dabei ist Mitch selbst noch nicht richtig erwachsen. Er wird von den Dorfbewohnern immer noch als Kind von Mrs. Brenner bezeichnet. Dabei spielt er viel mehr ihren Ehemann als ihren Sohn. Er geht unter der Woche arbeiten und kommt an den Wochenenden nach Hause, um nach dem Rechten zu sehen und für Cathy da zu sein. Er bringt das Geld nach Hause und erledigt alle handwerklichen Arbeiten im Haus.
Er ist selbstbewusst und trifft seine eigenen Entscheidungen. Genauso wie er die Frauen, mit denen er eine Beziehung einzugehen versucht, selbst, ohne Einflüsse der Mutter auswählt. Annie Hayworth hatte er in San Francisco kennengelernt genau wie Melanie Daniels. Wobei er in Melanie Daniels zwar auch eine attraktive Frau, aber eben auch noch das kleine Mädchen sieht, dass er erziehen will. Bei einem Gespräch mit seiner Mutter antwortet er ihr: „Mutter, ich kann schon alleine mit Melanie Daniels fertig werden.“ (Vgl. Szene 14.3) Er weiß, dass Melanie Daniels keine einfache Person ist, aber genau das reizt ihn. Der Rat seiner Mutter ist ihm in dieser Beziehung nicht sehr wichtig, er belächelt es eher ein wenig. Er versucht sie immer wieder zu erziehen. Sieht man sich die Dialoge der beiden genauer an, kann man erkennen, dass es nicht nur Flirtversuche, sondern ernst gemeinte Ratschläge sind:
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4.0 Die Vögel
Während des Vogelangriff sorgt er für die Sicherheit der Familie. Er unterhält sich mit dem Sheriff, vernagelt Fenster und Türen und hält die Vögel davon ab, ins Haus einzudringen. Er blutet für die Familie, damit diese in Sicherheit leben kann. Und letztendlich ist Mitch auch derjenige, der sie alle rettet, indem er sie aus Bodega Bay rausfährt. Er trägt die Rolle des Beschützers, die er bis zu Schluss beibehält.
4.3 Mutter: Lydia Brenner
Die Mutter von Mitch, Lydia Brenner, ist eine verwitwete Frau, die wie eine Klette an ihren beiden Kindern hängt, und lebt in Bodega Bay. Sie kümmert sich um den Haushalt sowie die Hühner und unter der Woche um Cathy. Sie tritt zum ersten Mal im Restaurant auf. Sie hat Mitch durch sein Auto gefunden, genau wie Melanie Daniels. Die beiden, Melanie und Lydia, ähneln sich mehr, als die beiden denken. Schon als Lydia das Restaurant betritt, bekommt man den Eindruck, dass Melanie in 30 Jahren genau so aussehen könnte. Sie trägt das Haar ebenfalls hochgesteckt, hat immer ihre Handtasche dabei und ist ordentlich gekleidet, nur eben nicht so auffällig wie Melanie.
Sie kann Melanie aber von Anfang nicht leiden. Nicht, ihrer Person wegen, sondern weil sie eine Bedrohung für sie darstellt. Melanie könnte ihre Rolle als fürsorgende Frau einnehmen und ihr den Sohn wegnehmen. Ohne Mitch würde sie alleine dastehen. Es geht ihr also nicht um Melanie, es könnte jede andere Frau sein, es geht ihr um den Sohn, den sie zu verlieren befürchtet. Sie sieht ihren Sohn auch mehr als ihren Ehemann an als, als ihren Sohn. Dadurch, dass ihr Mann vier Jahre zuvor gestorben ist, und Mitch Brenner in seiner Kindheit offensichtlich den Ödipuskomplex nicht völlig überwunden hat, hat er nun die Stelle des Vaters eingenommen und Lydia die Macht über ihn, beziehungsweise über seine Liebesbeziehungen. Im Dialog zwischen Annie und Melanie erfährt der Zuschauer, dass Melanie nicht die Erste ist, die unter Lydia zu leiden hat. Annie Hayworth war früher an Melanies Stelle und ihre Beziehung zu Mitch ist aufgrund von Lydias Eifersucht in die Brüche gegangen.
Annie Hayworth sagt auch den entscheidenden Satz, der klar macht, dass die angreifenden Vögel eine Veranschaulichung von Lydias Empfindungen sind. In Szene 13.1, als sie zum Himmel blickt und einen Schwarm Vögel entdeckt seufzt sie: „Die scheinen auch niemals zur Ruhe zu kommen.“ (Vgl. Szene 13.1). Ein Anzeichen dafür, dass die Vögel auch ihr Leben schon einmal durcheinander gebracht haben und zwar vier Jahre zuvor, als sie eine Beziehung mit Mitch hatte. Die Vögel symbolisieren die Entgleisung der Beziehung von Lydia und Mitch. Somit ist der erste Auftritt der Mutter schon viel früher, wenn Melanie im Boot sitzt, um zum Haus der Brenners zu fahren. Der Ruf der Möwe ist sozusagen ein Warnruf der Mutter, dass Melanie umkehren und ihren Sohn in Ruhe lassen soll. Als diese jedoch die Warnung ignoriert und weiter in das Familiengefüge eindringt, greift eine Möwe Melanie an. Ironischerweise treibt sie genau damit Melanie in die Arme von Mitch, der ihr helfend und sorgend zur Seite steht.
Als Mitch sie dann ungefragt später zum Essen einlädt, fühlt die Mutter sich bedroht. Sie wurde übergangen und nicht gefragt. Sie wurde vor vollendete Tatschen gestellt. Lydia hat ab diesem Zeitpunkt schon Angst, die Kontrolle über ihre Rolle und ihren Sohn zu verlieren.
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Natascha Ungereit, 2010, Die Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen in Hitchcockfilmen, München, GRIN Verlag GmbH
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