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Inhaltsverzeichnis
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0 Einleitung
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1 Islamistischer Terror
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1.1 Verschiedene Arten von Terror
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1.2 9/11 - Angriff auf Israel?
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2 Die Muslimbruderschaft
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2.1 Entstehung
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2.2 Die Stellung der Organisation zu Palästina
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2.3 Der Dschihad im Sinne der Bruderschaft
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2.3.1 Sieg oder Märtyrertod
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2.3.2 Gründe und Rechtfertigung für den Dschihad
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2.4 Palästina als wichtigste Front
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2.5 Erziehungsarbeit und Propaganda
2.6 Die Etablierung der Muslimbrüder in Palästina als Fundament der Hamas 11
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2.7 Radikalisierungstendenzen
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3 Harakat al-Muqawama al-Islamiyya (kurz: HAMAS)
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3.1 Die Intifada als Auslöser zur Gründung der Hamas
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3.2 Die Charta der Hamas
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3.2.1 Der Islam - einzige Grundlage für einen palästinensischen Staat
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3.2.2 Offener Antisemitismus
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3.3 Aktiv gegen den Frieden
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4 Zusammenfassung
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17 5 Literaturverzeichnis
17 6 Literatur aus einer Online-Recherche im Internet
18 7 Medienverzeichnis
18 8 Anhang
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0 Einleitung
„Wenn wir als Märtyrer sterben, kommen wir in den Himmel“, trällern die zarten Stimmen des populären panarabischen Kinderchores „Birds of Paradise“ in einem Lied, welches im gleichnamigen Sender ausgestrahlt und über Youtube grenzüberschreitend millionenfache Klicks vermerkte. Der tolerant erzogene westliche Intelektuelle kann sich der Frage nicht erwehren, wie Kinder angesichts der Brutalität der sogenannten Märtyrer zu einer solchen Denkweise kommen können. Gleichzeitig offenbart dieses Kinderlied die erschreckenden Ausmaße eines sich rasant entwickelnden radikalen Islam, der schon lange nicht mehr an den Grenzen der arabischen Welt Halt macht sondern den Okzident und die restliche Welt mit Operationen heimsucht, die als Heiliger Krieg betrachtet werden und mitunter hohe Opferzahlen kosten.
Beinahe ohnmächtig versuchen sich Europa und Amerika vor den Gefahren der schleichenden Fanatisierung des Islam zu schützen. Dass der Islam in seiner radikalen Auswirkung als Bedrohung der hochgelobten freiheitlichen Prinzipien und Werte der westlichen Welt betrachtet werden muss, stellt niemand mehr in Frage.
Wie konnte es zu dem heutigen Verständnis dieser Religion kommen, welches terroristische Gruppierungen weltweit eint? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Ursprüngen des Islamismus in seiner heutigen Form, welche sich zu einem großen Teil an der Institutionsgeschichte der ägyptischen Muslimbruderschaft entlanghangeln. Als direkter Ableger derselben und beispielhafte Entwicklung einer radikalen islamistischen Organisation wird die palästinensische Hamas (ḥamās) 1 von ihren Anfängen an und unter Betrachtung ihrer Charta beleuchtet. Diese Arbeit behandelt weniger die Ausmaße des islamistischen Terrorismus, bekannt vor allem durch seine Selbstmordattentate, als vielmehr die Ziele und Denkweisen radikaler muslimischer Gruppierungen am Beispiel der Hamas, die immer mehr Zuwachs finden. Einen Schlüssel zum Verständnis bildet ein bis heute ungebrochener Antisemitismus der radikalen Organisationen und die Rolle des Landstrichs, auf dem vor gut 60 Jahren der Staat Israel gegründet wurde.
Die politische Dimension, deutlich durch den Wahlsieg der Hamas im Gazastreifen 2006, ist eine weitere Entwicklung des radikalen Islam, welche auf Grund des gebotenen Umfangs keine nähere Betrachtung in dieser Arbeit findet. Gerade die massiven und andauernden Proteste in der arabischen Welt deuten auf die Wichtigkeit dieser Thematik hin. Um ihm
1 Zur Transliteration der wichtigeren originalsprachlichen arabischen Begriffe dieser Arbeit dient die Tabelle der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Vgl. Meyer 2010, S. 231 f.
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gerecht zu werden, müsste dem Phänomen jedoch mindestens genauso viel Aufmerksamkeit gewidmet werden wie dem vorliegenden Thema.
1 Islamistischer Terror
1.1 Verschiedene Arten von Terror
In den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte Terror, insbesondere in seiner islamistischen Ausprägung, erst mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Das Ausmaß an Brutalität überschattete alles bisher Dagewesene und die neue Bedrohung weitete sich auf die gesamte westliche Welt aus. Um Terroristen in ihrer Motivik und Vorgehensweise unterscheiden zu können, teilen Fachleute sie in vier Kategorien ein (vgl. Ulfkotte 2002): Eine Randgruppe bilden Einzeltäter wie der Attentäter von Oklahoma, die meist geistig verwirrt sind und ohne unterstützendes Netzwerk agieren. Sie sehen sich als Auserwählte in einer Mission. Ferner werden revolutionäre Gruppen mit ideologischen Zielen unterschieden, die Gewalt einsetzen, um soziale oder politische Veränderungen zu erzwingen. Dazu gehören die ehemalige Rote Armee Fraktion und die frühere PLO. In die dritte Kategorie zählen ethnische oder politische Minderheiten, die innerhalb eines Staates um Autonomie kämpfen wie dies in der Türkei durch die kurdische PKK geschieht. Die letzte und gleichzeitig gefährlichste Gruppe bilden Organisationen mit religiösen oder pseudo-religiösen Motiven. Zu nennen sind hier die durch die zuerst genannten Anschläge bekannt gewordene Al-Qaida (al-qāʿida) Osama bin Ladens, welche ein weltweites Netz aufgebaut hat, als auch die Hisbollah (ḥizbu l-llah) und die palästinensische Hamas.
Was letztere Gruppierungen so gefährlich macht, ist die Schwierigkeit, sie zu lokalisieren und zu infiltrieren. Terroristen leben oft jahrelang unerkannt in einem Land, bevor es zu einer Tat kommt. Massenmorde an Zivilisten werden unter religiösen Motiven gerechtfertigt. Nicht nur ihr Hass gegen Amerika, auch und gerade ihr Antisemitismus vereint islamistische Gruppen global.
1.2 9/11 - Angriff auf Israel?
Entgegen der Logik des aufgeklärten Geistes findet sich der Ursprung islamistischen Terrors nicht in den perspektivlosen Armutsvierteln arabischer Großstädte. Um die Vorgänge im Nahen Osten und den islamistischen Terrorismus am Beispiel der Hamas besser verstehen zu können, lohnt es sich, einen Blick auf den Hauptschuldigen der Anschläge um das World Trade Center zu werfen. Mohammed Atta, Anführer der Todespiloten, gehörte der
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Mittelschicht an und genoss ein Leben in Freiheit und Wohlstand. Paradoxerweise studierte er jahrelang im verhassten Westen und erlernte erst in Amerika das Fliegen von Flugzeugen, bevor er seine Fähigkeit dann als tödliche Waffe einsetzte. Obwohl die USA, Inbegriff der politischen und religiösen Freiheit, für Islamisten den „großen Satan“ und Israel ‚nur‘ den „kleinen Satan“ (ebd.) verkörpert, galt Attas Ziel nicht primär den Vereinigten Staaten. „Ein "nationalsozialistisches Weltbild" attestieren ihm Teilnehmer der Koran-Runden. "Die Juden", das waren für ihn die reichen Strippenzieher der Medien, der Finanzwelt, der Politik, und natürlich steckten auch hinter dem Einsatz der Amerikaner am Golf die Juden, hinter den Kriegen auf dem Balkan, in Tschetschenien, überall. Wer waren die Täter in Ägypten, die die Architektur, die Kultur, letztlich den gesamten Islam ausrotten wollten? Klar, die Juden. Und "das Zentrum des Weltjudentums", so sah es Atta, war New York. Atta wünschte sich einen Gottesstaat vom Nil bis zum Euphrat, frei von Juden, und sein Befreiungskrieg musste in New York beginnen.“ (Brinkbäumer u.a. 2002, S. 117)
Der eigentliche Angriff auf die Zwillingstürme galt nach dieser Erkenntnis den Juden. Attas Kreis bildet mit seinem offensichtlichen Antisemitismus jedoch keinen Einzelfall, sondern die Regel unter islamistischen Terroristen. Neu aufgekommen war der militärische Dschihad (ğihād) und die Todessehnsucht als Ideal des Märtyrers im Jahre 1928 mit der Gründung der Muslimbrüder in Ägypten. Sie sind es, aus denen die Hamas hervorgegangen ist. Ein Gründungsmitglied dieser wichtigsten palästinensischen Dschihad-Organisation wiederum, Abdullah Azzam, brachte in den 1980er Jahren die dschihadistische Philosophie als Erster Osama bin Laden näher (vgl. Küntzel 2003, S. 9f.). Ideologie und Vorgehensweisen sämtlicher islamistischer Terrorgruppen, insbesondere jedoch der Hamas, sind maßgeblich geprägt durch die Muslimbrüder. Im Abschnitt 1, Artikel 2 ihrer Charta bekennt sich die Hamas klar zu ihren historischen Wurzeln:
„Die Islamische Widerstandsbewegung ist einer der Flügel der Muslimbrüder in Palästina. Die Bewegung der Muslimbrüder ist eine internationale Organisation, und sie ist die bedeutendste der islamischen Bewegungen in der modernen Zeit.“ (Charta Hamas, Baumgarten 2006, S. 209)
2 Die Muslimbruderschaft
2.1 Entstehung
Als Ägypten nach dem Ersten Weltkrieg britisches Protektorat wurde und auch Palästina unter Mandatsherrschaft der Insulaner geriet, gründete der ägyptische Lehrer Hassan al-Banna (ḥasan al-bannā) eine Organisation mit dem erklärten Ziel, die Gesellschaft islamisch umzuerziehen und die Solidarität unter Muslimen zu stärken (vgl. Croitoru 2007, S. 12f). Ihr patriotisches Gedankengut wurde eher versteckt gehandhabt, politisches Engagement war
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Arbeit zitieren:
Johannes Rieble, 2011, Islamismus und Dschihad, München, GRIN Verlag GmbH
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