Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Gründe für die Entwicklung eines neuen EDV-Fachwörterbuchs 5
2.1 Tendenzen der Sprachwandelprozesse im Bereich der EDV-Terminologie. 5
2.2 Die Ursachen für die Fachsprachwandelprozesse 6
2.3 Wirtschaftliche Konjunktur. 8
3. Fallstudie zur Überprüfung des lexikographischen Nachholbedarfs. 10
3.1 Beschreibung der Untersuchungsmethodik. 10
3.2 Kritische Analyse der untersuchten EDV-Fachwörterbücher 13
4. Beschreibung des geplanten EDV-Fachwörterbuchs. 19
4.1 Zeitplan. 19
4.2 Allgemeines: Ziele, Inhalte, Quellen. 19
4.3 Adressatengruppen 23
4.4 Vorstellung der Wörterbuchstrukturen. 24
4.4.1 Makrostruktur. 24
4.4.2 Mikrostruktur. 26
4.4.3 Mediostruktur 27
4.4.4 Auswertung der Mikrostrukturen der vorliegenden deutsch-russischen
Fachw örterbücher 28
5. Praktische Aspekte der Erstellung des Fachwörterbuchs. 33
5.1 Vorläufige Bearbeitung des elektronischen Korpus. 33
5.2 Vorbereitung des Manuskripts 34
5.3 Auswahl der Druckparameter des Printwörterbuchs. 36
6. Schlussfolgerung. 38
Literaturverzeichnis. 39
Anhang 1. Ergebnisse der Auswertung der vorliegenden deutsch-russischen
EDV -Fachwörterbücher 41
Anhang 2. Auflistung der ausgewerteten deutsch-russischen
Fachw örterbücher (nach ihrem Publikationsdatum) 51
Anhang 3. Ergebnisse der Auswertung der Mikrostrukturen der vorliegenden
deutsch -russischen Fachwörterbücher. 54
Anhang 4. EDV-Wörterbuch Deutsch-Russisch. 56
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1. Einführung
Praktisch für jeden, der beruflich Texte übersetzt, klingt als axiomatisch, dass das wichtigste Hilfsmittel eines Übersetzers ein Wörterbuch ist. Die Kapazitäten des menschlichen Gedächtnisses sind begrenzt, und das Wörterbuch, insbesondere ein zweisprachiges, wird oft in den Fällen als Stütze herangezogen, wenn der Übersetzer ein Wort oder eine Redewendung nicht kennt.
Leider als genauso axiomatisch kann ebenfalls die Äußerung COSERIUs (1972: 41) gelten, der einmal über die Wörterbücher sagte, dass sie „verspätete Register der Normen“ darstellen. Diese unangenehme Schlussfolgerung trifft insbesondere auf zweisprachige Fachwörterbücher zu. Im Zeitalter des rapiden Wachstums des technischen Fortschritts in verschiedenen Bereichen und insbesondere der weltweiten Verbreitung und Weiterentwicklung der EDV-Technologien und des Internets schaffen die zweisprachigen Fachwörterbücher in vielen Fällen kaum mehr Schritt mit terminologischen Entwicklungen. Von Tag zu Tag werden neue Termini eingeführt, veraltete Fachbegriffe werden nach und nach durch neue ersetzt, die Bedeutungen der konventionellen Termini werden durch zusätzliche Bedeutungsnuancen erweitert. Auch ein sehr gutes Fachwörterbuch ist nicht immer imstande, diese Änderungen zu erfassen.
Davon konnte sich der Autor dieser BA-Arbeit aus eigenen Erfahrungen überzeugen, als er längere Zeit mit der russischen Redaktion der deutschen Computerzeitschrift c't (c’t - Magazin für Computertechnik, Herausgeber: Heise Zeitschriften Verlag) bis zu ihrer durch die weltweite Wirtschaftskrise bedingten, vorübergehenden Stilllegung als Fachübersetzer gearbeitet hat. Zu den Aufgaben des Autors gehörte die Übersetzung von Fachartikeln aus verschiedenen Themenbereichen aus dem Deutschen ins Russische. Die meisten Artikel kamen aus dem Bereich EDV und elektronischer Haushaltsgeräte. Beim Übersetzen musste der Autor unter anderem zweisprachige Wörterbücher für EDV-Terminologie benutzen. Recht bald stellte es sich heraus, dass die vorhandenen Printwörterbücher entweder nicht vollständig waren, oder sogar fehlerhafte Übersetzungsvarianten beinhalteten. Deshalb ging der Autor zunächst von der Annahme aus, dass elektronische Wörterbücher dabei Abhilfe schaffen könnten. Als das einzige passende Softwareprodukt bot sich das
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elektronische Wörterbuch Abbyy Lingvo 1 an. Leider konnte der Zugriff auf Abbyy Lingvo ebenfalls nur bedingt weiterhelfen. Da das spezialisierte Fachwörterbuch für die elektronische Datenverarbeitung in der russischsprachigen Edition Lingvo fehlt, und die Inhalte der anderen elektronischen Teilwörterbücher auf den Einträgen aus den früher erschienenen Printwörterbüchern und Lexika aufgebaut sind, haben aktuelle Termini aus dem EDV-Bereich darin keinen Eingang gefunden. Deshalb war der Autor nicht selten auf stundenlange Suche nach Paralleltexten im Internet angewiesen, da nur sie als eine authentische Quelle für terminologische Übersetzungsäquivalente dienen konnten.
Die Probleme der Äquivalentensuche im Laufe der Zusammenarbeit mit der Zeitschrift c't haben den Autor dazu bewogen, die Frage nach der Entwicklung eines neuen zweisprachigen Fachwörterbuchs für EDV-Terminologie nachzugehen, das die meisten neuesten Fachtermini aus diesem Bereich sowie ihre adäquaten Übersetzungen erfassen könnte.
1 Abbyy Lingvo - das größte deutsch-russische elektronische Wörterbuch. Die Homepage des Entwicklerunternehmens ist unter http://www.abbyy.de/lingvo/ einzusehen.
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2. Gründe für die Entwicklung eines neuen EDV-Fachwörterbuchs
2.1 Tendenzen der Sprachwandelprozesse im Bereich der EDV-Terminologie
Die Notwendigkeit eines neuen zweisprachigen Fachwörterbuchs für EDV-Terminologie lässt sich im Allgemeinen ebenfalls durch die folgenden Tendenzen der Sprachwandelprozesse erklären:
- Die EDV-Terminologie ist im Unterschied zu dem Allgemeinwortschatz einer Sprache viel mehr im Veralten begriffen und scheidet deshalb viel schneller aus dem Gebrauch aus. Die noch vor 30, 20 oder 10 Jahren gängigen Termini werden nicht mehr verwendet. Das Gesagte kann am Beispiel der Speichermedien und Datenträger veranschaulicht werden. Solche Begriffe wie Lochkarten und Streamer (Bandlaufwerke) aus den 70-80er Jahren sowie die mit diesen Termini bezeichneten Geräte werden längst nicht mehr verwendet. Wenn Disketten Mitte der 90er Jahre eines der meistverbreiteten Speichermedien gewesen waren, so verschwanden sie je nach der Verbreitung der USB-Speichermedien allmählich von der Bildfläche. Sony beabsichtigt in März 2011 die Produktion von 3,5"-Disketten völlig einzustellen. 2 Die CDs erleben ebenfalls ihre letzten Tage. Als Speicher für Videomaterialien werden die Blu-Ray Discs immer beliebter und sie können wahrscheinlich in 5-7 Jahren die DVDs völlig ablösen.
- Im Bereich der EDV-Fachsprache kommen neue Lexeme (terminologische Neologismen) in immer schnellerem Tempo auf. Zum Beispiel haben die Termini Netbook und Nettop 2007 noch nicht existiert. Dagegen konnte man ein ganz anderes Bild im Jahre 2009 beobachten. Damals betrafen die Aufrufstatistiken der weltweit größten Suchmaschine Google (Aufrufe der deutschen Webseiten) 2 Millionen Treffer bzw. 1,2 Millionen Treffer (Datenstand: 13.06.09). 2010 nahm die Gesamtzahl der Webseiten, auf denen sich diese Termini finden, entsprechend auf 3,5 Mio. und 1,6 Mio. Treffer
2 S. ausführlicher unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-schickt-Floppy-Disk-aufs-Altenteil-987021.html (zuletzt eingesehen am 26.04.10).
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(Datenstand: 19.06.10) zu. 2011 listete Google entsprechend 13 Millionen und 1,8 Millionen Treffer (Datenstand: 29.05.11) für diese Fachbegriffe entsprechend auf, was von einer weiteren Verbreitungsdynamik dieser Termini zeugt.
2.2 Die Ursachen für die Fachsprachwandelprozesse
Diese Tendenzen können auf die folgenden Ursachen zurückgeführt werden, die ich der Anschaulichkeit halber thematisch in 3 Gruppen unterteilt habe:
1) Beschleunigung der Informationsprozesse. Zu dieser Gruppe der Ursachen lassen sich die Folgenden ordnen:
a) Das rapide Wachstum des Internets und der webbasierten Informationsquellen (Online-Zeitungen, Online-Zeitschriften) führt zur wesentlich schnelleren Anpassung und Einbeziehung der terminologischen Neologismen in die geschriebene Sprache.
2) Ständige und dynamische Entwicklung der Hardware. Hierzu gehören die folgenden Ursachen:
a) Die ständige Steigerung der Leistungsfähigkeit von Computern: Nach dem Mooreschen Gesetz verdoppelt sich die Leistungsfähigkeit der Computer alle zwei Jahre. Das bedeutet, dass eine immer breitere Palette von Problemen durch Computer gelöst werden kann.
b) Miniaturisierung der Kernkomponenten der Personalcomputer. Heutzutage ist die Entwicklung einer Hauptplatine (eine Baugrundlage für den Personalcomputer) machbar, die nicht größer als eine Kreditkarte ist, wobei noch vor 50 Jahren ein Computer den ganzen Raum einnahm. Wenn die Hauptprozessoren noch vor 15 Jahren nach technischen Normen von 150 bis 180 nm hergestellt wurden, sind jetzt die Normen von 32 nm erreicht worden. Die Erfolge bei der Miniaturisierung der Computerbestandteile haben zur Entwicklung neuer Klassen von mobilen Geräten wie Internet Tablets, Smartphones, Netbooks und E-Books geführt.
Zu der dritten Gruppe lassen sich Faktoren ordnen, die mit der rapiden Entwicklung der Softwareprodukte verbunden sind. Das beachtliche Wachstum der
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Softwareprodukte wurde durch die Einführung von diversen neuen elektronischen Geräten und die Erweiterung des Spektrums der mithilfe eines Computers lösbaren Aufgaben bedingt. Jeden Tag kommen Dutzende von neuen Programmen und neuen Versionen schon verfügbarer Software auf den Markt.
a) In den letzten 10 Jahren wurden von der Microsoft Corporation die folgenden Betriebssysteme entwickelt: Microsoft Windows 98, Windows Me, Windows XP, Windows Vista und Windows 7. Dazu sollte man ebenfalls die auf professionelle Nutzer zugeschnittenen Betriebssysteme Windows 2000, Windows Server 2003 und Windows Server 2008 zählen. Die Praxis zeigt, dass die verfügbaren spezialisierten Printwörterbucher für EDV-Terminologie nur terminologische Bezeichnungen der Komponenten des Betriebssystems Windows 98 berücksichtigen. Die Bezeichnungen für Fachbegriffe aus den aktuelleren Betriebssystemen sowie deren Übersetzungen fehlen in den fachlichen Printwörterbüchern. Diese lexikographischen Lücken sind umso mehr ernst zu nehmen, da die Betriebssysteme der Microsoft Corporation mit über 90 % 3 eine führende Position im Markt der Betriebssysteme einnehmen, und die von den Entwicklern der Microsoft Corporation geprägte Fachlexik wird zumeist von den anderen Software-Entwicklungsunternehmen verwendet.
b) Als eine der Ursachen für das Aufkommen von immer neuen Termini kann man auch die weitere Entwicklung und immer breitere Anwendung der Unixbasierten Betriebssysteme nennen. Viele Notebook-Hersteller setzen in ihren Produkten verschiedene Linux-Distributionen ein. Nach Angaben von ABI Research wurden auf den elf Millionen der im Jahre 2009 hergestellten 35 Millionen Netbooks ein Linux-basiertes Betriebssystem vorinstalliert, was ca. 32 % von der Gesamtmenge der gelieferten Netbooks ausmacht. 4 Das Betriebssystem für mobile Geräte Android, welches von der Gesellschaft Google auf den Markt gebracht wurde, erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei den Benutzern. Laut der aktuellen ComStore-Studie (Datenstand: März 2010) ist der Marktanteil von Android auf dem amerikanischen Markt um 4,3 % gestiegen und beträgt zurzeit beträchtliche
3 Nach Angaben der Netmarketshare, s. unter http://www.netmarketshare.com/os-market-share.aspx?qprid=11 (zuletzt eingesehen am 24.04.10).
4 S. ausführlicher unter http://www.desktoplinux.com/news/NS5114054156.html (zuletzt eingesehen am 24.04.10).
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7,1 %. 5 Die Fachlexik, die in diesen Betriebssystemen verwendet wird, wurde noch nie von einem fachlichen Printwörterbuch erfasst.
Als die letzte Ursache für die Prägung von immer neuen Termini kann man die Vernetzung und Integration von angewandten Gebieten bezeichnen, die jetzt ohne Informatik undenkbar sind. Die Fachbegriffe aus diesen Gebieten sollen selbstverständlich lexikographisch erfasst und vertreten werden. Zu solchen Gebieten gehören:
- Digitales Video. Wenn ein Personalcomputer noch vor 15 Jahren nicht imstande war, Videos abzuspielen, ermöglichen moderne Computer heute die Bearbeitung der High Definition Videos; - Entwicklung und breitere Anwendung der Digitalfotografie; - Entwicklung des Digitaldrucks: immer breiterer Einsatz von Laser-Farbdruckern und 3D-Druckern; - Mobilfunk.
2.3 Wirtschaftliche Konjunktur
Die oben angesprochenen Faktoren sind ebenfalls unmittelbar im Kontext der wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation zu betrachten. Deutschland und Russland arbeiten infolge der weltweiten Vernetzungs- und Globalisierungsprozesse immer enger auf dem Gebiet der EDV-Technologien zusammen. Die russischen Software-Entwicklungen setzen sich erfolgreich auf dem deutschen Markt durch. Als markante Beispiele dafür kann man die Software-Produkte der Firmen Kasperski Lab (Antiviren-Software) und ABBYY (das elektronische Wörterbuch ABBYY Lingvo und die Zeichenerkennungssoftware Fine Reader) nennen. Das deutsche Unternehmen SAP, der größte europäische und weltweit viertgrößte Softwarehersteller, vermarktet seinerseits erfolgreich seine Produkte in Russland. Zu seinen Kunden gehören die größten russischen Unternehmen wie Gazprom, Lukoil, Norilski Nikel u.a. Entsprechend dynamisch reagiert ebenfalls der Markt der übersetzerischen Dienstleistungen auf das wachsende Angebot der EDV-Produkte. Diese Sachverhalte
5 S. ausführlicher unter http://www.os-informer.de/aid,706449/Smartphone-Marktanteile-Blackberry-iPhone-OS-und-Android-vor-Windows-Mobile-und-webOS/Handy/News/ (zuletzt eingesehen am 24.04.10).
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zeugen ebenfalls davon, dass die Erneuerung der lexikographischen Quellen schon
l ängst erforderlich ist.
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3. Fallstudie zur Überprüfung des lexikographischen Nachholbedarfs
Um zu überprüfen, ob der Nachholbedarf in diesem Bereich der Fachlexikographie vorhanden ist, wurde zunächst eine Fallstudie durchgeführt, wofür beinahe alle deutsch-russischen Printwörterbücher für die EDV-Terminologie ausgewertet wurden. Eine vollständige Bibliographie der ausgewählten Wörterbücher wird im Quellenverzeichnis aufgelistet.
3.1 Beschreibung der Untersuchungsmethodik
Das Ziel der Fallstudie wurde folgendermaßen formuliert: Enthalten ausgewählte Fachwörterbücher die Übersetzungen für eine ausgewählte Gruppe von Termini aus dem EDV-Gebiet? Wenn ja, stimmen diese Übersetzungsäquivalente mit dem aktuellen terminologischen Usus überein oder sind sie fehlerhaft?
Die Fallstudie sollte klar strukturiert sein und in möglichst wenigen Schritten die von mir aufgestellten Fragestellungen entweder bestätigen oder widerlegen. Deshalb habe ich mich auf das Untersuchungsschema aus 3 Schritten festgelegt.
Im ersten Schritt wurde eine Kotrollgruppe von Fachwörterbüchern ausgewählt, die den folgenden Kriterien entsprechen sollte:
• Ausgewählte Fachwörterbücher sollten EDV-Termini beinhalten.
• Ausgewählte Fachwörterbücher sollten in den Beständen der Fachbibliotheken der auf die Ausbildung der Übersetzer und Dolmetscher ausgerichteten Fachbereiche der deutschen Hochschulen vorhanden sein.
• Das Veröffentlichungsdatum von ausgewählten Fachwörterbüchern sollte nicht vor 30 Jahren zurückliegen. Die zeitliche Einschränkung bei der Auswahl der Kontrollwörterbücher kann man damit begründen, dass seit Ende der 70er Jahre die Massenfertigung der Personalcomputer begann und
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die CPU-Architektur x86 entwickelt wurde, die heutzutage allen gängigen Computern zugrunde liegt.
Durch diese Auswahlkriterien sollten die objektiven Analysedaten über die in den letzten 30 Jahren veröffentlichten Fachwörterbücher für EDV-Terminologie gesammelt werden, die zu den Beständen der heutigen deutschen Universitätsbibliotheken gehören.
Im zweiten Schritt wurde die Kontrollgruppe von Fachtermini ausgewählt, die oben erwähnten Kriterien gerecht waren. Zur Evaluierung der Fachwörterbücher wurden drei Wörterlisten zusammengestellt. Diese drei Wörterlisten entsprechen den drei wichtigsten Teilbereichen der EDV-Terminologie: Hardware, Software und Internet. Zur Repräsentation jedes Teilbereichs wurden die gängigsten Termini ausgewählt, die nicht nur in der Fachliteratur eine hohe Frequenz aufweisen, sondern auch in der Alltagssprache oft vorkommen. Mit anderen Worten geht es bei den ausgewählten Wörtern eigentlich um solche Lexeme, die bereits über die Rahmen der Fachwörterbücher hinausgingen, zum Teil des Allgemeinwortschatzes wurden und daher auch Laien bekannt sind. Bei der Auswahl der Wörter galt der Frequenzgrad der Termini als eines der Hauptkriterien. Mithilfe der Suchmaschine Google wurden deutsche Webseiten auf die Frequenz der ausgewählten Termini geprüft.
An dieser Stelle wäre es sinnvoll, zu erklären, aus welchem Grund es auf die Heranziehung der eng spezialisierten Termini bei der Auswahl der in der Fallstudie zu verwendenden Lexeme verzichtet wurde. Es ist selbstverständlich, dass ein Forscher immer genügend Texte mit neuen eng spezialisierten Termini entdecken kann, die lexikographisch noch nicht erfasst sind. Allein diese Tatsache beweist jedoch noch nicht, dass die vorhandenen Fachwörterbücher unvollständig sind, da alle lexikographischen Quellen bekanntlich nicht immer zeitlich mit neuen terminologischen Neuzugängen Schritt halten können. Deshalb wäre es unter Berücksichtigung des Gesagten nur richtig, als Prüfstein allgemein gebräuchliche EDV-Termini zu benutzen, da ihr Fehlen in einem Fachwörterbuch eindeutig darauf hinweist, ob es unvollständig oder obsolet ist.
Auf der anderen Seite will der Autor durch diese Studie insbesondere überprüfen, auf welchem Stand die lexikographische Versorgung der Übersetzer und Dolmetscher in puncto EDV-Terminologie ist. Unter Berücksichtigung dieser übersetzerischen
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Ausrichtung galt es noch zu prüfen, ob die in den Wörterbüchern enthaltenen Übersetzungen korrekt sind und dem neuesten Stand der Terminologie entsprechen.
Auf diese Weise, wenn die zu prüfenden Fachwörterbücher die ausgewählten Termini nicht beinhalten oder ihre Übersetzungen nicht korrekt sind, so kann man mit Sicherheit solche Fachwörterbücher als nicht fundiert und veraltet einstufen.
Im Weiteren will ich die Wörterlisten und Angaben zur Wortfrequenz in einer Tabelle vorstellen:
Im dritten Schritt wurde die Kontrollgruppe der Fachwörterbücher auf diese Termini geprüft, und falls sie diese Termini enthielten, wurden die nachgewiesenen Übersetzungsäquivalente auf ihre Richtigkeit und Adäquatheit geprüft. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden in den Tabellen kurz zusammengefasst, die sich
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Anatoly Dunaev, 2011, Entwicklung eines zweisprachigen Fachwörterbuchs für EDV-Terminologie - Deutsch-Russisch, München, GRIN Verlag GmbH
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