Inhaltsverzeichnis
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1 Einleitung 2
2 Innerstaatliche Migration als afrikanisches Krisenphänomen 2
2.1 Migrationstheoretischer Aspekt 4
2.2 Triebkräfte und Wanderungsfaktoren 4
2.3 Formen der Binnenmigration in Subsahara-Afrika 5
2.3.1 Flucht vor gewalttätigen Konflikten 7
2.3.2 Klima- und umweltbedingte Migration 9
2.3.4 Land-Stadt-Wanderung 10
2.3.3 Intranationale Wanderarbeit 12
3 Binnenmigration am Beispiel von Benin 13
4 Fazit 14
Literaturverzeichnis 15
Abbildungsverzeichnis 16
1
1 Einleitung
Es ist kein neues Phänomen, dass Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihre Heimat verlassen. Das machen sie schon seit jeher. Doch heute sind - im Gegensatz zu früherpraktisch alle Länder von Zu- oder Abwanderung betroffen, ob als Herkunfts-, Transit-, oder Aufnahmeland (DE WENDEN, C. W. 2009: 16). Im Zeitalter der Globalisierung ist Migration also praktisch zur Selbstverständlichkeit geworden. In den letzten Jahren ist nicht nur die Anzahl der grenzüberschreitenden, sondern auch die der innerstaatlichen Migranten drastisch gestiegen. Dieses Phänomen ist besonders in den subsaharischen Staaten zu beobachten. Doch leider ist die Binnenmigration erst in den letzten Jahren mehr in den Mittelpunkt internationaler Konferenzen gerückt, obwohl sie schon länger einen größeren Anteil als grenzüberschreitende Wanderungen am Migrationsgeschehen ausmacht.
Zunächst behandelt die Arbeit die theoretischen Grundlagen zur Migration. Darauf aufbauend werden vier -für die subsaharischen Staaten bedeutende- Formen der Binnenmigration vorgestellt. Die Problematik derartiger Wanderbewegungen liegt auf der Hand. Die Bekämpfung der Migration geht jedoch nur durch die Bekämpfung der Ursachen. Deshalb spielen diese auch eine zentrale Rolle in dieser Arbeit. Neben der Herausarbeitung der Ursachen ist zudem Kern der Arbeit, die Folgen, die sich aus derartigen Wanderbewegungen für Staaten und ihre Bevölkerung ergeben, aufzuzeigen. Wie der Migrationsprozess, dessen Ursachen und Auswirkungen, konkret in einem afrikanischen Land aussehen, zeigen die Länderbeispiele DR Kongo und Benin.
2 Innerstaatliche Migration als afrikanisches Krisenphänomen
Wie bereits angeklungen, ist unser krisengeschüttelter Nachbarkontinent Afrika stark von der Migrationsproblematik betroffen. Mit gutem Grund wird schon in den 1980er Jahren Afrika als der “Kontinent der Flüchtlinge“ bezeichnet (RICHTER, R. 1992: 18). Afrika gilt heute als der Kontinent mit der höchsten Migrationsrate. 1 Noch immer ist die Vorstellung weit verbreitet, dass der Großteil der afrikanischen Migranten nach Europa abwandert, was allerdings nicht der Fall ist. Im Gegensatz zu Migrationsbewegungen anderer Kontinente,
1 „[...] 14 Millionen Menschen - das sind 2,3 Prozent der Bevölkerung - leben außerhalb ihres Heimatlandes
(SERVANT, J.-C. 2009: 136)“.
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bleiben afrikanische Migranten meist in Afrika und sehr oft sogar innerhalb nationalstaatlicher Grenzen (SCHADE, J. 2009:28).
Bei Betrachtung folgender Abbildung ist ersichtlich, dass ein Großteil der Migration in Afrika, etwa 70%, den Kontinent nicht verlässt.
Abb. 1: Herkunfts- und Zielregionen afrikanischer Migranten (Ausschnitt aus Karte in PRIES, L. 2009)
Die Gründe für die seit den 1990er Jahren steigenden Binnenflüchtlinge liegen in Veränderungen der Flüchtlingspolitik der Aufnahmeländer 2 und in Veränderungen der Fluchtursachen.
2 Die Flucht nach Europa wird immer schwieriger: Der Schengen-Raum schottet sich nach Süden immer
konsequenter ab. Verschärfung der Einwanderungspolitik u.a. durch die neue Abschiebe-Richtlinie der EU (seit
2008)
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2.1 Migrationstheoetischer Aspekt
Als Migration bzw. Wanderung wird „[...] die geographische Ortsveränderung von Menschen [bezeichnet] (Migrationsbericht 2007: 179)“. Man unterscheidet internationale Wanderungen über die Grenzen eines Landes von Binnenwanderungen über die Grenzen von Teilgebieten eines Landes. Im Allgemeinen kann man Migration durch Merkmale wie die Aufenthaltsdauer, die Einzel- oder Gruppenwanderung, die zurückgelegte Distanz, die saisonale oder dauerhafte Wanderung, legale oder illegale Wanderung oder auch freiwillige oder unfreiwillige Migration unterscheiden. Dies ist allerdings nur wenig sinnvoll, da diese Merkmale oft miteinander korrelieren. Desweiteren ist die Abgrenzung der Migranten nach politischen, ökologischen, sozio-kulturellen und ökonomischen Motiven schwierig, da diese sich ebenfalls oftmals überlagern. Die Problematik im migrationstheoretischen Aspekt liegt auch in der Frage der Definition (RICHTER, R. 1992: 27). Da es keine einheitlichen, allgemeingültigen Definitionen gibt und sich die Formen zuweilen räumlich vermischen, wird eine exakte Abgrenzung der verschiedenen Migrationsformen erschwert.
Binnenflüchtlinge, also Flüchtlinge innerhalb ihres eigenen Landes werden auch als Internally Displaced Persons (IDPS) bezeichnet. Bei der Abgrenzung der Binnenflüchtlinge seitens der Vereinten Nationen bleiben Wirtschaftsflüchtlinge unberücksichtigt: „Internally Displaced Persons are persons or groups of persons who have been forced or obligated to leave their homes or places of habitual residence, in particular as a result of or in order to avoid the effects of armed conflict, situations of generalized violence, violations of human rights or other natural or man-made disaster, and who have not crossed an internally recognized border (ECOSOC 2000: 3, in JÜRGENS, U., BIRKELAND, N. 2003: 54)”.
2.2 Triebkräfte und Wanderungsfaktoren
Wanderungsentscheidungen sind für den Menschen in der Regel schwerwiegende und oft, auch in sehr akuten Situationen, langwierige Entschlüsse. Die Entscheidung, die Heimat zu verlassen, spielt sich in einem Spannungsfeld zwischen Gegenwartserfahrung und Zukunftserwartung ab. Zusätzlich müssen die wanderungsbereiten Menschen zuversichtlich sein, an einem anderen Ort Sicherheit erlangen zu können. In der Migrationsforschung wird zur Bestimmung der Wanderungsfaktoren üblicherweise zwischen Druck- und Sogfaktoren, den so genannten Push- und Pull-Faktoren unterschieden. Diese gehen jeweils vom Abwanderungs- und Aufnahmeland aus. Bei einer Übertragung des Push- und Pull-Faktoren-
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Arbeit zitieren:
Paulina Conrad, 2010, Die Problematik der Binnenmigration in Subsahara-Afrika, München, GRIN Verlag GmbH
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