Gliederung:
1. Einführung: 2
2. Gliederung des amerikanischen Schulsystems 2
3. Die lokale Verwaltungsebene 8
4. Die nationale Verwaltungsebene 11
5. Fazit 13
6. Literaturverzeichnis 16
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1. Einführung:
Im Seminar „Föderalistische Bildungssysteme im internationalen Vergleich“ von Frau Diplom Politologin Isabelle Sieh sind mehrere Bildungssysteme behandelt worden. Darunter fiel auch das amerikanische Bildungssystem. Diese Hausarbeit habe ich genutzt, um gerade dieses Bildungssystem näher zu beschreiben. Wie das Thema der Hausarbeit verrät, möchte ich hiermit dem Leser einen Überblick geben und habe mich demnach auf das Schulsystem, die lokale, wie aber auch auf die nationale Verwaltungsebene beschränkt. Dies sind meiner Ansicht nach auch die wichtigsten und entscheidendsten Punkte, welche das System prägen.
In Punkt zwei werde ich die Struktur, die Besonderheiten, aber auch den Umfang des Schulsystems in den USA erläutern. Dies soll dem Leser als Einstieg dienen. Punkt zwei bezieht sich auf die lokale Schul- und Verwaltungsebene, die eine hohe Stellung genießt und aufgrund dessen mehrere Kompetenzen in den Vereinigten Staaten besitzt. Die nationale Verwaltungsebene wird in Punkt drei näher beleuchtet. Hier werde ich vor allem auf die eigentlichen Kompetenzen, welche diese Ebene besitzt, aber an die lokale Ebene abgegeben zu haben scheint, eingehen. Das Fazit richtet sich sowohl auf Vorteile, als auch auf Nachteile des amerikanischen Bildungssystems im Allgemeinen, besonders jedoch in Bezug auf die lokale und nationale Bildungsebene. Desweiteren wird im Fazit meine eigene Meinung und Einstellung zum Bildungssystem wiedergegeben. Das Literaturverzeichnis findet sich anschließend unter Punkt sechs.
Nun wenden wir uns Punkt zwei zu, der einen Überblick über das Schulsystem liefern soll. Ich betone hier nochmals, dass ausschließlich die Struktur des amerikanischen Systems deutlich gemacht werden soll. Ich werde nicht auf Gesetze oder auf geschichtliche Hintergründe eingehen, da dies den Rahmen der Arbeit sprengt.
2. Gliederung des amerikanischen Schulsystems
Das amerikanische Schulsystem hat im Gegensatz zum deutschen Schulsystem keine Aufgliederung des Sekundarbereiches. Deshalb kennt es auch keine Haupt,-Realschule und Gymnasium (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 60). Dies ist der größte Unterschied zum deutschen Schulsystem. In dieser Arbeit möchte jedoch nicht ich 2
das amerikanische mit dem deutschen Schulsystem vergleichen, trotzdem ist es notwendig, immer wieder auf das deutsche System zurück verweisen, damit das Verständnis des amerikanischen Schulsystems, besonders aber die Struktur und Gliederung des Schulsystems der Vereinigten Saaten deutlich wird. Beginnen werde ich jedoch mit dem Vorschulbereich in den USA. Das vorschulische Angebot ist in die Bereiche der „nursery school“ und „kindergarten“ gegliedert (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 62). Die nursery school entspricht etwa der Kindergrippe oder dem Kindergarten in Deutschland (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 62). Andere Bezeichnungen sind heutzutage entweder child care centers oder auch day care centers. Kinder werden bis zum dritten oder vierten Lebensjahr betreut. Dies ist jedoch vom jeweiligen Bundesstaat, in dem die Schulpflichtzeit ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr beginnt, abhängig (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 62). In einigen Bundesstaaten ist der Besuch einer nursery school freiwillig, in einigen verpflichtend. Doch kommen wir hier zum ersten Mal auf die Besonderheit des amerikanischen Bildungssystems zusprechen. Denn das Eintrittsalter in eine nursery school ist nicht ausschließlich vom Bundesstaat abhängig, sondern vielmehr von der jeweiligen Trägerschaft. Unter einer Trägerschaft versteht man meist eine Kommune, eine Religionsgemeinschaft oder eine private, bzw. eine öffentlich- rechtliche Stiftung (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 62). Diese Besonderheit des amerikanischen Bildungssystems, bezogen auf die kommunalen Trägerschaften wird später detailiert betrachtet. Die Qualität einer solchen Einrichtung ist somit von der Finanzstärke der Trägerschaft abhängig. Kommunale Trägerschaften haben den Vorteil, dass sie finanzielle Unterstützungen vom Bundesstaat in Anspruch nehmen können (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 62). Die Unterbringung von Kindern in private Stiftungen, die eine nursery school anbieten ist demnach meist kostenpflichtig. Dies ist auch der Grund dafür, warum viele Eltern meist die kommunalen nursery schools wählen, um ihr Kind dort betreuen zulassen, da diese kostenfrei sind (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 63). Eine Unterbringung der Kinder in einer nursery school ist zudem von der Berufstätigkeit der Mutter abhängig. Ist die Mutter oder sind beide Elternteile vollberufstätig, so sind die Kinder meist in einer nursery school angemeldet und untergebracht. Damit besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Berufstätigkeit der Eltern und der Anmeldung der Kinder in einer nursery school (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 63).
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Der Besuch eines kindergartens, der wie schon erwähnt der Funktion der Vorschule in Deutschland sehr ähnelt, ist in einigen Bundesstaaten obligatorisch und in anderen wiederum freiwillig (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 63-64). Ein anderes Charakteristikum auf das hier verwiesen werden soll, ist der Druck auf die Kinder, der durch vermehrte Einführung von öffentlichen kindergartens entstanden ist. Mehrere Bundesstaaten haben unter der Aufsicht der Schulträger, also durch Aufsicht von Kommunen, Schulreifetests eingeführt, um schon vor Beginn des Schulpflichtalters eine gewisse Sortierung vorzunehmen. Daraus resultiert, dass mehrere Kinder aufgrund einer mangelnden Leistung zurückgestellt werden können (vgl. Buttlar, A. 1992, S.65). Kritiker bemängeln diese Art von Schulreifetests, da sie der Meinung sind, dass die Messinstrumente unzureichend und unzuverlässig sind. Deutlich wurde, dass besonders Kinder aus ethnischen Minderheiten und Mädchen überproportional zurückgestellt wurden. Ein Widerspruch in sich, da gerade Mädchen im frühen Kindesalter sich schneller entwickeln als Jungen (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 65). Der Grund dieser Schulreifetests, der in den kindergarten durchgeführt wird, liegt in den Bemühungen der Trägerschaften der öffentlichen Vorschulen, wie aber auch der Bundesstaaten, um eine Vereinheitlichung des vorschulischen Bereiches in den unterschiedlichen Bundesstaaten und in den USA zu erreichen (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 65).
Die elementary school, oder um einen Bezug zu der Bundesrepublik Deutschland herzustellen, die Grundschule in den Vereinigten Staaten, umfasst die ersten, in einigen Staaten auch die ersten acht Schuljahre. Das Einschulalter beginnt meistens mit dem sechsten Lebensjahr (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 66). Die Grundschulen sind strikt nach Jahrgängen gegliedert. Schüler einer Jahrgangsklasse müssen den für diese Jahrgangsstufe vorgesehen Lernstoff innerhalb eines Schuljahres absolvieren, sonst werden sie nicht in die nächste Jahrgangsstufe versetzt und müssen die Klasse wiederholen (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 67). Dieses System arbeitet nach dem Prinzip des Klassenlehrersystems, in dem Fächer wie Lesen, Rechnen und Schreiben von ein und demselben Lehrer unterrichtet wird (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 66). Meist findet der Unterricht beim Klassenlehrer ausschließlich in einem Raum statt, der als home room bezeichnet wird (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 66). Die Einrichtungen der Klassenräume entsprechen den Anforderungen der Lernmittel und Lernstoffe, die zur Bewältigung der Fächer benötigt werden (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 66). Heutzutage sind die elementary schools jedoch nach levels und units eingeteilt.
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Arbeit zitieren:
Johannes Keller, 2008, Das amerikanische Bildungssystem - Ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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