Gliederung
1. Beispiel eines Abschiedsbriefes aus dem Buch „Ich möchte jetzt schließen
Briefe vor dem Freitod“ 3
2. Einleitung. Seite 4 5
3. Phänomenologie. Seite 6 - 13
1. Definition des Begriffes Suizid. 6
2. Auftretenshäufigkeit - allgemein. 7
3. Kurzer Exkurs in den christlichen Glauben. 8
4. Probleme bei der Alterseinordnung und Auftretenshäufigkeit bei Kindern
und Jugendlichen 9
5. Suizidmethoden. 10
6. Mögliche Ursachen für den Suizid/-versuch. 11
7. Symptome 12
4. Prävention. Seite 14 - 19
1. allgemein. 14
2. In der Schule. 15
1. Makroebene. 16
2. Mesoebene. 18
3. Mikroebene. 18
5. Fazit. 20
6. Quellen. 21
7. Anhang. 23
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1. Beispiel eines Abschiedsbriefes aus dem Buch „Ich möchte jetzt schließen“ Irgend etwas macht mich zum Tier, ihm gehorchend, danach handelnd, etwas entmenscht mich trieblos, vergeßlich, entmutigend, ohne seinen Namen zu nennen. Ich fühle mich niederträchtig, ich bin verloren, ich fühle mich so, warum weiß ich nicht. Ich sehne mich nach dem Ende, dem Ende der Quälerei. Ein süßes Ende. Ich sehne mich danach, ich hasse das Leben, ich hasse alles, ich bin vollkommen verloren, ich bin ein menschliches Wrack, bilde ich es mir ein, es ist so -, ich weiß es nicht, ich bin ihm hilflos ausgeliefert, ich bin verloren für mein ganzes Leben, warum weiß ich nicht, ich besitze so ein seltsames Gefühl.
Sagt allen Menschen, die mich kennen, einen lieben Gruß von mir, einen freundschaftlichen, allen Menschen, allen Menschen, die mich kennen und helft allen Menschen die zu Euch kommen, Euch fragen. Der Mensch V. S.
Eine übertriebene, objektiv nicht gerechtfertigte hohe Meinung von sich selbst, innere Leere und krankhaftes Suchen nach dem Sinn des Lebens, der Verlust von innerem Halt infolge des Zusammenbruchs wirksamer Beziehungen zu anderen Menschen und endlose Zweifel, Schwankungen und Qualen, fehlendes Pflichtbewußtsein, so daß gleichsam alles erlaubt ist, das Fehlen großer Ziele, echter innerer Anreiz und einer gesunden Entschlossenheit. […]
Ich möchte gestehen, daß ich mich in den letzten Wochen in einen Zustand selbst hineingesteigert habe, aus dem ich keinen Ausweg finde. Ein wahnsinniges Gefühl, bestehend aus unzähligen unverdauten Eindrücken und Erlebnissen aus allen nur erdenkbaren Bereichen des Lebens, welches auf mich einkommt. Ein eigentlich ganz normaler Vorgang, aber zu einem Auswerten, zu einem Aussprechen mit anderen Menschen ist es nie gekommen, da ich in den letzten Jahren, einen für mich krankhaften Abbau aller wirksamen Beziehungen zu anderen Menschen durchgeführt habe. Die Überzeugung, daß diese Tatsache als krankhaft zu bezeichnen ist, gibt mir den Mut zu sagen, daß ich nicht verantwortungslos gehandelt habe. Ich bitte Euch meinen Tod nicht allzu tragisch zu nehmen, denn für mich war dieser kommende Tag lang ersehnt. 1
1 Udo Grashoff, „Ich möchte jetzt schließen, Briefe vor dem Freitod“, S.76f
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2. Einleitung
In diesem Semester habe ich, durch die Empfehlung einer Freundin, lange versucht folgendes Buch zu bekommen. „Ich möchte jetzt schließen, Briefe vor dem Freitod“ herausgegeben von Udo Grashoff. Allein die Tatsache, dass ich zwei Wochen in Buchhandlungen und im Internet danach suchen musste, hat mich sehr irritiert. Nachdem ich es drei Monate später zugeschickt bekam, war ich bereits nach der Einleitung und den ersten beiden Briefen sehr betroffen, zumal ich selber bereits vor einigen Jahren einen Brief dieser Art verfasste, der diesen sehr ähnelte. Unlösbar erscheinende Probleme, sich auflösende soziale Kontakte und „endlose Zweifel“, wie sie der 17jährige im vorangegangenen Abschiedsbrief beschreibt, stellten auch mich vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Er schreibt, dass das Leben eine Qual wäre, die er mit einem „süße[n] Ende“ abschließen möchte. An dieser Stelle musste ich, als Germanistikstudentin, zudem nicht nur an meinen Brief, sondern auch an die Geschichte Johann Wolfgang von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ denken. Ich studiere Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde und Deutsch für die Klassen eins bis zehn. Dabei versuche ich mich für meine zukünftige Tätigkeit nicht nur fachlich ausreichend vorzubereiten, sondern auch auf die möglichen auf mich zukommenden Probleme, Grenzsituationen und Konflikte. Zum L-E-R-Studium gehören vier sehr wichtige Kurse: Werte und Ziele, Emotionen, Grenzsituationen und Konflikte, Kommunikation und Konfliktlösung.
Im letzten Semester habe ich den Kurs der Grenzsituationen besucht und war schockiert, mit welchen elementaren und scheinbar ausweglosen Problemen die Kinder und Jugendlichen zu kämpfen haben. Bei fast allen beschriebenen Problemen, habe ich nun eine Ahnung, wie ich als Lehrerin helfen kann. Doch ein Umstand ist für mich immer noch nicht klar,
Wie erkenne ich als Lehrer die Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen und vor allem wie kann ich sinnvoll Prävention betreiben und Betroffenen helfen? Ich hoffe durch die genaue Auseinandersetzung und diese Ausarbeitung meiner Fragen, eine Möglichkeit zu finden, mich auch auf diese Eventualität vorzubereiten. Vorab werde ich wichtige Fakten und Eckdaten näher erläutern, wie zum Beispiel die Phänomenologie, wie häufig der Suizid von Kindern/ Jugendlichen verübt wird und
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welche Methoden vorgenommen und welche Symptome gezeigt werden, damit ich vorab ein genaues Bild dieses eher doch abstrakten Krankheitsbildes erhalten kann. Der wohl wichtigste Punkt folgt darauf, die Prävention. Dabei werde ich einmal in allgemein und in der Schule, meinem zukünftigen Arbeitsplatz, unterscheiden. Die Schule unterteile ich zudem in Makro-, Meso- und Mikroebene und möchte mit der wenigen praktischen Erfahrung, die ich bis jetzt sammeln durfte, meine Ideen beschreiben. Anschließend werde ich für mich ein Fazit ziehen, dass hoffentlich eine Art „Leitfaden“ oder zumindest wichtige „Eckpfeiler“ für ein Vorgehen hergeben wird. Ich werde versuchen, sehr objektiv an dieses Krankheitsbild und seine Betroffenen heran zu gehen.
An dieser Stelle möchte noch kurz etwas zu dem Jugendlichen sagen, dessen Abschiedsbrief auf der ersten Seite dieser Arbeit zu finden ist. Man findet im Buch 2 zuerst den Brief und anschließend die vorhandenen Fakten zum Schreiber vor. Nach diesem poetischen und sehr philosophischen Brief habe ich eher als Urheber einen älteren Mann oder eine ältere Frau erwartet, da meiner Meinung nach, doch sehr viel Lebenserfahrung enthalten sein musste. Als ich jedoch las, „verfasst von einem knapp 17-jährigen Oberschüler“, wusste ich nicht, was ich dazu sagen oder denken sollte. Zunächst habe ich mich erinnert, was für Problem ich mit 17 Jahren hatte. Ich stelle fest, dass auch ich soziale Kontakte abbaute und mich zurück zog. Problem erschienen für mich ausweglos und das Aussprechen mit anderen fiel mir ebenfalls sehr schwer bis unmöglich. Meine Probleme waren für mich so tragisch und übermächtig, dass ich diesen, oft angedrohten und überlegten Weg, einmal versuchte zu verwirklichen, aber glücklicherweise an der Umsetzung scheiterte. Ich dachte damals immer, ich sei die Einzige, die über Selbstmord nachdachte, doch im Kurs der Grenzsituationen wurde geschildert, dass 1998 rund 10,2 Prozent der Jugendlichen recht häufig Suizidgedanken hat. Doch dazu genaueres im nächsten Abschnitt.
2 Udo Grashoff, „Ich möchte jetzt schließen, Briefe vor dem Freitod“
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3. Phänomenologie
1. Definition des Begriffs Suizid
Der Suizid beschreibt zunächst einen Fachbegriff, welcher die Selbsttötung eines Menschen darstellt. Es handelt sich um einen im Bewusstsein des letalen Ausgangs eingeleiteten und zum Tod, zu verstehen als unabänderliche Größe, führenden Vorgang 3 . Man muss zudem zwischen Suizid und Suizidversuch unterscheiden, da letzteres, auch als parasuizidale Handlung verstanden, laut WHO „eine Handlung mit nichttödlichem Ausgang, bei der ein Individuum absichtlich ein nicht-habituelles Verhalten beginnt, das ohne Interventionen von dritter Seite eine Selbstschädigung bewirken würde“ 4 . Dazu zählt auch das absichtliche Einnehmen einer substanziellen Dosis, die weit über zum Beispiel die ärztlich verschriebene hinausgeht. Damit soll erreicht werden, aktuelle oder erwartbare Konsequenzen verändert werden. Es ist also ein vorsätzlicher Tod 5 , der vom Individuum selbst herbeigeführt wird. Dieses unternimmt dabei einen geplanten, schonungslosen und gezielten Versuch seinem Leben ein Ende zu bereiten. Dafür gibt es zahlreiche Auslöser auf die ich noch zu sprechen komme. Edwin Shneidman unterscheidete 2005 vier Arten von Menschen die absichtliche den Tod herbeiführen wollen, Todesinitiatoren, Todessuchende, Todesherausforderer und Todesverächter 6 . Dies sollte jedoch an anderer Stelle noch einmal genauer betrachtet und analysiert werden.
Man unterscheidet also zwischen Suizid und Suizidversuch. Umgangssprachlich wird oft von Selbstmord gesprochen, wie zum Beispiel diese Schlagzeilen der Schweriner Volkszeitung und Der Zeit zeigen: „Verdächtiger begeht Selbstmord […] Alles deute auf einen Selbstmord des 49-Jährigen hin, so die Sprecherin.“ SVZ vom 01. Juli 2010 7 . „Wir haben euch alle sehr lieb. Moni und Micha, Ein Ehepaar begeht Selbstmord“ vom 19. Mai 2005 8 . Es gibt zwar mehrere Synonyme für den Suizid, aber der Selbstmord ist
3 Günther Esser (Hg), „Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters“, S.277
4 Ebd, S.277f
5 Ronald J. Comer, „Klinische Psychologie“, S.270
6 Edwin S. Shneidman, „Suicide notes reconsidered“, S.36 und S.379ff
7 Zu finden unter: http://www.svz.de/nachrichten/home/top-thema/article/111/anne-verdaechtiger-begeht-selbstmord-1.html
8 Zu finden unter: http://www.zeit.de/2005/21/Selbstm_9arder_21
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Arbeit zitieren:
Claudia Brenning, 2011, Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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