Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG. 3
2. DER MOS MAIORUM UND AUGUSTUS EXPANSION ALS ZENTRALE THEMEN 4
2.1. OCTAVIANS SIEG ÜBER ANTONIUS UND KLEOPATRA 5
2.2. ÄGYPTEN UND ARMENIEN IM VERGLEICH 6
2.3. DIE EXPANSION DES IMPERIUM ROMS 7
3. ZWANGSUMSIEDLUNG - AUGUSTUS RABIATES VORGEHEN ZUM WOHLE DES IMPERIUMS 8
4. DIE WIEDERERLANGUNG VERLORENGEGANGENER FELDZEICHEN DURCH AUGUSTUS. 8
5. OCTAVIANS HERAUSRAGENDE ALLEINHERRSCHAFT IM SINNE DER MOS MAIORUM. 10
5.1. AUGUSTUS AMBITION UND ZIEL ZUR NEUERWERBUNG ILLYRICUMS 10
5.2. ASINIUS POLLIO: IM AUFTRAG OCTAVIANS UND ANTONIUS IM KAMPF UM ILLYRICUM. 11
5.3. OCTAVIANS EROBERUNG ILLYRICUMS 12
6. SCHLUSSTEIL. 12
LITERATURVERZEICHNIS 14
QUELLENVERZEICHNIS 15
1. Einleitung
Octavian, der ab Beginn seiner Amtszeit (27 v. Chr.) den Kaisertitel Augustus trug 1 , kam in Rom am 23.09. 63 v. Chr. als Gaius Octavius zur Welt. Dessen Vater, ein ambitionierter Senator, starb bevor er für das Konsulat kandidieren konnte. Aus der Familie der Mutter Octavians gingen seit vielen Jahren Senatoren hervor. Sie stand in Verbindung mit Pompeius dem Großen und Caesar 2 . Von Kindheit an prägte so der familiäre Hintergrund Octavians späteres politisches Schaffen. Im Fokus hinsichtlich seiner Stellung als Herrscher über das Römische Reich steht jedoch, dass er Adoptivsohn Caesars war und als dessen Erbe eintrat, als Kaiser Augustus 3 . Augustus regierte 45 Jahre und starb hochgeehrt als pater patriae (Vater des Vaterlandes 4 ).
Die Res gestae nun bieten eine Darstellung der Taten des Augustus. Er fasst darin sein gesamtes politisches Handeln zusammen. Augustus gliederte den Tatenbericht in drei Teile. Der erste davon umfasst dessen Ehrungen und Ämter und der Zweite seine Aufwendungen für den Staat. Im dritten Teil verzeichnet Augustus seine militärischen Siege und beschreibt seine erfolgreiche Außenpolitik 5 .
In den Kapiteln 27 - 30, die im Folgenden eingehend behandelt werden, rückt Augustus die Expansion des Römischen Reiches in den Vordergrund. Diese zentrale Thematik verfolgt er in den drei Kapiteln parallel zu dem Ideal der mos maiorum 6 , der Vätersitte Roms 7 . Da Augustus Ziel die res publica restituta, der wiederhergestellte Staat, war, strebte er diesem Ideal entgegen, indem er Traditionselemente in seine Politik integrierte. Dies bedeutete z.B. die Unterordnung des Einzelnen unter das Prinzip des
1 vgl. Martin, J.: Der Prinzipat. in: Der große Ploetz, Verlag Ploetz, Würzburg 1986, S. 227.
2 vgl. Wells, C.: 1. Der Aufstieg Octavians, 3. Kapitel, Geschichte des antiken Rom, Patmos Verlag, Düsseldorf 2006, S. 17.
3 vgl. ders. Wells, C., S. 18.
4 ders. Wells, C., S. 20.
5 vgl. Eck, W.: 1. Ein Nachspiel in: Augustus und seine Zeit, Verlag C.H. Beck, München 2003, S. 7 - 8.
6 Der Begriff fasst die Werte zusammen, die seit Beginn der Stadt die römische Kultur charakterisierten. Sie bildeten die Grundlage für das private und staatliche Handeln. Zum Beispiel zählten dazu abstinentia (die Enthaltsamkeit) oder auch severitas (die Strenge). Scoff, B.: Großes Schulwörterbuch Lateinisch -Deutsch, Verlag Langenscheidt, Berlin und München 2008, S. 520.
7 Gemeint sind mit der Vätersitte Roms auch die moralischen Werte der Vorfahren, die bei vorhergehenden Herrschern (z.B. bei Caesar) von Habgier (avaritia) und persönlichem Machtstreben (ambitio) dominiert wurden. Dies führte mit unter zum Niedergang der römischen Republik. vgl. Bringmann, K. : Krise und Ende der römischen Republik (133 - 42 v. Chr.) Akademie Verlag Berlin 2003, S.21.
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Gemeinwohls 8 . Auf dieser Grundlage vollbrachte Augustus das, woran Caesar scheiterte, nämlich seiner Alleinherrschaft über das Römische Reich Dauer zu verschaffen. Augustus hatte aus Caesars Fehlern gelernt und verbarg seine Macht unter dem Mantel traditioneller Formen. Dies wusste er auch in den Res gestae in den Kapiteln 27 - 30 darzustellen 9 .
2. Der mos maiorum und Augustus Expansion als zentrale Themen
Mit den Worten „Aegyptum imperio populi Romani adieci 10 .“ führt Augustus in das Kapitel 27 ein und illustriert auf diese Weise, dass er der mos maiorum traditionell folgt. Die Bedeutsamkeit der Vätersitte für Augustus spiegelt sich ebenso in folgender Phrase wieder: „(…)malui maiorum nostrorum exemplo 11 (…).“
Folglich agitiert Augustus, dass die Vätersitte Roms elementarer Bestandteil für sein politisches Handeln sei und demnach primär das Allgemeinwohl im Mittelpunkt stehe.
Weiterhin stellt die Expansion des Römischen Reiches eine zentrale Thematik dar. In dieser Hinsicht eroberte Augustus das reichste Land des Imperiums, Ägypten. Zudem wusste er diesen Erfolg politisch geschickt zu verkaufen, in dem er die beiden besiegten Herrscher, Kleopatra und Antonius, in seinem Tatenbericht nicht erwähnte 12 . Hiermit wollte er seine Rolle als den ultimativen Herrscher in den Augen des Volkes untermauern. Er rühmte sich ausdrücklich mit diesem Ereignis und propagierte es in den Res gestae.
Konträr zum traditionellen Kontext der mos maiorum stellt Augustus in den Kapiteln 27 - 30 der Res gestae die herausragende Bedeutung seiner eigenen Person für die erfolgreiche Expansion des römischen Reiches heraus. Augustus schloss sogar in einem Gebet, 17 v. Chr. anlässlich der Säkularfeier, die Expansion des Imperium Roms ein,
8 vgl. ders. Bringmann, K., S. 21.
9 vgl. ders. Wells, C., S. 20.
10 ders. Giebel, M.: Res gestae, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2004, S. 32. Übersetzt ins Deutsche wird seine Verkündung in den Res gestae im Kapitel 27 mit den Worten „Ägypten habe ich dem Herrschaftsgebiet des römischen Volkes hinzugefügt.“ ders. Giebel, M., S.32.
11 Giebel, M., S.32. Ins Deutsche wird diese Aussage in den Res gestae mit den Worten übersetzt „(…)lieber dem Beispiel unserer Vorfahren gemäß(…).“ Giebel, M., S. 32.
12 Giebel, M.: kritischer Apparat, Res gestae, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2004, S. 58.
4
sowie die ausdrückliche Bitte an die Götter, dass das römische Volk dem Feind überlegen sein möge. Dabei bezog er sich insbesondere auf die Legionen 13 .
Dies bedurfte zu augusteischer Zeit jedoch keinerlei Rechtfertigung, da das Ziel der Weltherrschaft und des inneren Friedens zwei miteinander kombinierbare Dinge darstellten. Zudem lautete die Idealvorstellung dieser Zeit, dass dem Friedensreich der Römer keine Grenzen gesetzt seien 14 .
2.1. Octavians Sieg über Antonius und Kleopatra
Nach Caesars Tod bildeten Lepidus, Octavian und Antonius ein Triumvirat. Antonius siegte über die Mörder Caesars und die Triumvirn teilten den Westen des Reiches unter sich auf 15 . Lepidus erhielt die Provinz Narbonensis und Spanien, Octavian Sizilien, Sardinien und Africa. Antonius erhielt Gallia Cisalpina und Gallia Comata und damit die strategisch wichtigsten Gebiete. Solange Sextus Pompeius das Meer beherrschte, dienten Octavian seine Inseln wenig 16 . Das Verhältnis zwischen Augustus und Antonius war gespannt und es wurde nicht besser als Antonius, liiert mit Kleopatra, nach Ägypten ging. Octavian nutzte die Tatsache, dass sich Antonius auf seiner Macht ausruhte. „zu berauscht von Lust und Wein, als daß er noch an Freunde oder auch Feinde hätte denken können.“ (Cassius Dio 48, 27) 17 . Letztlich ließ Augustus 31 v. Chr. Antonius durch den Senat all seine Ämter entziehen und erklärte Kleopatra den Krieg 18 . Nachdem Kleopatra und Antonius 30 v.Chr. einen letzten Widerstand ins Leben riefen, wurde Antonius Heer von Octavians in Alexandria endgültig besiegt. Antonius und Kleopatra begangen Selbstmord 19 . Der Historiker Tacitus wusste sich zu Octavians Vorgehensweise bzgl. dessen zunehmender Machtergreifung kritisch zu äußern. „(…)oppressus exutoque Lepido interfecto Antonio ne Iilianis quidem partibus nisi Caesar dux reliquus(…)ubi militem donis, populum annona, cunctos dulcedine otii
13 vgl. Bringmann, K./Schäfer, T. :3.4. Augustus als Mehrer des Reiches in Augustus und die Begründung des römischen Reiches, Akademie Verlag, Berlin 2002, S. 22.
14 vgl. ders. Bringmann, K./Schäfer, T., S. 23.
15 vgl. ders. Wells, C., S. 22; vgl. ders. Eck, W., S. 18/S.20.
16 vgl. ders. Eck, W., S. 18 - 19.
17 ders. Wells, C., S. 25.
18 vgl. ders. Eck, W., S. 35.
19 vgl. ders. Eck, W., S. 39.
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2009, Augustus, Res Gestae, Kapitel 27 - 30, München, GRIN Verlag GmbH
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