I
1. Einleitung / Problemdefinition. 1
2. Charakteristika des Wandels
2.1. Ursachen für Wandel. 1
2.2. Grundlegende Begrifflichkeiten. 2
3. Das Spannungsfeld im Rahmen des organisationalen Wandels
3.1. Spannungsfeld der Steuerbarkeit von Wandel. 5
3.2. Organisationaler Widerstand. 7
3.3. Modelle zur Erklärung des organisationalen Wandels. 8
3.4. Anwendung der Modelle des Wandels auf das Spannungsfeld der
Steuerbarkeit. 9
4. Abschließende Zusammenfassung. 11
Literaturverzeichnis II
1
1. Einleitung / Problemdefinition
Die aktuelle globale Wirtschaftskrise verdeutlicht wohl am drastischsten, wie bedeutend das Thema Wandel für heutige Unternehmen und Organisationen ist. Veränderungen der Wirtschaftsdynamik, im Markt, bei Wettbewerbern und Konsumenten sowie beschleunigte Produktlebenszyklen sind allgegenwärtig. 1 Die Praxis zeigt deutlich, dass Unternehmen sich wandeln, um diesen geänderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Ziel dieser Arbeit ist es zu betrachten, in welcher Weise sich Unternehmen der Problematik des Wandels stellen und in welcher Form diese organisationalen Veränderungen ablaufen. Hierbei soll insbesondere aufgezeigt werden, inwiefern ein Wandel von Organisationen aktiv geplant und gesteuert werden kann, bzw. in welchen Situationen der Wandel sich eigendynamisch, also autonom von geplanten Entscheidungen vollzieht. Betrachtet werden hierzu zunächst allgemeine Grundbegriffe und Definitionen, sowie als zentrale Aspekte das Spannungsfeld der Steuerbarkeit, sowie Modelle, welche die Problematik der Steuerbarkeit aufzeichnen und zu lösen versuchen. In einer abschließenden Zusammenfassung und Bewertung werden die Modelle gegenübergestellt, um die Problematik der Steuerbarkeit des Wandels zu lösen.
2. Charakteristika des Wandels
2.1. Ursachen für Wandel
Die Lösung der Problematik einer möglichen Steuerbarkeit des Wandels beginnt zunächst mit einer genauen Erfassung der Ursachen und der Relevanz dieses Themas für heutige Unternehmen. Die Literatur listet hierzu eine Vielzahl von Gründen auf, die zu einem Unternehmenswandel führen oder den Anstoß zur Veränderung geben. Hierzu zählen insbesondere eine mögliche Änderung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, eine Änderung des Geschäftsmodells oder geänderte Kernkompetenzen. 2 All diese können entweder reaktiv auf geänderte Rahmenbedingungen erfolgen oder bereits proaktiv in der Vorwegnahme und Spekulation über zukünftige Umweltzustände. Die Absicht des Wandels liegt letztendlich in
1 Vgl Scherm E, Pietsch G., Organisation 2007, S.229
2 Vgl Krüger W., 3W Modell, 2007, S.23
2
der Erreichung einer Kernzielsetzung des wirtschaftlichen Managements, nämlich dem Auf- und Ausbau von Erfolgspotenzialen und letztendlich der bestmöglichen und effizientesten Bearbeitung des Marktes. Im Extremfall kann Wandel dabei sogar überlebensnotwendig werden, wenn beispielsweise in schlechten wirtschaftlichen Zeiten oder durch starken Wettbewerb eine grundsätzliche strategische Neuausrichtung oder eine gravierende Verbesserung der eigenen Kostenposition notwendig werden. 3 Wandel geht weiterhin meist einher mit der Wandlung externer Partner. 4 Verdeutlichen lässt sich dies z. B. an der Zulieferindustrie für einen Industriezweig. Wechselt ein wichtiger Kunde das Produktportfolio oder beginnt mit der Erschließung neuer Märkte, so treibt dies eine geradezu unumgängliche Veränderung auch bei den zuliefernden Betrieben, um den neuen Anforderungen des Kunden gerecht zu werden. Wandel betrifft darüber hinaus alle Bereiche des Unternehmens und ist auf Grund der gestiegenen Bedeutung des Themas zu einer Daueraufgabe für alle Mitarbeiter geworden. 5 Der Wandel einer Organisation ist somit als Normalzustand und nicht als Ausnahme anzusehen. 6 Die hohe Relevanz des Themas macht deutlich, dass einer Beschäftigung mit dem Kernthema dieser Arbeit, des Spannungsfeldes einer möglichen Steuerbarkeit des Wandels, hohe Bedeutung beigemessen werden sollte.
2.2. Grundlegende Begrifflichkeiten
Bei der Beschäftigung mit der Problematik des Wandels gibt es eine Vielzahl von Begrifflichkeiten, welche nicht immer konsistent und in gleicher Weise in der einschlägigen Literatur und den Modellen zum Thema Wandel Verwendung finden. Die wichtigsten Begriffe und Grundlagen sollen daher in diesem Kapitel zur Erreichung eines gemeinsamen Verständnisses der weiteren Ausführungen dieser Arbeit sowie übergreifender Arbeiten zum Thema Wandel erläutert werden.
3 Vgl Biermann, T., Organisatorischer Wandel - der Weg zur lernenden Organisation 2005,
S.744
4 Vgl Krüger W., 3W Modell, 2007, S.23
5 Vgl Krüger W., 3W Modell, 2007, S.23
6 Vgl Schwan, K. Organisationsgestaltung, 2003, S. V S.7
3
Der Begriff der Organisation wird in der Organisationstheorie in der Regel mit zwei unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet. Auf der einen Seite erfolgt eine eher statische Betrachtung und auf der anderen Seite wird eine eher dynamische Sichtweise eingenommen. 7
In der statischen Sichtweise ist die Organisation eine Form, die sich von der Umwelt abgrenzt. 8 Sie wird somit als Ordung und statische Struktur angesehen. Insbesondere in den eher jüngeren Organisationstheorien erfolgt jedoch eine zunehmende Berücksichtung der Dynamik. 9 Die dynamische Sicht betrachtet Organisationen als planmäßige Ordnung. Organisationen sind dabei nichts Dingliches, sondern ein Geschehen.10 Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff der Organisation synonym mit dem Begriff des Unternehmen verwendet.
Von Wandel wird gesprochen, wenn sich Merkmale einer Organisation im Zeitablauf ändern. 11 Aufgrund der dominierenden statischen Sichtweise wurde Wandel innerhalb der Organisationstheorie lange als Ausnahmeerscheinung angesehen. 12 In den eher modernene Theorien ist es genau umgekehrt und die Sichtweise einer stabilen Organisation deckt sich nicht mehr mit den getroffenen Annahmen einer sich verändernden Organisation. 13 Die Beobachtung von Wandel setzt allerdings auch die Konstanz in anderen Bereichen voraus, da eine Veränderung im Zeitablauf nur an unveränderten Referenzgrößen erkannt werden kann. 14 Wandel lässt sich in intendierten und ermergenten Wandel unterscheiden. Intendierter Wandel ist eine beabsichtigte und geplant vollzogene Veränderung, während emergenter Wandel spontan und unvorhersehbar auf Grund verschieder Impulse stattfindet. 15 Veränderungen erfolgen entweder evolutionär, d.h. schrittweise, oder revolutionär in Form eines einmaligen,
7 Vgl Abraham M./Bueschges G., Einführung in die Organisationssoziologie, 2004 S.57
8 Vgl Neuberger,O. Individualisierung und Organisation, 1997, S.494
9 Vgl Bea F./Goebel E., Organisation: Theorie und Gestaltung 2006, S.419
10 Vgl Neuberger, Individualisierung und Organisation, 1997, S.494
11 Vgl Scherm E, Pietsch G., Organisation 2007 S.229
12 Vgl Kasper, H. Die Prozessorientierung der Organisationstheorie, 1988, S.353
13 Vgl Steinmann H./Schreyoegg H., Grundlagen der Unternehmensführung, 2005 S.505
14 Vgl Meyer M./Heimerl-Wagner P., Organisationale Veränderung, 2000, S. 172
15 Vgl Krüger W., 3W Modell, 2007, S.25
Arbeit zitieren:
Lars Naunheim, 2009, Organisationaler Wandel - Grundlagen und Modelle, München, GRIN Verlag GmbH
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