Wege in die Selbstständigkeit - 1 - Sascha Menzel
Inhaltsverzeichnis 01
1 Einleitung 02
2 Literarischer Vergleich 02
2.1 Gründungsformen nach Nathusius / Szyperski 02
2.1.1 Unselbstständige Gründungen 03
2.1.2 Selbstständige Gründungen 03
2.1.3 Originäre Gründungen 03
2.1.4 Derivate Gründungen 03
2.1.5 Zusammenfassende Darstellung 04
2.2 Gründungsformen nach Saßmannshausen 06
2.2.1 Gründungswege 07
2.2.2 Gründungsformen 10
2.2.3 Wege in die Selbstständigkeit 10
2.2.4 Zusammenfassende Darstellung 11
2.3 Gründungsformen nach Zacharias 11
2.3.1 Träger des Gründungsgeschehens 12
2.3.2 Faktorkombinationen 12
2.3.3 Innovationsgrad 12
2.3.4 Zusammenfassende Darstellung 13
2.4 Gründungsarten und -formen nach De 13
2.4.1 Gründungsarten 13
2.4.2 Gründungsformen 16
4 Problemstellung des Franchisings 17
4.1 Einordnung des Franchisings 17
5 Zusammenfassende Darstellung des literarischen Vergleiches 19
6 Internetauftritt 20
6.1 Existenzgruender 20
6.2 Gruendungsnetzwerk Muenster 21
6.3 Gruenderstadt 21
6.4 Zusammenfassende Darstellung 21
7 Ausblick 22
8 Abbildungsverzeichnis 23
9 Literatur- / Quellenverzeichnis 24
Wege in die Selbstständigkeit - 2 -Sascha Menzel
1 Einleitung
In der Literatur lässt sich leicht eine Vielzahl von Werken finden, die sich auf verschiedenster Art und Weise mit Wegen in die Selbstständigkeit befassen. Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, eine ausgewählte Anzahl bisher vorhandener theoretischer literarischer Ansätze zu evaluieren. Dabei werden diverse bereits bestehende Modelle vorgestellt und miteinander verglichen. Es wird sich zeigen, dass das Franchising eine besondere Rolle erhält. In einem kurzen Exkurs wird der Internetauftritt der Existenz- bzw. Unternehmensgründung betrachtet, um einen Bogen zum Schlussteil dieser Arbeit zu ziehen.
In diesem Schussteil gibt der Verfasser einen Ausblick darauf, in welcher Art und Weise die Konzentration der Gründungsforschung verlaufen wird.
2 literarischer Vergleich
Wenn es um Strukturierung von Gründungen geht, haben Nathusius und Szyperski grundlegende Arbeit geleistet. Ihr Modell der Gründungsformen, welches sich mit Abbildung 1 beschreiben lässt, wird bis heute immer wieder in der Literatur verwendet.
2.1 Gründungsformen nach Nathusius / Szyperski
Abbildung 1: Gründungsformen (Nathusius/Szyperski 1977, S. 27)
Zum einen wird zwischen unselbstständigen und zwischen selbstständigen Gründungen unterschieden, zum anderen zwischen derivaten und originären Gründungen. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 26 ff)
Wege in die Selbstständigkeit - 3 -Sascha Menzel
2.1.1 Unselbstständige Gründungen
Unselbstständige Gründungen liegen vor, wenn sich der Gründer in einem abhängigen Arbeitsverhältnis befindet und aus diesem Arbeitsverhältnis eine Unternehmung gründet. Nathusius und Szyperski bringen hierbei das Beispiel eines Geschäftsführers an, der im Namen einer GmbH eine Tochtergesellschaft gründet. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 26)
2.1.2 Selbstständige Gründungen
Als selbstständige Gründungen werden jene Unternehmungen verstanden, deren Gründer „[...] in einem selbständigen Arbeitsverhältnis steht und die Gründung zum Aufbau oder zur Sicherung einer selbständigen unternehmerischen Existenz durchsetzt.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 26) 2.1.3 Derivate Gründungen
Bei der derivaten Gründung geht man davon aus, dass eine Wirtschaftseinheit bereits vorhanden ist. Zur Gründung kommt es dann durch „[...] Übernahme, Umgründung oder sonstige Maßnahmen, die wesentliche Strukturmerkmale ändern [...]“. (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 27) 2.1.4 Originäre Gründungen
Originäre Gründungen werden als „[...] völliger Neuaufbau ohne Rückgriff auf evtl. vorhandene Unternehmungsteile [...]“ beschrieben. Hier entsteht ein völlig neues Unternehmen. „Originäre Gründungen sind damit durch einen breiteren Aktionsraum und entsprechend geringere Restriktionen durch vorhandene Strukturen in ihren Entscheidungen offener. Andererseits sind sie jedoch durch mangelnde Erfahrungen über Strukturkomponenten und -verhalten mit größeren Risiko verbunden.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 27) Die Begriffe Restriktionen und Risiko werden uns an anderer Stelle noch einmal beschäftigen.
Wege in die Selbstständigkeit - 4 -Sascha Menzel
Dieser Matrix der vier Begriffe entspringen nun wieder vier neue Begriffe bzw. Felder: Feld (1) Fusion / Umgründung, Feld (2) Betriebsgründung, Feld (3) Existenzgründung durch Betriebsübernahme und Feld (4) Unternehmungsgründung.
2.1.5 zusammenfassende Darstellung
Feld (1) - die Kombination aus unselbstständiger und derivater Gründungbezeichnen Nathusius und Szyperski als „unechte Gründungen“. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 27) Im Extremfall dieser Kombination werden bereits bestehende Unternehmungen von anderen Unternehmungen aufgekauft und die einzige Veränderung besteht im Wechsel des Eigentümers, des Kapitaleigners. Alle zuvor vorhandenen Strukturmerkmale werden beibehalten. Preise, Mitarbeiter und damit auch die Unternehmensidentität erfahren keine Veränderung. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 28) Die Kombination aus unselbstständiger und originärer Gründung wird mit Feld (2) ausgedrückt. Diese Betriebsgründungen „[...] liegen vor, wenn durch eine bestehende Unternehmung eine neue abgrenzbare Wirtschaftseinheit geschaffen wird.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 29) Nathusius und Szyperski bringen das Beispiel eines Zweigbetriebes an. Hierbei wird mit diesem Zweigbetrieb zwar eine Wirtschaftseinheit geschaffen, die sich durch neue Strukturmerkmale auszeichnet, aber in ihrer Funktion als Betrieb nicht unter die Rubrik Unternehmung fallen kann und dadurch auch nicht als selbständige Wirtschaftseinheit zu verstehen ist. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 29) Bei Feld (3) - selbstständig-derivate Gründungen - sprechen wir von Existenzgründungen durch Übernahme. Der signifikante Unterschied zu Feld (1) besteht darin, dass der Gründer im Sinne der selbstständigen Gründung für sich eine Existenz schafft. Der neue Kapitaleigner steht also in keinem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 28) Auch hier könnte im Extremfall lediglich der Kapitaleigner die Änderung darstellen. Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass der selbstständige
Wege in die Selbstständigkeit - 5 -Sascha Menzel
Eigentümer sein Unternehmen verkauft und anschließend in einem abhängigen Arbeitsverhältnis im bestehenden Unternehmen weiterbeschäftigt wird. Dies könnte zur Folge haben, dass sich wie in Feld (1) weder Preise, Mitarbeiter, noch Unternehmensidentität ändern. Damit wäre die oft zitierte „Ausnahme unter den Regeln“ beschrieben. In der Praxis wird dieser Fall allerdings eher nicht vorkommen, da es nicht in der Natur des Selbstständigen liegt, später in seiner eigenen Unternehmung als Angestellter weiter zu arbeiten. Daher kann der Definition Nathusius’ und Szyperskis des Feldes (3) unter Berücksichtigung dieser möglichen, aber sehr unwahrscheinlichen Ausnahme auch zugestimmt werden.
An der Stelle der selbstständig-derivaten Gründungen lässt sich auch das MBO anführen. „Es handelt sich hierbei um den Kauf oder auch Teilerwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch Einzelpersonen oder Personengruppen, die mit dem Unternehmens- bzw. Beteiligungserwerb auch die unternehmerische Leitungsfunktion und - zumindest für ihren Unternehmensanteilauch die Aufgabe des Eigentümers als Risikoträger übernehmen.“ (Nathusius 1990, in: Unternehmensgründung, Hrsg. Dieterle, S. 541) Unternehmensgründungen werden in Feld (4) beschrieben. Hier haben wir die Kombination aus selbstständiger und originärer Gründung, den Idealfall einer neuen Unternehmung. Es werden sowohl neue Strukturen als auch eine neue Wirtschaftseinheit gebildet. „Das Feld möglicher Alternativen der Gestaltung der neuzugründenden Unternehmung ist in keinem anderen der hier genannten Fälle so offen, wie es bei der selbständig-originären Gründung gegeben ist.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 29)
Nathusius und Szyperski sprechen mit dem „Feld möglicher Alternativen“ die in der Erläuterung zur originären Gründung erwähnten geringen Restriktionen an. Abschließend weisen Nathusius und Szyperski darauf hin, dass ihre Darstellung lediglich eine „[...] grobe Abgrenzung und Unterteilung der Gründungsfälle [...] darstellt. „Es soll helfen, den engeren Kreis der Unternehmungsgründungen herauszuschälen.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 30)
Wege in die Selbstständigkeit - 6 -Sascha Menzel
Weiterhin werden Feld (1) - (3) als „Gründungen im weiteren Sinne“ und Feld (4) als Gründungen im engeren Sinne“ unterteilt. (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 30)
2.2 Gründungsformen nach Saßmannshausen
Nathusius und Szyperski stellten ihre Forschungsergebnisse in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auf. Wie schon in Kapitel 2 erwähnt, findet sich ihr Modell der Gründungsformen auch nach der Jahrtausendwende in der Literatur wieder. Saßmannshausen erweitert das Modell Nathusius’ und Szyperskis um die Einzel-und Teamgründungen (hier: Kooperationen). Die selbstständigen und unselbstständigen Gründungen werden in seinem Modell jeweils durch „Person“ und „Unternehmen“ dargestellt.
Abbildung 2: Ordnung potenzieller Gründungswege (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 129)
Es gibt also additional zu Nathusius und Szyperski neue Kombinationen. Beispielsweise ist hier die Einzelgründung, kombiniert man die beiden Ansätze miteinander, eine selbstständig-originäre Einzelgründung und das Management-Buy-Out eine unselbstständig-derivate Kooperation oder Teamgründung. Saßmannshausen zieht aus diesem Modell drei Begriffe:
2.2.1 Gründungswege 2.2.2 Gründungsformen 2.2.3 Wege in die Selbstständigkeit
Arbeit zitieren:
Sascha Menzel, 2008, Wege in die Selbstständigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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