Vortwort A, B, C 3/4/5 1 (A) allgemeine Warnung 13 1 (B) allgemeine Einleitung 14 2 Vorbereitung zum Hauptteil 27
3 KO-Schlag Nr. 1, Grund d. Gesetzlichen/ d. Bedingung 50 4 Empirische Jagt 58 Hauptteil 5 Bedingungen allgemein 78 6 Verschiedene Arten von Bedingungen 86 7 Rahmen- und Kernbedingungen 89 8 Gesetze, Ding an sich, Wechselwirkungen 92 9 “weil ohne…“, - Sinnlose Bedingungen 101 10 Bedingungen, Kausalität, Zufall, Ursache, Wirkung 111 11 Abbildtheorie, Berkeley widerlegt (1) 122 12 Resümee des Hauptteils 124 13 Fernsehen, Farben, Bilder, Heisenberg 125 14 Technik (1): Haus, Rundfunk, Kamera, Kompatibilität 135 15 Funktion: Nadel, Auto, Ball, Kuchen, Differenz 140 16 Ist die “Welt der Dinge an sich“ geordnet? 153 17 Ein Andersen-Märchen 158
18 Farben, Zeit, Maße, Ordnung, Allgemeine-Einzelne 159 19 Träume (1) 168
20 “Stetige“ Lügen sind letztlich Wahrheiten 169 21 Träume (2) 173 22 Idealismus, Berkeley widerlegt (2) 176 23 Technik (2): psychol. Anatomie, Einfluss d. Struktur 182 24 Misstrauen, solidarischer Betrug, moderne Demokratie 190 Bemerkungen und Beilagen 199 25 Zusammenfassung 206 26 sozialpolitisches Nachwort 211 27 Darwin, Einstein, allgemeiner Ausblick 216 28 “Christliches“ Abendland 235 29 Sinn und Unsinn wissenschaftlicher Forschung 246 30 Wissenschaft und Wahn 250 Literatur 254 Register 259 Dank 276
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Vorwort A
Wie ist das so mit: Wahrheit und Wissenschaft, Glauben …? Nun, Wissenschaft und Religion werden gerne als unvereinbare Kontraste gesehen, dabei haben sie nahezu identische Kennzeichen:Glauben! - das glauben Sie nicht? Immerhin, es gibt Theorien, die bis heute nicht wirklich erwiesen sind, dennoch hält man gerade in der Wissenschaftan ihnen fest, z. B.Darwins theory of evolution.
Dem Geiste jener Theorie entsprechend müssten - entgegen der Realität des Lebens - unendlich viele Abstufungen zwischen verwandten Arten existierenkomplexe Entwicklungen: Augen, Ohren … dürfte es mit Darwin eigentlich gar nicht geben, da sie nebst ungeheurer Energie, hyperintelligenten Weitblick und Willen verlangen. Die Pflanzenwelt scheint bereits Millionen Jahre im Voraus “gewusst“ zu haben, dass ihr einmal Insekten zur Bestäubung zur Verfügung stehen würden - lange bevor es überhaupt Tiere gab. Ungeachtet zahlreicher, haarsträubender Ungereimtheiten hält die Wissenschaft aber fest zu Darwinwarum bloß? Und dann erst Kant!
Kants Erkenntnistheorie ist nun allerdings der reinste Schwindel, Lug und Trug, wie wir später sehen werden, ja, sie hat dermaßen groteske, geradezu irrsinnige Züge, dass sie mit gesundem Menschenverstand kaum zu ertragen ist. Und doch ist sie ein Renner, warum nur?
Wir sind heute in der Lage zum Mond zu fliegen, Häuser zu bauen, die in den Himmel ragen, überall Fortschritt - das hört man gerne. Wir sind so fortschrittlich, dass wir uns mittlerweile, in dieser oder jener Hinsicht, permanent am Rande der totalen Selbstzerstörung befinden, das wird hingegen möglichst verdrängt. Die Tatsache, dass Leben immer noch funktioniert auf unserem Planeten, könnte man glatt als eine Art Gottesbeweis werten, die Wissenschaft will aber keinen Gott. Der Mensch ist das Maß aller Dinge (also kein Gott)! - ein solcher Satz schmeichelt dem natürlichen Menschen generell. Und als Grundlage kommen Darwin und Kant da gerade recht, weil sich mit ihnen das Gute in uns im humanistisch-wissenschaftlichen statt Unvermögen - oder das Böse in uns - im eher biblischen Sinne, betonen lässt!
Wer also recht kommt, kann schwerlich im Unrecht sein -zumindest wird eventuelles Unrecht in diesem Sinne möglichst ignoriert - auch die Wissenschaft macht da keine Ausnahme.
Wissenschaft! Wenn es darum geht das wissenschaftlich-humanistische Gerüst zu verteidigen, ist der Wissenschaft offenbar jedes Mittel gut - sie lässt sich sodann nicht nur mit Lügnern ein, sondern fördert deren Lüge noch, und umso mehr, je dreister sie ist - Beispiel: Kant!
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Vorwort B [fachlich, zu Kant]
Wir bringen die Ordnung selbst in die Natur - so wird behauptet. Ist Ordnung im erkenntnistheoretischen Wesen aber ein solch freier Aspekt, dass er sich bedingungslos von einer Sache auf eine andere - von dieser Dimension zu jener übertragen lässt? Ist es prinzipiell möglich, dass wir beispielsweise den Straßenverkehr mit Vorschriften und Gesetzen der Bauordnung regeln? - wäre es möglich, die nächste Raumfahrt zum Mond mit den Wasserstandspegeln des Rheins zu berechnen? - kann es erfolgsversprechend sein, eine Wüstenexpedition nach theoretischen Vorgaben der Polarforschung auszurüsten?
Nach Kant gibt es rein äußerlich in der absoluten Realität keine Zeit, keinen Raum. Gemäß seiner Theorie steht den Sinnen lediglich roher Stoff, bzw. zufällige unbestimmte Impulse der Außenwelt zur Verfügung - angeblich ist alles andere im Grunde subjektives Beiwerk.
Ist es aber zulässig den Zufall in wohldefinierte logische Formen zu kleiden? Ist es zulässig raum- und zeitlose Aspekte in Koordinaten der Zeit und des Raumes zu pressen - exakt in Koordinaten die ihnen definitiv nicht zustehen? Ist es erlaubt, völlig unkoordinierte äußere zufällige Impulse innerlich als intelligente Befehle zu werten? Ordnung bedingt Sachdienlichkeit. Wenn wir, nach Kant, der objektiven Natur unsere subjektiven Gesetze aufzwingen, so kann dies kaum der natürlichen Sache dienen - so verhalten wir uns, objektiv gesehen, also zwangsläufig falsch. Und doch empfinden wir dabei als hätten wir richtig gehandelt - wie um alles in der Welt sollte das möglich sein? Die Erfahrung lehrt, dass sich Subjekte nach äußeren Objekten ausrichten müssen. U. a. um skeptischen Argumenten der Täuschung auszuweichen, koordiniert Kant hingegen das Objekt gemäß dem Subjekt. Damit nimmt er dem Subjekt jedoch den eigentlichen Reiz sich überhaupt nach Äußerlichkeiten zu richten:
Wenn uns die äußere Welt tatsächlich nichts als rohen Stoff eines unbestimmten völlig unbekannten “etwas“ liefert, so macht es keinen Sinn z. B. die Augen nach links oder rechts zu bewegen, wenn links wie rechts uns gleichermaßen nichtsalsunbestimmtes“etwas“reizt.
Wer die Welt diktiert, benutzt sie ultimativ quasi als eine Art Treibstoffdann aber würde der Realität bloße Energie zur Erfahrung abverlangt und keine objektive äußere Welt. - Damit hätten wir ganz grob bereits einen Eindruck von dem was uns hier erwartet.
Den Ausgangspunkt zu dieser nicht sehr Kant-freundlichen Kritik bildet aber eine spezielle Betrachtung des Begriffs der Bedingung. Kant pauschalisiert entsprechend willkürlich - unmittelbare Folge: eklatante Widersprüche, einige haben wir soeben angedeutet.
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Vorwort C [zum übergeordneten Werk insgesamt]
Unsere gegenwärtige Welt ist voller Probleme. Horrende Staatsverschuldung, Bankenkrise, Klimaschutz, Terrorismus, Kernkraft, Multikulti, Ozonloch, Arbeitslosigkeit, ... und dazu eine auf pures Vergnügen getrimmte Spaßgesellschaft, die scheinbar alles umso lockerer sieht, je ernster die Lage wird und das drohende Ende eher zur Super-Show genüsslich vermarktet und konsumiert als sich dadurch warnen zu lassen.
Man könnte entsprechend sehr viel verbessern - die Frage ist jedoch, ob wir das wirklich wollen? Die kurzsichtige Flickschusterei mit der gegenwärtig überall in der Westlichen Welt hantiert wird, lässt vermuten, dass wir aus falscher Liebe überaus treu zu Systemen stehen, die häufig menschlichen Schwächen - ja Laster - hervorragende Bedingungen bieten. Diese Systeme versprechen einerseits direkte Sicherheit, Solidarität, Freiheit, ... zwingen andererseits aber Abhängigkeit, Bevormundung, Wachstumswahn, Konsumzwang und allerlei trügerische Ideale auf - treiben zudem Selbstgefälligkeit, Prestigesucht und Egoismus erst recht vorwärts - und züchten damit indirekt Pulverfässer der verschiedensten Art heran, die langfristig das Maß unmittelbarer Gefahren übersteigen. Wir werden also die Zweckmäßigkeit des einen oder anderen gesellschaftlichen Systems (Krankenkassen, Pflegekassen, Beamten-tum, freie Marktwirtschaft, Demokratie, ...) gegebenenfalls in Frage stellen und untersuchen, inwiefern allgemeines Fehlverhalten durch jene Systeme schleichend begünstigt wird.
Bis zu den Krankenkassen, darüber hinaus, bis zur großenPolitik, zu Ethik und Religion liegt noch ein recht weiter Weg vor uns und der verläuft zunächst über eine sehr persönlich geführte Kritik zur Erkenntnistheorie Kants - wieso? Nun, um das - vor allem aber um unsere groteske, nicht gerade privilegierte Ausgangssituation einigerma-ßen zu erklären - müssen wir schon noch etwas weiter ausholen.
Das “Ich“ ist kaum eine absolute Größe, es schwankt ständig zwischen dem wie man sich selbst sieht, wie man die anderen wahrnimmt und wie man sich selbst durch die anderen erkennt. Das Ich ist eine vage Relation des Äußeren zum Inneren und lässt sich weder rein subjektiv noch objektiv eindeutig erfassen.
Zudem entziehen sich Kriterien der Motivation jeder exakten Definition. Was uns heute sehr interessiert, kann uns morgen bereits langweilig vorkommen, ohne dass jener Motivationsverfall irgendwelchen klar erkennbaren Grund aufweisen müsste.
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Wissen ist bei weitem nicht ausschließlich positiv. Denn es bindet unwillkürlich an das, was man weiß, womit sich automatisch eine gewisse Blindheit für eventuell bessere Alternativen jenseits des eigenen Wissens einstellt - diese Phantasie-Blockade betrifft vor allem den Fachmann! Kant zu widerlegen - das kann, falls überhaupt möglich, wohl nur einem Außenstehenden gelingen. Die fachliche Elite ist allgemein zu sehr an Kant gebunden - kommt in der Regel nicht mehr von ihm los und ist folglich ungeschickt, wenn nicht schlicht unfähig, für eine solche Aufgabe.- Was können wir überhaupt wissen?
Sprache und Wissen beziehen sich generell auf das Allgemeine. Dieser vermeintlich simple Fakt beinhaltet jedoch bereits ein erhebliches Problem. Denn die Situation jedes Einzelnen ist individuell, und demzufolge nicht allgemein. Sprache kann indes nur funktionieren, wenn sie sich allgemeiner Begriffe bedient, die für jeden und nicht lediglich für ein einzelnes Individuum verständlich sind. Das führt zwangsläufig zu einem Paradox: Je allgemeinverständlicher sich eine Sprache gestaltet, umso pauschaler, unschärfer und willkürlicher ist sie. (Einheitliche Weltsprache, wie auch das landläufig breite Zurücktreten regionaler Mundarten, ist, so gesehen, ein bedenklicher kultureller Rückschritt!) Sprache und menschliche Erkenntnis bilden im Grunde einen mehr oder weniger willkürlichen Kompromiss ohne Anspruch auf absolute Objektivität.
Solche Ausführungen sollten aber nicht dazu verleiten, anzunehmen, dass unsere bald folgende erkenntnistheoretische Debatte, wie besonders seit Wittgenstein und Frege in fachlichen Kreisen allgemein leider üblich, vorwiegend auf sprachliche Aspekte ausweicht, statt sich den eigentlichen, tieferen, ursprünglichen Fragen zu stellen.
Das wird nun keineswegs besser, wenn wir zudem noch rein gefühlsbedingte Aspekte - Motivation - in die Waagschale legen.
Und doch gibt es die Wissenschaft, die scheinbar alles kann, alles weiß, oder zumindest sich gerne den Anflug absoluten Wissens gibt. Wissenschaftliche Unfehlbarkeit, falls sie nicht ohnehin bereits besteht, ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit. Der vollends durchgenormte, standardisierte Mensch, das völlig kontrollierte Leben - patente Aussichten für Politik und für die zunehmend, quasi als Ersatzreligion hochgepuschte Wissenschaft. Die Wissenschaft befreit uns von manchen Geißeln der Natur, leider ist sie dabei sich in mehrfacher Hinsicht allmählich selbst zur ultimativen Geißel zu entwickeln - zum quälenden Monster, das ganze Generationen von Menschen in eine gnadenlose Abhängigkeit drückt und sich beispielsweise dem verhältnismäßig humanen natürlichen Tod eines alten, des Lebens gesättigten Bürgers grundsätzlich und vehement in den Weg stellt, als ginge es um Millionen Menschen (es geht ganz sicher um gewisse Millionen oder gar Milliarden!) andererseits jedoch bezüglich werdenden Lebens willkürlich und mit Lässigkeit zwischen Leben und nicht lebenswertem Leben differenziert.
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Dabei hat die Natur generell, und die menschliche Gesellschaft im Besonderen, Bedarf gerade nach relativ unvollkommenen Subjekten. Denn Perfektion bedeutet ultimativ Stillstand und Sättigung und ist vom natürlichen und menschlichen Standpunkt letztlich also uninteressant. Leben ist an und für sich wohl ein Kompromiss zwischen Ideal und Chaos. Die Wissenschaft zielt indes gnadenlos aufs Ideal und auf Erfolg und zielt damit über das eigentliche Leben bei weitem hinaus. Denn motivierend ist keinesfalls immer das Erreichen bzw. die Realisation von Zielen, sondern oftmals eher ein Scheitern bzw. ein grundsätzlicher Mangel. Hunger, der sich beispielsweise eindeutig auf einen Mangel bezieht, ist bezüglich des Essens, wesentlich motivierender als die Realisation der Zielvorgabe: ein voller Magen. Man könnte glatt behaupten: Mangel motiviert - Erfolg ernüchtert! Eindeutige Werte, Ideale, Normen usw. sind in unserer technischen relativ fortschrittlichen Welt unentbehrlich. Emotional bedeutend sind jedoch grundsätzlich eher sich bewegende und verändernde, als irgendwelche fixe, eindeutige Aspekte. Damit klafft unsere Gesellschaft zwischen künstlichen Angeboten der verschiedensten Art einerseits und tatsächlichem Bedarf andererseits mehr und mehr auseinander.
Um dennoch Machbares an den Mann zu bringen wird bewusst, vorrangig im medizinischen Bereich, willkürlich um Bedarf gerungen, bzw. wird durch überzogene Idealisierung in mehr oder weniger allen Lebensbereichen künstlich Bedarf geweckt, der nicht in jeder Beziehung nützlich ist. Einem gelifteten, durch Medikamente, Operation oder irgendwie durch medizinisch-technische Hilfen äußerlich vervollkommnenden Menschen mag der eine oder andere Makel abhanden gekommen sein, gleichzeitig vielleicht jedoch auch ein nicht unbedingt unbedeutender Lebensanreiz.
Denn der eigentliche Lebensanreiz besteht, der allgemeinen Meinung zum Trotz, nicht in unmittelbarer Nähe bestimmter Idealzustände, als vielmehr aus relativer Ferne zu solchen lockenden, letztlich jedoch enttäuschenden Irrlichtern. Mangel, Leid, ungünstige Umstände, schwierige Situationen, Aggression, Stress und ganz besonders unverzügliche Lebensgefahr können enorm motivieren und die Psyche stabilisieren - der steigende Trend zu gefährlichen Extremsportarten deutet bereits darauf hin.
Die leistungsfähigsten und erfolgreichsten Menschen sind durchweg keineswegs Idealtypen - ganz im Gegenteil: sie haben in der Regel mindestens ein belastendes persönliches Malheur, irgendeinen gravierenden Tick, oder stehen relativ permanent unter starkem Stress.
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Die physisch wie psychisch kräftigsten Geschöpfe der Natur finden sich eher im rauen Norden als im milden Süden - die Starken sind durchweg die Gestressten, nicht die Verhätschelten - deuten diese Argumente nicht bereits systematische Zusammenhänge an?
Es besteht jedenfalls ein prinzipieller Widerspruch zwischen idealen Umständen und deren effektivem Nutzen, den die Wissenschaft und in erster Linie der gesundheitliche Bereich der Medizin generell schlicht zu unterschlagen scheint. Das wird am Thema des Rauchens sehr deutlich: Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Rauchen heutzutage als uneingeschränkt schädlich zu betrachten, und von allen Seiten wird fanatisch gebetsmühlenhaft gegen jenen Genuss propagiert. Wie fast immer, wenn Menschen zum Fanatismus getrieben werden, werden sachliche Argumente mit Füßen getreten, dementsprechend zwängen sich subjektive Gefühlsregungen, und damit nicht selten Heuchelei und Realitätsverzerrung, unwillkürlich in die jeweilige Diskussion hinein.
So wird beispielsweise oft unterschlagen, dass alles was Spaß macht und was gut schmeckt in der Regel auch gesund ist, zudem, dass wir normalerweise gegen alles, das uns offensichtlich nicht bekommt, eine instinktive Abneigung oder gar Ekel entwickeln und dass der Begriff Gift ohnehin nicht absolut, sondern sehr relativ, sehr individuell ist.
Ganz besonders aber wird in der Raucherdiskussion gerne vergessen, dass wir grundsätzlich Stress brauchen - relativ maßvoller Stress, in welcher Form auch immer, ist gesund! Rauchen bedeutet vieles, vor allem aber Stress - das ist prinzipiell bei einer Kneippkur, bei Reizklima oder beim Sport nicht anders. Das eigentlich Gesunde am Sport, an einer Kneippkur ... ist Stress! Wenn Stress durch Kneippkur, durch Reizklima und Sport gesundheitlich positiv bewertet wird, der Stress durch Rauchen hingegen negativ, so ist dies nicht unbedingt zwingend logisch, ganz gleich was übliche Statistiken dazu melden! Denn statistisch, somit empirisch (wissenschaftlich) induktiv, lässt sich im philosophisch strengen Sinne absolut nichts beweisen. Dabei wäre es eventuell wesentlich leichter, zu beweisen, dass Rauchen nicht generell schädlich sein kann als umgekehrt, zumindest dann, wenn Rauchen letztlich tatsächlich nicht (pauschal gesehen) schädlich ist.
Nicht dass ich hiermit eine Lanze für das Rauchen brechen möchte (ich bin und bleibe wohl Nichtraucher) so lässt sich mit diesem Thema gut meine philosophische Art demonstrieren, und so könnte man also fragen, was es zu bedeuten hätte, wenn Rauchen den allgemeinen Erwartungen zuwider nichtgrundsätzlich schädlich wäre. In diesem Falle würde ein korrekter Beweis der Schädlichkeit des Rauchens logischerweise unmöglich sein! - und alle Versuche das Rauchen dennoch pauschal als ungesund zu entlarven wären vergebens.
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Der Verbissenheit, mit der Antiraucheradvokaten durchweg argumentieren, ist indes zu entnehmen, dass für sie eine solche Möglichkeit nicht existiert - nicht existieren kannwomöglich, weil sie aus persönlichen Beweggründen den betreffenden Fall für sich längst entschieden haben und lediglich der Form halber eines Beweises bedürfen. Die Tatsache, dass der entsprechende Beweis (als Philosophen erkennen wir, wie gesagt, statistisch erbrachte Beweise nicht an) nach wie vor aussteht, lässt jedoch die angedeutete Möglichkeit offen - ja deutet glattweg darauf hin, dass Rauchen den allgemeinen Erwartungen zum Trotz nicht generell schädlich ist. Also wäre es gegebenenfalls wesentlich einfacher zu beweisen, dass Rauchen nicht generell schädlich ist, als umgekehrt gesichert darzulegen, dass jener Genuss der Gesundheit uneingeschränkt in jedem Falle schadet. (Ganz ähnlich stellen wir uns ja auch gegen Kant!)
Ich rauche nicht, trinke nicht, kenne keine Drogen, esse viel Obst, bin sehr schlank, keine Partys, kein Nachtleben, nichts dergleichen - dennoch habe ich Bluthochdruck, jüngst mit Verdacht auf Schlaganfall, Lähmungserscheinungen, usw. Rauchen ist Stress, rein körperlich - seelisch kann es hingegen helfen innere Unruhe abzubauen, Letzteres mag eventuell den Ausschlag geben. Es ist alles weit komplizierter als pauschales “Kippe weg und alles wird besser!“ Die Feinde des Tabaks verkennen gernedie enorm erleichternde Ventilwirkung, das heilsame Abschalten schon durch einige Zigarettenzüge.
Des Menschen Wissen ist weit beschränkter, als wir uns im Allgemeinen eingestehen können - wir fliegen zum Mond, ja, verkennen dabei, dass wir auf nervlichem, seelischem und geistigem Gebiet oft mit absoluter Unfähigkeit glänzen. Leben ist uns im Grunde ein völlig unbegreifliches Rätsel. Medizin ist voller Halbwissen, voller Spekulation, - ihr Können ist häufig eher ein Nichtkönnen, gerade aber akademische Nichtkönner versuchen gerne, fehlende Kompetenz mit Hochmut, Arroganz und starrsinniger Unbelehrbarkeit auszugleichen.
Mittel und Wege für die Erhebung einer Statistik, oder für die Inszenierung wissenschaftlicher Forschung generell, hängen ganz wesentlich von den subjektiven Erwartungen und Wünschen der Forscher, von der öffentlichen Meinung, von Sponsoren, vom Stand der Wissenschaft usw. ab, was insgesamt, auf die eine oder andere Art und Weise in die jeweiligen Ergebnisse einfließt, womit letztlich der Willkür kaum zu begrenzende Möglichkeiten erwachsen.
Aufgrund mehrheitlicher Beobachtungen zu urteilen ist praktisch, ist genau genommen aber falsch - die Wahrheit ergibt sich nicht automatisch aus der Mehrheit - eher aus einer Minderheit: Denn Wahrheitsliebe macht einsam! (Einsamkeit an sich ist jedoch noch kein Garant für Wahrheitsliebe.)
Was heute als gesund gilt, wird nicht selten morgen als schädlich erkannt - Rauchen galt beispielsweise einst als wahrer medizinischer Segen. Eier sind gesund sagen die einen und stützen sich dabei auf wissenschaftliche Befunde. Eier sind nicht gesund sagen hingegen andere und berufen sich dabei ebenfalls auf die Wissenschaft - wem soll man da glauben?
Zudem gilt nach heutiger allgemeiner wissenschaftlicher Überzeugung für “wissenschaftlich“ u. a. die Bedingung der “Falsifikation“. Das heißt, als wissenschaftlich kommen lediglich prinzipiell widerlegbare Aspekte in Betracht. Damit gibt die Wissenschaft zu, dass es ihr vor allem ums Praktische und nicht um das absolut Wahre der Dinge geht. Wahrheit die dem Augenschein untersteht - so etwas muss irgendwann einmal buchstäblich ins Auge gehen.
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Das führt dazu, dass sich wissenschaftlich nicht lediglich beweisen, sondern zudem wieder alles gegen-beweisen lässt. Jede wissenschaftliche Aussage verbleibt also ultimativ unter einem gewissen Fragezeichen, ein absoluter Beweis wäre nicht verbesserungsfähig und damit nicht wissenschaftlich!
Philosophie wird allgemein gerne mit Wissenschaft in einen Topf geworfengenaugenommen muss man da jedoch deutlich differenzieren:
Die Philosophie, abgesehen relativ wissenschaftlicher Philosophie eines Aristoteles oder des englischen Empirismuses - vom Pragmatismus der Amerikaner ganz zu schweigen - baut hingegen vorwiegend auf qualitativ höchste, deduktive Argumente, die sich nicht auf Beobachtung, sondern auf logisch unumstößliche Kriterien gründen. Es besteht in dieser Hinsicht ein kategorischer Unterschied zwischen bloßer wissenschaftlicher
Wahrscheinlichkeit und philosophischer Gewissheit.
Die Wissenschaft zielt in erster Linie auf praktischenErfolg und präzise Vorhersagen, die Philosophie hingegen eher auf absoluteWahrheit. Es ist daher völlig klar dass Erstere allgemein beliebter ist - die Wahrheit war, wie soeben angedeutet, noch nie sonderlich populär in der Geschichte, entlarvt sie doch vor allem unsere Schwäche, während die Wissenschaft wohl eher unsere Stärke repräsentiert, was wiederum zur Überheblichkeit, gegebenenfalls gar zur systematischen Lüge verleitet, da ist jene Disziplin in der Tat nicht sonderlich zimperlich. Die Wissenschaft ist sicherlich nicht gerade ein Unschuldslamm oder das gute Gewissen der Menschheit, auch wenn sie sich gerne so sieht.
Das soll nun allerdings nicht heißen, dass es im Lager der Philosophie nichts auszumisten gäbe, ganz im Gegenteil, wie wir bald mit Kant zeigen werden. Überhaupt sollte man gerade hinsichtlich unseres Werkes berücksichtigen, dass Philosophen, wie Wissenschaftler, stets menschliche Züge tragen und also niemals das reine uneigennützige Ideal erreichen, das ihr Fach ihnen theoretisch vorgibt. Nicht wenige Philosophen missbrauchen ihr Fach z. B. um Karriere zu machen oder sie vertreten eine Meinung, nicht weil sie wahr, sondern weil sie ihnen nützlich erscheint.Opportunismus! Gerade von der Elite gegenwärtiger Philosophen an unseren Unis sollte man nicht unbedingt reine Objektivität erwarten, schon gar nicht zu Kant, in den sie in der Regel sehr viel persönlich investiert haben und folglich grundsätzlich nicht daran interessiert sind “Ihren Kant“ in der Patsche zu sehen. “Warum reichen Sie ihr Werk nicht als Doktorarbeit ein?“, bin ich schon gefragt worden. Naive Frage! Würdenalle Ärzte Beifall klatschen, wenn alle Krankheit überwunden wäre? Die selbstgefällige Struktur unserer Welt, auch was Dienstleistung betrifft, bedingt, dass wir die Problemenichtwirklich lösen, die wir täglich vorgeben lösen zu wollen!
Und eine Doktorarbeit setzt oft leider voraus, dass man möglichst der Ideologie der jeweiligen Prüfungskommission entgegenkommt.
Eine Doktorarbeit, die vorgibt Kants System zu widerlegen, steht eventuell vor dem zusätzlichen Problem, eine Prüfungskommission zu überzeugen, die direkt oder indirekt von dem abhängt, gegen den sich jene Arbeit richtet: Kant!
Die Chance zu Kant relativ neutrale Fach-Hörer zu finden ist jedochgenerell minimal, (siehe z. B. die Zitate von B. Magee und A. Brunner, → Seite 15-6).
(Vielleicht aber werde ich doch noch “einreichen“ - das bleibt hier offen. Nebst etlichen Arten und Abarten von Karriere-Haien, dürfte es ja noch so etwas wie “seriöse“ Wissenschaft im eigentlichen Sinne geben!)
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Kranksein, klimatisch-physikalische und soziale Aggression, und Leiden generell, können die körperliche und psychische Konstitution positiv beeinflussen - u. a. gewinnt der Körper dadurch in der Regel jeweilige Resistenz und erfährt zudem eine Erhöhung und Stärkung seiner selbst - vorausgesetzt eine entsprechende Heilung geht in der Hauptsache aus der körpereigenen Abwehrbereitschaft hervor - vorausgesetzt eine körpereigene Mobilmachung wird nicht etwa durch äußere künstliche pharmazeutische Produkte überflüssig gemacht.
Mit Vitaminpillen, Medikamenten, bewusster, scheinbar besonders gesundheitsorientierter Lebenshaltung, Nichtrauchen und zunehmender Optimierung und Idealisierung in mehr oder weniger allen Lebensbereichen wird ein relativ gesunder Körper letztlich vielleicht zu wenig gestresst - geht somit wohl eher geschwächt als gestärkt aus dem Rennen und wird zudem extrem Abhängig von all seinen künstlichen äußeren Mitteln und Mittelchen. Wir sind alle mehr oder weniger beschränkt und das hat durchaus seine guten Seiten: Mangel motiviert, während Erfolge und erreichte Ideale letztlich eher ernüchtern.
Wenn jedoch Mangel eher motiviert als relativ ideale Umstände, so heißt dies, dass unsere aktuell gnadenlos nach Idealen strebende Gesundheitsauffassung im Prinzip nicht stimmtnicht stimmen kann! - zudem dass weite Teile der erfolgsorientierten Wissenschaft, unsere allgemeine Lebensauffassung, eventuell gar alles gesellschaftliche Leben im Wesentlichen auf unglaublichen Widersprüchen beruht.
Doch dazu bräuchten wir zunächst eine solide Basis - dazu bietet sich Kants Erkenntnistheorie an, weil wissenschaftliches Denken heutigentags an Grundzüge jener Theorie ganz wesentlich gebunden ist. (Ultimativ ist Religion unser Fundament, das schließt Wissenschaftlichkeit ja nicht unbedingt aus -oder?)
Gemäß Kant bringen wir mittels apriorischer, gesetzlicher, subjektiver Bedingungen - Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung überhaupt selbst die Ordnung in die Natur. Dabei behandelt Kant insbesondere die Kriterien Bedingung, Ordnung, Gesetze in äußerst fragwürdiger Manier. Ist es z. B. so ohneweiters möglich, dass eine völlige Unordnung geordnet wird. Zudem beschränkt Kant einerseits jene subjektiven Bedingungenund das Gesetzlichedirekt auf das Allgemeine - andererseits erstreckt er exakt jene gesetzlichen Bedingungen indirekt auf das Absolute, und damit auf das Einzelne/Individuell, indem er dieNatur insgesamt absolut - und damit nicht lediglich formal, äußerlich, sondern innerlich, inhaltlich in jeder Einzelheit durch die subjektiven Bedingungen abhängig macht - grotesk (→ u. a. S. 83, 85-6)!
Zur Technik: Wir werden im Folgenden sehr gerne auf Zitate zurückgreifen, die wir unsererseits ausnahmslos in kursiv setzen. Zitate die im zitierten Original in ihrer ganzen Länge ebenfalls in kursiv stehen, werden also belassen - handelt es sich hingegen lediglich um einzelne Wörter die im Original kursiv erscheinen, so werden diese in “Normal“ versetzt um deren offenbar vom jeweiligen Autor gewünschte Betonung möglichst zu erhalten.
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Mit Fachbegriffen halten wir uns zurück, zum einen um das Werk auch für Nicht-Studierende möglichst attraktiv zu halten. Zum anderen führen Fachausdrücke gerade in der Philosophie leicht in einen sich selbst widersprechenden Schematismus, der an nichtssagende standardisierte politische Phrasen erinnert, die Kompetenz vortäuschen ohne echtes persönliches Engagement zu beinhalten.
Wir schreiben rein aus Überzeugung - wir schreiben im Grunde nicht, was die Masse hören will, sondern was sie unserer Meinung nach hören soll!
Wir weisen bewusst auf ein Beispiel relativ scharfer, ja eigentlich schon gehässiger Stellungnahme zu unserem Werk hin (→ Beilage 3, S. 202-4). Wir sind Außenseiter, in mehrfacher Hinsicht - zunächst eindeutig ein Nachteil.
Manchmal scheinen Außenseiter allerdings einen zumindest vagen Vorteil zu haben (→ S. 6 oben) ein geschicktes Händchen oder schlicht ganz unverschämtes Glück, und/oder es sind in der Tat höhere Mächte im Spiel.
Das eventuelle Glück des Außenseiters ist dem Fachmann jedoch äußerst verhasst, stellt es doch ein Fragezeichen hinter all seine mühselig erkämpften formalen Qualifikationen, auf die er wohl nicht wenig stolz ist und mit denen er sich im Grunde generell auf der Vorfahrtstraße wähnt.
Der natürliche Mensch ohnehin, aber offenbar auch alle unsere öffentlichen Systeme, verlangen vor allem nach Selbstbestätigung. Haben wir mit diesem Werk erleben dürfen, aller vorgeblichen Wissenschaftlichkeit der Universitäten zum Trotz, dass fast ausnahmslos, profillose brave Mitläufer gefördert werden, solche, die das eigene System, die eigene Ideologie, die eigene Strategie, den eigenen Stolz auf die eine oder andere Weise schmeichelnd bestätigen oder zumindest dazu keine nennenswerte Gefahr darstellen?
Die einen erhalten für ihr Plagiat Bestnote “summa cum laude“, andere werden scheinbar gerade aufgrund sichtlicher Originalität bewusst unterdrückt, rigoros abgelehnt oder jahrelang ignoriert (→ S. 10, 47, 108, (148), 202-3).
Allerdings haben wir uns diesbezüglich keinem Fachmann persönlich vorgestellt. Und da diese Arbeit sich mit völlig eigensinnigen Ideen in Spiele wagt, deren Rollen und Regeln im Kern längst fest vergeben sind, haben wir wohl selbst ordentlich dafür gesorgt, dass wir in keiner Richtung Fuß fassen konnten! Die Engländer haben uns einst vielleicht zu sehr verwöhnt: “You don’t talk much, which is a shame, because you have a lot to say. I expect great things from you!“(Einer unserer Uni-Lehrer, England, öffentlich während eines Seminars.)
Inspiration ist launisch. Das Buch wurde keineswegs in einem Zug geschrieben. Stellenweise verläuft die Diskussion auch schon mal rückwärts.
Zugegeben, sehr (sehr) unwahrscheinlich, dass ein relativ einfacher Elektriker es schaffen sollte, unsere geistige Elite dergestalt vorzuführen - Kant wirklich zu widerlegen - das hat nicht einmal Einstein geschafft,und wäre somit einfach zu grotesk. Bereits die oben kurz angedeutete “Gehässigkeit“, die entsprechend ganz sicher keine Ausnahme darstellt, macht indes keinen Sinn, ohne ein gewisses Potential. Zur Erkenntnistheorie braucht man vor allem Interesse und Phantasie, zu “enges“ Wissen kann aber die Phantasie regelrecht blockieren. Der Fakt “Elektriker“ könnte hier also tatsächlich direkt ein Vorteil, vielleicht gar eine Art Bedingung zur vorliegenden Kritik sein - zumal von einem Handwerker ja nicht unbedingt erwartet wird sich über Kant zu profilieren. Ein Elektriker, der sich auf Philosophie einlässtda muss mit Strom, Spannung, Kurzschlüssen und schlicht mit allem gerechnet werden. Seien wir gespannt.
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1 (A) allgemeine Warnung
Nun, Kant ist unglaublich systematisch - solange es ihm nützlich ist!Sichtliche Vorliebe entwickelt er zu riskanten, kaum ausgereiften, kaum wirklich nachvollziehbaren Definitionen, gerade im kritischen Bereich, an denen er mitunnachahmlicher Konstanz festhält, ohne dass dabei immer auch klar wird, was er tatsächlich meint, nur um sie eventuell dann doch völlig abzuändern - gegebenenfalls nochmals, und nochmals (Beispiel: seine sogenannten Dinge an sich → u. a. S. 94-6).
Direkt mit Begeisterung konstruiert er seine Ideen aus scheinbarer Sicherheit, Stetigkeit und Leere unverbindlicher unendlicher Ferne, aus absolutem Plural, dem Allgemeinen, dem Ganzen der potentiellen Fülle, dem vorempirischen A Priori, dem nicht-zufälligen Notwendigen - die er sodann absolut verbindlich dem grundsätzlich unterstellten Wankelmut des konkreten Nahbereichs, des Individuellen, des Einzelnen, des Empirischen, rücksichtslos aufzwingt. Mit Präzision und Bestimmtheit eines April-Wetters, weiß er nie so genau wohin mit dem Empirischen überhaupt, ganz wie er sich kaum zwischen Allmacht und Ohnmacht des subjektiv gegebenen A Priori entscheiden kann. Praktisch ohne jeden festen Grund fährt er von Dingen an sich über alle Arten maßlos überzogener subjektiver Bedingungen, mit dieser oder jener Synthesis, Schemata … frontal zu individuellen Größen ohne jede Spur einer auch nur annähernd eindeutigen Ableitung.
Damit beinhaltet sein System völlig willkürliche Sprünge von einem Extrem zum anderen, verdeckt, versteckt oder gänzlich unsichtbar gemacht mit direkt beängstigendem Aufwand, u. a. durch unzählige weitschweifige, nicht unbedingt intelligent-klingende, standardisierte fachliche Phrasen - einige seiner Favoriten: affizieren, Mannigfaltige, Vorstellung einer Vorstellung … durchsetzt mit gebetsmühlenhaften Wiederholungen aller Variation,wobei haarsträubende Kontraste, z. B. Gesetz : Zufall, Antinomien - keineswegs die Ausnahme sein müssen. Kant hat Mut - nein! er hat Übermut, der aber schon an Wahnsinn grenzt: gänzlich unvereinbare Gegensätze (insb. Zeit : zeitlos, notwendig : zufällig) synthetisiert er wie selbstverständlich mit völlig willkürlicher Gesetzes-Allmacht - für wie dumm hält er uns eigentlich? Mit hirnloser Gewalt eines Nilpferdes verpflichtet sich der Transzendentale Idealismus für das Unmögliche, für die Lüge, für genau das Absurde, das dem naiven Herzen wie dem gesunden Intellekt völlig fremd, ja zuwider erscheint. Zügellose Wissenschaft - Irrsinn total!
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1 (B) allgemeine Einleitung
Ist die Welt tatsächlich so wie wir sie empfinden oder ist sie in Wirklichkeit ganz anders? In unserem praktischen Alltag spielt eine solche Frage durchweg keine Rolle. Doch sie ist berechtigt.Denn alle unsere Empfindungen sind bedingt:
a) durch die verschiedensten subjektiven materiellen Gegebenheiten (Nervenzellen, Nervenbahnen, ganzeSysteme organisierter Zellen: Gehirn, Ohren, Augen usw.)
b) durch rein theoretische Kriterien, die aller Körperlichkeit vorangehen und mit Raum, Zeit, Bewusstsein Verstand, ... auf das eigentliche Wesen bedingter Welterkennung überhaupt zielen. (Es geht hier überwiegend um jene theoretischen Bedingungen!)
Da wir die Welt also nicht direkt erleben, sondern indirekt mittels unserer subjektiven Bedingungen, ist es naheliegend anzunehmen, dass jene Bedingungen unsere Erfahrungsinhalte in der Art beeinflussen, wie z. B. das Aufsetzen einer Brille - eine zusätzliche künstliche Bedingung somit - unseren Seheindruck in der Regel deutlich verändert. Das wiederum hätte zur Folge, dass wir die Welt grundsätzlich nicht so empfinden, wie sie an sich tatsächlich ist - womit wir im Kern bereits das eigentliche Grundproblem aller Philosophie umschrieben haben. Vor allem Kant nimmt jene Problematik sehr ernst: Immanuel Kant (1724-1804) geht davon aus, dass Erfahrung grundsätzlich von unseren subjektiven Gegebenheiten, insbesondere von den sogenannten Verstandeskategorien und Anschauungsformen (des Raumes und der Zeit) abhängen.
Wie weit aber reicht diese generell unterstellte Abhängigkeit? Sind Bedingungen und Abhängigkeitsverhältnisse allgemein notwendigerweise mit einer inhaltlichen Beeinflussung verbunden? Sind Bedingungen immer auch Ursachen des Bedingten? Welche Bedeutung haben Bedingungen in Relationen von Ursache und Wirkung, welche Rollen können sie übernehmen und welche können sie nicht, übernehmen und welche Konsequenzen sind damit eventuell verbunden?
Ist es überhaupt möglich dem empirisch Zufälligen von subjektiver Seite -oder generell - Ordnung vorzuschreiben?Was genau passiert eigentlich beim “ordnen“ - kann man alles so ohneweiters “ordnen“, wie Kant das wohl vorhatmacht er es sich da nicht viel zu leicht?
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Solche Fragen werden, auch in Fachkreisen, kaum gestellt. Bedingungen, Bedingtes - eine scheinbar notwendige Relation zu: Einfluss. Selbst die an und für sich höchst kritische Disziplin der Philosophie wagt an diesem Punkt offenbar nicht zu rütteln, möglicherweise jedoch sehr zu unrecht! Denn falls es tatsächlich gelingen sollte (wir werden uns bemühen) nachzuweisen, dass Kants Kategorien und Formen der Anschauung letztlich weder praktisch noch theoretisch Einfluss auf die jeweiligen bewusst wahrgenommenen Sinnesempfindungen haben können, so fällt sein ganzer Transzendentaler Idealismus schlagartig wie ein Kartenhaus in sich zusammen, was sodann einen Domino Effekt in der Philosophie zur Folge haben könnte. Denn die angesprochene Problematik ist keineswegs rein Kantscher Natur, sondern geht auf eine über Jahrtausende geführte Tradition zurück und betrifft den eisernen Kern der Philosophie in seinem tiefsten Wesen. Wir konzentrieren uns indes voll auf Kant, da er seine Philosophie - teils mit äußerst penibler Gründlichkeit und deutlichem Hang zur Weitschweifigkeit, teils mit sträflicher Nachlässigkeit zu entscheidenden Details - insgesamt bewusst exakt auf die hier soweit vorgestellte Problematik gründet.
Das sieht man im englischen Sprachraum doch ganz ähnlich:
A. Brunner sieht in Kant gar die “Grundlage des heutigen wissenschaftlichen Denkens“ (- wohl leider auch den Grund für Hochmut):
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Somit hat Kant das eigentliche Erkenntnisproblemwohl radikal gelöst, gerade das aber hat er keineswegs!(→ u.a. S. 94-0.)
Dennoch, wer sich hier frontal gegen Kant gibt (so wie wir) gibt sich im Grunde gegen die gesamte philosophische Elite unserer Zeit! Das heißt allerdings nicht, dass es zu Kant grundsätzlich an Kritik mangelt, im Gegenteil. Bereits zu Kants Zeiten meldeten Jacobi, Schulze, Trendelenburg, Eberhard, Garve, Feder, Maimon (und viele andere) diesbezüglich relativ unverblümte Kritik. Selbst Einstein (eher Physiker als Philosoph) war mit dem von Kant propagierten subjektiv-absoluten Charakter des Raumes und der Zeit nicht einverstanden. (Neuzeitl. Kant-Kritik z. B: Dr. Rolf Eraßme, über das Erkenntnisproblem in IMMANUEL KANTS “Kritik der reinen Vernunft“, Aachen, Juni 1996)
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Kant hatte indes nicht die Absicht den Idealismus, etwa eines Berkeley, zu stützen - keineswegs (siehe z. B: KrV B274-279)! Er behauptet somit nicht lediglich, dass unsere subjektive Beschaffenheit unsere Erfahrung beeinflusst - das hätte er wohl in wenigen Sätzen abgehakt. Immanuel behauptet vielmehr, dass alle unsere Vorstellungen etwa vom Raum oder von der Zeit, von Größe, Form, Kausalität usw. quasi subjektive Erfindungen sind - dass folglich der Raum und die Zeit in der absoluten Realität nicht existieren. Auch das hätte er mit relativ geringem Aufwand erledigen können würde er nicht gleichzeitig an der absoluten Realität festhalten. D. h. Kant ist überzeugt, dass alle Dinge die wir sehen, hören fühlen ... in der absoluten Realität tatsächlich existieren - er ist allerdings ebenso überzeugt, dass die Dinge in der absoluten Wirklichkeit keineswegs zu vergleichen sind mit den Produkten unserer Sinnesempfindungen, Letzteres begründet durch die subjektiv bedingte Form aller menschlicher Erfahrung - durch den generell unterstellten Einfluss unserer individuellen Konstitution also (einschränkend: → S. 186-8).
Und diesen Spagat zwischen Realismus (andere würden sagen: Materialismus, → S. 96) und Idealismus (bzw. zwischen Rationalismus und Empirismus) kann offenbar auch ein Genie nicht in wenigen Worten erledigen. Kant versuchte die zu seiner Zeit vorherrschenden philosophischen Richtungen a) den Rationalismus (Descartes, Spinoza, Leibniz, ...) und b) den Empirismus (Locke, Berkeley, Hume ...) weitestgehend zu verschmelzen und war zudem sehr darauf bedacht, den Skeptikern möglichst jeglichen Boden zu entziehen:
Die Welt spielt sich nicht nur in unseren Köpfen ab, wie der klassische Idealismus (zu dem relativ viele Vertreter des Englischen Empirismus gehören) im Wesentlichen behauptet, sondern die Welt existiert tatsächlich - äußerlich wie innerlich, subjektiv wie objektiv - und ist grundsätzlich unabhängig, z. B. unabhängig von Individuen die eine solche Welt auf die eine oder andere Art empfinden mögen. (Dieser Ausgangslage sollten wir uns bewusst bleibenleider wird sie selbst von Experten speziell hinsichtlich des Begriffs: Ding an sich selbst oft völlig ignoriert.)
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Doch der Haken an der Sache ist, so Kant, womit er die Grenze zum Realismus generell (und zu den oben erwähnten Rationalisten im Besonderen) zieht, dass wir prinzipiell, also auch im Idealfall, die Dinge nie und nimmer erfassen können so wie sie tatsächlich sind, denn auch im Idealfall müssen die Sinneseindrücke gewisse subjektive, apriorische, d. h. erfahrungsunabhängige Informationsverarbeitungs-Programme durchlaufen um überhaupt empfunden werden zu können.
Diese subjektiven apriorischen IV-Programme, Kant nennt sie (Verstandes-)Kategorien (12, - die Kausalität als wichtigste Kategorie) und “reinen“ Formen der (sinnlichen) Anschauung (Raum und Zeit), sind es im Grunde, die zwangsweise, so Kant, alle Information bestimmen, mitbestimmen oder beeinflussen.
Denn alle sensuellen Eindrücke müssen jene Programme notwendigerweise durchlaufen, wobei jenen ursprünglichen Eindrücken subjektive
Erfahrungsinhalte, z. B. eine bestimmte räumlich-zeitliche Zuordnung, angeblich seitens der Anschauungsformen aufgeprägt werden. Kant unterscheidet zwischen apriorischen reinen Anschauungsformen (Raum u. Zeit) und aposteriorischen bzw. empirischen, somit nicht reinen Formennicht rein von empirischen Erfahrungsinhalten. Letztere könnte man als vorwiegend durch äußere Umstände gegebene Sinnesinformation, als sense data, bezeichnen (speziell zu Anschauungen → S. 54, 56-7, 98). (Es gibt freilich auch innere sense data, das heißt rückbezüglich auf den eigenen Körper. “Innere“ und “rückbezüglich“ sind in diesem Zusammenhang jedoch beide keine sehr glücklich gewählten Formulierungen, denn aus Sicht der jeweiligen Sinnesorgane ist jede sensuelle Empfindung nach außen gerichtetder eigene Körper ist beispielsweise für die Augen ebenso äußerlich wie der Bildschirm meines Notebooks dem ich gerade diese Gedanken aufzwinge - wie der Mond - wie die Sterne - wie die Empfindung der Welt insgesamt.) Alle Informationen über die Dinge dieser Welt müssen einer Seele zunächst mit Hilfe der erwähnten Programme in der Weise angepasst werden, sodass eine Empfindung, betreffend dieser Information, überhaupt erst möglich wird, was Kant zufolge prinzipiell Einflussnahme beinhaltet, die dementsprechend jeglichen Zugang zu absoluter Objektivität und zu absoluter Realität grundsätzlich auszuschließen scheint. Denn, vergleichbar z. B. mit einem Lichtbündel, das beim Durchlaufen einer gefärbten Linse von jener Linse offensichtlich (später wird das allerdings weniger ersichtlich) beeinflusst wird, werden alle Sinneseindrücke die unsere IV-Programme durchlaufen, ebenfalls unweigerlich beeinflusst bzw. (mit-)bestimmt. Drei Professoren - Wolfgang Röd, Hans-Joachim Störig und Otfried Höffe - hören wir jetzt dazu:
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Nach Kant würden wir die Welt ganz anders empfinden, wären wir nicht auf die uns eigene jeweilige Hardware angewiesen - könnten wir die Welt ohne jedes Hilfsmittel direkt erleben.
Der reine Fakt, dass wir auf subjektive Hilfen bezüglich der Realitätsempfindung überhaupt angewiesen sind beinhaltet nach Kant bereits eine nicht zu umgehende subjektive Einflussnahme. Jene subjektive Hilfen sind im Grunde ein notwendiges Übel - und ihr Preis ist (aus der Sicht Kants!): Die Sinnesinterpretation wird von jenen subjektiven Hilfen abhängig und somit inhaltlich beeinflusst.
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Damit ist eine Sinnesinterpretation im Grunde von zwei völlig verschiedenen Kriterien abhängig: zum einen vom entsprechenden Objekt selbst, zum anderen von den erwähnten subjektiven Hilfen.
Die Abhängigkeit zum Objekt ist in dieser Verbindung ganz natürlich und gewissermaßen erwünscht, die aber zu jenen subjektiven Hilfsmitteln hingegen nicht, denn Hilfsmittel gehören an und für sich nicht zum Objekt. Wir möchten Objekte so sehen wie sie tatsächlich sind, frei von jeglicher subjektiver Einmischung.
Leider scheint genau dies prinzipiell nicht möglich zu sein, da unsere Sinnesinterpretation nicht nur vom Objekt, sondern, wie gesagt, eben auch von unseren subjektiven Hilfen abhängt. Demzufolge beeinflussen die subjektiven Bedingungen, namentlich die Kategorien und Anschauungsformen, zwangsweise alle involvierten Wahrnehmungen. Jener Gedankengang, den Kant sich rapide zu Eigen macht, scheint gar generell zu unterstellen, dass jede Art von erfüllter Bedingung alles nachfolgend Bedingte zwangsläufig beeinflusst, was allerdings ein sehr grober und bezüglich seines relevanten Systems letztlich ein fataler Fehler sein könnte! Denn “etwas zu ermöglichen“und “etwas zu beeinflussen“ ist keineswegs das Gleiche. Erfüllte Bedingungen “können“ gegebenenfalls alles Nachfolgende beeinflussen, was allerdings notwendigerweise mit einer Rückwirkung (!) verbunden ist - jene Ereignisse sind sodann generell relativ einmalig. Andererseits bewirken bestimmte erfüllte Bedingungen, besonders im technischen Bereich, z. B das Einschalten eines Hauptschalters, dass der eine oder andere Vorgange im Ganzen ermöglicht wird, ohne dass sich dadurch ein erkennbarer Einfluss der Bedingungen auf das Bedingte ergibt. Solche Ereignisse sind an sich beliebig wiederholbar.
Vorgänge, die beliebig oft wiederholbar sein sollen, erfordern direkt, dass zugehörige Bedingungen absolut keinen Einfluss auf jene Vorgänge haben. Der aktuelle technische Stand der Welt - Elektronik, Computertechnik usw. - wäre praktisch nicht möglich, würde sich im Geiste Kants tatsächlich mit jeder Bedingung automatisch Einfluss (von der Bedingung auf das Bedingte) verbinden. - Jede Uhr hat zahlreiche Bedingungen. Würde jede einzelne Bedingung einer Uhr auf jene Uhr selbst inhaltlich einwirken, könnte es prinzipiell keine genau-gehende, bedingte, künstliche Zeitmesser geben. Tatsächlich haben wir jedoch Uhren die sehr genau gehen (von einigen Chaoten einmal abgesehen) was ganz sicherlich kein bloßer Zufall ist.
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Es gibt Uhren mit sehr verschiedenem Aufbau, mit also sehr verschiedenen Bedingungen - Armbanduhren, Kirchenuhren, Quarzuhren, Atomuhren usw.die dennoch alle den aktuellen Wert der Zeit übereinstimmend anzeigen, obwohl sie völlig unterschiedlichen technischen Bedingungen unterliegen. Wenn aber Bedingungen grundsätzlich in jedem Fall Einfluss auf das jeweils Bedingte hätten, dürfte es, wie erwähnt, nicht sein, dass es verschiedene Uhren gibt, die übereinstimmend die Zeit angeben.
Was hat die Technik mit der Erkenntnistheorie zu tun? - könnte man hier einwenden. Vielleicht mehr als man zunächst annehmen möchte, denn gerade in der Elektronik und der Computertechnik - wie eben auch in der Erkenntnistheorie - geht es nicht zuletzt um die Verarbeitung von Information. Informationsvermittlung, und ganz besonders eine inhaltliche Veränderung einer Information, ist in der Regel mit Energieaustausch verbunden. Wenn jedoch “inhaltliche Einflussnahme“ generell unter dem Energie-Aspekt zu sehen ist, treten für Kant in diesem Tone eine ganze Palette Probleme auf, die wir weder hier noch später in diesem Werk alle behandeln können - auch im Hauptteil können wir uns diesbezüglich lediglich auf einige offenkundige Kriterien beziehen. Dass wir erkenntnistheoretische Argumente überhaupt in Relation zu physikalischen Aspekten setzen, hat in dieser Branche nicht unbedingt Tradition.
Erkenntnistheoretische Diskussionen setzen sich leider allzu oft über technische und physikalische Aspekte hinweg, als ob Letztere nicht existieren würden. Technik und Physik mögen an und für sich als empirisch gelten. Dennoch dürfte es legal sein sie zu apriorischen Überlegungen heranzuziehen, insbesondere dann, wenn es um den Bereich der Informationsverarbeitung bzw. um deren (absoluten) Wahrheitsgehalt geht.
Es ist jedenfalls unumgänglich exakt zu differenzieren was genau von Kants Kategorien im erkenntnistheoretischen Kontext abhängt und was nicht bzw. wie weit der Einfluss jener subjektiven Vorgaben tatsächlich reichen kann und welche Grenzen er grundsätzlich nicht zu überschreiten vermag. Alle Empfindungen sind “Kopfsache“. Ein Idealist würde eventuell gar sagen, dass Leben ohnehin reine Kopfsache sei. Wir haben innere Empfindungen zu denen gemäß unserer Sinne äußere Objekte entsprechen.
Allein dieser Fakt hat soweit aus strenger philosophischer Sicht noch keinerlei Beweiskraft. Ein Beweis schließt die Möglichkeit der Täuschung kategorisch aus.
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Jeder weiß hingegen, dass unsere Sinne zuweilen recht störanfällig sind und wir, so oder so, Täuschungen der verschiedensten Art relativ machtlos gegenüberstehen.
Könnte folglich der Lebenseindruck insgesamt etwa ein Irrtum sein? Andererseits, wenn alles Täuschung wäre verliert alles seine Berechtigung - letztlich auch der Begriff der Täuschung selbst! Dass wir uns gegebenenfalls täuschen, beweist die Realität der äußeren Welt, denn einer rein inneren Welt fehlt jegliche Grundlage sich überhaupt zu täuschen, da ohne “Übertrag“.
Unsere Lebenseindrücke sind differenziert, jene Differenzierung ließe sich im Wesentlichen darauf zurückführen, dass die Welt schon so ist, wie wir sie wahrnehmen. Alle unsere Wahrnehmungen sind lediglich innere Bilder unseres Geistes - wie kommt hingegen unser Geist zu jenen Bildern - sind jene Abbildungen getreue, relativ verzerrte oder völlig entstellte Repräsentanten der jeweiligen äußeren Objekte? Existieren überhaupt äußere Objekte? Ist die Welt nicht letztlich ein einziges großes Ich - somit rein innerlich - oder wird uns die Welt in Form eines Hologramms, einer Computeranimation oder ähnlicher Tricks lediglich vorgespielt?
Zunächst einmal lässt sich die Möglichkeit prinzipieller unumgängli-cher Täuschung wesentlich schwerer begründen als eine relativ naive Hinnahme der gegebenen Fakten.
Ein Hologramm, eine Computeranimation und vergleichbare künstli-che Mittel der Täuschung können immer nur isolierte einzelne Kriterien erfolgreich imitieren, nicht hingegen komplexe und schon gar nicht die höchst komplexe Welt insgesamt.
Nimmt man beispielsweise an, dass die äußere Welt ein künstlich erzeugtes Hologramm ist, so bleibt dennoch irgendwo eine Lücke zwischen künstlicher Animation und dem realen Ich, die sich auf die eine oder andere Art und Weise bemerkbar machen müsste - eine weitere künstliche Animation um diesen Makel zu beseitigen würde einen unendlichen Regress eröffnen. Ein unendlicher Regress wäre in diesem Beispiel jedoch ohnehin unumgänglich, da jeder einzelne künstliche Aspekt letztlich ein zusätzliches Hologramm benötigt um jenes Künstliche des künstlichen Einzelaspekts im vollen Zusammenhang echt wirken zu lassen.
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Täuschend wirkt aber vor allem, dass wir uns innerlich Dinge vorstellen können, die äußerlich nicht gegeben sind, zumindest nicht so, wie wir sie uns vorstellen. Im Traum halten wir alles was wir träumen für äußerlich realwir wachen auf und erkennen, dass es doch nur innerlich geschah - wir also getäuscht wurden.
Spätestens hier wird auch ein Idealisten wach und behaupten, dass die äußere Welt nicht notwendig ist, um Vorstellungen zu ermöglichen:
Wenn selbst Materialisten zugeben, dass unsere “Ideen“ keiner realen äußeren Dinge bedürfen, so scheint dies dem Idealismus uneingeschränkt alle Türen zu öffnen. Indes Berkeley übersieht, dass rein innere Vorstellungen, besonders im Traum, eine völlig andere Qualität haben als solche, die wir mit direkter Hilfe der Sinne formen (→ S. 173-6, 180). Warum sollten wir überhaupt Empfindung haben, wenn alles von innen aus möglich ist? Berkeley scheint Menschen gekannt zu haben, die keine Sinne hatten und dennoch munteres geistiges Innenleben vorweisen konnten. Wenn aber ein Mensch tatsächlich von Geburt an keinen Blick nach Außen hat, so fehlt ihm die Erfahrung und somit die Sicht des Äußeren mit allem was dazu gehört - Farben etc. Wer hier Berkeley erwähnt, müsste eigentlich erst Descartes nennen:
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Die Grundbegriffe “a priori“ (vor aller Erfahrung, bzw. erfahrungsunabhängig) “a posteriori“ (nach der Erfahrung bzw. erfahrungsabhängig) “subjektiv“ und objektiv“, “notwendig“ und “zufällig“ sind für Kant sehr wichtig, ebenso die Begriffe “analytisch“, “synthetisch“ und “a priori synthetisch“ -Kant macht aus Letzteren regelrecht eine Wissenschaft für sich (die allerdings nicht überzeugt und uns nicht direkt interessiert). Erfahrung hat für Kant in absoluter Sicht im Grunde zufälligen Charakter. Mit “a priori“ verknüpft Kant Notwendigkeit (weil frei von Erfahrung) - mit “a posteriori“ Zufälligkeit (weil abhängig vom Zufall der Erfahrung- siehe auch Bemerkung Seite 201).
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Immerhin scheint zumindest alles Apriorische zweifelsfrei rein subjektiven Ursprungs zu sein - überhaupt haben wir auf subjektiver Seite zunächst lediglich apriorische Kriterien vorliegen. Woher also kommen die aposteriorischen Elemente? Von außen? Außen liegen lediglich die Dinge an sich selbst vor. Diese wiederum sind im absoluten Tenor real - sind somit wohl an sich kaum empirisch zufällig, auch wenn sie vermittelst der subjektiven Sinnesinterpretation, gemäß Kant, der Ursprung des empirischen, zufälligen Empfindens sind.
Warum sollte überhaupt irgendetwas in unseren Erscheinungen zufällig, unbestimmt sein, wo doch Kant alle Erscheinungen generell unter bestimmte subjektive Gesetzmäßigkeit stellt? - Und wie steht es mit dem “ordnen“? Ist es überhaupt möglich dem Zufall eine Ordnung aufzuzwingen? Die Tatsache, dass wir im Leben üblicherweise Ordnung schaffen können, verleitet sehr leicht zu der Annahme, dass sich grundsätzlich alles ordnen lässt - genau das aber könnte ein kategorischer Fehler sein, zumindest im absoluten Bereich, und in der Erkenntnistheorie sind wir halt generell dort! Man kann sein Zimmer aufräumen, seinen Garten, die Schulmappe, einen Schrank ... wo an sich alles seinen Platz hat.
Dass aber alles seinen Platz hat, setzt eine gewisse Grundordnung voraus, setzt vor allem voraus, dass die zu ordnenden Kriterien der soeben erwähnten Grundordnung entsprechen. Genau das aber ist bei Kant nicht der Fall!
Der eigentlich zu ordnende Stoffhat bei ihm definitiv nicht die Qualität des entsprechend ordnenden Systems, sondern erhält jene Qualität erst durch Letzteres (in diesem Falle durch das System unserer subjektiven Gründe der Erfahrung).
Wo soll die Ordnung anfangen, wo aufhören, wenn seitens des zu ordnenden Stoffs diesbezüglich keinerlei Anhaltspunkte bestehen? (Mehr zu “Ordnung“ → u. a. S. 50-2, 165-6, 198)
Da ist wohl noch einiges zu ordnen! - Mit dem Begriff der Objektivität verbindet Kant sehr eigenwillige Vorstellungen, die teils erheblich vom allgemeinen Sprachgebrauch abweichen - wir werden gleich (S. 27-8) ausdrücklich darauf hinweisen. Man sollte ohnehin nicht erwarten, dass Kant ein von A bis Z durchgehend schlüssiges Programm bietet, wo jeder Stein exakt auf den anderen passt - keineswegs!
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Kant ist nach wie vor relativ interessant - weniger weil er ein in sich abgeschlossenes klares System anbietet, als vielmehr, weil er dazu eher das genaue Gegenteil präsentiert - weil seine Erkenntnistheorie immer noch ein offenes Spiel darstellt, weil jene Theorie insgesamt relativ vage ist und erhebliche Lücken aufweist.
Nicht dass Kant die Absicht hätte uns (direkt) zu täuschen, aber sein Transzendentaler Idealismus bringt es notwendigerweise mit sich, dass relativ deutliche Ausdrücke des allgemeinen Sprachgebrauchs bei ihm nicht selten zu völlig unbestimmten Begriffen verwässern.
So redet Kant oft von Begriffen des Grundes, der Ursache, von “affiziert werden“, von etwas, das etwas anderes “rührt“ usw. mit einer kaum zu übersehenden - vom Standpunkt des Transzendentalen Idealismuses praktisch unvermeidbaren - Doppelzüngigkeit. Damit das Ganze trotz markanter Gegensätze dennoch halbwegs im Lot bleibt, ist Kant zu einigen äußerst einschneidenden Kompromissen gezwungen.
a priori (rein, d. h. vor aller, bzw. unabhängig von aller Erfahrung)analytisch - Allgemeine - Begriffe - Gesetz - Notwendigkeit - notwendige Bedingungen d. Möglichk. d. Erfahrung - Kategorien - reine Anschauung -Ganze - (potentielle) Fülle - pauschal - reine Vorstellungen, synthetische Einheit a priori des Mannigfaltigen der Erfahrung.
a posteriori (abhängig von Erfahrung) - empirisch - nicht notwendig - Zufall - Sinnlichkeit - empirische Gesetze - (empir.) Vorstellungen. dazwischen: transzendental, Schema, synthetisch (generell), Einzelne (konkrete Vorstellung, individueller Einzelfall), empirische Gesetze ... Eine herausragende Bedeutung bekommt später die Frage: Woher genau kommt das “Einzelne“ bei Kant?
Kant führt das Einzelne als eine besondere Verstandes-Kategorie - ein zweifelhafter Kunstgriff, verstehen sich Kategorien doch generell als “allgemeine“ Begriffe. Wie also kann das Allgemeine gleichzeitig Einzelnes sein? Allgemeine, Gesetz, potentielle Fülle, Ganze werden wir in jener Beziehung dem Einzelnen, Individuellen gegenüberstellen. Nebst den weiter oben erwähnten Begriffen: Grund der Erkenntnis, affizieren und rühren, sollten wir nun solche wie Objektivität, Zufall, Ordnung, Gesetze,a priori notwendig und a posteriori empirisch unter dem Systeme Kants in etwas breiterer Form betrachten, wobei wir uns im Wesentlichen auf Kants Kritik der reinen Vernunft (Kürzel “KrV“ generell, z. B: “KrV A158“ konkret) und seiner (bzw. seinen) Prolegomena (Kürzel “Prol.“ generell, z. B: Prol. § 53 konkret) stützen werden.
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2 Vorbereitung zum Hauptteil
Jene Gegenstände, und damit quasi die Realität an sich, sind in diesem Bezug jedoch offenbar nicht genug. Denn ganz im Geiste Humes ist Kant der Meinung, dass Erfahrung lehrt:
Mittels des Zufalls lassen sich Wahrheit und Objektivität kaum begründen. Dennoch findet Kant, dass wir Bezug zur Objektivität und zur Wahrheit haben (obgleich nicht mit absoluter Gültigkeit), die sich auf subjektive gesetzliche Vorgaben aufbaut (Anschauungsformen, Kategorien bzw. Verstandesregeln):
Dabei handelt es sich allerdings lediglich um subjektiv-reale Objekte, denn der Zugang zur objektiven Realität, mit absoluter Sicht, ist uns nach Kant nun einmal prinzipiell verwehrt - ein Fakt den er gerne verbannen möchte. Denn Kant will möglichst ein Repräsentant des common sense sein - sein Transzendentaler Idealismus nötigt ihn hingegen zu eklatanten Kompromissen, die sich zuweilen mit dem common sense grundsätzlich nicht vereinbaren, was unschwer u. a. am Beispiel des Begriffs der Zeit zu ersehen ist:
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Kant ist sich natürlich bewusst, dass seine Behandlung des Begriffs der Objektivität, soeben am Beispiel der Zeit kurz vorgestellt, nicht wirklich befriedigt, denn mit Objektivität verbinden wir im allgemeinen Sprachgebrauch einen absoluten und keinen lediglich subjektiven Bezug zur Realität. Jener Begriff ist allgemein sozusagen die rettende Insel nach der sich die Menschheit, umringt mit den Trümmern der eigenen subjektiven Unzulänglichkeit, sehnt. Nun, absolute Objektivität zielt bei Kant auf Dinge an sich (selbst). Da Letztere für uns angeblich unerkennbar sind und sich menschliche Erkenntnis ohnehin nach den Kategorien und Anschauungsformen richtet, bezieht Kant menschliche Objektivität auf jene subjektiven Formen und nicht auf die Dinge an sich:
“objektive Realität“, wie soeben zitiert - Objektivität generell, wird somit bei Kant, wie erwähnt, menschlich-subjektiv. Objektivität ist damit aber nicht gleich willkürlich zufällig! Sie wird garantiert durch apriorische subjektive Bedingungen (d. M. d. E. ) und Letztere sind Gesetze mit notwendiger, allgemein-menschlicher Gültigkeit (u. a. KrV B4, B163-5) während empirische Allgemeinheit (ein höchst problematischer Begriff) allenfalls in den meisten Fällen gilt - das absolut Reale der Dinge an sich bleibt so oder so völlig unerreicht. Im apriorischen Bereich wirkt Kant zunächst stark (zu stark, denn er findet keinen Schluss vom a priori Ganzen zum Einzelnen) umso schwächer indes im empirischen:
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Mit Empirisch (und Synthetisch) scheint Kant, wieder alles auf den Kopf zu stellen, was zuvor (→ S. 28) im bloßen apriorischen Bereich noch gerade stand!
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Überhaupt ist der Mix: a priori zu a posteriori ein permanentes Problem der KrV. Die gesetzlich-objektive Kraft liegt zunächst allein im Apriorischen begründet (u. a. → S. 11, 83,85-6,97-0).
Damit erreicht Immanuel jedoch noch nicht das Individuelle - er benötigt zusätzlich das Empirische - ja gar empirische Gesetze - ein gewisser Zickzackkurs ist somit bereits zwangsläufig vorprogrammiert (KrV 127-8, → u. a. S. 75, B164-5). Denn das eigentliche Wesen des Gesetzlichen ist generell, über Kant hinaus, ja gerade seine “allgemeine“ nicht-individuelle Zuständigkeit (u. a. → S. 83, 98, auch: KrV A113)! Ultimativ geht jenes Zickzack auf einen bestimmten “Versuch“ zurück - mehr dazu auf der nächsten Seite. Mit empirischen Mitteln kann Kant sich diesbezüglich eigentlich nur selbst widersprechen, überzeugender wirkt er, wie erwähnt (S. 28), hingegen a priori, auch wenn sich dadurch sofort neue Probleme ergeben:
Kant erweckt hier ganz offensichtlich bewusst den Eindruck, als ob subjektive Gründe der Möglichkeit der Erfahrung den Weg zu absoluter Objektivität verbauen. Wie jedoch kommt er zu einer solch gewichtigen Unterstellung? Dazu würde er etwa sagen: Das liegt doch klar auf der Hand! Erfahrung ist bedingt durch subjektive apriorische Bedingungen, somit zeigt Erfahrung grundsätzlich Züge jener subjektiven Bedingungen - im Gegensatz zu den Dingen an sich selbst. Demnach würden unsere subjektiven Bedingungen der M. d. Erfahrung inhaltlich in genau jene Erfahrung einfließen und also unweigerlich jeglichen Zugang zur absoluten Realität prinzipiell unmöglich machen.
Suppe ist Suppe - bedingt durch Löffel u. Teller (...) gäbe es da mit Kant jedoch erhebliche Bedenken (→ S. 94) - ob versalzen oder nicht! Weil ohne A kein B - Ultrakurzform des letzten Zitats - hat das je-doch zwangsweise inhaltliche Konsequenz zu B? (Mehr dazu später.)
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Kant hat natürlich auch Humor:
“Man versuche es daher einmal [...]“ Den Versuch wollen wir ihm ja gerne zugestehen. Ein Versuch, gerade wenn er nicht recht gelingt, kann jedoch leicht zur fixen Idee werden. Kant macht bereits einen schwerwiegenden systematischen Fehler, indem er im weiteren Verlauf der KrV diesen Versuch unbedingt als unfehlbare Tatsache verkaufen will und dabei vergisst, dass er doch nur auf Probe fährt - er ist zu unkritisch zu sich selbst (vergleiche zu S. 108, 169, auch S. 3, 158, 209)!
Nun, dieser “Versuch“ hat Folgen! - insbesondere: Regeln/Gesetze können die Wirkung bestimmter Fakten und Werte in bestimmten Umständen beschreiben. Kant lässt hingegen Gesetze über alles regieren, stellt also völlig gesetzes-fremde Kriterien, vor allem den Zufall, willkürlich unters Gesetzmal unter dieses mal unter jenes, ganz nach Belieben, ganz wie er die Ordnung der Welt, wie sie uns erscheint, über das Subjektive erzwingt, so als hätte er gerade auf strengem gesetzlich-beschränktem Terrain grundsätzlich völlig freie Hand - eine Frechheit diese Freiheit, oder ist der Königsberger wirklich so extrem naiv, wie er hier vorgibt (auch → S. 50-2, 160, 166, 198)? Mit KrV A125-6 (siehe S. 30) bedeutet dies: wir diktieren die Natur! (Siehe hierzu auch KrV B163-5, → u. a. S. 86.)
Wenn die zitierten Gegenstände (KrV BXVI) - was für Gegenstände?gemeint sind sicherlich die Dinge der absoluten Realität, also die Dinge an sich selbst - Kant hätte sich hier präziser ausdrücken können! Die Dinge an sich selbst sind hingegen keine Gegenstände im klassischen Sinne - sie werden mit Kants System erst zu Gegenständen durch die Anwendung der subjektiven Kategorien und Anschauungsformen - aber soweit sind wir an dieser relativ frühen Stelle der KrV anscheinend noch nicht. (Doch an diesem Punkt gehen die Meinungen oft ziemlich weit auseinander, siehe dazu z. B. Hans Vaihinger, Kommentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. Aufl. 1922, 1970, Seite 172-5.)
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Wenn also “die Gegenstände“ sich nach uns richten müssen, so heißt dies letztlich, dass, zu subjektiven Zielvorgaben, eine inhaltliche Umformung stattfindet. In diesem Falle hätten die subjektiven Vorgaben keine Art passiver Filterfunktion - eine Filterfunktion wäre in diesem Zusammenhang relativ problemlos - sondern die Funktion einer vom Subjekt selbst ausgehenden kreativ wirkenden Zielvorgabe. Dieser vermeintlich kleine Unterschied ist bedeutsam: Etwas “herauszufiltern“ ist prinzipiell keine kreative Neugestaltung als vielmehr ein Auswahlverfahren unter grundsätzlich bereits vollständig gegebenen Kriterien.
Eine Zielvorgabe macht hingegen in diesem Sinne eine schöpferische Neugestaltung erforderlich.
Aus diesem relativ einfachen Sachverhalt resultiert nun ein erhebliches Problem. Denn eine Zielvorgabe beinhaltet keineswegs automatisch die Mittel um ein solches Ziel zu erreichen. Da Kant in keiner Weise andeutet worauf sich die involvierte Notwendigkeit gründen sollte (ausgenommen seinen “Hauptfehler“ der vor allem aus KrV B197, B161, A128 resultiert - siehe u. a. Seite 93-4, 111, 116) wäre er folglich genötigt, seine diesbezüglichen, subjektiven Vorgaben (namentlich die Verstandeskategorien und
Anschauungsformen) einerseits als Ziel und andererseits gleichzeitig als Wegbereiter zu jenem Ziel zu betrachten. “Der Weg ist das Ziel!“ diesen merkwürdigen Ausdruck haben wir von Reinhold Messner - zu Immanuel passt er mindestens ebenso. Abgesehen dieses logischen Widerspruchs in den sich Kant hier verfängt deutet sich u. a. mit unserem letzten Zitat eine ganz bestimmte, in unserem Sinne sehr wichtige Grundhaltung an: Kant geht offenkundig grundsätzlich - fast wie selbstverständlich - davon aus, dass relativ fixe, gesetzliche Vorgaben von schöpferischer Wirkung im positiven Sinne sein können, ohne sich jemals ernsthaft zu fragen, ob und unter welchen Voraussetzungen dies überhaupt möglich ist - ein eventuell schwerwiegender Unterlassungsfehler!
Der bereits mehrfach genannte Begriff “a priori“ ist für Kants gesamte Erkenntnistheorie außerordentlich wichtig, denn damit gedenkt sich unser Königsberger Philosoph freimachen zu können von aller Erfahrung, die, besonders im Sinne Humes, dem Kant entsprechend folgt, wie wir gleich sehen werden, scheinbar grundsätzlich empirisch und damit unbestimmt ist und generell zufällige Charakterzüge trägt.
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Im folgenden Zitat wiederholt Kant für uns zunächst einige bereits erwähnte Aspekte - darüber hinaus macht er eine sehr bemerkenswerte Verknüpfung, welche das aposteriorisch Unbestimmte (das Empirische der Erfahrung) mit dem a priori Notwendigen verbindet, was im Kern praktisch das Grundprinzip seines Transzendentalen Idealismusses beinhaltet:
Die erwähnte Verknüpfung a priori zu a posteriori hat, was aus dem letzten Zitat nicht direkt hervorgeht, einen markanten Schönheitsfehler, der sich quer durch Kants System zieht und sehr dazu beiträgt, dass - durchaus vergleichbar zur Relativitätstheorie Einsteins (→ ab S. 219) - jenes System sich grundsätzlich unserem “normalen“ Vorstellungsvermögen zu entziehen scheint. Denn Notwendigkeit ergibt sich in allgemeiner Bedeutung eher aus der Umwelt, als aus persönlichen Kriterien, während Zufälligkeit oder Unbestimmbarkeit doch eher dem Persönlichen zugerechnet wird.
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Bei Kant ist es hingegen genau umgekehrt: Notwendigkeit ergibt sich bei ihm grundsätzlich nicht aus der erfahrenen Umwelt, sondern aus den prinzipiell bestimmbaren, im jeweiligen Subjekt selbst verankerten, apriorischen Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung überhaupt:
Auf unsere subjektiven Bedingungen ist Verlass, auf die Er-scheinungen der erfahrbaren Umwelt ist hingegen kein Verlass, weil unsere Erscheinungen sich nicht nur aus apriorischen, demnach bestimmten -, sondern eben auch aus aposteriorischen bzw. empirischen, also unbestimmten Elementen zusammensetzt.
Die apriorischen Elemente sind als fest vorgegebene Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung überhaupt in uns selbst verankert (wo, wie, wann ... genau, spielt hier keine Rolle).
Die empirischen Elemente der Erfahrung erhalten wir hingegen durch unsere Sinnesorgane, von der relativ äußeren Umwelt - von der absoluten Realität, wenn man so will.
Die erfahrbare Welt wird somit erst durch eine subjektive Einmischung objektiv, woraus sich die im Verhältnis zum allgemeinen Sprachverständnis schlicht groteske Behandlung der Begriffe der Objektivität und der Wahrheit bei Kant ergibt, wie aus den beiden folgenden kurzen Auszüge nochmals zu ersehen ist:
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“Wirklich“ und doch nicht so wirklich wirklich - hier zeigt sich bereits das direkt gefährliche Talent Kants zum Verdrehen und Irreführen. Der zunächst offensichtliche Vorteil, den Kant sich durch verschiedene apriorische Maßnahmen erspielt, geht ihm im Laufe des Gefechts verloren, bzw. zeigt sehr bald seine Schattenseiten.
Denn, nebst den unmittelbar zuvor erörterten Einwänden, verliert sich damit der ureigentliche Grund unserer Erkenntnis scheinbar mehr, als dass er sich auf irgendeine Art und Weise bestätigt.
Während Berkeley, der klassische Vertreter des Idealismus, immerhin sagen kann, dass bezüglich der Erfahrung alles von Innen kommt (der Inhalt des Inneren letztlich auf Gott zurückgeht) und Vertreter des Rationalismus, vorzüglich Befürworter des Materiellen Realismus, sich relativ einig sind, dass entgegen Berkeley, der ultimative Grund unserer Erfahrung von Außen, von der unabhängigen Realität stammt (wobei Materialisten durchweg zum Atheismus tendieren), lässt sich diesbezüglich bei Kant kaum eine ähnlich eindeutige Feststellung treffen. (Philosophische Gottessuche, das sei hier ausdrücklich erwähnt, ist allerdings meist von unehrlichem, distanziertem, bloßen Verstandes-Glauben geprägt, → S. 199.) Kant hat eine sehr realistische Seite:
Er ist von der bewusstseinsunabhängigen absoluten Realität überzeugt. Er ist zudem überzeugt, dass sich unsere Gegenstände der Erfahrung, unsere Erscheinungen also, im Grunde auf bewusstseinsunabhängige, absolut wahre, absolut wirkliche Dinge, die sogenannten Dinge an sich selbst, beziehen. Solche relativ “unbedingten“ Dinge der absoluten Realität entziehen sich jedoch, so Kant, prinzipiell unserem Vorstellungsvermögen, da wir uns alles lediglich “bedingt“ vorstellen können - bedingt insbesondere durch die uns eigenen subjektiven Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung überhaupt. (Letztere wären sodann, gemäß Kant, die Verstandeskategorien und die reinen Formen der Anschauung.)
(Freilich, mit dem Begriff der Bedingung liegt Kant ebenso schief, wie Berkeley mit seiner fixen Vorstellung, dass Ideen immer nur zu Ideenvergleichbar sind und also zu nicht-Ideen, insbesondere zu den nicht-Ideen äußerer Körper der realen Umweltsich ein Vergleich prinzipiell verbietet, → S. 122-3.)
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Im Zusammenhang mit seiner Widerlegung des Idealismuses schreibt Kant dazu:
Kant versucht, wie zuvor bereits erwähnt, bewusst eine Brücke zwischen Rationalismus und Empirismus und damit praktisch zwischen Realismus und Idealismus zu schlagen.
Die sogenannten Dinge an sich selbst, wären seiner realistischen Seite zuzuschreiben - man könnte sie insgesamt als die “absolute“ Bedingung (oder Ur-Grund) der Möglichkeit jeglicher Erfahrung überhaupt benennen. Die “subjektiven“ Bedingungen der Möglichkeit jeglicher menschlichen Erfahrung (Verstandeskategorien und Anschauungsformen) gingen hingegen vollständig auf Kants idealistisches Konto.
Unglücklicherweise (unglücklich für den nach absoluter Wahrheit trachtenden Philosophen) gesellt sich, gemäß Kant, gerade zum “absoluten“ Status der Dinge an sich selbst letztlich empirische Elemente, bedingt durch die erfahrungsabhängige Art der Informationsübertragung (→ S. 27-9). Was genau ist jedoch tatsächlich empirisch in jener Übertragung? - darüber kann man lange rätseln!
Das Empirische ist bei Kant eingefasst zwischen einerseits absoluten Aspekten der Dinge an sich selbst und andererseits apriorischen, somit ebenfalls absoluten Aspekten der subjektiven Bedingungen der Erfahrung überhaupt - woher also nehmen, wenn nicht stehlen? Von den Sinnesorganen natürlich! - woher sonst? Das ginge nun leider auch nicht.
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Denn Kant ist der Meinung, dass unsere Sinne im Grunde nicht irren. (KrV B350) Aus taktischen Gründen stellen wir diesen speziellen “empirischen“ Umstand jedoch nochmals zurück.
Ungeachtet also der Frage, worauf exakt sich das Empirische der Erfahrung gründet, hat Kant im Wesentlichen zwei grundverschiedene Fundamente (Dinge an sich selbst und subjektive apriorische Erfahrungsbedingungen) auf denen er seine Erkenntnistheorie aufbaut, was nicht unbedingt ein Widerspruch sein müsste, wären, aus allgemeiner Sicht, relativ eindeutige, einfache Begriffe, wie beispielsweise: Fundament, Grund, Ursache, usw.
bei Kant nicht in aller Regel bereits erheblich subjektiv vorgeprägt, die sich somit nicht direkt und problemlos (wenn überhaupt) auf den absoluten Bereich (auf den ja alle Erkenntnistheorie an und für sich hinstrebt) anwenden lassen. Spätestens im Zusammenhang mit der Kausalität und verwandter Ausdrücke wie Ursache, Wirkung, Grund, affizieren, herrühren usw. rächt es sich für Kant, dass er, obgleich besten Willens Idealismus und Realismus (und wohl auch Materialismus) verträglich zu verschmelzen, sich scheinbar nie ernsthaft fragt, ob eine solche Verschmelzung prinzipiell überhaupt möglich ist. Zumindest wirft dieser Themenbereich, den wir im Folgenden etwas näher betrachten werden, einige, hauptsächlich für transzendentale Idealisten, ergo für Anhänger der Erkenntnistheorie Kants, unbequeme Fragen auf.
Gesetzmäßigkeit und der damit mehr oder weniger zwangsläufig verbundene Begriff der Kausalität, sind bei Kant jedoch ohnehin äußerst heikle Aspekte:
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Kant will mit, “transzendentale[r] Grund“, und, “dessen Kausalität unbekannt bleibt“, sicher sagen, dass die Begriffe des Grundes und der Ursache im zitierten Falle nicht im allgemeinen Sinne mit der Kausalität zu verknüpfen sind, weil die Kausalität als solche lediglich eine subjektive menschliche Bedingung ist und somit keinen Bezug zu absoluten Aspekten jenseits des Subjektiven hat.
Beinhaltet hingegen der erste Teil des letzten Zitates, “nach Gesetzen, mithin eine Beziehung auf Ursache in der Erscheinung“, nicht einen absoluten Bezugexakt jenen absoluten Bezug, den der nachfolgende Teil scheinbar nicht wahrhaben will?
Mit dem soeben gefallenen Stichwort “Kausalität“ verbindet sich für Kant besonders in diesem Zusammenhang ein zusätzliches Problem, da er den Begriff der Freiheit als zusätzliche Kausalitätsvariante, neben der natürlich gegebenen, ins Auge fasst:
Kant stellt für diese “Thesis“ gar einen seitenlangen sogenannten Beweis auf, was ihn allerdings nicht davon abhält sogleich dazu eine Antithesis zu setzen (“Es ist keine Freiheit, sondern alles in der Welt geschieht lediglich nach Gesetzen der Natur.“ KrV A445/B473) die er sodann mit derselben Entschiedenheit zu beweisen verspricht, wie das krasse Gegenteil: die ursprüngliche Thesis.
Kant führt solche Widersprüche auf einen sogenannten “Widerstreit der Gesetze (Antinomien) der reinen Vernunft“ zurück (KrV B434). Den Beweis einer Thesis, den er mit dem Beweis einer Gegenthesis, und also auch seine eigene Beweisführung, wieder in Frage stellt, ist indes ein extrem eigenwilliges Kunstwerk menschlicher Vernunft. Eine Thesis mag eine Antithesis haben, sind beide jedoch scheinbar erwiesen, so ist logischerweise mindestens einer von beiden Beweisen falsch - da hilft dann auch alle nachträgliche Flickschusterei nichts.
“Mutter, wie weit darf ich geh‘n“, spielten wir früher als Kinder. Kant fragt erst gar nicht - er rennt einfach drauflos. Äußerst formal und somit künstlich mit einer Hand voll rein logischer Begriffe versorgt wähnt er sich unangreifbar in absoluter Sicherheit - ein Narr, in dieser Hinsicht zumindest.
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In ähnlich fragwürdiger Weise verfährt Kant u. a. mit dem Begriff des Grundes und mit dem Verb: affizieren
(in vergleichbaren Zusammenhängen) wie wir bereits teilweise feststellen konnten. In der Form, wie Kant jenen Begriff bzw. jenes Verb benutzt beinhalten Letztere oft, wenn nicht ausschließlich, bereits einen weiteren Begriff, nämlich den der Kausalität
- akkurat jene Kausalität, die sich als subjektive Bedingung unseres menschlichen Denkens (Kategorie der Kausalität) gemäß Kant auf absolute Aspekte definitiv verbietet:
Dennoch schwingt ständig, und gerade auch bei empirischen Aspekten, bei Kant der Begriff der (absoluten) Kausalität hintergründig mit, auch wenn der Königsberger äußerst bemüht ist, dies so gut als irgend möglich zu verbergen:
Besonders der soeben zitierte Ausdruck: “Grund der Erscheinungen“ zielt eindeutig über das Empirische hinaus, und bezieht sich auf exakt jene Dimension, zu der jegliche Anwendung der Verstandeska-tegorien, nach Kant, eigentlich prinzipiell unmöglich sein sollte (KrV A146/B185). Davon abgesehen, ganz so unbekannt ist in dem letzten Zitat der Ausdruck: “unbekannter Grund“ wohl doch nicht, denn der vorhergehende Term: “transzendentales Objekt“ auf den sich jener Ausdruck bezieht, birgt bereits eine gewisse Information im positiven Sinne.
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Eine offenbar selbstverständliche Feststellung die Kant uns da liefert. Indes so selbstverständlich ist dies in unserem unmittelbaren Zusammenhang keineswegs, denn erstens existieren für Kant mindestens zwei verschiedene Arten der Kausalität, eine aus Gesetzen der Natur und eine durch Freiheit (siehe z. B: KrV A444/B472, A532/B560, A803/B831) und zweitens untersteht die Gesetzlichkeit der Natur der subjektiven höherstehenden Gesetzmäßigkeit des Verstandes:
Kant ist sich sicher, dass wir keinen Bezug zur absoluten Realität haben können, weil wir die Welt lediglich indirekt mittels unserer subjektiven Gegebenheiten verschiedenster Art erleben können. Dabei stellt sich allerdings die Frage, mit welchem logischen Recht Kant überhaupt diesbezügliche Spekulation unternehmen kann, da er (wie nach seiner eigenen Theorie, wir alle) in dieser speziellen Frage erheblich vorbelastet ist -vorbelastet u. a. durch die subjektive Verstandeskategorie der Kausalität, die wir nicht abschütteln können, sondern mittels der wir jegliche Vorstellung notwendigerweise betrachten müssen:
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Arbeit zitieren:
Günter Andreas, 2011, Wissenschaft und Wahn: Kant, Darwin, Einstein, München, GRIN Verlag GmbH
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