Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet 1
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
1.1 Begriffskl arung 2
1.2 Die Bedeutung des Internet 2
2 Asynchrone Kommunikation im Internet 3
2.1 Unidirektionale Kommunikation 4
2.2 Bidirektionale Kommunikation 5
3 Synchrone Kommunikation im Internet 7
4 Die Sprache des Internet 9
4.1 Syntax und Ausdrucksweise 9
4.2 Umgangsformen im Internet 12
5 Pers onlichkeit und Selbstdarstellung 14
6 Zusammenfassung 17
Quellenverzeichnis 18
2 Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet
1 Einleitung
1.1 Begriffskl¨ arung
Kommunikation im Internet
Der Begriff der Kommunikation im Internet ist nicht besonders g¨ unstig gew¨ ahlt, da er nicht eindeutig ist.
Das Internet als solches besteht weitestgehend aus Computern, die durch Netzwerke miteinander in Kontakt stehen. Aus diesem Grund kann der o.g. Terminus die Kommunikation zwischen den einzelnen Computern meinen. In computerwissenschaftlichem Zusammenhang ist dies sogar eine ¨ ubliche Ausdrucksweise. In der Psychologie und ¨ uberall dort, wo es vorrangig um den Menschen
anstatt Computersysteme geht (ebenso in der vorliegenden Arbeit), ist damit etwas anderes gemeint, n¨ amlich die Kommunikation zwischen verschiedenen Menschen, die mit Hilfe des Internet, bzw. den Computern, die per Internet miteinander verbunden sind, stattfindet: comptervermittelte Kommunikation 1 .
1.2 Die Bedeutung des Internet
Seit etwa 1993 hat das Internet sowohl schnell, als auch bedeutend an kultureller Bedeutung gewonnen 2 .
Ein Werbespot ohne WWW-Adresse zum Weiterinformieren ist kaum noch denkbar. Ebenso bieten alle grossen Zeitungen auf ihrer Webseite die Schlagzeilen zum online 3 Lesen an. Politische Parteien benutzen ihre Webseiten als eines der gr¨ ossten Medien, um ¨ uber sich zu informieren. Es ist mittlerweile m¨ oglich, ¨ uber das Internet fernzusehen, sogar einzukaufen. Vom t¨ aglichen Bedarf an Lebensmitteln ¨ uber Antiquit¨ aten bis hin zu Einfamilienh¨ ausern sind dem Handel im Internet keine Grenzen gesetzt.
1 Batinic, Bernad: Internet f¨ ur Psychologen, S. 268 (entsprechendes Kapitel geschrieben
von D¨ oring, Nicola)
2 D¨ oring, Nicola: Sozialpsychologie des Internet, S. 27 ff
3 englisch: online = verbunden, analog dazu: offline = nicht verbunden; Diese beiden
Begriffe werden allgemein verwendet, um eine Verbindung zum Internet zu spezifizieren.
3 Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet
Nicht besonders kompliziert ist es auch, sich als Privatperson eine eigene Internetpr¨ asenz zu schaffen. Wie diese aussieht, liegt allein beim Inhaber der entsprechenden Seite, wodurch es nicht immer einfach ist, am Schein einer Seite das Sein richtig zu erkennen.
Neben der scheinbar endlosen Menge an Informationen, auf die mit Hilfe des Internet zugegriffen werden kann, kann man auch mit anderen Menschen uber dieses Medium in Kontakt treten. Hierbei ist es zwar etwas gew¨ ohnungs¨
bed¨ urftig, aber dennoch naheliegend, dass beide Gespr¨ achspartner sich nicht unbedingt kennen m¨ ussen, um Smalltalk, wissenschaftliche oder auch intime Gespr¨ ache zu f¨ uhren. Da 62% der deutschen Haushalte einen Internetzugang haben 4 , werden diese M¨ oglichkeiten auch viel genutzt. Auf diese Weise hat sich das Internet zu einem wichtigen Kommunikationsmedium etabliert und steht dem Brief oder dem Telefon in nichts nach. Ein Teil dieser traditionellen Medien l¨ asst sich sogar komplett durch das Internet ersetzen, das ist oft nur eine Geschmacksfrage.
2 Asynchrone Kommunikation im Internet
Asynchrone Kommunikation bedeutet, dass eine Nachricht nicht unbedingt so-fort beim Adressaten ankommt, sondern in einer Art Sammelstelle zwischengelagert wird. Der Empf¨ anger ist selbst daf¨ ur verantwortlich, regelm¨ assig diese Sammelstelle zu ¨ uberpr¨ ufen, ob es neue Nachrichten f¨ ur ihn gibt. Ein Beispiel f¨ ur asynchrone Kommunikation, losgel¨ ost vom Internet, ist z.B. der Brief. Der Briefkasten an der T¨ ur ist hier die Sammelstelle, die regelm¨ assig geleert werden muss.
Es ist jedoch nicht immer m¨ oglich auf dem gleichen Kommunikationsweg zu antworten, deshalb ist es erforderlich, die asynchrone Kommunikation im Internet erneut zu unterteilen.
4 Statistisches Bundesamt, Statistik von 2005
4 Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet
2.1 Unidirektionale Kommunikation
Man spricht von unidirektionaler Kommunikation, wenn der Empf¨ anger einer Nachricht f¨ ur eine Antwort auf ein anderes Medium ausweichen muss, oder aber ihm die M¨ oglichkeit zur Antwort g¨ anzlich verwehrt bleibt. Das Ver¨ offentlichen einer Zeitung ist z.B. unidirektional, da man, um eine Antwort zu schreiben, auf den Brief umsteigen m¨ usste, was ein anderes Kommunikationsmedium darstellt.
Im Internet gibt es die folgenden asynchronen, unidirektionalen Kommunikationsmittel:
• E-Mail 5 ohne Absender
Eine E-Mail ist das Kommunikationsmittel im Internet, welches dem herk¨ ommlichen Brief am ¨ ahnlichsten ist. Man ben¨ otigt analog auch eine Adresse, in diesem Fall eine E-Mail-Adresse. Diese setzt sich aus einem frei w¨ ahlbaren Bereich, einem festgelegten Sonderzeichen, dem @-Symbol, und einer Serverbezeichnung, bei welchem sein Postfach 6 liegt, zusammen. Im Allgemeinen haben E-Mails einen Bereich, in den Empf¨ angeradressen eingetragen werden, eine Absenderadresse und mehrere hier nicht n¨ aher betrachtete Zusatzinformationen. Unter bestimmten Umst¨ anden ist es m¨ oglich eine E-Mail zu versenden, ohne dass der Absender seine Adresse in der E-Mail hinterl¨ asst. Mit etwas Engagement ist es sogar m¨ oglich, die in der E-Mail angezeigte Absenderadresse zu ¨ andern, also zu f¨ alschen.
Wenn eine E-Mail ohne Absender versendet wird, gibt es im Allgemeinen f¨ ur den Empf¨ anger keine Antwortm¨ oglichkeit.
• Das WWW 7
Der Begriff des WWW ist so dominierend, dass viele Menschen immer wieder f¨ alschlicherweise das WWW mit dem Internet gleichsetzen. Das WWW ist das Netzwerk, welches aus den unz¨ ahligen Web-Seiten
= elektronischer Brief
6 h¨ aufig Inbox genannt, der eigene Briefkasten f¨ ur E-Mails
= weltweites Netz
5 Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet
und deren Verlinkung miteinander, entsteht. Es ist aus diesem Grund so umfangreich, dass die Gr¨ osse schwer abzusch¨ atzen ist, aber mit Hilfe der Links ist es dem Benutzer m¨ oglich, mit wenig Schwierigkeiten durch diesen Raum zu man¨ ovrieren. Diese Links bilden sozusagen die Intelligenz des Internet, eine Struktur, die der des menschlichen Gehirns tats¨ achlich recht ¨ ahnlich ist. So organisiert sich dieses Netz an Informationen selbst 8 .
• FTP 9
FTP wird oft verwendet, wenn beliebige Dateien ¨ uber das Internet kopiert werden sollen. Auf der Gegenseite ist kein Mensch, sondern ein FTP-Server, der entweder Dateien annimmt oder bereit stellt zum Kopieren. Es ist ein einfaches Protokoll, mit wenig Komfort, aber universell einsetzbar.
2.2 Bidirektionale Kommunikation
Bei bidirektionaler Kommunikation ist der Sender und der Empf¨ anger einer Nachricht vertauschbar, d.h. sie haben beide Rollen gleichzeitig inne. Hier ist es m¨ oglich auf dem gleichen Medium, ¨ uber welches eine Information empfan-
gen wurde, auch zu antworten. Der normale Briefwechsel ist ein Beispiel daf¨ ur, da das Medium das gleiche ist, auch wenn es zeitlich versetzt ist.
Folgende bidirektionale (und asynchrone) Kommunikationswege gibt es im Internet:
Eine normale E-Mail hat einen Sender und einen Empf¨ anger, und beides wird in der E-Mail auch angezeigt. Es ist also kein Problem, auf eine E-Mail ebenso mit einer E-Mail zu antworten. Der Kommunikationspartner muss nicht mit dem Internet verbunden sein, lediglich beim Abschicken der E-Mail und beim Abrufen seines Postfaches muss eine Internetver-
8 EinBeispiel hierf¨ ur ist die Suchmaschine google.de, die weniger auf Inhalte, vielmehr
aber auf die gegenseitige Verlinkung von Webseiten schaut. Diese ist oft aussagekr¨ aftiger.
9 englisch: file transfer protocol = Datei-Transfer-Protokoll
Arbeit zitieren:
Bertram Becker, 2006, Forschungsbefunde zur Kommunikation im Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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