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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 4
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen Seite 5
2.1 Skalen- und Verbundeffekte Seite 5
2.2 Effizienz und Effektivität im Gesundheitswesen Seite 6
2.3 Wirtschaftswissenschaftliche Wachstumstheorien Seite 7
2.3.1 Die endogene Wachstumstheorie Seite 8
3. Vor- und Nachteile von Konzentrationsprozessen im
Gesundheitswesen und Bedingungen für Wachstum
auf Basis endogener Wachstumstheorien Seite 9
3.1 Vorteile von Konzentrationsprozessen Seite 10
3.2 Nachteile von Konzentrationsprozessen Seite 12
3.3 Randbedingungen für Wachstum im Gesundheits-
system auf der Basis endogener Wachstumstheorien Seite 13
4. Quo vadis? - Eine prognostische Einschätzung der
zuk ünftigen Entwicklungen von Konzentrations-
prozessen im Gesundheitswesen Seite 16
5. Zusammenfassung Seite 21
6. Literaturverzeichnis Seite 23
3
Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt
DMP Disease-Management-Programm
GKV Gesetzliche Krankenversicherung
MVZ Medizinisches Versorgungszentrum
OECD Organisation for Economic Co-operation and
Development
4
1. Einleitung
Der zunehmende Wettbewerbs- und Kostendruck im deutschen Gesundheitssystem in einem Umfeld stetiger politischer Regulierung 1,2 führt sowohl im Bereich der Akutkrankenhäuser als auch im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung zu Entwicklungen, welche auf Konzentrationsprozesse im Bereich der Leistungserbringer von
Gesundheitsleistungen hindeuten. Bereits mit dem GKV-Reformgesetz (1999), in der weiteren Folge aber auch durch die Einführung von Disease-Management-Programmen (DMP; 2002), die Flexibilisierung der
Rahmenbedingungen zur Zulassung und zur kooperativen Zusammenarbeit (VändG; 2007), oder aber durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (in Kraft ab 2007) mit Ausweitung der Möglichkeiten zum Abschluss von Direktverträgen mit Krankenkassen und Öffnung der Krankenhäuser für spezielle ambulante Versorgungsmaßnahmen hat der Gesetzgeber die Vernetzung der Leistungserbringer im Gesundheitswesen mit
kollektivvertraglicher Gestaltung von integrierten Versorgungsmaßnahmen eingeleitet. Diese Entwicklung wurde von vielen ambulanten
Leistungserbringern dazu genutzt, sich in Form von medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder Ärztezentren zu organisieren. Auch bisher eigenständige Krankenhäuser organisieren sich zunehmend als Klinikgruppen 3 . Parallel zu diesen Entwicklungen ist in Krankenhäusern eine höhere Leistungsdichte zu verzeichnen 4,5 . Auch bei anderen Akteuren im Gesundheitswesen, wie z.B. den Krankenkassen, sind Konzentrationsprozesse nachweisbar 6,7 . Wettbewerbliche Vorteile von Konzentrationsprozessen werden dabei u. a. in einer Stärkung der Marktstellung, der Nutzung der Kostendegression sowie der Teilhabe am technischen Fortschritt gesehen. In der vorliegenden Arbeit sollen Vor-und Nachteile von
Konzentrationsprozessen von Leistungserbringern im Gesundheitswesen am Beispiel eines Krankenhauses der Maximalversorgung analysiert werden. Ein
1 Vgl. Warth, A., 2009
2 Vgl. Warth, A., 2010a
3 Vgl. N.N., 2007
4 Vgl. Klauber, J. / Geraedts, M. / Friedrich, J., 2010
5 Vgl. N.N., 2001
6 Vgl. Lauterbach, K. W. / Stock, S. / Brunner, H., 2006. S. 159ff.
7 Vgl. N. N., 2010
5
Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere in der Auswirkung auf Skalen- und Verbundeffekte. Auf Basis der durchgeführten Analysen erfolgt abschließend eine prognostische Einschätzung bzw. Projektion, wie sich die Akteure innerhalb des Gesundheitssektors zukünftig hinsichtlich weiterer
Konzentrationsprozesse verhalten werden.
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen
Im folgenden Abschnitt werden die für das Verständnis des Anwendungs- und Diskussionsteils notwendigen Begriffe näher definiert.
2.1 Skalen- und Verbundeffekte
Der Begriff des Skaleneffekts (engl.: economies of scale) leitet sich von der Produktionstheorie innerhalb der Betriebswirtschaftslehre sowie der Mikroökonomie her. Er beschreibt die Abhängigkeit der Produktionsmenge von der Menge der eingesetzten Produktionsfaktoren. Unterschieden werden weiter konstante, positive und negative Skaleneffekte. Konstante Skaleneffekte beschreiben die Situation, in welcher die Steigerung der Einsatzfaktoren eine Steigerung der Produktionsmenge um den gleichen Faktor zur Folge hat. Bei positiven Skaleneffekten (Skalenelastizität >1) steigt die Produktionsmenge verhältnismäßig stärker an als die eingesetzten Faktoren. Analog handelt es sich um negative Skaleneffekte (Skalenelastizität <1), wenn bei steigendem Faktoreneinsatz keine Ertragssteigerung um den gleichen Faktor möglich ist. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist somit insbesondere ein positiver Skaleneffekt wünschenswert, wobei in der Regel bei einer Steigerung der Produktionsmenge die Grenzkosten (Kosten der letzten hergestellten Einheit) sinken. Ein unbegrenzt steigender Skaleneffekt in Betrieben ist theoretisch denkbar, führt jedoch praktisch dazu, dass kein Betrieb mehr seine Herstellkosten decken kann. Ursachen positiver Skaleneffekte liegen im effektiven Ersatz menschlicher Arbeitskräfte, z. B. durch Automatisierung, Arbeitsteilung bei komplexen Abläufen, sinkenden Durchschnittskosten, der
6
Nutzung größerer und effektiverer Produktionsmittel, der Verwendung normierter Teile, aber auch in einer zu erwartenden Lernkurve. Von den Skaleneffekten ist der Begriff der Verbundeffekte (engl.: economies of scope) abzugrenzen, welcher Vorteile beschreibt, die sich durch die Breite und/oder die Tiefe der Produktion ergeben. Ein Beispiel für Verbundeffekte wäre z. B. ein Autohersteller, welcher neben einem Kombi für Familien noch einen Sportwagen und einen Geländewagen herstellt. Durch die Verbreiterung der Produktpalette lassen sich bei gemeinsamer Nutzung von Produktionsfaktoren Kostenvorteile realisieren bzw. der Output und damit letztlich der Gewinn bei konstanten Kosten erhöhen. Prinzipiell werden Bündelungseffekte und Verkettungseffekte unterschieden. Der Bündelungseffekt beschreibt eine horizontale Bündelung von
Produktsegmenten, also eine Erhöhung der Leistungsbreite. Verkettungseffekte hingegen beschreiben eine vertikale Verkettung von Wertschöpfungsstufen, also eine Erhöhung der Leistungstiefe. Positive Verbundeffekte ergeben sich demnach, wenn die Gesamtkosten einer Produktion eines kompletten Produktprogramms niedriger ausfallen, als die Summe der Produktionskosten der einzelnen Produkte bei getrennter Herstellung
2.2 Effizienz und Effektivität im Gesundheitswesen
Bei der Betrachtung von Skalen- und Verbundeffekten sind ökonomische Aspekte von hoher Bedeutung. Diese gehen in der Regel mit der Etablierung effektiver und effizienter Strukturen und Prozesse einher. Da jedoch die Bedingungen der freien Marktwirtschaft nicht ohne Weiteres auf das Gesundheitssystem übertragen werden können und insbesondere auch eine Kommerzialisierung von Gesundheitsleistungen vermieden werden muss 8 , sollen die Begriffe Effizienz und Effektivität bzw. ihre Bedeutung innerhalb des Gesundheitswesen zunächst näher beleuchtet werden. Allgemein betrachtet ist Effizienz ein Maß für ein Ergebnis unter Berücksichtigung der eingesetzten Mittel. Es bedeutet demnach für die Praxis, die Dinge richtig zu tun.
8 Vgl. Warth, A., 2009
Arbeit zitieren:
Dr. med. Arne Warth, 2011, Konzentrationsprozesse im Gesundheitswesen: Auswirkungen auf Leistungserbringer unter besonderer Berücksichtigung von Skalen- und Verbundeffekten, München, GRIN Verlag GmbH
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