Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Plenares Rollenspiel 3
3. Eigenes Rollenspiel 6
Literaturverzeichnis 9
2
1. Einleitung
Während einer Beratung unterstützt der Berater (B) den Ratsuchenden (RS) bei der Lösung seines Problems. Der Beratungsprozess sollte dabei von Seiten des B immer als „Hilfe zur Selbsthilfe“ gestaltet werden (Boland, 1991), d. h. der B sollte den RS dazu befähigen sein Problem selbst zu lösen (Albrecht, 1969). Das Ziel des Beraters sollte es dabei letztendlich sein sich überflüssig zu machen (Boland, 1991). Soweit die Beratungstheorie. Während des Trainingstages am 5. Mai konnten die Teilnehmer Beratung auch einmal praktisch erleben, indem jeder Teilnehmer jeweils einmal die Rolle des B und des RS annahm. Zuerst wurden zwei Rollenspiele im Plenum gespielt und im Anschluss von diesem analysiert. Danach erfolgte die Aufteilung in Kleingruppen in welchen nun jeder Teilnehmer in die Rolle von B und RS schlüpfen konnte. Im Rahmen des Trainingstages wurde schnell klar, dass Beratung ein sehr komplexer Prozess ist, bei welchem viele Faktoren mit einspielen. Im Folgenden werden das plenare Rollenspiel sowie einer der in den Kleingruppen gespielten Fälle dargestellt und das darin gezeigte Verhalten des Beraters erörtert.
2. Plenares Rollenspiel
Thema: Studienberatung
Ort: Arbeitsamt, Büro der Beraterin
Die Beraterin (B) begrüßt die Ratsuchende (RS) freundlich und stellt sich namentlich vor, zudem bittet die B die RS Platz zu nehmen. Die RS beginnt sogleich über die Anreise zu sprechen. Dies wird von der B aufgegriffen.
Diese anfängliche Interaktion lässt die RS im Gespräch ankommen und führt zu einer gemeinsamen Gesprächsbasis (Boland,1991).
Die Beraterin erfragt nun den Namen der RS, da diese ihren Namen noch nicht genannt hat, sowie das Anliegen ihres Kommens. Die RS berichtet daraufhin in einer sehr überschwänglichen Weise von ihrem Wunsch Mathematik zu studieren. Sie hat zudem bereits einen naturwissenschaftlichen Test durchgeführt, mit einem schlechten Resultat und im Mathematikabitur 6 Punkte geschrieben. Sie erwähnt hierbei zum ersten Mal ihre Eltern. Den Aussagen der RS nach, möchten diese, dass ihre Tochter einen anderen Weg einschlägt und scheinen ihre Studienpläne nicht zu unterstützen. Auch von Seiten ihrer Freunde, welche ihr mehr die Sozial- und Geisteswissenschaften zutrauen, ist sie verunsichert. Die RS fragt daher: “Was soll ich jetzt tun? Ich weiß es nicht!“. Die B antwortet
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nicht auf diese Frage sondern behält die führende Position und stellt RS erst einmal Fragen bzgl. ihrer derzeitigen schulischen Situation (Abitur, geplanter Studienbeginn, Abschneiden in Naturwissenschaftlichen Fächern). Aufgrund der Schilderungen der RS wird deutlich, dass diese für das reine Mathematikstudium nicht ausreichend qualifiziert ist. Daher versucht die B, in Form einer Frage, der RS mehrere Studienmöglichkeiten, welche Mathematik als Bestandteil haben (Mathematik-, Lehramts-, Betriebswirtschaftslehrestudium (im Weiteren BWL-Studium)) zu präsentieren und sie zu einer Alternative zu bewegen. Die aufgezählten Möglichkeiten trennt sie jeweils durch das Wort oder ab und lässt der RS nicht ausreichend Zeit, die einzelnen Vorschläge auf sich wirken zu lassen. Dies kann zur Folge haben, dass die RS sich hauptsächlich auf die zuletzt genannte Option konzentriert, hier das BWL-Studium. Es ist hierbei anzumerken, dass sich die RS durch die genannten Vorschläge evtl. zu einer Entscheidung gedrängt fühlt ohne die genannten Möglichkeiten ausreichend reflektiert zu haben. Dies geht mit der Zielsetzung von Beratung „Hilfe zu Selbsthilfe“ nicht konform (Boland, 1991, S.4).
Die RS fügt hinzu, dass sie das Studienfach wählen möchte, wo es später das beste Gehalt gibt. Die B greift diese Aussage auf und paraphrasiert: „Also Geld spielt für Sie schon eine Rolle“.
Das Paraphrasieren ist ein Hilfsmittel des aktiven Zuhörens und ermöglicht es dem Zuhörenden zu erkennen, ob er das Gesagte richtig verstanden hat und es zeigt dem Sagenden, dass sich der Zuhörende über das von ihm Geäußerte Gedanken macht (Crisand, Crisand 2000).
Die RS äußert daraufhin ihre recht übertriebenen Vorstellungen in Bezug auf ihren zukünftigen Lebensstandard. Die B muss daraufhin Lachen, gibt der RS aber dennoch das Gefühl ernst genommen zu werden, indem sie der RS die Möglichkeit eines BWL Studiums in Form einer Suggestivfrage darlegt („Und da wäre z. B. BWL keine Option?“). Suggestivfragen helfen dem Berater bei der begleitenden Zielführung (Boland, 2010). Im Folgenden äußert die RS die Möglichkeit, durch eine Heirat an Geld zu kommen. Die B antwortet daraufhin: “Man sollte schon darauf achten, dass man selbstständig bleibt.“ Solche Aussagen sind zu vermeiden, da diese Gesprächshemmer darstellen. Die Gesprächsebene ist in einem solchen Moment nicht mehr partnerschaftlich sondern nondirektiv, da sich die B belehrend verhält und versucht bestimmte Normen an die RS weiterzugeben.
Die RS führt das Gespräch mit der Frage weiter, ob die B ihr von einem Mathematikstudium abraten würde. Die B erwidert, dass die schulischen Leistungen im Studium weniger von Bedeutung sind sondern es vielmehr auf das vorhandene Interesse am Fach ankommt. Die RS gibt der B recht, erwähnt jedoch erneut ihre Eltern.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Science Marie Tolkemit, 2010, Trainingsprotokoll Unternehmensberatung, München, GRIN Verlag GmbH
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