Einf ührung 3
1. Was sind Gewerkschaften? 4
1.1. Geschichte der Gewerkschaften in Österreich. 5
2. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit. 8
2.1. Gewerkschaftsschule. 10
2.2. Betriebsräteakademie (BRAK) 11
2.3. Die Sozialakademie (SOZAK) 12
2.4. Die Zukunftsakademie (ZAK) 13
2.5. Seminare. 14
3. Demographische Situation in Österreich. 15
4. Teilgewerkschaften und MigrantInnen. 16
4.1. ÖGB-OÖ. 17
4.2. GPA-djp. 19
5. Schlusswort. 23
6. Literaturliste. 24
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Einführung: Gewerkschaften in Österreich und ImmigrantInnen; ihre gewerkschaftlichen Aktivitäten wie Bildungsarbeit,
Interessensgemeinschaften und Partizipation. Wie werden sie bei den ImmigrantInnen aufgenommen, sind diese Maßnahmen ein Grund für Inklusion, Exklusion oder doch Exklusion durch Inklusion. Um diese Frage Beantworten zu können, haben wir uns die Gewerkschaften in Österreich seit ihrer Wiedererstehung nach dem zweiten Weltkrieg, die Bildungsarbeiten und die Aktivitäten für die MigrantInnen genauer angeschaut.
Die Analyse dieser Aktivitäten konnte uns nicht genug Aufschluss über das Befinden der betroffenen Gruppen geben, aus diesem Grund fanden wir es für notwendig die betroffenen MigrantInnen zu Wort komme zu lassen. Dies passierte in Form von einigen Interviews. Um möglichst viel über die Meinung der ImmigrantInnen erfahren zu können war es angebracht offene Interviews zu führen, aus diesen wir versucht haben einige Ableitungen, um über die jetzige Lage in den Gewerkschaften eine Meinung haben zu können, durchzuführen. Dabei haben wir uns als Beispiele die Interessensgemeinschaft work@migration der Gewerkschaft der Privatangestellten Druck Journalismus und Papier, Forum Migration vom ÖGB- Oberösterreich und einige Beispiele vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) ausgesucht. Nähere Informationen über die Interessengemeinschaften und im speziellen über die IG work@migration sind im Weiteren Teil enthalten.
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1) Was sind Gewerkschaften?
Die Entstehung und der Aufstieg der Gewerkschaftsbewegung volzog sich aus dem Bedürfnis, die unumschränkte Verfügungsgewalt der Kapitalseigner und Produktionsmittelbesitzer über den Menschen einzuschränken.
Demnach sind Gewerkschaften Vereinigungen von Arbeitnehmern zur Durchsetzung ihrer Interessen.
Das Prinzip der Gewerkschaften ist die Organisation vieler Menschen, also das Organisieren der Masse. Hierbei vereinigen die Gewerkschaften zwei Gedanken: Solidarität und Effektive Interessenwahrung
Das Hauptziel der gewerkschaftlichen Aktivitäten ist die Hebung des Lebensstandarts aller ArbeitnehmerInnen. Um dies zu erreichen, obliegen Gewerkschaften folgende Funktionen: Gestaltungsfunktion Gegenmacht Schutzfunktion
In über 150 Jahren gingen die Gewerkschaften einen weiten Weg. Von der Illegalität bis zur Staatstragenden Kraft. Heute ist die
Gewerkschaftsbewegung eine Interessensvertretung, deren Notwendigkeit und Nützlichkeit grundsätzlich allgemein anerkannt ist - auch von der Organisation der früher „bekämpften“ Arbeitgeber, der Bevölkerung und allen politischen Parteien.
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1.1. Geschichte der Gewerkschaften in Österreich
Noch während der „Kampf um Wien“ tobte, trafen sich in der Wohnung des späteren Vorsitzendenstellvertreters der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter, Josef Battisti, einige Vertrauens-Männer der ehemaligen Freien Gewerkschaften und besprachen die Gründung einer neuen Gewerkschaftsbewegung.
Bei Battisti kamen damals die Kollegen Böhm, Gottlieb, Pfeffer und Vitzhum zusammen. Diese Kollegen waren sich darüber einig, dass die neue gewerkschaftliche Organisation sofort in Angriff genommen und ein möglichst großer Kreis ehemaliger Gewerkschafter dafür gewonnen werden müssen.
Bei der - ebenfalls in Battistis Wohnung abgehaltenen - Zusammenkunft am 13. April (dem Tag der endgültigen Befreiung Wiens von der nationalsozialistischen Herrschaft) waren dann auch schon 17 ehemalige Vertrauensleute anwesend; am nächsten Tag wurden es noch mehr. Sowohl von Seiten der Kommunistischen wie der ehemaligen Christlichsozialen Partei (die ÖVP wurde erst am 17. April gegründet) wurde der Wunsch ausgesprochen, an den Besprechungen teilzunehmen. Dem Wunsch wurde entsprochen, und so waren bereits bei dieser ersten beschlussfassenden Sitzung Ge-werkschafter der beiden politischen Richtungen anwesend.
Josef Battisti erinnerte sich später an die ersten Schritte zur Gründung des ÖGB: „Wir saßen im Hauskeller, als am 7. April die Nachricht kam: ,Die Russen sind da!‘ In den nächsten Tagen gab es über unsere Köpfe hinweg ein Artillerieduell zwischen den Russen am Gürtel und der SS am Donaukanal. Wir haben es unversehrt überstanden. Am 11. April klopfte es an meiner Wohnungstür; Johann Böhm war gekommen, um sich nach unserem Schicksal zu erkundigen. Stunden später kamen auch die Kollegen Anton Vitzhum und Franz Pfeffer zu mir ... Böhm entwickelte vor uns sofort seine Pläne, die Gewerkschaftsbewegung neu aufzubauen. ... Es gelang uns, ehemalige Vertrauensmänner auch anderer Berufsgruppen
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zu verständigen. Bei der Zusammenkunft am 1. April kamen 17 Kollegen zu mir, darunter auch Franz Haider, ein Vertreter der christlichen Arbeiter, beim Treffen am 14. April nahm auch der kommunistische Lederarbeiter Gottlieb Fiala teil. Haider und Fiala erklärten, dass ihre Gruppen an einem einheitlichen Österreichischen Gewerkschaftsbund mitarbeiten wollten.“ Auf Vorschlag von Johann Böhm wurde ein Ausschuss eingesetzt, der einen Statutentwurf ausarbeiten sollte und sofort mit seiner Tätigkeit begann.
Der vorbereitende Ausschuss setzte sich aus folgenden Kollegen zusammen: Johann Böhm (Bauarbeiter) / Johann Smeykal (Eisenbahner) / Andreas Götel (Bauarbeiter) / Gottlieb Fiala (Lederarbeiter) / Wilhelm Janisch (Eisenbahner) / Adolf Weigelt (Buchdrucker) / Robert Pipelka (Chemiearbeiter) / Julius Uhlirs (Land- und Forstarbeiter) / Anton Gottlieb (Kaufmännischer Angestellter) / Robert Hunna (Eisenbahner, für die KPÖ) / Franz Haider (Eisenbahner, für die ehemalige Christlichsoziale Partei). Gleichzeitig mit den Beratungen um die Errichtung einer zentralen Organisation setzten die Bemühungen zur Errichtung gewerkschaftlicher Fachgruppen ein, sodass der Statutentwurf dann schon Vertretern aller späteren Gewerkschaften vorgelegt werden konnte. Rasch nacheinander folgten in den nächsten Tagen Sitzungen und Konferenzen, auf denen die Voraussetzungen für die Gründung des ÖGB geschaffen wurden. Am 15. April 1945 fand dann im Wiener Direktionsgebäude der Westbahn jene Konferenz der Gewerkschaftsvertrauensleute statt, in der die Gründung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes offiziell beschlossen wurde.
Auf der Konferenz vom 1. April wurde auch die erste Fassung der ÖGB Statuten angenommen. Sie sah noch die Erfassung der Mitglieder in 14 Gewerkschaften vor. Mitglieder des ÖGB konnten alle Berufstätig sein, soweit sie unselbstständig waren ohne Unterschied der Parteirichtung, ausgenommen ehemalige nationalsozialistische Funktionäre. Die provisorische Leitung setzte sich aus je einem Vertreter der Industriegruppen (also der sich bildenden Gewerkschaften) zusammen.
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Arbeit zitieren:
Mehmet Soytürk, Ramazan Bingül, 2010, Exklusion im Blickpunkt auf die Gewerkschaften und die Gewerkschaftsschulen mit Schwerpunkt MigrantInnen, München, GRIN Verlag GmbH
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