Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Was ist ein Sexualstraftäter? 4
3 Daten und Fakten 5
4 Folgen für die Opfer 6
5 Prävention 8
6 Was steckt eigentlich hinter dem Begriff der „Behandlung“ im Zusammenhang mit
Sexualstraft ätern? 9
7 Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen für Sexualstraftäter? 9
8 Erwartungen einer Behandlungsmöglichkeit für Sexualstraftäter 10
9 Kognitiv-Behavioristische Trainings Methode in Verbindung des Rückfall- Verhü-
tungs Trainings 11
10 Ist eine nachsorgende Behandlung von Sexualstraftätern durch Niedergelassene
Therapeuten umsetzbar? 14
11 Erwartungshaltung an das Behandlungspersonal in der Arbeit mit Sexualstraftä-
tern 14
12 Schlussfolgerung und eigene Meinung des Verfassers 15
13 Literatur 16
1 Einleitung
Insbesondere sexuelle Gewalt steht in der Bundesrepublik Deutschland im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dies wird durch die Medien (Zeitung, Fernsehen, Internet), die es möglich machen Informationen sofort zu verbreiten, begünstigt. Dabei lösen besonders sexuelle Gewalt an Kindern große Anteilnahme aus.
Als Beispiel ist hier der in letzter Zeit bekannt gewordene sexuelle Missbrauch von Kindern durch Priester der katholischen Kirche zu nennen. Diese Vorfälle sind auf großes Interesse in der Öffentlichkeit gestoßen und haben dem Image der Kirche sehr geschadet. Durch diese Fälle wurde die Diskussion über Sexualstraftäter neu entfacht (siehe Jäger (2003)). Erst jüngst wurde von einem Familienvater berichtet, der seine Kinder sexuell missbraucht hat und sie sogar für sexuelle Handlungen anderen Männern angeboten hat. Dieser Mann hat sogar acht Kinder mit seiner Stieftochter gezeugt. In der Öffentlichkeit werden die Forderungen nach härteren Strafen bis zu einer lebenslangen Inhaftierung immer lauter, um die Gesellschaft vor solchen Tätern zu schützen und eventuelle Rückfälle zu vermeiden.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Prävention von Sexualstraftätern. Zunächst wird die Begriffsbestimmung des Sexualstraftäters erläutert und dabei herausgestellt, dass eine eindeutige Typisierung des Sexualstraftäters nicht möglich ist. Desweiteren stehen nicht primär sexuelle Triebe im Vordergrund. Weiterhin werden die Konsequenzen für die Opfer beleuchtet und damit die Notwendigkeit von Präventionen unterstrichen. Danach werden einige Daten und Fakten aufgezählt gefolgt von einer allgemeinen Erläuterung der Prävention. In den nächsten Kapiteln werden Behandlungsmöglichkeiten von Sexualstraftätern erläutert. Dabei geht es auch um Erwartungen einer Behandlungsmöglichkeit für Sexualstraftäter und Trainingsmethoden. Desweiteren wird auf die Frage eingegangen, ob eine nachsorgende Behandlung von Sexualstraftätern durch niedergelassene Therapeuten umsetzbar ist. Hinzu kommt die Erwartungshaltung an das Behandlungspersonal in der Arbeit mit Sexualstraftätern. Ein kurzes Fazit bildet den Abschluss der Arbeit.
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2 Was ist ein Sexualstraftäter?
In diesem Kapitel wird der Begriff des Sexualstraftäters näher beleuchtet. Die Ausführungen basieren auf Schaser und Stierle (2005), Jäger (2003) und Klehm (2003). Sexualstraftäter weisen häufig ein derart komplexes Störungsbild auf, dass zu deren Entschlüsselung eine einzelne Theorie nicht ausreichen kann. Der Strafbestand der Sexualdelinquenz wird heute als Angriff gegen das Selbstbestimmungsrecht auf den eigenen Körper und die eigene Seele verstanden. Es ist nicht möglich, den Sexualstraftäter als solches zu typisieren. Es gibt eine Vielzahl von sozialen und psychischen Problematiken der Täter. Folglich stellt der Begriff Sexualstraftäter eher einen juristischen Sammelbegriff dar. Darunter zählen Straftaten wie beispielsweise Exhibitionismus, Sexualmord, Vergewaltigung oder Nötigung. Diese unterscheiden sich bezüglich
• ihrer Schwere,
• Gewaltanteils,
• Tatmotivs
• sowie der Schadensfolgen für die Opfer.
Als problematisch erweist sich auch die juristische Unterscheidung der sexuellen Straftaten, wie etwa sexueller Nötigung und Vergewaltigung.
Hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsstrukturen sowie des Krankheitsbildes stellen die Sexualstraftäter eine sehr heterogene Gruppe dar. Hier gibt es eine große Vielfalt der Erscheinungsbilder von Sexualstraftätern, die nicht eindeutig klassifiziert werden können. Trotz der vielen Unterschiede weisen Sexualstraftäter auch Gemeinsamkeiten auf. Diese manifestieren sich in Defiziten in der Persönlichkeit und sozialen Kompetenz. Desweiteren neigen sie dazu ihre Tat zu verharmlosen und sogar zu verschönern, um sich auf diese Weise vor Leid zu schützen. Sie lehnen oft ihre Verantwortung für die Tat ab und benennen dafür äußere Einflüsse. Hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten bei Persönlichkeitsdefiziten sind zu nennen
• Beziehungsstörungen,
• Störungen des Selbstwertgefühls,
• Störungen der Impulskontrolle
• sowie Störungen der männlichen Identität.
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Hinzu kommt, dass es oft an Bezugspersonen mangelt. Somit steht bei Sexualstraftätern nicht primär die gestörte Sexualität im Vordergrund, sondern vielmehr seelische Störungen. Sexualstraftäter begehen die Tat selten aufgrund von erhöhtem Sexualtrieb, sondern häufiger wegen Aggressivität, Angstabwehr und Beziehungsstörungen. Folglich unterscheiden sie sich wenig von Gewalttätern.
3 Daten und Fakten
In Abbildung 1 sind Häufigkeitszahlen (Fälle pro 100.000 Einwohner) von Fällen sexuellen Missbrauchs, sexuellen Missbrauchs von Kindern und sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener zu sehen. Auffälig ist dabei, dass die Häufigkeitszahlen von sexuellem Missbrauch und sexuellem Missbrauch von Kindern seit 1987 zurückgegangen sind. Diese Zahlen sind sogar seit den 1950er Jahren zurückgegangen (vgl. Volpert und Galow (2010)). Anfang der 90er waren die größten Häufigkeitszahlen zu beobachten. In Bezug auf sexuellen Missbrauch von Kindern lag die Anzeigen der Anzeigen zwischen 1955 und 1965 jährlich bei etwa 30 und mehr Fällen pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2009 waren 15 angezeigte Fälle pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen (vgl. Volpert und Galow (2010)).
Die Aufklärungsquote bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist seit den 1970er Jahren von 75 % auf 81,6 % im Jahr 2009 gestiegen.
Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden im Jahr 2009 weit überwiegend
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Arbeit zitieren:
Sebastian Pilarz, Merisa Omerovic, 2011, Sexuelle Gewalt und die Nachbetreuung von Sexualstraftätern, München, GRIN Verlag GmbH
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