Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung S.3
1.2 Weg der Problemlösung S.3
2 Pertussis
2.1 Kennzeichen S.4
2.1.1 Der allgemeine Aufbau von Bakterien S.4
2.1.2 Der Erreger S.4
2.1.3 Toxine des Bordetella Pertussis- Erregers S.5
2.1.4 Übertragungsweg S.7
2.1.5 Pathogenese S.7
2.2 Epidemiologie S.8
2.3 Klinik S.8
2.4 Komplikationen S.9
2.5 Diagnostik S.11
2.6 Therapie S.12
2.7 Hygienemaßnahmen S.12
2.8 Prävention S.13
2.9 Meldepflicht S.13
3 Die Impfung gegen Pertussis
3.1 Die Keuchhustenimpfung S.13
3.2 Mögliche Nebenwirkungen der Keuchhustenimpfung S.14
3.3 Die „Impfmüdigkeit“ S.14
4. Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse S.16
5. Literaturverzeichnis S.17
6 Anhang S.20
2
2
1 Einleitung 1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Wie gefährlich kann der Verlauf von Keuchhusten bei Kleinkindern und Erwachsenen sein im Bezug darauf, dass viele Eltern ihre Kinder heutzutage nicht mehr impfen lassen und den eigenen Impfpass auch schon lange nicht mehr in der Hand gehalten haben? Können die Nebenwirkungen der Immunisierung 1 eventuell schlimmer sein als der Krankheitsverlauf? In verschiedensten Medien wird heutzutage von der „Impfmüdigkeit“ berichtet. Die Bevölkerung scheint Angst vor eventuellen Nebenwirkungen einer Vakzination zu haben und sieht dazu die Kindererkrankungen als einfache Erfahrung in der Kindheit an, die jeder einmal durchmachen muss. Oft kommen nun Diskusionen auf, ob es nun generell besser ist sich impfen zu lassen oder lieber nicht.
Es stellt sich nun die Frage, ob es schwere Verläufe von Keuchhusten, gefährliche Komplikationen oder sogar Todesfälle gibt. Diese Fragen sollen in der Facharbeit beantwortet sowie Vor- und Nachteile einer Vakzination am Beispiel Keuchhusten dargestellt werden.
1.2 Weg der Problemlösung
Um den Aufbau des Keuchhustenerregers richtig verstehen zu können, wird zuerst kurz der Aufbau von gramnegativen Bakterien beschrieben.
Danach folgt die Erarbeitung der Krankheit Pertussis. Dies wird der längste Teil der Arbeit sein, da viele Aspekte berücksichtigt werden müssen, um später ein vollständiges Bild der Krankheit zu erhalten. Der Schwerpunkt wird dort auf der Klinik und den Komplikationen liegen.
Der Nächste Schritt wäre dann die Impfung gegen Pertussis sowie deren Risiken und Nebenwirkungen zu erläutern, damit am Ende der Arbeit die Wichtigkeit der Impfung einzuschätzen ist. Der letzte Punkt wird sich abschließend auf den Verdacht der „Impfmüdigkeit in Deutschland beziehen.
1 Die Impfung wird auch als Immunsierung oder Vakzination bezeichnet.
3
2 Pertussis 2.1 Kennzeichen
2.1.1 Der allgemeine Aufbau von Bakterien
Um ein Grundverständnis von Bakterien, Prokaryonten 2 , zu gewinnen, wird zunächst kurz der Aufbau von gramnegativen Bakterien 3 erläutert.
Prokaryonten besitzen im Gegensatz zu Eukaryonten 4 keine Zellorganellen und keine Kernmembran. Lediglich Ribosomen für die Proteinsynthese liegen in ihnen vor. Ihr DNS-Faden liegt direkt im Zellplasma und ist an einer Stelle mit der Zytoplasmamembran verbunden. Dies ist das Genom der Bakterie und wird als Kernäquivalent bezeichnet. Die Zytoplasmamembran wird von einer Zellhülle, die als Murein bezeichnet wird, umgeben. Sie dient als Exoskelett, also als Stützelement. Ebenso ist die Zellhülle eine Permeabilitätsbarriere, dies bedeutet, dass große Moleküle besonders bei gramnegativen Bakterien schwer durch die Zellhülle gelangen können. Außerdem kann die Murein als Virulenzfaktor 5 , angesehen werden. Fast alle Zellhüllenbestandteile können die Immunabwehr beeinflussen.
Bei gramnegativen Bakterien umgibt die Murein zusätzlich noch eine äußere Membran. Eine Kapsel besitzen nur einige Bakterienarten. Kapseln können als Virulenzfaktoren oder Antigene wirken (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 19, S. 173 ff.)
2.1.2 Der Erreger
Der Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella Pertussis ausgelöst. Es gibt allerdings auch noch Bordetella Parapertussis und Bordetella Bronchiseptica, die die gleichen Symptome verursachen können, allerdings viel mildere Verläufe zeigen. Welcher
2 Prokaryonten: „Einzeller, ohne abgegrenzten Zellkern, wie z.B. Bakterien, Viren“ (Reuter, 2007, S.1508)
3 Gramnegativ: Das Bakterium nimmt eine rote Färbung an. Grampositive Bakterien hingegen nehmen eine blaue Färbung an (Vgl. Reuter, 2007, S.700)
4 Eukaryonten: Ein-oder mehrzelliger Organismus mit Zellkern und Zellmembran (Vgl. Reuter, 2007, S. 552)
5 Virulenzfaktoren: Strukturelemente und Stoffwechselprodukte des Erregers, welche die Infektionskraft beeinflussen (Vgl. Reuter, 2007, S. 1959) 4
Erreger vorliegt, kann bei der sogenannten biochemischen Differenzierung herausgefunden werden, indem die Oxidationsreaktion des Erregers untersucht wird (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 320).
Bordetella pertussis ist ein kugelförmiges, aerobes 6 Stäbchenbakterium und gehört zu der sogenannten Hämophilusgruppe 7 (Vgl. Alexander/ Raettig, 1998, S. 196; Warrel, 1990, S. 291).
Zur Kultivierung des Erregers werden spezielle Nährmedien benötigt. Diese werden mit Substanzen angereichert die wachstumshemmenden Stoffe neutralisieren. Bordetellen sind wenig empfindlich gegen Kälte und Austrocknung, aber sehr empfindlich gegen Fettsäuren (Vgl. Warrell, 1990, S. 291; Hahn u.a., 2001, S. 321).
Wie im Abschnitt 2.1.1 beschrieben besitzen gramnegative Bakterien eine Zellmembran, darauf eine Mureinschicht und eine äußere Membran. Das Bakterium Bordetella Pertussis ist zusätzlich umgeben von einer Kapsel. Außerdem besitzt es Pili, die sogenannten Fimbrien. Die Fimbrien dienen der Anheftung an die Wirtszelle (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 320). Bordetella Pertussis vermehrt sich auf zilientragenden Epithelzellen 8 der Atemwegsschleimhäute (Vgl.
URL:http://www.genericassays.com/deu/prod/PI/GA_PI_D_Bordetella.pdf [11.10.2009, 19:00 Uhr]).
2.1.3 Toxine des Bordetella Pertussis-Erregers
Die äußere Membran des Erregers beinhaltet Lipooligosaccharide 9 , hierbei handelt es sich um Endotoxine, die erst nach Zerstörung des Erregers freigesetzt werden. Weitere Oberflächenstrukturen die ebenfalls als Endotoxine fungieren, sind das filamentöse Hämagglutinin und Pertactin. Das filamentöse Hämagglutinin ist ein Protein, das zur
6 Aerob: Wachstum des Erregers ist nur unter Anwesenheit von Sauerstoff möglich (Reuter, 2007, S 25)
7 Hämophilusgruppe: Gruppe kleiner, gramnegativer, unbeweglicher Bakterienstäbchen, die keine Sporen bilden (Vgl.
URL:http://www.gesundheit.de/roche/index.html?c=http://www.gesundheit.de/roche/ro12500/r14788.0 00.html [11.10.2009, 18:30 Uhr]).
8 Zilien: Flimmerhärchen (Vgl. Reuter, 2007, S.2019)
9 Lipooligosaccharid: Oberflächenmolekül des Erregers mit antigener Wirkung (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 238) 5
Agglutination 10 von Erythrozyten führt. Pertactin ist ebenso ein Protein der äußeren Membran und ein Immunogen. Es löst somit eine Immunantwort aus und kann zur Synthese von Antikörpern verwendet werden (Vgl. Hahn u.a., 2009, S. 302 f.; Hahn u.a., 2001, S.238, S.251, S. 321, URL: http://www.mikrobiologisches-labor.de/html/d-glossar.html [07.12.09, 9:30 Uhr]).
Exotoxine sind wirtsschädigende Proteine, die von dem Erreger nach außen abgegeben werden (URL: http://www.meduniwien.ac.at/sg/files/16/315/bakterien4.pdf [07.12.09, 9:50 Uhr]).
Zu den Exotoxinen zählt man das Pertussistoxin, Adenylat-Zyklase-Toxin, Tracheale Zytotoxin und das dermonekrotische Toxin.
Auf der Abbildung 1 im Anhang kann man deutlich erkennen, dass diese Erzeugnisse außerhalb der Zelle liegen und man bekommt eine Vorstellung wie der Bordetella Pertussis Erreger aussieht.
Das Pertussistoxin hat verschiedene Wirkungen. Es ruft eine Lymphozytose 11 hervor und sensibilisiert den menschlichen Organismus gegenüber Histamin, das an der allergischen Reaktion beteiligt ist und die allergischen Symptome verursacht. Außerdem verstärkt das Toxin die Insulinausscheidung, wodurch eine Hypoglykämie 12 entsteht. Der Mechanismus, wie es zu der tussigenen 13 Wirkung durch das Pertussistoxin kommt, ist noch immer ungeklärt (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 321).
Zur Hemmung der Phagozytose und immunologischer Faktoren führt das Adenylat- Zyklase-Toxin. So kommt es zu einer schnelleren Infektion mit dem Erreger. Außerdem verursacht es eine Hämolyse 14 (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 321; Reuter, 2007, S. 245). Das Tracheale Zytotoxin schädigt die zilientragenden Zellen des Respirationstraktes und führt zur Ziliostase 15 (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 321).
10 Agglutination: Verklumpung der Erythrozyten (Alexander/Strete, 2006, S. 194))
11 Lymphozytose: Erhöhung der Lymphozyten im Blut (Vgl. Reuter, 2007, S. 1101)
12 Hypoglykämie: Blutzuckerwerte liegen unter den Normalwerten (Reuter, 2007, S.839)
13 Tussigen: Hustenerregend (Vgl. Reuter, 2007, S. 1885)
14 Hämolyse: Erythrozytenzerstörung (Vgl. Reuter, 2007, S.731)
15 Ziliostase: Zerstörung der Zilien des Respirationstraktes (Vgl.
URL:http://www.felinebb.info/index.asp?content=http://www.felinebb.info/DE/disease/pathogenesis/def ault.asp [24.11.09, 20:00 Uhr]) 6
Arbeit zitieren:
Kristina Schulte, 2009, Die Bedeutung der Infektionsprophylaxe reflektieren: Bordetella Pertussis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Gesundheitswissenschaften: Die Bedeutung der Infektionsprophylaxe reflektieren: Bordetella Pertussis ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Gesundheitswissenschaften: neuer Titel erschienen: Die Bedeutung der Infektionsprophylaxe reflektieren: Bordetella Pertussis
Kristina Schulte hat einen neuen Text hochgeladen
Pertussis - A Medical Dictionary, Bibliography, and Annotated Research...
Icon Health Publications
Adverse Effects of Pertussis and Rubella Vaccines
Committee to Review the Adverse Conseque, Institute Of Medicine, Christopher P. Howson
Die Bedeutung der Tradition für die Markenkommunikation
Konzepte und Instrumente zur g...
Nicolai O. Herbrand, Stefan Röhrig
Die Bedeutung der Idee in der Architektur von Valerio Olgiati / The Si...
Markus Breitschmid
Sozialmanagement: Besprechen und Reflektieren in der Praxis
Leitfaden für Praktikumsgesprä...
Karin Fischöder, Hilde Kranz-Uftring
0 Kommentare