Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 2
2 Der Film „Sherlock Jr.“ 3
2.1 Produktionsdaten 3
2.2 Inhalt des Films 3
3 Typische Buster Keaton-Motive in „Sherlock Jr.“ 4
3.1 Faszination für Technik und Medium Film 4
3.2 Authentizität, Stunts und Vaudeville 6
3.3 Verfolgungsjagden. 9
3.4 Melancholie 11
4 Schlusswort 14
Filmographie 15
Bibliographie. 15
Internetquellen 15
1 Einleitung
In dieser schriftlichen Arbeit wird der Film SHERLOCK JR. (Buster Keaton, USA 1924) untersucht und analysiert. Es ist der vierte lange Stummfilm von Regisseur und Hauptdarsteller Buster Keaton. SHERLOCK JR. gingen zahlreiche Stummfilme voraus, welche teilweise mit Roscoe „Fatty“ Arbuckle verwirklicht wurden. Ausserdem spielte Keaton vor SHERLOCK JR. in drei anderen stummen Langfilmen mit (Vgl. Knopf 1999: 179-185). Zum Zeitpunkt der Entstehung von SHERLOCK JR. war es für Keaton also schon möglich gewesen, einen eigenen Stil kreiert zu haben. In der Arbeit sollen Elemente dieses Stils herausgearbeitet werden. Der Schwerpunkt der Analyse liegt deshalb darin, sowohl in den narrativen, wie auch in den formalen Elementen des Films - beispielsweise Schnitt, Montage, Beleuchtung oder Schauspiel - Merkmale zu finden, die typisch sind für die Filme von Buster Keaton und in seinen Werken häufiger eingesetzt werden und vorkommen. Insofern ist es nötig, die Biographie und die anderen Filme von Buster Keaton in die Untersuchung einzubeziehen, um die einzelnen Motive und ihre eventuelle Herkunft herausarbeiten zu können. Es soll ein Überblick entstehen, welche Motive bereits in früheren Filmen von Keaton vorkamen und ob es solche gab, die in SHERLOCK JR. zum ersten Mal auftauchten, in späteren Filmen aber wieder eingebaut wurden.
Die Arbeit ist so gegliedert, dass im ersten Teil die wichtigsten Produktionsdaten und eine Zusammenfassung des Inhalts enthalten sind und im zweiten Teil die Motive im Einzelnen dargestellt und analysiert werden. Dabei werden Parallelen zu anderen Filmen von Keaton aufgezeigt, in denen diese Motive präsentiert werden. Ebenso werden Einflüsse aus seinem Leben und seiner gesamten Karriere und ihr Zusammenhang mit den einzelnen Merkmalen und ihrer Darstellung im Film SHERLOCK JR. gezeigt. Ziel ist es, herauszufinden, welche Motive in Buster Keatons Filmen häufig vorkommen, welche dieser Motive Keaton seinen anderen Filmen entnommen und in SHERLOCK JR. eingebaut hat und zu welchem Grad sein eigenes Leben seine Art Filme zu drehen und darzustellen beeinflusst hat.
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2 Der Film „Sherlock Jr.“
2.1 Produktionsdaten 1
SHERLOCK JR. (USA, 1924)
Regie: Buster Keaton Produzent: Joseph M. Schenck Produktionsfirma: Buster Keaton Productions Inc. Verleih (USA): Metro Pictures Drehbuch: Clyde Bruckman, Jean Havez, Joseph Mitchell Kamera: Byron Houck, Elgin Lessley Schnitt: Rob B. Yokelson, Buster Keaton Künstlerische Leitung: Fred Gabourie Kostüme: Clare West Laufzeit/Material: 45 Minuten, 5 Rollen, 16mm/35mm, S/W Erstaufführung (USA): 21. April 1924 Darsteller: Buster Keaton (The Boy/Sherlock Jr.)
2.2 Inhalt des Films
Buster Keaton spielt einen Kinofilmvorführer, der gerne ein berühmter Detektiv wie Sherlock Holmes wäre. Er möchte ein hübsches Mädchen - gespielt von Kathryn McGuire - heiraten, hat aber einen Konkurrenten, welcher von Ward Crane dargestellt wird. Dieser stiehlt die Uhr des Vaters des Mädchens. Als der Diebstahl entdeckt wird, versucht Buster mit seinem Buch „How to Be a Detective“ den Fall zu lösen. Der Dieb schafft es allerdings, dass Buster für den Diebstahl beschuldigt wird und vom Vater des Mädchens aus dessen Haus verbannt. Buster kehrt darauf zu seiner Tätigkeit als Vorführer zurück und schläft während eines Films ein. Er träumt davon, dass er als Geist seinen Körper verlässt und den Film betritt, dessen Plot eindeutige Parallelen zur Situation in Busters Leben aufweist. Die Personen die am Vorfall, den Buster im Wachzustand erlebt hat, teilgenommen haben, nämlich das Mädchen, ihr Vater
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Vgl. Kline 1993: 97-98. und Sherlock Jr. Internet Movie Database.
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und der Konkurrent um die Frau, ersetzen die Figuren im Film. In der folgenden Szene nimmt Buster am Film teil, doch es kommt zu überraschenden Schnitten, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben. Buster wird zum Teil einer Filmwelt, in der zwischen den verschiedensten Orten und Situationen hin- und hergeschnitten wird und in welcher er sich auf die immer neuen Gegebenheiten einstellen muss. Mal ist er im Dschungel und steht einem Löwen gegenüber, mal sitzt er auf einem Felsen im Meer. Als er ins Meer springen will, landet er aufgrund eines Schnitts im Schnee. Nach dieser Szene kommt es zu einer Abblende. Als wieder aufgeblendet wird, kehrt der Film zur eigentlichen Handlung zurück, in der Buster die Rolle des Meisterdetektivs Sherlock Jr. übernimmt und den Fall der gestohlenen Perlenwelche die Parallele zur gestohlenen Uhr darstellen sollen - lösen muss. Während Buster in seinem Traum nach einem Abenteuer den Fall lösen kann, löst Kathryn den Fall der gestohlenen Uhr und bittet den gerade wach gewordenen Buster um Entschuldigung. Der unbeholfene Buster weiss nicht, wie er reagieren soll und schaut sich im immer noch laufenden Film ab, was er tun soll. Es kommt zu einem Kuss. Der Film SHERLOCK JR. endet, als Buster im Kino leicht verwirrt zur Kenntnis nehmen muss, dass das Filmpärchen zwei Kinder bekommt (Vgl. Kline 1993: 99-101).
3 Typische Buster Keaton-Motive in „Sherlock Jr.“
3.1 Faszination für Technik und Medium Film
Keaton wurde in seinem filmischen Schaffen stark von technischen Geräten und mechanisierten Vorgängen inspiriert. Insbesondere die Technik, die zum Film gehört und das Medium Film selber, faszinierten ihn stark. Als er mit Roscoe Arbuckle begann Filme zu drehen, war Keaton sehr neugierig. Er stellte viele Fragen zum Thema „Film drehen“. In erster Linie interessierte ihn aber, wie eine Kamera funktionierte (Vgl. Kline 1993: 13). Insofern erstaunt es nicht, dass Technik und mechanische Vorgänge auch in seinen Filmen häufig thematisiert wurden. In ONE WEEK (Buster Keaton/Eddie Cline, USA 1920) bekommen Buster und seine Braut ein portables Haus geschenkt, welches es zusammenzubauen gilt. Dabei kommt es zu zahlreichen Komplikationen und „mechanischen Gags“ (Vgl. Kline 1993: 57-58). THE SCARECROW (Buster Keaton/Eddie Cline, USA 1920) beginnt mit einer Szene, in der Buster Keaton und Joe Roberts in einer Hütte leben, die voll mechanisch ist. Alles hat mehrere Funktionen. Das Grammophon dient ebenfalls als Ofen, das Bücherregal als Kühlschrank, das Bett als Piano und der Küchentisch als Wandtafel (Vgl. Kline 1993: 61). Diese Idee wird später in THE ELECTRIC HOUSE (Buster Keaton/Eddie Cline, USA 1922) noch einmal aufgegriffen, wo der ganze Film - wie der Titel
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Arbeit zitieren:
Josip Lasic, 2011, Analyse des Films "Sherlock Jr." (Buster Keaton, USA 1924), München, GRIN Verlag GmbH
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