Praktikumsbericht zum Fachpraktikum Mathematik
Inhaltsverzeichnis
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1. BEDINGUNGSFELDANALYSE 2
1.1 Schulprofil 2
1.2 Charakterisierung der Hospitationsklassen 3
2. TÄTIGKEITSNACHWEIS 5
2.1 Protokolle der hospitierten Stunden 5
2.2 Protokolle der selbst gehaltenen Stunden 15
3. DARSTELLUNG DER SELBST GEHALTENEN UNTERRICHTSEINHEIT 27
4. LITERATURVERZEICHNIS 36
1. BEDINGUNGSFELDANALYSE
1.1 Schulprofil
Die Stadt xxx liegt im Nordwesten des xxx-Kreises, der im Osten an die Stadt xxx angrenzt. Im bevölkerungsstärksten Stadtteil xxx befindet sich die „xxx-Schule“. Als katholische Grundschule ist sie eine Bekenntnisschule, in der die Kinder nach den Grundsätzen des christlichen Glaubens unterrichtet werden. Das als ländlich zu bezeichnende Einzugsgebiet umfasst die Stadtteile xxx und xxx. Eltern aus anderen Stadtteilen können ihr Kind auf Antrag an der xxx-Schule anmelden.
Zurzeit besuchen ca. 400 Kinder diese Grundschule. Der Anteil von Mädchen und Jungen ist in etwa ausgeglichen. Die durchschnittliche Klassenstärke liegt bei 25 Kindern. Nach zwei Schuljahren wechselt für gewöhnlich die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer. Die Schulleiterin ist Klassenlehrerin eines 4. Schuljahres. Die restlichen 14 Jahrgangsklassen werden von dreizehn Lehrerinnen und einem Lehrer geführt. Außerdem unterstützt eine Sozialpädagogin die Lehrkräfte in den Schuleingangsklassen, und eine Lehrkraft der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen erteilt fünf Stunden im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts. Hinzu kommen noch zwei Referendarinnen, ein Hausmeister und eine Sekretärin, die an der Schule tätig sind. Bezogen auf das Alter ist das Kollegium sehr gemischt zusammengesetzt.
Vor 30 Jahren zog die seit 1968 bestehende Schule in das heutige Gebäude um. Die Klassenräume der ersten und zweiten Schuljahre sind zumeist im Erdgeschoss, während die Dritt- und Viertklässler im ersten Stock untergebracht sind. Dort befindet sich auch ein Computerraum. Den anderen Teil des L-förmigen Gebäudes machen Verwaltung, Aula, Turnhalle und die Räume, die dem Betreuungsangebot zur Verfügung stehen, aus. Auf dem asphaltierten Schulhof stehen zwei Tischtennisplatten. Bei trockenem Wetter kann auch der angrenzende Sandplatz mit Klettergerüst und weiteren Geräten genutzt werden. Hinter dem Schulhof liegt eine Aschenbahn, auf der im Sommer Sport getrieben werden kann.
Die erste Stunde beginnt um 8.00 Uhr. Je nach Stundenplan haben die Kinder zwischen 11.35 Uhr und 13.20 Uhr Schulschluss. Für die Vormittagsbetreuung „Schule von 8 bis 1“ und den offenen Ganztag ist xxx zuständig.
Über den Religionsunterricht hinaus sollen den Kindern christliche Werte wie die Ehrfurcht vor Gott, die Achtung vor der Würde des Menschen, die Bereitschaft zum sozialen Handeln und die Toleranz gegenüber anderen Nationalitäten und Religionen vermittelt werden. Zum Schulalltag gehören auch das Gebet und die Teilnahme am Schulgottesdienst. Die türkischen Kinder können während dieser Zeit das Angebot des muttersprachlichen Unterrichts wahrnehmen.
Jede Klasse hat gemäß Lehrplan fünf Einzelstunden Mathematik pro Woche. Hinzu kommen Förderstunden. In allen Schuljahren werden die Arbeitsbücher und -hefte „Welt der Zahl“ vom Schroedel Verlag genutzt.
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1.2 Charakterisierung der Hospitationsklassen
Die Klasse 1b
In der Klasse 1b lernen 23 Kinder (11 Mädchen und 12 Jungen) im Alter zwischen 6 und 8 Jahren gemeinsam. Die Kinder sind sehr aufgeweckt und engagiert. Die Klassenlehrerin achtet darauf, dass es sauber und ordentlich in der Klasse ist, sodass alle sich wohl fühlen. Die Tische der Kinder stehen in einer Hufeisenform.
Die Mathematikstunden hält die Klassenlehrerin fast immer in der 2. Stunde. Da die Kinder für die Frühstückspause noch ausgiebig Zeit benötigen, stehen meist nur 40 Minuten oder weniger zur Verfügung.
Unter den Schülerinnen und Schülern befinden sich zwei türkischstämmige Jungen. Einige Kinder haben ein ausländisches Elternteil. Alle Kinder verstehen und sprechen sehr gut deutsch, sodass es keine Verstehensprobleme gibt.
Die mathematische Leistungsstärke der Kinder ist recht unterschiedlich. Einige Kinder arbeiten sehr langsam und sorgfältig, andere sind sehr schnell mit ihren Aufgaben fertig, machen allerdings Flüchtigkeitsfehler. xxx und xxx, die ganz vorne sitzen, lassen sich leicht ablenken und können sich nicht länger mit einer Sache beschäftigen. xxx wiederholt die erste Klasse. Die Aufgaben sind für ihn kein Problem, doch er könnte seine Aufgaben gewissenhafter erledigen.
Die Klasse 2a
Die Klasse 2a setzt sich aus 24 Kindern (15 Mädchen und 9 Jungen) im Alter zwischen 7 und 9 Jahren zusammen. Die Kinder sind sehr aufgeschlossen und in der Regel leicht zu motivieren. Es herrscht ein angenehmes Klassenklima, in dem Mädchen und Jungen gut miteinander arbeiten können.
Bis zu den Herbstferien des zweiten Schuljahres hatten die Kinder eine Klassenlehrerin, die nun pensioniert ist. Seitdem führt Frau xxx die Klasse.
Zu Beginn meiner Hospitation saßen die Kinder an vier
Gruppentischen. Die Sitzordnung wurde allerdings so geändert, dass die Tische nun in etwa zwei große „E“s bilden, die einander zugewandt sind. Immer zwei Kinder sitzen zusammen an einem Doppeltisch.
Unter den Schülerinnen und Schülern befinden sich sechs türkische
Kinder. Alle Kinder verstehen sehr gut deutsch, sodass keine
Verständigungsprobleme bestehen. Bis auf xxx, die die erste Klasse bereits einmal wiederholt hat, sprechen alle flüssig und können sich gut ausdrücken.
Die Klasse ist insgesamt sehr leistungsstark in Mathematik. Die Kinder erledigen ihre Aufgaben sorgsam und zügig. Zu den lernschwächeren Kindern zählen xxx und xxx, denen das Einmaleins noch Probleme bereitet. xxx lässt sich leicht ablenken und hat Schwierigkeiten, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren.
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Die Klasse 4b
Die Klasse 4b besteht aus 28 Kindern (13 Mädchen und 15 Jungen) im Alter von 9 bis 11 Jahren. Die Klassengemeinschaft ist nach nun mehr als drei Jahren des gemeinsamen Lernens gut zusammen gewachsen. Trotzdem ist die Heterogenität der Kinder sehr auffällig. Während des Unterrichts bei der Klassenlehrerin arbeiten die Kinder gut mit. Wegen ihrer administrativen Aufgaben als Schulleiterin kann sie allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Stunden geben. Der Mathematikunterricht findet somit bei einer anderen Fachkraft statt. In diesen Stunden sind die Kinder meist sehr laut, worunter die Arbeitsatmosphäre leidet.
In der Klasse sind zwei türkische Kinder. Sie verstehen und sprechen sehr gut deutsch.
Die mathematische Leistungsfähigkeit der Kinder differiert stark. xxx bearbeitet während des Mathematikunterrichts leichtere Aufgaben, da sie wegen einer Lernschwäche dem Regelunterricht nicht folgen kann. Xxx und xxx brauchen sehr lange, um neue Methoden, Arbeitsschritte oder Rechenweisen zu verstehen. Danach rechnen sie jedoch zügig. Zu den lernstärkeren Kindern gehören xxx und xxx.
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2. TÄTIGKEITSNACHWEIS
2.1 Protokolle der hospitierten Stunden
Datum / Klasse: Montag, 18.02.08 2. Stunde Klasse 1b
Thema der Stunde: Addition mit Geld, Kleiner- und Größerrelation Lernziele: Die Kinder sollen
Verlauf: - Begrüßung, Lob über die vorangegangene Sportstunde, Vorstellung meiner
Beobachtungsschwerpunkte:
1) Strukturierung der Stunde:
- Begrüßung etc.
- Besprechung der Aufgaben aus der Klassenarbeit, bei denen die meisten Kinder Schwierigkeiten hatten
- Rückblick / Auffrischung der bereits kennengelernten Zeichen < und > und Rechnen einiger Beispielaufgaben an der Tafel von Lehrkraft und Kindern
- Kinder arbeiten selbstständig im Buch 2) Arbeits- und Sozialformen:
- Frontalunterricht:
bei „leichten“ Wiederholungsfragen oder zu vervollständigenden Sätzen antworten Kinder gemeinsam als Chor, z.B. Lehrkraft: „Welcher Zahl piekt das Krokodil in den Bauch - der kleinen oder der großen?“ Alle: „Der kleinen!“ bei „schwierigen“ Einzelfragen oder Fragen nach einem speziellen Ergebnis werden Kinder aufgerufen, die sich melden, z.B. Lehrkraft: „Welche der beiden Zahlen ist die kleinere?“ (von 5 und 8) Kind: „5!“
- selbstständiges arbeiten im Buch 3) Einsatz von Medien und Materialien:
- Tafel (größtenteils von Lehrkraft genutzt)
- Mathematikbuch Kurzreflexion:
- Sprüche, Reime, Figuren etc. helfen den Kindern, sich an Regeln, Gesetzmäßigkeiten etc. zu erinnern. So z.B. der Spruch „Das Krokodil piekt der kleinen Zahl in den Bauch und frisst die große Zahl mit dem Maul“ zum Einprägen des Kleiner- und Größer-als-Zeichens oder die Figuren „Zahlix“ und „Zahline“ aus dem Rechenbuch.
- Lob (in Maßen) motiviert die Kinder
- Wenn die Kinder bereits im ersten Schuljahr Aufgaben an der Tafel vorstellen und selbst einen hohen aktiven Anteil am Unterrichtsgeschehen haben, verlieren sie die u.U. vorhandene Angst, vor der Klasse zu sprechen oder nach vorne zu kommen.
Thema der Stunden: Kleines Einmaleins (2er, 3er, 4er und 5er Reihe) Lernziele: Die Kinder sollen
Verlauf: erste Stunde:
Beobachtungsschwerpunkte:
1) Lehrverhalten:
Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Kinder bei den Textaufgaben die richtige Frage formulieren, denn darauf bauen Rechnung und Antwort auf. Scherzhaft setzt die Lehrkraft Impulse ein wie „Was essen die Clowns am liebsten?“ oder „Wie heißen die Clowns?“. Alle Kinder lachen zwar, doch nur wenige können die Lehrkraft verbessern. 2) Hausaufgaben:
Es werden die Aufgaben aufgegeben, mit denen bereits in der Schule begonnen wird. 3) Verhalten eines lernschwächeren Kindes:
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Zur Beobachtung setze ich mich neben ein türkisches Mädchen, das ziemlich isoliert an einem hinteren Gruppentisch sitzt. Wie ich später erfahre, hat es die erste Klasse bereits wiederholt. Es nimmt nicht am Unterrichtsgeschehen teil und kann die Fragen der Lehrkraft nicht beantworten. Während die anderen Kinder selbstständig an der Textaufgabe arbeiten, bespreche ich die Aufgabe noch einmal mit ihr alleine. Das Mädchen fängt leicht an zu weinen. Es ist erkältet, kennt mich nicht und merkt, dass sie im Gegensatz zu den anderen Kindern nicht mitkommt. Die Lehrkraft schreibt ihr zur Hilfe der Aufgabe „6 ⋅ 3“ die 3er Reihe an den Rand des Heftes. Bevor die Stunde endet
schafft das Mädchen mit Mühe die erste Teilaufgabe, die größtenteils schon im Buch steht und bereits mündlich besprochen wurde. Kurzreflexion:
- Das schnelle Aufsagen der Reihen hat keinen Lerneffekt auf die Kinder, die die Reihen noch nicht auswendig können.
- Die Denkanstöße (vgl. Impulse der Lehrkraft), die die Lehrkraft den Kindern zur Findung der richtigen Frage gibt, bewirken nicht den gewollten Effekt. Die leistungsstarken Kinder amüsieren sich, während sie die Lösung längst wissen, und die leistungsschwächeren Kinder erkennen nicht, dass die Aussagen der Lehrkraft falsch sind. Sie wiederholen nämlich die „Spaß“-Fragen der Lehrkraft. Solche Fragen sind also nur sparsam einzusetzen, um einige Kinder aus der Reserve zu locken.
- Schnell arbeitende Kinder haben also u.U. keine Hausaufgaben auf, und langsamer arbeitende Kinder haben mehr zu Hause zu tun. Dies kann zum einen als Belohnung für die fleißigen Kinder angesehen werden. Zum anderen könnte beanstandet werden, dass die begabten Kinder zu Hause nicht mehr gefordert werden.
Thema der Stunde: Dividieren mit Rest
Dividieren mit Geld
Verlauf: erste Stunde:
Beobachtungsschwerpunkte:
1) Stundenbeginn:
Die Lehrkraft beginnt nach der Begrüßung sofort mit dem Kontrollieren der Hausaufgaben. Es wird nicht gefragt, was die Aufgabe war oder welches Thema im Moment behandelt wird. 2) Verhalten eines lernschwächeren Kindes:
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Arbeit zitieren:
Beate Schmitz, 2008, Praktikumsbericht zum Fachpraktikum Mathematik, München, GRIN Verlag GmbH
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