Die tageszeitung versteht sich selbst als linkes Alternativmedium. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob dieses Selbstverständnis noch gegeben ist, d.h. es wird untersucht, ob die taz eine Manifestation von Gegenöffentlichkeit darstellt, wie sie es selbst proklamiert, oder ob sie einem anderen Öffentlichkeitstypus entspricht.
Dazu werden in einem ersten theoretischen Teil die Begriffe Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit und Teilöffentlichkeit erklärt. Anschließend werden die Merkmale der jeweiligen Öffentlichkeiten operationalisiert.
Dies ist nötig, um in einem zweiten empirischen Teil der Arbeit eine Inhaltsanalyse durchzuführen. Mit dieser werden die Titelseiten der taz vom 17.Juli 2006 bis zum 1.August 2006 untersucht.
Es wird sich zeigen, dass die taz keiner Gegenöffentlichkeits-Manifestation entspricht.
Im Schlussteil werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und bewertet.
Als Literatur dienen Monographien und Aufsätze, die sich mit dem Thema Öffentlichkeit auseinandersetzen sowie Titelseiten der taz aus dem untersuchten Zeitraum.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Theoretischer Teil
- 1. Öffentlichkeit
- 1.1 Spiegelmodell von Öffentlichkeit
- 1.2 Normatives Modell von Öffentlichkeit
- 2. Gegenöffentlichkeit
- 3. Teilöffentlichkeit
- 4. Operationalisierung
- 1. Öffentlichkeit
- III. Empirischer Teil
- 1. Die taz
- 2. Inhaltsanalyse
- IV. Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die tageszeitung (taz), die sich selbst als linkes Alternativmedium versteht, tatsächlich eine Manifestation von Gegenöffentlichkeit darstellt. Dazu wird zunächst die theoretische Grundlage der Begriffe Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit und Teilöffentlichkeit beleuchtet und anschließend anhand einer Inhaltsanalyse der Titelseiten der taz vom 17. Juli 2006 bis zum 1. August 2006 überprüft, ob die taz diesen Kriterien entspricht.
- Definition und Analyse von Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit und Teilöffentlichkeit
- Operationalisierung der Merkmale der jeweiligen Öffentlichkeiten
- Inhaltsanalyse der taz-Titelseiten im Hinblick auf die identifizierten Kriterien
- Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf die Frage, ob die taz eine Manifestation von Gegenöffentlichkeit darstellt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und stellt die Forschungsfrage sowie die Vorgehensweise dar. Der theoretische Teil behandelt die Konzepte von Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit und Teilöffentlichkeit. Hierbei wird das Spiegelmodell von Öffentlichkeit nach Niklas Luhmann und Jürgen Gerhards erläutert, welches die Öffentlichkeit als ein Teilsystem der Gesellschaft begreift, dessen Funktion die Beobachtung zweiter Ordnung ist.
Der empirische Teil umfasst die Analyse der taz-Titelseiten mittels einer Inhaltsanalyse, um die theoretisch gewonnenen Kriterien auf die Praxis zu übertragen. Schließlich werden die Ergebnisse der Arbeit im Schlussteil zusammengefasst und bewertet.
Schlüsselwörter
Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Teilöffentlichkeit, Spiegelmodell, Nachrichtenwerte, taz, Inhaltsanalyse, Medien, Funktionaldifferenzierung, Systemtheorie
Häufig gestellte Fragen
Was versteht die "taz" unter ihrem Selbstverständnis als Alternativmedium?
Die tageszeitung (taz) proklamiert für sich, eine Manifestation von Gegenöffentlichkeit zu sein, die linke, alternative Perspektiven abseits des medialen Mainstreams vertritt.
Was ist das "Spiegelmodell" der Öffentlichkeit?
Nach Niklas Luhmann und Jürgen Gerhards begreift dieses Modell die Öffentlichkeit als Teilsystem der Gesellschaft, das die Funktion hat, Themen zu beobachten und für die gesamte Gesellschaft sichtbar zu machen (Beobachtung zweiter Ordnung).
Wie unterscheidet sich Gegenöffentlichkeit von Teilöffentlichkeit?
Gegenöffentlichkeit versucht aktiv, herrschende Diskurse herauszufordern und alternative Normen zu setzen. Teilöffentlichkeit beschreibt hingegen thematisch oder interessenspezifisch begrenzte Kommunikationsräume innerhalb des Gesamtsystems.
Zu welchem Ergebnis kommt die Inhaltsanalyse der taz-Titelseiten?
Die Untersuchung der Titelseiten aus dem Jahr 2006 deutet darauf hin, dass die taz in ihrer Themenwahl und Struktur oft nicht den strengen Kriterien einer Gegenöffentlichkeits-Manifestation entspricht, sondern eher anderen Öffentlichkeitstypologien folgt.
Welche Rolle spielen Nachrichtenwerte in dieser Analyse?
Nachrichtenwerte bestimmen, welche Themen es auf die Titelseite schaffen. Die Arbeit prüft, ob die taz hierbei andere (alternative) Kriterien anlegt als konventionelle Massenmedien.
- Citation du texte
- Katrin Bogner (Auteur), 2006, Die taz - Manifestation von Gegenöffentlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177663