Gliederungg
1..Einleitungg……………………………………………………………………………………………………. 22
2..SprachlicheeMerkmaleevonnPressetexten……………………………………………….. 33
2.1..WassisttdieZeitungssprache??.............................................................. 33
2.2..PresseeeTextsortennunddTextfunktionenn…………………………………………. 44
2.2.1..Pressetextfunktionenn………………………………………………………………. 44
2.2.2..Pressetextsorten……………………………………………………………………… 66
2.2.2.1..Meldung……………………………………………………………………………….. 77
2.2.2.2..Bericht………………………………………………………………………………….. 77
2.2.2.3..Reportage………………………………………………………………………..…... 88
2.2.2.4..Kommentarr…………………………………………………………………………… 99
2.2.2.5..Intervieww………………………………………………………………………………. 99999
2.2.2.6..TendenzzzurrMischformm………………………………………………………… 100
2.3..DieZeitungennalssVermittlerinnvonnMeinungenundBewertungen…… 100
2.3.1. ZuudemmBegrifff„öffentlicheeMeinung““unddderrAufgabee
einerrZeitung 111
2.3.2..WortgebrauchhunddPerspektiveeimBerichteten…………………………… 111
2.3.3..Argumentationsstrukturen……………………………………………………….. 1333
3..SZZArtikel::„EinnbisschennSupermacht“……………………………………………….. 155
3.1..AllgemeineeCharakterisierunggdessArtikels………………………………….. 155
3.2..PerspektiveeunddWortgebrauch…………………………………………………. 1666
3.3..AufbauuunddStrukturrdessTextessnachhToulmin…………………………… 177
3.4..MoralitättunddRationalitättimmArtikel………………………………………….. 199
4..Zusammenfassung………………………………………………………………………………… 200
Literaturverzeichnis 22
1..Einleitungg
Diee Massenmedienn genießenn einenn besonderenn Stellenwertt imm Prozesss derr öffentlichenn Meinungsbildung.. Siee gebenn unss Orientierungen,, konstituierenn „Realität““unddprägennunsereeWahrnehmungen..WirrsinddineinemmgroßennMaße vonndennMedienngeprägt,,dassswirrunssnichttmehrrbewussttsind,,wassderrRealitätt wirklichhentspricht..DurchhdieeMassenmediennbekommennwirrVorstellungennvonn denn Ereignissen,, diee wirr meistenss nichtt überprüfenn können.. Diess betrifftt inn besonderemm Maßee diee Auslandsberichterstattung.. Dabeii sindd wirr auff einee „professionelle““ Arbeit derr journalistischenn Zunftt angewiesen.. Diee Kritik an Pressee istt genausoo altt wiee diee Pressee selbst.. Bereitss imm Mittelalterr wurdee derr PresseeeinnHanggzurrSensationslustunddSittenlosigkeittunterstellt 1 ..Medienkritikk kannn mann auss unterschiedlichenn (soziologischen,
kommuniktionswissenschaftlichenn usw.)) Gesichtspunktenn untersuchen. Inn dieserr ArbeittmöchteeichhmichhjedochhaufflinguistischeeSichtweise,,innersterLinieeauffdennn Sprachgebrauchh inn Pressetexten beschränkenn undd näherr auff derenn textlinguistischeBesonderheitenneingehen..ImmMittelpunkttderrArbeitstehtteinee kritischee Analysee einess Zeitungsartikels,, nämlichh einess aus derr Süddeutschenn Zeitung.. Grundd warumm geradee einn Zeitungsartikell derr Gegenstandd dieserr Arbeit ist::
Diee Zeitungenn entwickelnn sichh vonn einfachenn Multiplikatorenn vonn Nachrichtenn hinn zuu demm meinungsbildendenn undd analysierendenn Mediumm (vs.. Agenturjournalismus). 2
Diee Lieferungg vonn „Hintergrundinformationen,, Analysenn undd Kommentaree zu denn Königsformenn des Journalismuss gehören“ [Schneider/Rauee 2006:107] und dieseevonndennZeitungenn„ammnächsten““wahrgenommennwerden...
1 Vgl..[Lügerr1983:3312]
2 Sooverlassennsichhbspw..onlineeAusgabennderr„großen““Zeitungennunddvielerrregionalennunddlokalenn ZeitungennimmBereichhderrNachrichtenmeldungennfasttkompletttauffNachrichtenagenturen.;;;vgl..u.a..[Lügerr 1983:66],,[Burger2005:207]
22
DieeSüddeutscheeZeitunggdefinierttsichhalssmeinungsbildendepolitischeeZeitungg undd unterhältt imm Unterschiedd zuu vielenn anderenn Tageszeitungen eigenee
WasssolllimmArtikelluntersuchttwerden??
Auss germanistischerr Sichtt istt ess allerdingss fastt unmöglich,, diee Zeitungsartikell (allgemeinnTexte))auffihrennWahrheitsinhaltthinnzuuüberprüfen..Daherristtsolllbeii derr Analysee dess Artikelss auff Markooo undd Mikrostrukturenn dess Textes eingegangen,, durch allgemeinee Charakterisierungg dess Textes,, seiner Funktionn undddseinessAufbaus,,dieeIntentionndessArtikelssherausgefundennwerden.. DabeiistehennvierrFragestellungennimmVordergrund:: WieewirddderrTexttverwendet?? WelcheeFunktionnhattderrText?? WieeisttderrTexttgemeint? WieeisttderrTexttzuuverstehen?? [Bucherr1986:57]]
Zunächstt werdenn einigee textlinguistischenn Grundbegriffee imm nächstenn Kapitell erläuterttunddeinigeeModelleederrTextanalyseedargestellt..ImmKapitell33folgttdann dieeAnalyseedessArtikels. 2..SprachlicheeMerkmaleevonnPressetextenn 2.1.WassisttdieeZeitungssprache?
WennnmannüberrdieesprachlichennMerkmaleevonnPressetextenninndiesemmFalllvonn Zeitungstextenn überlegt,, soo scheintt ess wichtigg zuu sein,, zunächstt einee Definitionn dess Begriffss „Zeitungssprache““ herauszufinden.. Aufgrundd Vielfältigkeitt vonn Themenn undd Textsorten,, diee inn denn Zeitungenn vorkommen,, istt ess jedochh schwierigg einee allgemeingültigee Definitionn zuu finden.. Einee erstee Annährungg zuu demm Begrifff wäre,, diee Zeitungssprachee vonn anderenn massenmedialenn Sprachtypen Fernsehen undd Radioo abzugrenzen.. Soo weisenn beispielsweise diee
3 Vgl..[Dabrowskaa1999:123124],[Schneider/Rauee2006:16]
33
Nachrichtentextee inn Radioo undd Fernsehenn einfacherenn Satzbauu undd geringeree Ausführlichkeittauf,,wasauchheinerseitsstechnischh(Sendezeit))unddandererseits physiologischh (Rezeptionn durchh Zuhörerr bzw.. Zuschauer) bedingtt sind.. Im Vergleich zuu denn Radiooo oderr Fernsehredakteurenn hatt derr Zeitungsredakteur mehrr Spielraumm beii derr Gestaltungg seinerr Texte.. Beii derr Zeitungslektüree entscheidet derr Leserr überr dass Informationsaufnahmetempoo undd beii Bedarff kannn err nichtt verstandenee Informationn erneutt lesen.. Ess istt jedemm Zeitungsleserr indirekttbewusst,,dassdieeSprachverwendungginnverschiedenennRedaktionsteilenn thematischh undd funktionall voneinanderr unterscheidet.. Dass hatt zumm einenn mit derrFunktionnunddzummanderennmitderrStilrichtunggjeweiligerrRedaktionnzuutun.. Diesee Differenzierungg kannn mann auchh zwischenn verschiedenenn Zeitungstypen (Boulevardd,,„Qualitäts“,,Lokall,,Regionalzeitunggusw.))vornehmen. 4 Aussdiesemm Grundd betrachtett Pfeill inn Anlehnungg ann strukturalistischee Sprachwissenschaftt dieedieeSpracheealss„SystemmvonnSystemen““definiertt-Zeitungsspracheealsseinen übergeordnetenn Begrifff fürr verschiedenee Subsysteme.. Nachh Pfeilss Definitionn istt „unterr demm Begriff Zeitungssprachee mit wenigen Ausnahmenn alless zuu subsumieren,, wass sprachlichh inn einerr Zeitungg enthaltenn ist,, […]] zuu denn Ausnahmenn gehörtt vorr allemm Unterhaltungsbereichh (Anekdoten, Fortsetzungsromane),, Werbung,, Kleinanzeigen,, Fußballtabellen,, Lottoangabenn unddähnlichhDinge,,weilldieseeebenfallsseigenenGesetzenngehorchennunddinnderr RegellnichttvonndennJournalistennformulierttwerden““[Pfeill1977:11]... 2.2.PresseeeTextsortennunddTextfunktionenn 2.2.1..Pressetextfunktionen
Inn diesemm Abschnittt solll zunächstt allgemeinee Charakterisierungg vonn Textenn beschrieben undd ausgehendd davonn diee journalistischenn Textee abgegrenzt werden.. Imm Anschlusss solll dannn einzelnee Textsortenn inn derr Pressee dargestellt werden..NachhBrinkerssDefinitionndessBegriffssTextfunktionhabennalleeTexteeeinee gemeinsamee Funktionn inne,, nämlichh diee kommunikativee Funktion. 5 Diesee Funktionn ist allenn Textenn eigen.. Zurr näheren Bestimmungg derr Textfunktion
4 Vgl..[Pfeill1977:8817],,[Lügerr1983::38842]
5 Vgl..[Brinker2005::17] 44
bedientt sichh Brinkerr demm sprechakttheoretischenn Ansatzz undd nenntt einigee Kriterienn derr Textfunktion.. Demnachh bezeichnett derr Terminuss Textfunktion diee immTextt„ausgedrückteeKommunikationsabsichttdessEmittenten..Esshandelttsich alsoo umm diee Absichtt dess Emittenten,, diee derr Rezipientt erkennenn soll““ [Brinkerr 2005:100]..AussdieserrDefinitionngehtthervor,,dasssderrVerfasserrdessTextessüberr seinee Absichten,, diee imm Textenn enthaltenn sind,, zuu erkennenn gebenn soll.. Brinker unterscheidettfünffgrundlegendeeTextfunktionen::
Informationsfunktion:: Derr Emittentt informiertt denn Rezipientenn überr den SachverhalttXXX
Appellfunktion:: Derr Emittentt fordertt denn Rezipientenn auf,, diee Einstellung (Meinung))XXzuuübernehmen//dieeHaltunggXXzuuvollziehen.. Obligationsfunktion:: Derr Emittentt verpflichtett sichh demm Rezipientenn gegenüber,,dieeHandlunggXXzuutun
Kontaktfunktion::DerrEmittenttgibttdemmRezipientenzuuverstehen,,dasssessum personaleeBeziehunggzummRezipientenngeht.. Deklarationsfunktion::DerrEmittenttbewirktthiermit,,dasssXXalssYYgilt. [Brinkerr2005::1077130]]
Inn Bezugg auff Pressetextee sindd diee Obligationsss undd Deklarationsfunktionenn vonn wenigerr Bedeutung.. Lügerr bringtt dafürr mehrr fürr Pressetextee spezifischee Kriterien,, diee sichh vonn Brinkerss „Textfunktionen“ nurr inn Nuancenn unterscheidet undd nenntt siee Textklassen.. Denn Textklassenn werdenn dannn diee einzelnenn „Textsorten““zugeordnet. 6 NachhLügerrgibttessfolgendeeTextklassen::
InformationsbetonteeTexte::PrimäressZiellisttdieeTatsachenmitteilung. Meinungsbetonttpersuasivee Texte: Imm Vergleichh zuu informationsbetontenn Textenn geht ess hierr umm diee Bewertungg einess Sachverhaltss oderr umm einee persönlicheeStellungnahmeeauffeinennSachverhalt.
Instruierendanweisendee Texte:: In solchenn Textenn wirdd normalerweisee diee Übernahmee einerr bestimmtenn Sichtweisee oderr Positionn angestrebt.
6 Vgl..[Burgerr2005::208] 55
Charakteristischh istt diee Vermittlungg zahlreicherr indirekterr Appellindizes. Hiervonn werdenn Textee mitt direktenn Aufforderungenn (anweisendee Texte)) unterschieden..
Bizentriertee Texte:: Diee Textstrukturierungg basiertt auff demm Wechsell vonn view). FragennunddAntwortenn(z.B.::Inter
Kontaktherstellendee Texte:: diee Aufgabee dieserr Textklassee istt diee Voraussetzungenn fürr diee Kommunikationn herzustellenn oderr zuu verbessern. Lügerr nimmtt dafürr diee Titelseitee einerr Zeitungg alss Beispiel,, woo diee Verwendungg vonn graphischenn Mitteln,, Fotoss undd derr Wortwahl,, usw.. dazuu beitragenn soll,, diee Aufmerksamkeitt oderr Interessee einess potenziellenn Leserss zuuerzeugen... [Lügerr1983::58861]]
Ess gibtt auchh Kritikk ann Lügerss Klassifikation,, welchee diee Relevanzz bzw.. denn klassenbildendenn Charakterr einigerr Textfunktionenn bemängelt,, wass auss Platzgründennhierrnichttnäherrbehandelttwerdennkann. 7 2.2.2..Pressetextsortenn Diee jeweiligenn journalistischenn Textsortenn „lassenn sichh alss
Sprachhandlungsschemataa auffassen,, diee mitt bestimmten Textmusternn undd -Strategienn jeweilss spezifischee Vermittlungsaufgabenn erfüllen““ [Lügerr 1983:64].. Beii derr Zeitungslektüree deutenn solchee Textmusterr demm Leserr an,, wiee err denn jeweiligenn Textt zuu verstehenn hat,, beispielsweise informationsbetontt oderr meinungsbetont..LügerrnennttdieseeDeutungenn„Präsignale““[Lügerr1983:65],,die standardisierttsinddundddurchhdrucktechnischeKonventionennerkennbarrwerden. ImmFolgendennsollennnundieeeinzelnennPressetextsortennbeschriebennwerden...
7 Vgl..dazuu[Burgerr2005:2088212],,[Bucherr1986:47ff] 66
Arbeit zitieren:
Naimdjon Mulladjanov, 2009, Zwischen Information und Meinung, München, GRIN Verlag GmbH
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