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1. Einleitung
Geografisch das Zentrum Rumäniens und schon seit jeher wegen zahlreicher Bodenschätze begehrt war Siebenbürgen schon immer attraktiv für die verschiedensten Völker. Doch nicht nur daraus, sondern auch durch ständig wechselnde Herrschergeschlechter resultieren die Verschiebungen der Landesgrenzen und der Wandel der dort lebenden Bevölkerung. Im Zuge dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der geschichtlichen Entwicklung Siebenbürgens - wobei der Schwerpunkt auf der Zeit des Fürstentums bis hin zur letzmaligen Grenzverschiebung 1947 liegt. Es soll untersucht werden, wie es möglich war, dass Siebenbürgen immer wieder zu anderen Ländern, wie etwa dem Habsburgerreich, Rumänien oder Ungarn gehören konnte. Unter dem Thema „Geschichtsentwicklung der Siebenbürger Sachsen und die damit verbundenen Grenzverschiebungen - insbesondere vom Habsburgerreich bis zum 20. Jahrhundert“ sollen Aspekte, die sowohl das Land als auch die Bevölkerung immer wieder neu beeinflussten herausgearbeitet werden. Als Grundlage hierfür verwende ich, beginnend im vierten und dritten Jahrhundert vor Christus mit der Herrschaft der Daker und Römer, die frühgeschichtliche Entwicklung Siebenbürgens. Davon ausgehend werden bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieg alle Grenzverschiebungen und gravierenden Einschnitte in das Land untersucht und erklärt. Auch die daraus resultierenden Reaktionen in der Bevölkerung sollen hinterfragt werden.
2. Siebenbürgen - ein Landstück im Herzen des heutigen Rumänien
Siebenbürgen, rumänisch auch Transsilvanien (lat. trans silvas: jenseits der Wälder), ist ein Landstück mit einer Gesamtfläche von ungefähr 56.000 km². Eingebettet in den Kranz der Ost-und Südkarparten wird das stark gegliederte Hügel- und Bergland Siebenbürgen von den anderen Landesteilen Rumäniens getrennt. Im Süden schließt sowohl die große als auch die kleine Walachei an das siebenbürgische Gebiet an. Moldau und Bukowina (südliches Buchenland) grenzen im Osten an diese Zentralregion Großrumäniens. Am Ende des leichten Gefälles von Ost nach West schließt Siebenbürgen an eine alte Region des Königreiches Ungarn, das Banat und die historische Provinz Rumäniens, das Kreischgebiet an. Im Norden schließt das im südöstlichen Mitteleuropa gelegene Siebenbürgen an die beiden rumänischen Bezirke Sathmar und Maramuresch an.
Ebenso wie sich die staatliche Zugehörigkeit Siebenbürgens im Laufe der Jahre immer wieder geändert hat, war auch die Sprache in Siebenbürgen, resultierend aus den verschiedenen Grenzverschiebungen nie dieselbe. 2
3. Frühgeschichtliche Entwicklungen
3.1. Eroberung durch Daker und Römer
Im fünften Jahrhundert v. Chr. unter König Burebista (70-44 v. Chr.) von den Dakern bevölkert, eroberten 106 v. Chr. die Römer unter Kaiser Trajan Siebenbürgen, das auf Grund seiner Wälle auch oft als natürliche Festung bezeichnet wird, indem sie die Daker besiegten. Bis heute erinnert die Trajanssäule in Rom an den grandiosen Sieg der Römer über die Daker und die daraus resultierende römische Provinz „Dacia“ die aus den Trajan-Kriegen hervorging und erstmals auf das Jahr 107 v. Chr. datiert ist und auch „Dazien“ genannt wird. 3 Ein umfangreich ausgebautes
1 Karte 1: Aus: Wagner Ernst, Historisch-statistisches Ortsnamenbuch für Siebenbürgen mit einer Einführung in die historische Statistik des Landes, Köln 1977 S. 53
2 Vgl.: Wagner Ernst, Historisch-statistisches Ortsnamenbuch für Siebenbürgen mit einer Einführung in die historische Statistik des Landes, Köln 1977 S. 53 ff.
3 Vgl.: Gündisch Konrad, 850 Jahre Siebenbürger Sachsen - Begleitbuch zur Ausstellung, München 1991 S. 10f.
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Straßennetz und die Provinzhauptstadt Ulpia Trainana Sarmizagetusa, einige Städte und Militärstützpunkte in Dazien, der Bergbau und die florierende Wirtschaft machten Siebenbürgen schon früh zu einem aufstrebenden Siedlungsgebiet. Auch bei der Teilung des einheitlichen Dazien in drei Teile spielt Siebenbürgen ein Rolle. „Dacia superior“ war geografisch dem Zentrum des dakischen Siedlungsgebietes zugeordnet. Es erstreckte sich vom östlichen Banat bis ins zentrale Siebenbürgen und den Karpaten. „Dacia inferior“ reichte bis zur Donaugrenze (Moesia) und die Nordprovinz Porolissensis über die Ostkarpaten zum Pruth. 4 Da Dazien immer mehr an militärischer Bedeutung verlor und immer wieder die Barbaren einfielen, zogen sich die Römer 271 zurück, da die Provinz nach einigen Siegen über die Angreifer doch nicht mehr gerettet werden konnte. Zudem kam Dazien „beim Schutz der Balkanprovinzen und den inneren Gebieten des Reiches keine eigentliche Bedeutung zu“. 5 So wurde die Region, obwohl nördlich der Donau nach wie vor einige Militärposten standen, vom dritten bis zum 11. Jahrhundert Durchzugs- und auch Siedlungsgebiet der unterschiedlichsten Stämme, wie beispielsweise Goten, Slawen und Hunnen.
3.2. Zeit der Völkerwanderung
„In den folgenden sieben Jahrhunderten wurden die innerkarpatischen Gebiete im Zuge der Völkerwanderung nacheinander von germanischen, slawischen und eurasischen Völkern durchzogen.“ 6 Auf ihren Wegen quer durch das Land von Ost nach West und von Norden nach Süden zogen sie durch die ehemals dakische Provinz und ließen sich in Siebenbürgen nieder, „unter ihnen die Goten (3.-4. Jhd.), die Hunnen (4.-5. Jhd.), die Gepiden [ein Teilstamm der
Goten] (5.-6. Jhd.) und die Awaren (6.-7. Jhd).“ 7 Hatte es zuvor schon immer wieder zahlreiche Angriffe der Goten auf Dakien gegeben, waren sie es, die nach Verhandlungen mit den Römern 271 das Land übernahmen. Zirka ein ganzes Jahrhundert lang gelingt es den Goten, ihr Herrschaftsgebiet gegen andere Stämme wie Gepiden, Vandalen und Sarmaten zu verteidigen. Bis 376 die Hunnen einfielen. 8 Unter ihnen, genauer gesagt unter König Attila und mit dem Zentrum Pannonien entfaltete das Reich seine größte Macht. Im Jahre 453, mit dem Tod Attilas, wurden die Hunnen vom Gepidenkönig Ardarich am Nedao, einem Fluss in Pannonien, vernichtend geschlagen. Mit dem Sieg der Gepiden ging auch die Ausweitung ihres Gebietes
4 Vgl.: Köpeczi Béla (Hrsg.), Kurze Geschichte Siebenbürgens, Budapest 1990 S. 29 ff.
5 In: Köpeczi Béla (Hrsg.), Kurze Geschichte Siebenbürgens, Budapest 1990 S. 55
6 In: Schröcke Helmut, Siebenbürgen - Menschen Kirchenbauten Städte, München 1999 S. 9
7 In: Gündisch Konrad, 850 Jahre Siebenbürger Sachsen - Begleitbuch zur Ausstellung, München 1991 S.11
8 Vgl.: Schröcke Helmut, Siebenbürgen - Menschen Kirchenbauten Städte, München 1999 S. 9
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einher. Von ihren Gebieten zwischen Theiß, der Marosch und dem siebenbürgischen Bergland drangen sie in das Gebiet zwischen dem Donauknie, der Donau und den Karpaten vor. Im Laufe des fünften Jahrhunderts dehnten sie sich bis in das innersiebenbürgische Gebiet aus. 567 wurde das Gepidenreich dann von den Langobarden und den Awaren zerstört. Siebenbürgen gehörte somit bis zum achten Jahrhundert zum Awarenreich, denn dann wurde selbiges von Karl dem Großen vernichtet. 9
So hat Siebenbürgen schon in diesen frühen Jahrhunderten erfahren, was kulturelle und ethnische Vielfalt bedeutet. Bei der Durchquerung des Landes brachten die verschiedenen Bevölkerungsgruppen stets unterschiedliche Einflüsse ein. Wobei die Bevölkerungszahl dennoch ziemlich gering geschätzt wird. Selbst wenn die zahlreichen Wandervölker mitgezählt werden, lag die Bevölkerungszahl unter 100.000. 10
3.3. Siebenbürgen unter ungarischer Herrschaft
Eine einschneidende Wandlung der Machtverhältnisse im Donau-Karpatenraum erfolgte im neunten und zehnten Jahrhundert, als sich die Ungarn Schritt für Schritt des Landes bemächtigten. „Die Magyaren, die sich im 9. Jh. in der Pannonischen Tiefebene niederließen, nach der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg (955) endgültig sesshaft wurden und unter Stephan dem Heiligen einen nach abendländischem Vorbild organisierten Staat errichteten, haben die Geschichte Siebenbürgens entscheidend geprägt.“ 11 Die nun sesshaften Magyaren orientierten sich jedoch immer mehr am Abendland. Übernahmen dessen Religion und staatliche Organisationsformen. Die Ausweitung des Landes der Magyaren ging vornehmlich nach Süden und Osten. Denn Siebenbürgen war wegen seiner hügeligen Beschaffenheit gut als Schutz gegen die östlichen Steppenvölker geeignet. Nachdem die Ungarn sich im 10. Jahrhundert in Westsiebenbürgen angesiedelt hatten, weitete ein Sieg über die Petschengen 1068 den Herrschaftsbereich nach Osten hin aus. Doch erst im 13. Jahrhundert erreichten sie die Ost- und Südkarpaten, nachdem sie im 12. Jahrhundert bis an den Alt vorgerückt waren. Mit Hilfe der Szekler, einem ursprünglich türkischen Volksstamm, der sich den Ungarn anschloss und deren Arbeitskraft die Ungarn gerne beanspruchten, konnte ein nahtloses Verteidigungssystem errichtet werden, „das die Ungarn an den jeweiligen Grenzen ihres Reiches angelegt haben und das sich
9 Vgl.: Schröcke Helmut, Siebenbürgen - Menschen Kirchenbauten Städte, München 1999 S. 9
10 Vgl.: Hoerdt Kurt, Das frühmittelalterliche Siebenbürgen. Ein Überblick, Thaur/Innsbruck 1988 S. 15
11 In: Gündisch Konrad, Wahrung der Eigenständigkeit trotz wechselnder Staatszugehörigkeit. Eine 850-jährige Geschichte im Überblick, in LM BW 1999, 255-268
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auf 10-40 Kilometer breite Ödlandstreifen (Verhaue) stütze.“ 12 Kaum verwunderlich also, dass in Siebenbürgen, entlang der Verhaue viele Szeklersiedlungen nachweisbar sind. Ein Teil des Ödlands - der so genannte Königsboden - an den Verhauen fiel immer an den König. Zudem legte der Staatsgründer selbst, Stephan der Heilige, großen Wert darauf, möglichst viele Menschen verschiedener Sprachen, Sitten und Nationen in das Land zu locken. Um eben dieses wie auch die florierende Wirtschaft aufrecht zu erhalten. 13
3.4. Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen
Doch um die Ansiedlung und das Land so attraktiv wie möglich zu machen, mussten Mittel und Wege gefunden werden. Im Mittelalter war dies am besten durch angebotene Privilegien und Grundbesitz. „Ius ossibus inhaeret“, Rechte die die Einsiedler schon in ihrer Heimat besaßen und wie sie sich damals nannten mussten für ein gutes Gelingen des Vorhabens mit Rechten und Garantien auf Standeserhöhung und Sicherheit kombiniert werden, um die neue Heimat, das ungarische Königreich so attraktiv wie möglich zu machen. Dessen war man sich schon im mittleren 12. Jahrhundert bewusst. Denn zu diesem Zeitpunkt entstanden bereits die ersten Ansiedlungen unter König Geisa II. Über einen exakten Zeitpunkt aber ist die Forschung bis heute im Unklaren.
Von neuen Rechten und Grundbesitz waren vor allem die so genannten „saxones“ (Sachsen), die sich aus Deutschen, Flandern, und den deutschen Siedler aus der Zips in der nordöstlichen Slowakei zusammensetzten, begeistert. Da im 13. Jahrhundert Bosnien, Kroatien, Serbien und das Osmanische Reich auch zu Ungarn gehörten, wurden die dort lebenden Deutschen ebenfalls „saxones“ genannt. 14 Ihnen allen garantierte König Andreas II. 1224 im Goldenen Freibrief der Siebenbürger Sachsen,
„daß Wir [das ungarische Königreich], den Gnadenspuren unserer Vorgänger folgend und im Innersten bewegt, ihnen die frühere Freiheit zurückgegeben haben. (…) Damit aber das, was oben gesagt ist, in Zukunft rechtswirksam und unerschüttert bleibt, haben wir dieses Blatt mit dem Schutz unseres doppelten Siegels bekräftigt.“ 15
Diese, insgesamt 16 Punkte lange Urkunde muss die deutschstämmigen Gäste, die so genannten „hospites teutonici“ wohl sehr beflügelt haben. Denn in kürzester Zeit haben diese Siebenbürger
12 In: Gündisch Konrad, 850 Jahre Siebenbürger Sachsen - Begleitbuch zur Ausstellung, München 1991 S. 12
13 Vgl.: Gündisch Konrad, 850 Jahre Siebenbürger Sachsen - Begleitbuch zur Ausstellung, München 1991 S. 12
14 Vgl.: Gündisch Konrad, Wahrung der Eigenständigkeit trotz wechselnder Staatszugehörigkeit. Eine 850-jährige Geschichte im Überblick, in LM BW 1999, 255-268
15 In: Wagner Ernst (Hrsg.), Quellen zur Geschichte der Siebenbürger Sachsen, 1981, Nr. 5 S. 16-19
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Sachsen, die sich aus Bewohnern der sieben deutschen Bevölkerungsgebieten Deutschland, Flandern, Zips, Bosnien, Kroatien, Serbien und dem Osmanischen Reich zusammensetzten, die wirtschaftlichen Strukturen verbessert, neue Gebiete erschlossen und landwirtschaftliche Techniken revolutioniert. 16
4. Von Sultan Süleiman dem Prächtigen bis zum zweiten Weltkriegvom Fürstentum Siebenbürgen bis zur Zweiteilung
4.1. Siebenbürgen als Fürstentum
4.1.1. Vom Königreich Ungarn zum Fürstentum Siebenbürgen
Von 1541 bis 1688, fast anderthalb Jahrhunderte lang, war Siebenbürgen ein autonomes Fürstentum. Die gesamte Zeit über befand es sich im Spannungsfeld zwischen dem Osmanischem Imperium im Südosten, dessen Oberhoheit es unterstand und Habsburgerreich im Westen. Doch trotz der Oberherrschaft der Osmanen behielt Siebenbürgen sowohl seine innere Autonomie als auch, wenngleich eingeschränkt, außenpolitischen Handlungsspielraum. „Dieses Staatswesen war die Union der drei Nationen Ihre Angehörigen, wurden fortan an allen wichtigen Entscheidungen des Landes beteiligt.“ 17 Diese Union setzte sich aus den privilegierten Ständen des ungarischen Adels, der freien Szekler und den Sachsen zusammen. Diese anderthalb Jahrhunderte werden deswegen auch als „Blütezeit der ständischen Selbstverwaltung der Siebenbürger Sachsen“ 18 bezeichnet. Doch diese Blütezeit musste mit Beginn des 16. Jahrhunderts eine jähe Niederlage verkraften, nach der das Königreich Ungarn nur noch formal weiter bestand.
Denn am 26. August 1526 wurde das mittelalterliche ungarische Königreich von einem Heer des osmanischen Sultans Suleiman I. bei Mohács, einer Stadt am rechten Donauufer vernichtend geschlagen. Sofort nach dem Sieg wurde die Hauptstadt Ofen besetzt. Der ungarische König Ludwig II. fiel in der Schlacht bei Mohács. Sein Nachfolger wurde nun Ferdinand von Habsburg, dem auf Grund von Erb- und Verwandtschaftsverhältnissen die ungarische Krone zustand. Sein Gegenkandidat, Johann Szapolyai, Wojewode (fürstenähnlicher slawischer Adelsrang) von Siebenbürgen wurde jedoch zum Gegenkönig gekrönt, der sich auf türkische
16 Vgl.: Gündisch Konrad, Wahrung der Eigenständigkeit trotz wechselnder Staatszugehörigkeit. Eine 850-jährige Geschichte im Überblick, in LM BW 1999, 255-268
17 In: : Schröcke Helmut, Siebenbürgen - Menschen Kirchenbauten Städte, München 1999 S.14
18 In: Gündisch Konrad, 850 Jahre Siebenbürger Sachsen - Begleitbuch zur Ausstellung, München 1991 S.16
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Seite schlug. Ferdinand, stets ein Feind der Osmanen, konnte nur über West- und Nordostungarn regieren, da die Landesmitte 1541 von den Osmanen besetzt und in eine türkische Provinz umgewandelt wurde. Siebenbürgen hingegen entwickelte sich zu einem autonomen Fürstentum und erkannte die osmanische Oberherrschaft an.
Als Johann Szapolyai 1571 starb, und kein rechtmäßiger Nachfolger geboren war, erlangte Stephan Báthory im Mai 1571 die Stellung des Fürstes von Siebenbürgen, nachdem ihn die ungarischen Stände gewählt hatten. 19
4.1.2. Autonome Selbstverwaltung unter Stephan Báthory bis Franz II. Rákóczi
Der neue Staat Siebenbürgen unter türkischer Oberhoheit musste sich in seiner abgeschotteten Lage im Karpatenbecken während der Zeit des Fürstentums ständig mit den unterschiedlichsten Problemen herumschlagen. Denn erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erlebte Siebenbürgen seine Blütezeit. Davor jedoch mussten Schwierigkeiten wie Inflation und Geldmangel von den verschiedenen Staatsherren gemeistert werden. Zudem fielen immer wieder die Türken ein, denn nach ihrem Sieg bei der Schlacht von Mohács wollten sie kontinuierlich ihre Macht in Zentraleuropa ausweiten. Stepahn Báthory jedoch war stets bestrebt die Türken zu schlagen, da er Siebenbürgen an Ungarn angliedern wollte. 20 Sagte er doch einmal, noch vor seiner Regierungszeit 1567:
„(…) Die Türken werden nicht zulassen, daß irgendwer der Herr Siebenbürgens werde. Eure Majestät ist besser beraten, wenn Sie darauf achtet, daß in dieser Provinz ein Mittelsmann sitzt, (…) daß (…) im Laufe der Zeit Siebenbürgen Ungarn angeschlossen werden kann.“ 21
4.1.2.1. Die Entstehung des Staates unter Stephan Báthory
Doch der Druck der Türken auf Báthory wuchs kontinuierlich. Murad III., genau wie sein Vater Selim II. Sultan des Osmanischen Reiches, erhöhte mit seiner Machtübernahme 1574 die Siebenbürger Steuer von jährlich 10.000 auf 15.000 Goldgulden. Doch Báthory bezahlte bereitwillig, ja „bestach die türkischen Machtträger [sogar] mit seinem Geld, verbot den
19 Vgl.: Köpeczi Béla (Hrsg.), Kurze Geschichte Siebenbürgens, Budapest 1990 S. 243 ff.
20 Vgl.: Köpeczi Béla (Hrsg.), Kurze Geschichte Siebenbürgens, Budapest 1990 S. 257 ff.
21 In: Köpeczi Béla (Hrsg.), Kurze Geschichte Siebenbürgens, Budapest 1990 S. 258
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Melanie Steck, 2008, Geschichtsentwicklung der Siebenbürger Sachsen und die damit verbundenen Grenzverschiebungen, München, GRIN Verlag GmbH
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