Inhaltsverzeichnis
1 Reflexionen zur Lerngruppe 3
2 Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen. 4
3 Überlegungen zum Inhalt und zur Sache 5
4 Didaktische Analyse 5
5 Methodische Analyse 7
6 Anhang. 11
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1 Reflexionen zur Lerngruppe
Die ... ist eine einzügige Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die im Schuljahr 2008/09 von ca. 190 Schüler/-innen besucht wird. Die Klassen 1 und 2 werden jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Klasse 1/2b besteht aus 21 Schüler/-innen, 11 Jungen und 10 Mädchen. Es sind 12 Erstklässler/innen und 9 Zweitklässler/-innen. Die Schüler/-innen sind zwischen 6 und 9 Jahre alt. 5 Schüler/-innen der Klasse haben einen Migrationshintergrund. Dieser macht sich teilweise in ihren sprachlichen Leistungen bemerkbar, vor allem im grammatikalischen Bereich und beim Wortschatz. Beim Verstehen der Sprache gibt es allerdings kaum Schwierigkeiten, deshalb gehe ich nicht davon aus, dass diese Schüler/-innen in der vorliegenden Unterrichtsstunde eine spezielle Differenzierung benötigen werden, ausgenommen eine Schülerin, auf die ich noch näher eingehen werde. Die soziale Situation in dieser Klasse ist meistens recht gut. Die Schüler/-innen gehen meist freundschaftlich miteinander um und können Konflikte teilweise selbst regeln. Außerdem sind sie, vermutlich durch das jahrgangsübergreifende Lernen, sehr hilfsbereit, wenn es darum geht, schwächeren Schüler/-innen zu helfen. Dies wird in der vorliegenden Stunde hilfreich sein bei der Stationsarbeit, wenn beispielsweise Schüler/-innen, die noch nicht oder noch nicht besonders gut lesen können, Schwierigkeiten haben, die Arbeitsaufträge zu verstehen. Insgesamt handelt es sich um eine ziemlich aufgeweckte Klasse, die meisten Schüler/-innen lassen sich aber schnell zur Mitarbeit motivieren. Einigen fällt es allerdings schwer sich zu konzentrieren und sich an die Gesprächs- und Klassenregeln zu halten.
Die Schüler/-innen sind vor allem Einzelarbeit gewohnt. Die Methode Stationsarbeit kennen sie kaum. Sie sind aber vertraut mit der Vorgehensweise bei einer Lerntheke. Außerdem werde ich in den beiden vorhergehenden MeNuK-Stunden die Methode Stationsarbeit mit ihnen anhand der Behandlung des Sehsinnes einüben. Das Thema Sinne wurde in dieser Klasse bisher noch nicht behandelt. Es könnte sein, dass es im Kindergarten bereits thematisiert wurde. Da die menschlichen Sinne von uns aber ständig benützt werden, haben die Schüler/-innen bereits sehr vielfältige Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt und sind dabei sicherlich auf einige Besonderheiten gestoßen. Allerdings werden sie diese Erfahrungen vermutlich eher unbewusst und ohne Zusammenhang gemacht haben. Deshalb sollen sie in der vorliegenden Stunde Gelegenheit bekommen diese Erfahrungen bewusst zu machen
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und Verknüpfungen zu den Sinnen allgemein und speziell dem Gehörsinn und dem dazugehörigen Sinnesorgan Ohr herzustellen. Ich gehe außerdem davon aus, dass sie zum Hörvorgang kaum Wissen oder Vorerfahrungen haben werden, vor allem da ja nur das Außenohr ohne Hilfsmittel für uns sichtbar ist. Schriftliche Arbeitsanweisungen zu befolgen fällt den meisten Schüler/-innen noch schwer. Einige Erstklässler/-innen können noch nicht oder kaum lesen. Auch einige Zweitklässler/-innen haben noch Schwierigkeiten sinnentnehmend zu lesen und somit schriftliche Arbeitsanweisungen zu verstehen. Vorgegebene Wörter abschreiben können dagegen alle Schüler/-innen.
2 Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen
„Die Schülerinnen und Schüler können
- sich selbst, ihre Gefühle, ihre Körperlichkeit, körperliche Signale und Bedürfnisse wahrnehmen;
- aus praktischem Tun Freude und Zuversicht in die eigene Leistungsfähigkeit entwickeln;
- die Bedeutung und die Leistungen der Sinne erkennen und in ihrer Lebenswirklichkeit nutzen.“ 1
Im Hinblick auf die zu fördernden Kompetenzen aus dem Bildungsplan sollen folgende Stundenziele erreicht werden:
- Die Schüler/-innen erkennen, dass der Gehörsinn einer der fünf menschlichen Sinne ist und welches Organ dazu benötigt wird.
- Die Schüler/-innen machen Erfahrungen mit ihrem Gehörsinn.
- Die Schüler/-innen üben den Umgang mit der Methode Stationsarbeit.
1 Bildungsplan 2004, S. 100.
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3 Überlegungen zum Inhalt und zur Sache
Die Sinnesorgane sind die Reizempfänger des Nervensystems. „Sie verarbeiten die Reize und führen sie dem zentralen Nervensystem als Meldungen zu, um es über das Verhalten der Umwelt zu unterrichten.“ 2
Der Gehörsinn ist einer der fünf Sinne des Menschen. Durch Hören nehmen wir Geräusche und Töne aus unserer Umwelt wahr.
Das Sinnesorgan, das wir zum Hören benötigen ist das Ohr. Hierbei handelt es sich um ein kompliziertes Sinnesorgan. Es ist in drei Hauptabschnitte eingeteilt: Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Davon ist nur das Außenohr ohne Hilfsmittel sichtbar. Das Außenohr besteht aus der Ohrmuschel und dem Gehörgang. Im Mittelohr befinden sich die drei Gehörknochen Hammer, Amboss und Steigbügel und das Innenohr besteht aus der Schnecke. 3
Beim Hörvorgang nehmen wir Töne wahr, die aus Schallwellen bestehen. Schallwellen lassen sich definieren als „regelmäßig wiederkehrende (periodische) Luftdruckschwankungen bestimmter Häufigkeit (Frequenz).“ 4 Diese Schallwellen werden von der Ohrmuschel aufgenommen und durch den Gehörgang an das Trommelfell weitergeleitet, das die Grenze zwischen Außen- und Mittelohr bildet. Das Trommelfell fängt durch die Schallwellen an zu schwingen und gibt diese Schwingungen an den Hammerstiel, der mit dem Trommelfell verwachsen ist, weiter. Von dort aus werden die Schwingungen durch die anderen Gehörknochen übertragen bis zur Schnecke. Diese wird gereizt und gibt diese akustischen Reize an den Hirnnerv weiter. 5
4 Didaktische Analyse
Unsere Sinne werden täglich von uns gebraucht. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Körpers, denn wir nehmen damit unsere Umwelt auf und treten in Kontakt mit ihr. Vor allem für Kinder ist dies von großer Bedeutung, da ihre Entwicklung stark von den Sinneseindrücken, die sie wahrnehmen, abhängt. Der Bereich, in dem Kinder
2 Faller 1976, S. 363.
3 vgl. Bayer 2004, S. 93.
4 Faller 1976, S. 379.
5 vgl. ebd, S. 380f u. Bayer 2004, S. 93.
5
heutzutage Sinneseindrücke aufnehmen können, ist heutzutage aber oft sehr eingeschränkt. Zudem droht Reizüberflutung. Dadurch kann es zu Entwicklungsstörungen kommen. Durch hohen Medienkonsum wird die Wirklichkeit zu einer Medienwirklichkeit, in der man keine oder kaum Sinneserfahrungen machen kann. Vor allem die Sinne Tasten, Riechen und Schmecken werden hier nicht oder kaum angesprochen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder Wissen über die Sinnesorgane erlangen und vor allem, dass sie konkrete Erfahrungen damit sammeln können, indem sie diese durch Handeln erkunden können. 6 Darüber hinaus können die Schüler/-innen bei der Behandlung der Sinne im Unterricht lernen „den eigenen Körper und den anderer Lebewesen nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern genau zu betrachten und diese Beobachtungen zu reflektieren“ 7 und es kann ihnen „die erstaunliche Leistungsfähigkeit sowie die Bedeutung unseres Wahrnehmungsapparates bewusst werden“ 8 .
Die vorliegende Stunde ist die vierte Stunde der Unterrichtseinheit „Unsere Sinne“. In der ersten Stunde der Einheit wurden alle Sinne eingeführt, den jeweiligen Sinnesorganen zugeordnet und deren Verwendung geklärt. In der zweiten und dritten Stunde der Einheit wurde der Sehsinn thematisiert. In den folgenden Stunden werden die Schüler/-innen, je nachdem wie weit sie in der vorliegenden Stunde kommen werden, noch einmal Gelegenheit bekommen, die Stationen zum Ohr zu bearbeiten und die drei weiteren Sinne werden behandelt. Ich entschied mich dafür, die Sinne jeweils einzeln zu behandeln, damit die Schüler/-innen die Erfahrungen, die sie mit den Sinnen machen, jeweils deutlich auf einen Sinn beziehen können. Der Schwerpunkt der Stunde liegt darauf, dass die Schüler/-innen Erfahrungen mit dem Gehörsinn machen können. Sie sollen erleben, welche Leistungen der Gehörsinn erbringen kann und wobei er ihnen nützlich sein kann. Deshalb rückt die Beschäftigung mit dem Sinnesorgan an sich eher in den Hintergrund und der Hörvorgang wird nicht thematisiert. Je nach Bearbeitung der Stationen beschäftigen sich die Schüler/-innen aber ansatzweise mit dem Aufbau des Ohrs (Station 3 und 4).
6 vgl. Bayer 2004, S. 88.
7 Jäkel/ Schrenk 2004, S. 190.
8 ebd, S. 190.
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Arbeit zitieren:
Silvia Armbruster, 2009, Unterrichtsstunde: Das Ohr, München, GRIN Verlag GmbH
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