Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung 1
2 Grundlagen der Modellierung mit EPKs 2
2.1 Definition der Geschäftsprozessmodellierung 2
2.2 Die ereignisgesteuerte Prozesskette ARIS 2
2.2.1 Einordnung der EPK in ARIS 3
2.2.2 Modellierungssprache und -regeln 3
2.2.3 Vorgehensmodell zur EPK-Modellierung 6
3 Konzeption des Kurses zur Geschäftsprozessmodellierung 7
3.1 Schritte bei der Konzeption Multimedialer Lernumgebungen 7
3.2 Analyse der Zielgruppe 8
3.3 Analyse der Lerninhalte und Lehrziele 10
3.3.1 Erstellung von Lerninhalten 10
3.3.2 Zuordnung von Lehrzielen zu den Lerninhalten 11
3.4 Festlegung der didaktischen Struktur 12
3.5 Betreuungskonzept 14
4 Aufbau der Module 16
4.1 Modul 1: Einführung in die Geschäftsprozessmodellierung 16
4.2 Modul 2: Funktionen und Ereignisse 16
4.3 Modul 3: Organisationseinheit, Informationsobjekte und der
Prozesswegweiser 18
4.4 Modul 4: Modellierungswerkzeuge 19
4.5 Modul 5: Konnektoren. 19
4.6 Modul 6: Komplexe Modellierung 20
5 Zusammenfassung 21
-I-
Abkürzungsverzeichnis
ARIS Architektur Integrierter Informationssysteme
EPK Ereignisgesteuerte Prozesskette
eEPK Erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette
-II-
1 Problemstellung
Geschäftsprozessmodellierung stellt ein wichtiges Thema, sowohl im Bereich der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme, als auch des Business Process Reengineering und der Geschäftsprozessoptimierung dar. Daraus folgt der Bedarf nach Fachkräften, die in diesem Bereich entsprechende Kompetenzen und Fähigkeiten besitzen. Daher soll untersucht werden, wie eine Konzeption einer virtuellen Lernumgebung zur Erlangung dieser Kompetenzen aussehen kann. Dabei wird als Lerngegenstand die Modellierungssprache der ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK) betrachtet, da diese in der Praxis weit verbreitet ist (FETTKE 2009, 561).
Bei der Konzeption des Kurses werden folgende drei Leitfragen betrachtet: • Welche Inhalte sollen in einem Anfängerkurs vermittelt werden? • Wie kann der Kurs aufgebaut sein?
• Wie kann das Thema der Geschäftsprozessmodellierung in einer virtuellen Lernumgebung didaktisch aufbereitet werden?
Die Konzeption eines E-Learning Kurses ist in einen größeren Entwicklungsprozess eingebunden. Dieser beinhaltet eine Analyse der Anforderungen, Planung, Entwicklung sowie Einsatz und Evaluation (ISSING 1997). Im Rahmen der Konzeption werden dabei nur die Aspekte der Analyse und Planung betrachtet. Das Konzept soll allgemein gehalten sein, sodass es sich auf verschiedene Lernumgebungen und Bildungssituationen anwenden lässt. Dementsprechend Erfolgt keine Erstellung konkreter Lerninhalte und Übungsaufgaben, sondern Empfehlungen, welche Inhalte im Kurs thematisiert werden können. Um einen Überblick über den fachlichen Teil der Konzeption zu gewinnen, wird in Kapitel 0 ein Einblick in die Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung mit EPKs gegeben. In Kapitel 3 wird die Erstellung der Konzeption anhand einer Schrittfolge dargelegt, die aus der Zielgruppenanalyse, der Inhaltsanalyse, dem Didaktischen Design und dem Betreuungskonzept besteht. Zur Abrundung der Konzeption werden in Kapitel 4 mögliche Inhalte und Aufbau der einzelnen Module des Kurses dargestellt.
-1-
2 Grundlagen der Modellierung mit EPKs
Bevor die Modellierung mit EPKs didaktisch betrachtet werden kann, soll ein Einblick in die Geschäftsprozessmodellierung gegeben werden. Dazu werden die Begriffe Geschäftsprozess und Modellierung definiert. Anschließend werden der Ursprung und der Aufbau der EPKs thematisiert.
2.1 Definition der Geschäftsprozessmodellierung
Ein Prozess bezeichnet eine zeitliche Folge von Aktivitäten und ist inhaltlich abgeschlossen (BECKER 2010). Ein Geschäftsprozess ist ein Prozess, der auf die Bearbeitung eines betriebswirtschaftlichen Zieles ausgerichtet ist (RUMP 1999, 19). Da ein Geschäftsprozess ein Bündel von Aktivitäten beschreibt, findet ein Wechsel der Sichtweisen von einer Funktionsorientierten Betrachtung einzelner Abteilungen hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung unternehmerischer Aktivitäten statt (STAUD 2006, 9).
Im Folgenden wird der Begriff der Modellierung beleuchtet. Ein Modell ist die strukturtreue Abbildung der Realität (FERSTL & SINZ 2008, 22). Für die Abbildung der Realität, die auch als Objektsystem bezeichnet wird, wird eine Modellierungssprache genutzt, die aus Komponenten und Regeln besteht, die angeben wie die Komponenten untereinander in Beziehung gesetzt werden können (WAND & WEBER 2002, 364). Im Fall der Geschäftsprozessmodellierung bilden die Geschäftsprozesse eines Unternehmens das Objektsystem. Das Geschäftsprozessmodell ist die Abbildung dieses Objektsystems. Bei der weitergehenden Betrachtung wird von einem konstruktivistischen Modellierungsverständnis ausgegangen. Dieses geht davon aus, dass der Modellierer die Realität subjektiv wahrnimmt und auf Grundlage dieser Wahrnehmung und seiner Interpretation der Realität das Modell erstellt (FERSTL & SINZ 2008, 129).
2.2 Die ereignisgesteuerte Prozesskette ARIS
Da die EPK ihren Ursprung in der Architektur Integrierter Informationssysteme (ARIS) hat, wird zuerst dieses Konzept vorgestellt. Bei der genaueren Betrachtung der EPK wird auf die Elemente der Modellierungssprache und die Regeln
-2-
zur Erstellung einer EPK eingegangen. Anschließend wird ein Vorgehensmodell entwickelt, das die Schritte der EPK-Modellierung beschreibt.
2.2.1 Einordnung der EPK in ARIS
Die ereignisgesteuerte Prozesskette ist eine Sprache zum Modellieren von Geschäftsprozessen. Sie ist Teil der Architektur Integrierter Informationssysteme, die von (SCHEER 1992) als Konzept zur Unternehmensmodellierung vorgestellt wurde. Das Konzept versucht verschiedene Methoden zur Erstellung betrieblicher Anwendungssystem in einer Architektur zur vereinigen (KELLER, NÜTTGENS & SCHEER 1992, 4).
Da die Modellierung von Unternehmensprozessen sehr komplex ist, unterscheidet ARIS vier Sichten, in denen einzelne Aspekte eines Prozesses isoliert betrachtet werden(RUMP 1999, 5); (STAUD 2001, 27). Beziehungen zwischen den Sichten, werden durch Objekte hergestellt, die in mehreren Sichten vorkommen (DAVIS 2005, 16). Die vier Sichten sind: • Datensicht • Funktionssicht • Organisationssicht • Prozesssicht
Die Prozesssicht, auch Steuerungssicht genannt, ist die wichtigste Sicht, da sie die Komponenten aus den anderen Sichten integriert (RUMP 1999, 55). Während die anderen drei Sichten statisch sind, ist die Prozesssicht dynamisch und beschreibt das Verhalten einer Organisation (DAVIS 2005, 16). Die EPK ist der Steuerungssicht zuzuordnen und so eine zentrale Modellierungssprache von ARIS. Eine genaue Beschreibung der Sichten und ihrer Modellierungssprachen ist in (SCHEER 1998) zu finden. Im Folgenden wird genauer auf die ereignisgesteuerte Prozesskette eingegangen.
2.2.2 Modellierungssprache und -regeln
Die wesentlichen Elemente einer EPK sind in Abbildung 1 dargestellt. Die Grundelemente bilden die Komponenten Funktion und Ereignis. Eine Funktion
-3-
ist eine Aufgabe „im Sinne der Verrichtung oder als organisatorische Zuordnung eines Aufgabentrgers zu einer Aufgabe“(KELLER, NÜTTGENS & SCHEER 1992, 9). Dabei kann eine Funktion in weitere Teilfunktionen zerlegt werden. Die Zerlegung ist zu stoppen, wenn diese Funktion in der betrieblichen Realität in einem Arbeitsschritt bearbeitet wird (STAUD 1999, 47). Durch diese Zerlegung kann ein Modell verfeinert werden. Eine Funktion wird stets von einem Ereignis ausgelöst und produziert als Ergebnis ein Ereignis (ebd., 47). Ereignisse bilden zeitpunktbezogene Sachverhalte ab und können als Zustand eines betrieblichen Objekts verstanden werden (KELLER, NÜTTGENS & SCHEER 1992, 11). Eine EPK in ihrer einfachsten Form bildet damit eine Abfolge von Ereignissen und Funktionen, die durch einen Kontrollfluss (gerichtete Kante) verbunden sind. Ein Beispiel für eine solche EPK zeigt die
Abbildung 2. In diesem Beispiel wird auch die Aggregation von Funktionen deutlich. Diese sind auf sehr hoher Ebene aggregiert und könnten noch weiter verfeinert werden.
Beginn und Ende eines Prozesses sind durch ein Start- bzw. Endereignis gekennzeichnet. Dabei kennzeichnet das Startereignis einen Zustand der außerhalb des Geschäftsprozesses liegt (LEHMANN 2008, 76). Das Endereignis kennzeichnet das Ergebnis des Gesamtprozesses (DAVIS 2005, 114).
Einer Funktion können die Erweiterungsobjekte Organisationseinheiten und Informationsobjekte zugeordnet werden. Eine Organisationseinheit gibt an, dass eine Funktion von einem Mitarbeiter dieser Organisationseinheit ausgeführt wird (STAUD 1999, 15). Die Zuordnung einer Organisationseinheit zu einer Funktion erfolgt über eine nicht gerichtete, gepunktete Kante. Funktionen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie Inputobjekte in Outputobjekte transformieren
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(KELLER, NÜTTGENS & SCHEER 1992, 9f.). Dieser Sachverhalt wird mittels Informationsobjekten modelliert. Diese werden der Funktion mittels gerichteter Kanten zugeordnet. Die Pfeilrichtung gibt dabei an, ob ein Objekt von einer Funktion genutzt wird - Pfeilrichtung vom Objekt zur Funktion - oder ob die Funktion das Objekt erzeugt oder verändert - Pfeilrichtung von der Funktion zum Objekt (STAUD 1999, 50f.).
Abbildung 3: Beispiel einer erweiterten ereignisgesteuerten Prozesskette
Abbildung 3 zeigt die bereits vorgestellte EPK, erweitert um die Elemente Organisationseinheit und Informationsobjekt. Eine solche EPK wird als erweiterte ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK) bezeichnet. Den Funktionen werden die jeweiligen ausführenden Organisationseinheiten Vertrieb und Lager zu-geordnet. Ebenso wird mit den benötigten Informationsobjekten Kundendatei und Lagerdatenbank verfahren. Dabei handelt es sich um Inputobjekte. Im Beispiel werden keine Outputobjekte verwendet, da keine Daten bzw. Informationen erzeugt oder geändert werden.
Des Weiteren ist es möglich Verzweigungen und Parallele Abläufe zu modellieren. Dazu werden Operatoren genutzt, die in Abbildung 4dargestellt sind.
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Arbeit zitieren:
Robert Pollack, 2011, Didaktische Konzeption eines E-Learning Kurses zur Geschäftsprozessmodellierung mit ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK), München, GRIN Verlag GmbH
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