Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Definitionen und Grundlagen des Journalismus 2
Nachrichtenauswahl 2
2.1
Medien des Journalismus 3
2.2
3 Das Zweite Deutsche Fernsehen 5
Rechte und Pflichten aus dem ZDF-Staatsvertrag 5
3.1
Selbstverst ändnis des ZDF 5
3.2
4 Hypothesen 6
5 Vorgehensweise 6
Auswahl der Sendungen 6
5.1
Thematische Kategorien 7
5.2
Nachrichtenfaktoren -Kategorien 7
5.3
6 Inhaltsanalyse 8
Themenanalyse „ZDF morgenmagazin“ 8
6.1
Nachrichtenfaktorenanalyse „ZDF morgenmagazin“ 9
6.2
Themenanalyse „drehscheibe Deutschland“ 10
6.3
Nachrichtenfaktorenanalyse „drehscheibe Deutschland“ 11
6.4
Inhaltsanalyse „ZDF heute journal“ 12
6.5
Nachrichtenfaktorenanalyse „ZDF heute journal“ 13
6.6
7 Gesamtergebnis der Inhaltsanalyse 14
Gesamtergebnis der Themenanalyse 14
7.1
Gesamtergebnis der Nachrichtenfaktorenanalyse. 15
7.2
8 Schlussbetrachtung 17
9 Literaturverzeichnis 18
Abbildungsverzeichnis 19
10
II
1 Einleitung
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sieht sich häufig Kritik ausgesetzt. Insbesondere die 2010 beschlossene Rundfunkgebührenreform 1 regte die Debatte enorm an. Der teure Kauf von Fußballübertragungsrechten im Folgejahre lieferte den Kritikern weitere Argumente für den oft bemängelten Eingriff der öffentlich-rechtlichen Sender in den Markt der privaten Programmangebote. 2
Georg Diez zeigte sich bei SPIEGEL ONLINE empört über die schleichende Wettbewerbsorientierung der öffentlich-rechtlichen Sender. 3 Jens Jessen kritisierte dies bei ZEIT ONLINE ebenfalls und stellte die öffentliche Finanzierung gänzlich in Frage, da seiner Meinung nach das öffentlich-rechtliche Fernsehen Inhalte nicht mehr im Zuge des gesetzlichen Auftrages aussuche, sondern vielmehr wirtschaftliche, im Detail quotenorientierte, Entscheidungsprozesse im Vordergrund stehen würden. 4
Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) bestätigte indes die Argumente der Kritiker, beispielsweise durch die Worte des ZDF-Intendanten Markus Schächter: „Für öffentlich- rechtlicheSender gilt es dabei auf Programmqualität zu bauen und (…) (diese/Anm. d. Verf.) wettbewerbsorientiert und zeitgemäß fortzuentwickeln“ 5 .
Dem Verfasser dieser Arbeit stellte sich im Zuge dieser Debatten die Frage, ob das ZDF ihr eigenes journalistisches Selbstverständnis im Bezug auf Nachrichten- und Informationsvermittlung einhält. Da der Umfang der Arbeit begrenzt ist, weist der Verfasser auf entsprechende Einschränkung bei der Analyse hin und wird in der Schlussbetrachtung weitere Untersuchungsempfehlungen geben.
Die Arbeit befasst sich zunächst mit den Definitionen und Grundlagen des Journalismus, um im weiteren Verlauf anhand der vordefinierten Grundlagen die Kriterien für die Analyse des journalistischen Selbstverständnisses des ZDF festzulegen. Anschließend werden die historischen, rechtlichen und organisatorischen Hintergründe des ZDF beleuchtet, um das journalistische Selbstverständnis der Sendeanstalt abzuleiten und die daraus resultierenden Hypothesen für die Untersuchung herauszustellen.
Nachfolgend wird die Vorgehensweise für die Inhaltsanalyse erklärt. Dabei soll die Auswahl der Sendungen, sowie die aufgestellten Analysekriterien erläutert werden. Anhand dieser Kriterien werden schließlich die einzelnen Beiträge der Sendungen analysiert und die Ergebnisse präsentiert.
In der Schlussbetrachtung sollen die Ergebnisse schließlich zusammengefasst und Vorschläge für weitere wissenschaftliche Untersuchungsempfehlungen geäußert werden.
1 Ab 2013 ersetzt eine pauschalte Haushaltsabgabe die bisherigen GEZ-Gebühren. Vgl. z.B.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-10/rundfunkgebuehr-gez-oeffentlich-rechtliche. Zugriff: 01.07.2011 um 21:00 Uhr.
2 Das ZDF kaufte 2011 die Übertragungsrechte für die Fußball-Champions-League ab 2012. Insgesamt werden hierfür 54 Millionen EUR pro Saison investiert. Vgl. z.B. http://www.welt.de/fernsehen/article13080941/54-Millionen-Euro-GEZ-Gebuehren-fuer-18-Fussballspiele.html . Zugriff: 01.07.2011 um 21:02.
3 Vgl. Diez, Georg 2011: „Startet die Fernseh-Revolution“. 2011.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,762189,00.html Zugriff: 01.07.2011 um 20:00 Uhr.
4 Vgl. Jessen, Jens 2010: „Vom Volk bezahlte Verblödung“. 2010. http://www.zeit.de/2010/31/Oeffentliche- Anstalten/seite-1Zugriff: 01.07.2011 um 20:10 Uhr
5 Schächter, Markus 2010: „Selbstverpflichtungserklärung des ZDF 2011-2012“. Mainz. S. 1.
1
2 Definitionen und Grundlagen des Journalismus
Journalismus begegnet uns tagtäglich in unserem Leben. Wenn wir auf der Suche nach Informationen sind, finden wir zu großen Teilen Inhalte, die journalistisch recherchiert und publiziert wurden. Die Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg, Maja Malik und Armin Scholl 6 unterteilen den Journalismus für eine repräsentative Studie in drei Ebenen: die gesellschaftliche Ebene, die organisatorische Ebene, sowie die Akteursebene. 7
Die gesellschaftliche Ebene beschreibt die „exklusive Funktion (…) für die öffentliche Kommunikation“ 8 . Die organisatorische Ebene differenziert Medienbetriebe und - Angebote, dieperiodisch mit „Aktualität, Faktizität und Relevanz (…) (publizieren / Anm. CH) von Medien mit fehlender oder geringer Periodizität (z.B. Bücher, vierteljährlich erscheinende Zeitschriften) (…) sowie fiktionale Medienangebote (z.B. Romanhefte, Spielfilme, Satirenmagazine) oder Medien mit einer geringeren Reichweite, denen wenig Relevanz aus der Rezipientenperspektive und mit Blick auf die öffentliche Kommunikation unterstellt wird“ 9 . Otfried Jarren und Hartmut Weßler 10 bestätigen die Abgrenzung journalistischer Arbeit von anderen Medienangeboten in ihrer Publikation 11 .
Durch Art. 5 GG hat jeder in Deutschland die Möglichkeit sich journalistisch zu betätigen. In Zeiten des modernen Internets werden beispielsweise tagtäglich Informationen über Internetblogs publiziert. Für die repräsentative Studie von Weischenberg, Malik und Scholl wird die Akteursebene allerdings auf Hauptberuflichkeit beschränkt. 12
2.1 Nachrichtenauswahl
Der Journalist steht jeden Tag vor der Aufgabe, aus einer Vielzahl von Informationen Inhalte auszuwählen, aufzuarbeiten und zu bewerten. 13 Daher werden Journalisten häufig als „Gatekeeper“ (engl. Torwächter) bezeichnet, die entscheiden, welche Informationen sie an ihre Rezipienten weitergeben. Der Journalist kennt seine Zielgruppe und entscheidet nach Informationseingang über deren Wert. Die erste Nachrichtenwertstudie veröffentlichte 1922 der US-Amerikaner Walter Lippmann. 14 Bezugnehmend auf diese Studie entwickelten die norwegischen Forscher Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge einen zwölf Kriterien umfassenden Nachrichtenwertkatalog. 15
6 Weischenberg (Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg); Malik und Scholl (Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster).
7 Vgl. Weischenberg, Siegfried / Malik, Maja / Scholl, Armin 2006: „Journalismus in Deutschland 2005“. In: Media Perspektiven 07/2006, S. 346.
8 Ebenda.
9 Ebenda.
10 Jarren (Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich) und Weßler (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Mannheim).
11 Jarren, Otfried / Weßler, Hartmut (Hrsg.) 2006: „Journalismus - Medien - Öffentlichkeit. Eine Einführung“. Wiesbaden. S.171.
12 Vgl. Weischenberg, Malik, Scholl (2006), S. 347.
13 Mast, Claudia (Hrsg.) 2004: „ABC des Journalismus. Ein Handbuch“. Konstanz. S. 104.
14 Vgl. Lippmann, Walter 1922: „Public Opinion“. New York.
15 Vgl. Mast 2004, S. 54.
2
Abbildung 1: „Galtung/Ruge, zit. nach Noelle-Neumann / Schulz / Wilke 2002, S. 357“ (Abbildung entnommen bei MAST, Claudia (Hrsg.) 2004: „ABC des Journalismus. Ein Handbuch“. Konstanz. S. 55)
Claudia Mast unterteilt Nachrichten zudem in harte und weiche Nachrichten: „Hard news“ umfassen zumeist Themen aus Wirtschaft und Politik, die die Betroffenheit der Bürger, sowie positive oder negative Folgen eines Ereignisses in den Vordergrund stellen, während „soft news“ eher „human interest“ mit einem hohem Grad an Prominenz und Kuriosität ansprechen. 16
Dieser Katalog wird im weiteren Verlauf der Arbeit vom Verfasser zur Bewertung der Nachrichtenauswahl des ZDF verwendet.
2.2 Medien des Journalismus
Journalismus findet in allen Medien statt. Vor dem Print-, Agentur-, Hörfunk- und Online-Journalismus ist der TV-Journalismus durch seine große Zahl an Rezipienten das
16 Vgl. ebenda, S.243.
3
Massenmedium unserer Zeit. 17 Dies bestätigt regelmäßig die ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation, zuletzt 2010:
Abbildung 2: „Nutzungsdauer der Medien", (Abbildung entnommen bei RIDDER, Christa-Maria / ENGEL, Bernhard 2010: "Massenkommunikation 2010: Mediennutzung im Intermediavergleich". In: MEDIA PERSPEKTIVEN 11/2010. S. 526)
Abbildung 3: „Mediennutzung im Tagesverlauf 2010 bei der Gesamtbevölkerung", (Abbildung entnommen bei RIDDER, Christa-Maria / ENGEL, Bernhard 2010: "Massenkommunikation 2010: Mediennutzung im Intermediavergleich". In: MEDIA PERSPEKTIVEN 11/2010. S. 528)
17 Vgl. Abbildung 2.
4
Arbeit zitieren:
Christian Hansen, 2011, Das journalistische Selbstverständnis des Zweiten Deutschen Fernsehens, München, GRIN Verlag GmbH
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